Warum lohnt sich der Techniker?

Warum sich die Weiterbildung zum Techniker lohnt

Endlich Schluss mit dem Lernen und auf ins Berufsleben zum Geld verdienen! Sich auch mal was leisten können! So denken bestimmt viele direkt nach der Ausbildung. Es ist sicherlich verständlich, dass ein frisch gebackener Geselle nun absolut keinen Bock mehr hat, nochmal die Schulbank zu drücken und sich noch mehr Theorie eintrichtern zu lassen. Die schlechte Nachricht: Genau das muss man aber über sich ergehen lassen, wenn man eine Weiterbildung zum staatl. gepr. Techniker in der Tasche haben will. Die gute Nachricht: Es lohnt sich wirklich!

“Pfeif auf den Techniker! Lieber einfach nur ‘nen Meister nachschieben. Oder gleich zum Bachelor studieren. Der Techniker ist überflüssig geworden, da er dem Bachelor gleichgestellt ist!”

Das Techniker-Forum ist voll von Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Weiterbildung zum Techniker. Ob er sich denn lohnt, wenn man nun doch nach der Ausbildung (unter Umständen) auch ohne Abitur gleich studieren kann. Oder warum noch Techniker machen, wenn ein Meister doch viel einfacher und billiger ist.

Die Vergleiche mit dem Abschluss zum Ingenieur, also Bachelor, oder zum Meister sind durchaus berechtigt. Sind es doch beide Alternativen nach der Ausbildung, wie eben auch der Techniker. Ob sich aber dieser oder jener Abschluss lohnt, darauf kann kaum eine einfache und gute Antwort gegeben werden. Es kommt ganz darauf an, was man damit meint: Soll es sich finanziell lohnen? Oder will man eine bestimmte Tätigkeit erreichen – etwa Konstrukteur, Vorarbeiter oder Schichtleiter.

Techniker vs. Ingenieur (bzw. Bachelor und Master)

Was das Finanzielle angeht, kann ganz pauschal gesagt werden, dass ein Ingenieur in der Regel am besten bezahlt wird. Dafür muss aber nicht “nur” mal eben eine Weiterbildung drangehängt werden, sondern ein komplettes Studium zum Bachelor und evtl. auch noch zum Master. Das dauert Vollzeit weit mehr als die zwei Jahre zum Techniker – nämlich (mindestens) dreieinhalb zum Bachelor bzw. dann fünfeinhalb zum Master. Und ein technisches Studium ist nicht Ohne: Ein Ingenieursstudium gilt zweifellos als das Schwerste aller Studiengänge und ist etwa weitaus schwieriger als “nur” einen Techniker zu machen.

Aber ist der ganze Zeit- und vorallem Lernaufwand das denn Wert? Denn ein Gehalt eines erfahrenen Technikers kann durchaus an das eines Ingenieurs herankommen. Mal ganz davon abgesehen, dass auch ein Hochschulabsolvent direkt nach dem Studium nicht unbedingt in Geld schwimmen wird und ein Techniker schon nach zwei Jahren relativ gut verdienen kann, während ein Student noch einige Jahre mehr bis zum Abschluss braucht.

Ein junger Arbeitnehmer mit noch recht wenig Berufserfahrung hat berechtigterweise Überlegungen, wie es finanziell am steilsten aufwärts geht. Neben dem ganzen Geld aber muss die Arbeit einem auch noch Spaß machen. Immerhin verbringt man eine wesentliche Lebenszeit im Beruf, der für einen selbst sinnstiftend und erfüllend sein muss, was ein großer Reichtum nicht auf Dauer kompensieren kann. Wer einmal intensiv im Schichtdienst gearbeitet hat, kann bestätigen, dass allerlei Zulangen hin und wieder ein willkommener Geldsegen sind, aber nicht Grund genug dafür, das Privatleben faktisch abzuschaffen.

Daher muss man sich neben der finanziell rosigen Optionen auch überlegen, was bzw. wohin man denn eigentlich will. Wer etwa Konstrukteur werden möchte, muss nicht unbedingt ein Studium in Maschinenbau absolvieren – es reicht unter Umständen auch ein Techniker. Die sind nämlich als Konstrukteure gern gesehen. Klar: Wer frisch vom Gymnasium kommt und kein Problem mit Mathe, Physik oder Chemie hat, geht lieber studieren und ist somit schneller am Ziel als mit Aus- und Weiterbildung. Mit dem Ingenieur in der Tasche ist man hinterher auch für andere Berufe qualifiziert. Ebenso aber mit dem Techniker: Wer sich mit dem Techniker nur auf ein Berufsbild konzentriert, muss keine Sorgen haben, später keinen anderen Job machen zu müssen.

Techniker vs. Meister

Es ist wohl der Industriemeister, der mit dem staatl. gepr. Techniker am ehesten konkurrieren muss. Denn wer im Handwerk arbeitet, für den ist der Meister mit einem Schwerpunkt auf das Praktische meist die einzige Wahl. Meister und Techniker sind beides Weiterbildungen, die an der Berufsausbildung anschließen und Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit in bestimmten Berufen sind. Davon abgesehen aber haben sie auch gravierende Unterschiede: Eine Weiterbildung zum Meister (auch ein Industriemeister) dauert bei weitem nicht so lang wie die zum staatl. gepr. Techniker: Ganz grob gesagt hat sie etwa ein Drittel weniger Unterrichtsstunden. Da der Meister praktischer ausgerichtet ist, bleibt er eher in der Fertigung, während der Techniker etwa auch in Führung oder Vertrieb eingesetzt wird. Es kommt eben wieder darauf an, wo man hin möchte.

Im Techniker-Forum wird oft der europäische Qualifikationsrahmen zitiert, wenn es darum geht, was der Meister, Techniker oder Ingenieur wert ist. Demnach sind Meister und Techniker auf der Qualifikationsstufe 6 von 8 – also mit dem Bachelor gleichauf. Das heißt jetzt aber nicht, dass alle drei prinzipiell gleichwertig sind, ein Meister sich wie ein Bachelor nun Ingenieur nennen darf oder sie anderweitig angeglichen sind. Der Qualifkationsrahmen ist nur dazu da, um international Vergleiche ziehen zu können, was dem Einzelnen in der Regel rein gar nichts bringt. Das heißt also nicht einmal, dass ein Techniker nun im Ausland ein Masterstudium antreten darf, da er ja auf gleicher Stufe mit dem Bachelor ist. Obwohl es auch hier vereinzelte Ausnahmen gibt.

In der Praxis ist nach wie vor der Meister unter dem Techniker angesiedelt. Alle drei Abschlüsse – also Meister, Techniker und Master – unterscheiden sich sowohl in Aufwand und Anspruch in der Ausbildung als auch in den Möglichkeiten im Beruf. Trotzdem ist es falsch, von niederen und höheren Abschlüssen zu sprechen, sondern einfach von anderen Abschlüssen. Das wird der Sache eher gerecht: Um sie direkt miteinander zu vergleichen, dafür sind die Ausbildungsinhalte und auch hinterher ausgeübten Berufe zu verschieden. So kann etwa ein Ingenieur auch für bestimmte Jobs überqualifiziert sein, was ebenso ein Problem werden kann. Egal wie gut und gerne er am Bohrerschleifen ist.

Nur Positives nach der Weiterbildung zum Techniker

Im Techniker-Forum äußerte sich kein Einziger negativ zu Fragen, ob sich der Techniker für einen selbst hinterher gelohnt hatte. Niemand hat es je hinterher bereut und für jeden ging es beruflich nur aufwärts. Die Umfrage ist weitaus rosiger ausgefallen als anfangs gedacht.

Zur Frage, warum man sich überhaupt für den Techniker entschieden hatte, äußerten sich die Teilnehmer recht vielfältig: So war es etwa die “passende Arbeitslosigkeit”, die einem die nötige Zeit für die Weiterbildung schaffte. Oder es waren gesundheitliche Probleme, die einem im alten Job nicht mehr weiterarbeiten ließen. Damit ist man praktisch zur Umorientierung gezwungen. Für einen anderen wiederum war es schlicht eine Bauchentscheidung, sich zur Technikerschule einfach anzumelden. Nicht der schlechteste Grund, denn wie schon erwähnt muss einem die Tätigkeit auch gefallen – egal ob Arbeit oder Fortbildung. Ein ebenso guter Grund, der genannt wurde, war die schlichte Unterforderung im aktuellen Job. Ein deutliches Signal dafür, sich weiterbilden zu müssen.

Lohnt sich der Techniker denn finanziell? Das kann man sich schon denken, dass jemand mit einer Weiterbildung auch bessere Chancen im Gehalt haben muss. Dass die Antworten im Forum aber derart deutlich ausfallen, war doch etwas überraschend: Für viele hat sich das Gehalt nach dem Techniker (mehr als) verdoppelt! Ein Einstiegsgehalt mag nicht hoch sein und daher das Doppelte davon einen auch nicht gleich reich machen. Aber auch die beschriebene Gehaltsentwicklung wurde immer als steil nach oben beschrieben. Man muss also nicht gleich Ingenieur werden, um nach einigen Jahren gut zu verdienen. Das geht also auch als Techniker ganz gut.

Die Erwartungen an die Weiterbildung sind ja nicht nur finanziell. Auch hier wurde stets bestätigt, dass die sich hinterher erfüllt haben oder auch gut übertroffen wurden. “Von der Werkhalle ins Büro, Hemd statt Blaumann”, beschrieb jemand seine Entwicklung. Wer diesen Weg gehen möchte, für den eignet sich also der Techniker.

Das sagen außerdem die erfahrenen Techniker, was einem Interessenten zu raten wäre:

  • “Sich nicht zu sehr verkrampfen (gute Noten sind nicht immer ein Garant für gute Stelle). Selbst bin ich die Karriereleiter hochgefallen ohne es zu forcieren oder zu planen. Außerdem ist das Einstiegsgehalt nicht so wichtig, sondern die Gehaltsentwicklung.”
  • “Machen….. Meiner Meinung nach ist es besser sich weiterzubilden und evtl. diese Weiterbildung nicht nutzen zu können als später sich zu sagen „hätte ich damals nur die Weiterbildung gemacht“”
  • “Mut zur Weiterbildung + viel Engagement! Denn Engagement zahlt sich irgendwann aus! Die Besetzung von Ingenieursstellen durch staatl. gepr. Techniker ist keine Seltenheit mehr!”
  • “Macht es so schnell wie möglich nach der Ausbildung. Dann seid ihr noch voll im Stoff drin (Mathe/Englisch). Außerdem ergeben sich dann noch weitere Aufstiegschancen die mit 30Jahren nicht mehr so einfach sind. (Studium, technischer Bertriebswirt)”
S

Schwob71

Gast
Warum sich die Weiterbildung zum Techniker lohnt

Endlich Schluss mit dem Lernen und auf ins Berufsleben zum Geld verdienen! Sich auch mal was leisten können! So denken bestimmt viele direkt nach der Ausbildung. Es ist sicherlich verständlich, dass ein frisch gebackener Geselle nun absolut keinen Bock mehr hat, nochmal die Schulbank zu drücken und sich noch mehr Theorie eintrichtern zu lassen. Die schlechte Nachricht: Genau das muss man aber über sich ergehen lassen, wenn man eine Weiterbildung zum staatl. gepr. Techniker in der Tasche haben will. Die gute Nachricht: Es lohnt sich wirklich! “Pfeif auf den Techniker! Lieber einfach nur ‘nen Meister nachschieben. Oder gleich zum Bachelor studieren. Der Techniker ist überflüssig geworden, da er dem Bachelor gleichgestellt ist!” Das Techniker-Forum ist voll von Fragen nach der...

→ Den vollständigen Artikel "Warum lohnt sich der Techniker?" lesen.
Eine wirklich aufklärende zusammenfassung.
 
" Oder warum noch Techniker machen, wenn ein Meister doch viel einfacher und billiger ist."

Also da hat jemand noch keine Gebühren bei der HWK bezahlt und auch keine Kurse besucht. Das ganze ist doch sehr einseitig betrachtet, oder es fehlen weitere Infos.
Nur eine kleine Anmerkung, der Vollständigkeit halber.
 
Also ich versuche mich auch auf Bachelor stellen zu bewerben....
Die Aussage "Der Techniker ist überflüssig geworden, da er dem Bachelor gleichgestellt ist!”" IST BLÖDSINN
>>>>gleichwertige aber nicht zwingend auch gleichartige <<<<

Hier die Antwort aus einer Antwortmail zu einer Stelle.
Diese Antwort bekomme ich sehr oft. Diese ist von Gestern.

"""Sehr geehrter Herr Koze,

Ihre Annahme, dass der von Ihnen erworbene Abschluss als Staatl. gepr. Techniker dem Niveau eines Bachelor-Abschlusses entspricht trifft insoweit zu, dass beide Abschlüsse innerhalb des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) dem Niveau 6 zugeordnet sind. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang allerdings darauf hinweisen, dass in den verschiedenen Niveauebenen zwar gleichwertige aber nicht zwingend auch gleichartige Abschlüsse gelistet sind. Daraus folgt, dass die Abschlüsse, die in einer Niveauebene aufgeführt sind nicht untereinander austauschbar sind. Von daher können die von uns geforderten Abschlüsse auch nicht durch einen Meister- oder Techniker-Abschluss ersetzt werden. Als Meister oder Techniker wäre eine Verwendung im 2. Einstiegsamt möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Abteilung 1 – Zentrale Aufgaben
Referat 11 – Personalmanagement, Aus- und Fortbildung, allgemeine Rechtsangelegenheiten"""


Falls jemand was anders weiß, nur raus damit.

Mit gruß, Koze
 
>>>>gleichwertige aber nicht zwingend auch gleichartige <<<<

Jeder mit ein wenig gesundem Menschenverstand weiss das.
Leider wird oder wurde - die Threads haben erfreulicherweise stark nachgelassen - der DQR (und diverse Meister, Techniker, Bachelor, Dipl. Ing. Vergleiche) hier nur zu gerne als Schw*nzlängenvergleich angeführt und um seinen eigenen Abschluss möglichst gut vor sich selbst zu rechtfertigen.
Wer's braucht, bitte.

Grüße.
 
Auf was genau willst du hinaus?

Ich halte gegen. So gern ich es anders sehen würde.
Es steht ja immer da >>>
" Ein abgeschlossenes Studium in einer Ingenieurwissenschaft (Diplom FH bzw. Bachelor)" oder "Fachhochschulstudium im Bereich der Ingenieur- oder Naturwissenschaften erfolgreich abgeschlossen haben"

Z.B. Bei Stellen im öffentlichen Dienst ist das klar geregelt:
nach Artikels 37 Abs. 1 Satz 2 des Einigungsvertrages:
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1993/1993_05_07-Gleichwertigkeit-Bildungsabschluesse.pdf

Du kannst mit dem Techniker deinen Bachelor machen. Dies ist nämlich
Zugangsmöglichkeit Nr. 3:
Sie haben eine vom Hessischen Kultusministerium als gleichwertig anerkannte Hochschulzulassungsberechtigung (z. B. Meister und staatlich geprüfte Techniker)
http://www.wb-fernstudium.de/service-studienberatung/zulassungsvoraussetzung.php

Techniker ist an einer Fachschule, NICHT an einer FachHOCHschule absolviert.
Kein Fachhochschulabschluss.

Meine persönliche Anmerkung ist, die Stellen für Diplom FH Leute im TVöD E9 zu datieren ist eine Frechheit. Das ist in der Industrie ein Facharbeiterlohn.
Ich habe aber auch Bekannte, die haben eine E8 Stelle mit Abgeschlossenen Master-Abschluss. Hauptsache erst mal Arbeit nach dem Studium....

Dann zurück zur Frage: Wen nimmt der Personaler... Techniker oder Bachelor/Master... oder einen RICHTIGEN Diplom FH Ingenieur ;-)
 
" Oder warum noch Techniker machen, wenn ein Meister doch viel einfacher und billiger ist."

Also da hat jemand noch keine Gebühren bei der HWK bezahlt und auch keine Kurse besucht. Das ganze ist doch sehr einseitig betrachtet, oder es fehlen weitere Infos.
Nur eine kleine Anmerkung, der Vollständigkeit halber.
Ich hatte mich vor JAhren damit befasst und die Lerninhalte und Arbeitsplätze sind andere. Der Klassische Meister ist mehr im Gewerbe (Elektro/Kfz/Kraftwerk/Metall)
Der Techniker für Industrie und Naturwissenschaftliches, Chemie usw. und meist Fach übergreifend-.
Zumal auch immer gern gesagt; "Das Bindeglied zwischen Meister und Ingenieur"
 
Huch, das zweite Zitat hat sich wohl verschoben.
Ein Kommentar hinterlassen, und du?

Ich bin stolz darauf es geschafft zu haben, aber ich hatte noch keinen Nutzen davon. Weil die Rahmenbedingungen sehr schwierig und undurchsichtig sind.
 
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Bewerbe Dich und sieh, was passiert. Eines habe ich in 40 Lebensjahren gelernt: Mit sich selbst hadern, ist nicht zielführend...
Dass im öffentlichen Dienst schlechter bezahlt wird, als in der Industrie ist allerdings hinreichend bekannt. Die Argumentation mit "sicherer Job, Altersvorsorge, Vergünstigungen" ist mittlerweile blabla - das war früher vielleicht mal so.
Ich habe den "sicheren" Job im ÖD auch geschmissen und mir ne Technikerstelle in der freien Wirtschaft gesucht und gefunden. Da wird was verlangt, aber auch gescheit entlohnt!
 
Hallo,

zu den Fragen, ja ÖD ist schlechter bezahlt, als viele Jobs in der Wirtschaft.
Ich würde zu den genannten noch das Wirtschaftliche Risiko mit hinein nehmen. Genauso wie Arbeitszeiten.
Arbeitest du bis 60 von Zuschlägen oder lieber von einem höheren Festgehalt?
Kein Job ist heute Sicher. Nicht mal bei großen Firmen wie z.B. VW.
Eine "kleine" Unebenheit- Aktien, Presse , Unwetter, Dreht sich der Wind.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!... viel Bewerben. Heute Online kein Problem. Keine Kosten.
Aber dadurch auch schwierig sich durchzusetzen. Dadurch bewerben sich auch mehr.
Ein Klick auf Stepstone.
Stellen gibt es genug. Ich bekomme 3 Anfragen pro Monat. Aber meist von Headhunter für Stellen, die schwer zu besetzen sind. Oder man hat Lust auf 9 Monate Montage im Jahr ;-)

SO, habe mir Gedanken dazu gemacht. Ich helfe jedem gern, der Fragen zum Techniker hat.

Allgemein zum Techniker, bezogen auf meinen Fernstudium Staatlich geprüfter Techniker Mechatroniktechnik bei der SGD Darmstadt und Fachschule Alsfeld.
Du musst dir im klaren sein, jeden Tag etwas von selbst zu machen. Kein Lehrer oder Ansporn. Urlaub für Seminare und Prüfungen. Geld für Unterkunft und Seminare, Reisekosten, alles extra.
(Außer der Firma, wenn die mit im Boot sind)
Es warten auch die um die 150 Hefte auf dich. Schwarz/weiß,Trocken, und dein bester Freund Dr Google.
Im Nachhinein würde ich sagen, die größte Hürde ist nicht der Stoff und die Zeit.
Die größte Überwindung ist, 3 Jahren sich selbst zu motivieren. Hobbys, Freunde und Familie und Frau zu "vernachlässigen"
Beweis, in meiner Klasse wurde einer verlassen von seiner Freundin.... während der schriftlichen Prüfungen... "weil er keine Zeit für sie hätte" .(spielt vieles mit rein)
Es kommt nicht auf 100% an. Wie im Leben und auf Arbeit muss man versuchen den Mittelweg zu finden um das Ziel zu erreichen. Man beißt sich schnell an einem Heft fest... sollte man nicht.

Zum Unterschied Meister / Techniker muss ich sagen: Ich war und bin gerne Elektrotechniker.
Beim Meister hast du am Ende ein Meisterstück. Und lernst mit Messgeräten zu arbeiten und Praktisch.
Beim Techniker hast du Theorie und Projektarbeiten in Office und Zeichenpapier (Software) .
Du lernst nur Theoretisch etwas über Dioden, Thyristoren und alle Kennlinien. Kannst sie berechnen.
Aber ich kann von mir sagen, das ich die Bauteile auf einer Leiterplatine nicht auseinanderhalten kann.
Was ich sehr schade finde. Und Berechnen, mal ehrlich.... Eine deutschen Std. Lohn für den Aufwand etwas zu entwerfen, oder fertige Komponenten kaufen?" Wohl das zweite. Außer man ist in der Entwicklung.
Bei der Bahn ist es zum Beispiel verboten, def. Karten oder Komponenten zu reparieren.
Auch wenn du weißt, da ist nur ne Dioder oder ein Widerstand def. EGAL... wegschmeißen, neu kaufen!
Meist überteuerte Siemens Bauteile.

Ja, der Staatlich geprüfter Techniker Mechatroniktechnik lohnt sich auf jeden Fall. Du lernst alles zu hinterfragen.
Schaust über den Tellerrand. Mechatronik z.B.>
-Du wirst nie allein ohne Praxis eine CNC Maschine bedienen. Aber du weißt wie sie funktioniert.
- Zahnriemen dimensionieren und richtigen aussuchen.
- Existenzgründung, du kennst das wirtschaftliche Risiko deines Chefs
- Eletro, Hydraulik, Pneumatik Pläne lesen und mitreden können.
- PoWi, du lernst das Banksystem und welche Wirtschaftlichen Faktoren das Land beherrschen (EZB, Fiskalpolitik, Wirtschaftskurve eines Unternehmens und Landes) (Mit 1 in er Prüfung bestanden ;) )
- Du wirst ein sehr breites Spektrum haben, kein Experte auf jedem Gebiet sein. Aber Basics um dich auf dem Gebiet zurecht zu finden und dich selbst auf dem Fachgebiet weiter zu entwickeln.
Stand der Technik. Selbst lernen. Das lernst du! Und das ist super!
Es macht dich nicht zum Alleskönner, aber zum Allrounder!

Wenn man die Prüfungen anschaut, hast du am Ende nur 2 Noten zu Technik.
Der Rest ist Allgemeines. Und in Deutsch wird keine Rechtschreibung geprüft. :banghead:
Führungsverhalten. Und die Gewissheit selbst eine bessere zu werden. Nicht mehr über Vorgesetzte zu urteilen.

Fazit: Es ist kein Garant für die besten Jobs, aber eine Ausgangsbasis für viele Sachen, die man machen kann ab diesem Punkt.

Ich persönlich fand das Fach LF 8 Maschinensicherheit mega cool. Berechnung von Lichtschranken.
Pilz PNOZ Multi, Risikobeurteilung, CE- Konformität. EN- ISO 13849.... 2 Kanaligkeit. Redundanz...
Was mich auf den Weg gebracht hat die Ausbildung Fachkraft für Arbeitssicherheit zu machen.
Sicherheit von Mensch und Maschine. Und da ist ein breites Basiswissen unbezahlbar.
Voraussetzung.... Meister, Techniker oder Ingenieur. Danach sind alle Drei gleich berechtigt.
Es gibt keine Nachteile. Und es gibt sicher noch andere tolle Wege.

So, wer bis hierher gelesen hat. danke.
Wer Fragen hat, melden. Ich antworte auf jeden Fall.
Mit Hilfe geht´s schneller. Das Forum hat mir auch dabei geholfen.
Gruß an den "SchwarzenPeter" :pompous::p:thumbsup:
 
S

Saltlake

Gast
Zitat:

"Im Techniker-Forum äußerte sich kein Einziger negativ zu Fragen, ob sich der Techniker für einen selbst hinterher gelohnt hatte. Niemand hat es je hinterher bereut und für jeden ging es beruflich nur aufwärts. Die Umfrage ist weitaus rosiger ausgefallen als anfangs gedacht."

Eine Umfrage mit 15 Antworten halte ich persönlich nicht für besonders repräsentativ.

Wenn man mal das gesamte Forum durchsucht findet man auch negative Aussagen und Meinungen.

Auch ich habe den Techniker gemacht, fand diese Weiterbildung sehr interessant und würde sie auch wieder machen. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich danach den großen Reibach gemacht habe.

Sicherlich spielt auch die Region in der man nach der Weiterbildung einen Job findet eine große Rolle. So gibt es ja bekanntlich vom Süd-Westen zum Nord-Osten ein ziemlich großes Gehaltsgefälle in Deutschland.

Das Problem ist zum Teil die "Unbekanntheit" dieser Weiterbildung. Ich und auch Andere, die diese Weiterbildung gemacht haben, mussten leider feststellen, dass viele Personaler diese überhaupt nicht kennen.

Diese setzen diesen Begriff z. B. mit Service-Techniker gleich, was aber nicht stimmt.

Sicher kann auch ein SgT als Service-Techniker arbeiten, aber auch jeder HiWi, je nach Anforderung, da diese Bezeichnung nicht geschützt ist.

Ist es für einen Personaler wirklich so schwer, sofern er einen zum Bewerbungsgespräch einlädt, sich vorher über Berufsabschlüsse und Weiterbildung zu informieren? Im Internetzeitalter geht doch so etwas in wenigen Minuten.
 
Servus,
Eine Umfrage mit 15 Antworten halte ich persönlich nicht für besonders repräsentativ.
das ist die Umfrage bestimmt nicht.
Allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich danach den großen Reibach gemacht habe.
Das kommt auch darauf an ob Du vorher z.B. Schichtzulagen hattest. Bei mir sah das ganz anders aus. War vorher im ÖD.
Sicherlich spielt auch die Region ... eine große Rolle.
Auf jeden Fall! Das darf man nicht vernachlässigen.
Das Problem ist zum Teil die "Unbekanntheit" dieser Weiterbildung.
Oh ja, das ist leider so! Ich habe schon vielen Leuten erklären müssen was ein SgT ist... Den Meister kennt jeder, der Techniker wird immer mit einem "Mechaniker der was repariert/zusammenbaut" in einen Sack geworfen. Ich erkläre dass dann immer mit "zwei Jahren Vollzeitschule mit vorheriger Ausbildung". Mein Chef kennt zum Glück den Unterschied!

Gruß,
Daniel
 
Zitat:

Auch ich habe den Techniker gemacht, fand diese Weiterbildung sehr interessant und würde sie auch wieder machen. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich danach den großen Reibach gemacht habe.
Ja, kann ich auch Bestätigen. Von den 15 Leute aus meinem Zyklus (Klasse) haben vielleicht 3 einen höheren Job, bzw. hatten ihn schon.
Regional hat jemand auch als Vorarbeiter genauso viel, wie ein Anderer mit einem Tariflohn als Facharbeiter.

Zitat:

"Im Techniker-Forum äußerte sich kein Einziger negativ zu Fragen, ob sich der Techniker für einen selbst hinterher gelohnt hatte. Niemand hat es je hinterher bereut und für jeden ging es beruflich nur aufwärts. Die Umfrage ist weitaus rosiger ausgefallen als anfangs gedacht."
Also ich habe auch sehr viel negative Einträge gemacht hier im Forum.Meist über die Hefte und die SGD.

Zitat:

Das Problem ist zum Teil die "Unbekanntheit" dieser Weiterbildung. Ich und auch Andere, die diese Weiterbildung gemacht haben, mussten leider feststellen, dass viele Personaler diese überhaupt nicht kennen.

Diese setzen diesen Begriff z. B. mit Service-Techniker gleich, was aber nicht stimmt.

Sicher kann auch ein SgT als Service-Techniker arbeiten, aber auch jeder HiWi, je nach Anforderung, da diese Bezeichnung nicht geschützt ist.

Ist es für einen Personaler wirklich so schwer, sofern er einen zum Bewerbungsgespräch einlädt, sich vorher über Berufsabschlüsse und Weiterbildung zu informieren? Im Internetzeitalter geht doch so etwas in wenigen Minuten.
Auch das kann ich nur Bestätigen. In vielen Bereichen ist es absolut unbekannt und man wird als Service Techniker abgestellt.
 
Ach ich setz noch einen oben drauf. Ich hab mich bei der SGD beworben, gab ne freie Dozenten Stelle für Wavelearn.
Mich haben manchmal irgendwelche Studenten betreut. Lieblingsantwort: "Google es doch einfach mal"
Da ich mir traue zu sagen, dass ich die Hefte sehr gut kenne um jemanden dabei auch zu helfen.

Auf jeden Fall.... seit einem Jahr nichts!!! Eine Eingangsbestätigung und sonst nix.

Fazit: Nicht mal die SGD, die dich "ausgebildet" hat nimmt Dich. Kein Anruf. Keine Wertschätzung.
 
" Oder warum noch Techniker machen, wenn ein Meister doch viel einfacher und billiger ist."

Also da hat jemand noch keine Gebühren bei der HWK bezahlt und auch keine Kurse besucht. Das ganze ist doch sehr einseitig betrachtet, oder es fehlen weitere Infos.
Nur eine kleine Anmerkung, der Vollständigkeit halber.
Es stimmt wohl, dass der Meister nicht unbedingt billiger ist. Hier aber ins Detail über Gebüren zu gehen, würde den Rahmen des eigentlichen Themas sprengen. Es geht hier lediglich um einen groben Vergleich für Techniker-Interessenten. Der Meister wird ein extra Artikel wert sein.

Zitat:
Eine Umfrage mit 15 Antworten halte ich persönlich nicht für besonders repräsentativ.
Die Umfrage hat nicht den Anspruch, repräsentativ zu sein. Selbst wenn sie es wäre, könnte sie die eigentliche Frage, "ob sich der Techniker lohnt", auch nicht beantworten. Es ist und bleibt 'ne subjektive Einschätzung - egal wie viele gefragt werden.

Ich wollte lediglich Stimmen fertiger Techniker sammeln, die den Interessenten etwas (qualifizierte) Orientierung geben sollen. Da wohl bei einer Umfrage immer ne statistische Signifikanz erwartet wird, hätte ich sie wohl nicht so nennen sollten, sondern eher "Stimmen aus dem Forum" oder so... Hinterher ist man immer schlauer ;)

Gruß vom Autor
 
Das heute noch der Techniker so beworben wird ist m.M. nach für die betroffenen jungen Menschen, die darauf reinfallen, Geld- und Zeitverschwendung.
Der Techniker sollte genauso sterben wie der Ingenieur, denn die Zeit für hochwertige berufliche Aus- und Fortbildung ist vorbei. Der deutsche (Diplom-) Ingenieur war ein Garant für Qualität des deutschen Bildungssystems auf internationalem Ebene. Der Techniker ist als kleiner Bruder im Windschatten mitgesegelt und konnte bestenfalls in Ausnahmefällen mithalten.
Die heutige sogenannte gleichwertige Stellung des Technikers mit dem Bachelor - wohlgemerkt alleine - im QR (D wie EU) ..... da frage ich mich persönlich, wer da eigentlich beruflich aufgewertet werden soll!

Es handelt sich in beiden Fällen um den Erwerb von berufliche Qualifikationen.

Der Bachelor:
kostenfreie Ausbildung
im Durchschnitt 24 h Schulsstunden/Semester
Vollzeitpraxissemester in der Industrie von ca. 20 Wochen
1 Semester Bachelorthesis .
Dauer im Normalfall 3 1/2 Jahre.

Der staatlich geprüfte Techniker
Voraussetzung: 3 Jahre einschlägig berufliche Ausbildung
mind. 2 Jahre Berufspraxis (zu meiner Zeit. Hat sich da was geändert?)
im Durchschnitt bei Vollzeitfortildung 38 h/Sem. (insges. 4 Sem.)
zahlt im Normalfall mind. 300 €/mtl.
Dauer im Normalfall also 5 Jahre.

Fakt ist aber, dass der Bachelor von der Industrie im Durchschnitt höher bewertet wird (= besser bezahlt wird und höhere Positionen erhält), der Staat mit den Gewerkschaften nach wie vor den Techniker bei kleiner E9 (Bund hat E9 etwas besser gestellt - aber zementiert) in die die Sackgasse schickt, während der Bachelor über die Jahre bis E12 aufsteigen kann.

Der Ingenieur hatte mind. 8 - (im Regelfall 11 Semester, weil der Stoff in 8 teilweise nicht zu packen war) und die Praxiszeit musste er in der Regel vor Beginn des Studiums (wurde nicht dazugerechnet) absolvieren udn war bis E12 sinnvoll.

Unser berufliches Bildungssystem ist ein Trauerspiel und hat sich dem schulischen Drama damit angepasst.

Wer in dieser Situation jemanden noch eine Technikerfortbildung mit einer bereits absolvierten guten Ausbildung empfieht, hat wohl nicht mitbekommen, dass diesem beim Bachelorstudium ebenfalls einschlägige berufliche Erfahrungen anerkannt werden. Der hat auch nicht mitbekommen, dass die Studiengelder abgeschafft wurden. Inzw. werden auch Teilzeitstudiengänge angeboten.

In der heutigen Situation würde ich nach meiner Ausbildung direkt studieren und den Bachelorabschluss anstreben.
Da ich z.B. ein Fachabi habe wäre das Angebot einen dualen Studiengang (4 1/2 Jahre mit Abschluss Bachelor & IHK-Prüfung = Ausbildungsvergütung während des Studiums/der Ausbildung) meine Wahl.

Es geht nur noch darum möglichst effizient zu einer guten Position im Berufsleben zu kommen.
Qualität spielt dabei keine Rolle mehr und daher ist der "altbackene" Techniker nicht mehr zu halten, wenn er nicht bald mehr als nur Lippenbekenntnisse (=Qualifikationsrahmen) erfährt.
 
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