Zu alt?

Guten Morgen,

bestimmt eine ungewöhnliche Frage, aber seis drum: bei mir lief es privat lange Jahre nicht gut, weshalb ich meine Ausbildung zum Elektroniker erst mit ~30 beendet habe und den Techniker mit Mitte 30 haben werde.

Ich bitte um ehrliche Antworten: Ist der Zug da völlig abgefahren oder gibt es noch realistische Chancen, irgendwann in den Gehaltsbereich >60t€ vorzustoßen (Industrie, KMU, Bayern)? Sehr gute Noten vorausgesetzt. Ich mache mir wahnsinnige Vorwürfe, mein Leben so spät in den Griff bekommen zu haben und fürchte, dass ich trotz aller Anstrengungen jetzt einfach zu alt bin, um noch die ein oder andere Karrierestufe nehmen zu können... Besonders wenn ich hier lese, dass Mittzwanziger Führungsverantwortung haben ☹

Gruß

Ismaning
 
Man ist nie zu alt für eine Weiterbildung. Gerade beim Techniker gibt es viele, die erst mit 30 oder sogar etwas später anfangen und trotzdem erfolgreich aufsteigen können. Dass es hier auch sehr junge Techniker gibt die schon viel erreicht haben, sollte nur ein weiterer Ansporn sein, dass es möglich ist. Die Noten werden da nicht sehr wichtig sein sondern viel mehr auch die Tatsache, dass du den Techniker erfolgreich abschließen konntest. Zu jedem Karrieresprung gehört letztlich auch etwas Glück, aber man kann sich natürlich auch bestens auf die gewünscht Position vorbereiten und darauf hin arbeiten.

Ich denke dein Zug ist noch lange nicht angefahren und du solltest deine Gelegenheit noch bekommen mit dem Techniker ein paar Schritte auf der Karriereleiter aufzusteigen. Viel Erfolg schon mal dabei!
 
Die Noten sind das kleinste Problem.

Ja, es ist möglich.

Fortbildung lohnt immer, egal wie alt man ist. Und es bringt jetzt nichts, dass du dir jetzt Vorwürfe machst und deshalb ggf. den Kopf in den Sand steckst, weil jüngere weiter sind als du. Es gibt immer jemand, der weiter ist als man selbst, der mehr verdient als man selbst, der mehr Spass im Leben hat als man selbst usw.
Es gibt aber auch immer jemand, dem es in den Beispielen schlechter geht. Jetzt ist nur die Frage, ob man sich gegenüber anderen definiert oder einfach schaut, was man selbst möchte / braucht.
 
Besonders wenn ich hier lese, dass Mittzwanziger Führungsverantwortung haben ☹
Du solltest dringend aufhören alles zu glauben, was du im Internet liest.
Wenn man alles glaubt, was hier im Forum so geschrieben wird, dann liegt das Mindestgehalt für einen staatl. gepr. Techniker bei 60.000 EUR/a, mit Reisetätigkeit bei mindestens 80.000 EUR/a und wer 2 Facharbeitern sagen darf, was sie zu tun haben, der bekommt 100.000 EUR/a aufwärts ;)

In der Realität habe ich jedenfalls noch keinen Mittzwanziger gesehen, der Führungsverantwortung hat. Es sei denn wir sprechen bei "Führungskraft" vom Facharbeiter, der nem Trupp Leiharbeiter Anweisungen gibt...

Allerdings:
Mit Mitte 30 bist du eben auch kein Frühstarter mehr. Man glaubt zwar immer, dass in solchen Fortbildungen vor allem ältere Semester sitzen, ist aber nicht (mehr) so. Der Weg vieler Facharbeiter führt oft schon (fast) direkt im Anschluss an die Ausbildung zur Technikerschule...
Ich dachte mit 36 für nen Master an ner Fernhochschule würde ich eher zu jüngeren gehören... in Wahrheit gehöre ich schon eher ins älteste Drittel ;)

Aber und das ist wichtig:
Wenn du nichts tust, ist deine Chance auf Aufstieg und mehr Gehalt = 0.
Mehr noch, wenn du dich nicht fortbewegst, hast du gute Chancen immer weiter abzusteigen...
 
Den obigen Beiträgen kann ich nur zustimmen.
Du profitierst immer von einer Weiterbildung, man lernt etwas dazu, versackt nicht im Alltagstrott und hat bessere Chancen am Arbeitsmarkt.
 
Hallo,

aus meiner Erfahrung bei meinem AG beenden Leute ihren Techniker meist im Anschluss an die Ausbildung und
sind oft unter 25 Jahre alt. Bis 35 Jahre haben diese Leute 10 Jahre Zeit um Berufserfahrung als Sachbearbeiter zu sammeln und
auch Führungserfahrung falls Neigung/Interesse/Gelegenheit vorhanden.

Manch andere haben mit knapp 26 ihren Doktor inkl. Master.
Wieder andere haben bis 40 noch keine Ausbildung und arbeiten als Hilfsarbeiter.
Kenne da auch einige aus dem Bekanntenkreis.

Da einige wesentlich früher mit Karriere begonnen haben als du,
kann es gut sein, dass du in einem Bereich nach dem Techniker einsteigst, wo deine Führungskräfte genauso alt sind
wie du oder jünger.

Ich denke das erste Ziel wäre überhaupt eine Anstellung zu finden, die deinen Techniker Abschluss honoriert.
Von Aufgabe als auch vom Gehalt her.
 
Mit Mitte 30 bist du eben auch kein Frühstarter mehr. Man glaubt zwar immer, dass in solchen Fortbildungen vor allem ältere Semester sitzen, ist aber nicht (mehr) so. Der Weg vieler Facharbeiter führt oft schon (fast) direkt im Anschluss an die Ausbildung zur Technikerschule...
Also,
als ich 1993-1995 Techniker gemacht habe, da saßen genau die mit drin, die 2 Jahre vorher ihren Facharbeiterbrief gemacht hatten. Also alle Anfang 20, die "älteren" dabei war 28 und 31, die waren aber auch Umschüler gewesen, die nach der Ausbildung ihre 2 Jahre Berufserfahrung noch gesammelt hatten.....
 
Hab auch mit 30 Techniker Vollzeit angefangen. 5 Jahre später bin ich nicht unzufrieden mit der Entwicklung, weiss aber da da noch viel mehr geht mit Berufserfahrung und Ehrgeiz, auch ohne Uni. Da die meisten jungen hier wohl bis 70 arbeiten werden, hast du faktisch vielleicht
ein Viertel deines Arbeitslebens hinter dir. Was sind da schon 2 Jahre für die 30 Jahre besseren Lebens danach. Immer ran an den Speck. Wer schwimmen will muss ins Wasser gehen!
 
Seh ich absolut kein Problem drin. Musste selber in meinen Zwanzigern mein doch relativ gutes naturwissenschaftliches Studium aus familiären Gründen aufgeben und hab dann mit 27 eine verkürzte Ausbildung gemacht.

Jetzt bin ich gerade im 4ten Semester meines Technikers und kann nur sagen, dass es sich gehaltstechnisch gut in die richtige Richtung entwickelt.

Und ja, mich ärgert meine Biographie auch tierisch. Aber selbst die Erfahrungen aus meinen "erfolglosen" Zwanzigern konnte ich gut in meine Arbeit übertragen und daraus auch einen gewissen geldlichen Mehrwert ziehen!
 
Hi,

man ist nie zu alt um sich weiterzubilden!
In der modernen Industrie muss man sich ohnehin immer weiterbilden um auf den neuesten Stand zu sein.

LG
 
Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht das Problem, dass eine Führungskraft jünger sein könnte, als man selbst???
Wie sagt man so schön... "Es gibt immer einen noch größeren Fisch." Das heißt auf dieses Thema bezogen, dass es immer Leute geben wird, nennen wir sie mal neudeutsch Highperformer, die entweder sehr schnell einen (sehr) hohen Abschluss erreichen oder mit einem (sehr) geringen Abschluss sehr viel erreichen...

Mein neuer Chef ist 5 Jahre älter als ich... und 15 Jahre jünger als der Älteste in der Abteilung (der hat ihn damals eingearbeitet...)
Und... man stelle sich vor... es kann sogar passieren, dass dein Chef nicht nur jünger ist, sondern auch noch weiblich :oops:
Verrückte neue Welt...
 
Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht das Problem, dass eine Führungskraft jünger sein könnte, als man selbst???
Als mich das neulich einer gefragt hat:
"Wie kommen Sie denn damit klar, dass Ihr disziplinarischer Vorgesetzter jünger ist als Sie"

Da habe ich geantwortet :
"Wenn ich damit nicht klar kommen würde, müsste ich langsam in Rente gehen, denn die "Gefahr" in meinem Alter einen jüngeren Vorgesetzten zu bekommen, steigt von Jahr zu Jahr"..... Die Lacher waren auf meiner Seite....
 
Ich bitte um ehrliche Antworten: Ist der Zug da völlig abgefahren oder gibt es noch realistische Chancen, irgendwann in den Gehaltsbereich >60t€ vorzustoßen (Industrie, KMU, Bayern)
Eine sehr interessante Thematik. Ich selbst bin gerade in der Prüfung zum Techniker SHK in Vollzeit und habe übermorgen Kolloquium zur Präsentation.

Kommen wir mal zurück zur Frage..... Was sagt das Forum zur Kernfrage des Threaderstellers?
 
Ist doch ganz einfach...
Mit 30 ist er natürlich nicht zu alt, warum auch? Glück bei der Stellensuche muss man so oder so haben, aber ein höherer Abschluss zahlt sich halt meistens aus!
Und ja, er ist zu alt, wenn in ein paar Monaten die Welt untergehen sollte oder er vor einen Bus läuft, dann hätte er den Techniker mal besser früher abgeschlossen und schon frühzeitig "mehr" Geld verdient......
Wenn er jetzt um die 50 wäre kann ich die Frage ja noch verstehen, aber mit Anfag 30??? Ich weiss, Midlife-Crisis und so, aber mal ehrlich, die meisten haben mit 30 jetzt gerade mal um die 10 Jahre gearbeitet und nun noch 30-40 Jahre übrig, wie kann das zu spät sein? :D
 
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