Wird im Straßenbau wirklich so gearbeitet?

Hallo,

ich habe eine ganz allgemeine Frage.

Bei uns im Ort wird gerade alles auf Glasfaser umgestellt. Das ist die gute Nachricht. Die Baufirma, die damit beauftragt wurde, ist allerdings ein einziger Chaotenverein. Das ist die schlechte Nachricht. Was sich diese Firma bisher alles erlaubt hat, ist eine Zumutung, zumindestens sehe ich das so. Vielleicht bin ich diesbezüglich auch ein wenig engstirnig, und deshalb wollte ich noch eine andere Meinung einholen, ob die Nummer, die diese Baufirma hier abzieht, vielleicht ganz normal ist, oder ob das tatsächlich eine völlig unorganisierte Truppe ist.

Die folgenden Berichte habe ich mir weder ausgedacht noch ausgeschmückt. Alles hat sich genau so zugetragen wie geschildert, selbst wenn einiges noch so unglaubwürdig klingen mag. Ich habe nichts davon erfunden.

Die Baufirma lagert ihren Bauschutt seit Anfang August auf einem kleinen Parkplatz hinter den Glascontainern, ca. 100 Meter von meiner Wohnung entfernt. Dieser Parkplatz wurde zweckentfremdet und wird als Schuttplatz verwendet.

Hier ein "Best of", was sich die Baufirma bislang alles erlaubt hat:

- Anfang/Mitte August wurde der Versuch unternommen, bisher angehäufte Asphaltabfälle vom Schuttplatz zu entsorgen. Dabei wurde ein großer Laster aufwändig mit Asphaltabfällen beladen. Dieser Laster stand dann eine Zeit lang unmittelbar vor meiner Wohnung herum. Ein paar Tage später wurde der Laster abgeholt, der Fahrer ist auf den Parkplatz zurückgefahren und hat die ganze Wagenladung Bauschutt wieder an Ort und Stelle zurückgeschüttet. Ob das im Sinne des Bauleiters war, wage ich zu bezweifeln, aber der Fahrer hat wohl den Wagen gebraucht, keiner hatte die verstrichenen Tage Zeit und Lust gehabt, die Ladung wegzufahren, also hat man den Schutt einfach wieder dorthin zurückgeschüttet, wo er hergekommen war: Auf den Parkplatz hinter den Glascontainern. Dort lagert er teilweise heute noch.

- Etwas später fand erneut ein Versuch statt, die angewachsenen Asphaltabfälle zu entsorgen. Wieder stand ein Riesenlaster direkt vor meiner Wohnung, ca. 100 Meter entfernt vom Schuttplatz. Dann kam ein Bagger, der eine Schaufel voller Asphalt aufgeladen hat, und damit ist er erstmal kreuz und quer durch die Gegend gefahren bis zu dem Laster und hat mit Müh und Not den Bauschutt auf den Laster geworfen. Das ging eine Zeit lang so. Der Bagger ist immer umständlich zwischen Laster und Schuttplatz hin- und hergependelt und hat dabei gleich noch ein paar Runden um die Grasinsel in der Mitte gedreht. Irgendwann ist dann aber doch mal jemandem eingefallen: "Mensch, das wäre doch eigentlich günstiger, wenn man den Laster direkt neben den Schuttplatz stellt, dann bräuchte der Bagger nicht immer so weit zu fahren."
Grandiose Idee! Und das haben sie dann auch tatsächlich hingekriegt. Der Baggerfahrer tat sich aber weiterhin sichtlich schwer, weil der Schaufelarm fast zu kurz war, um den Bauschutt auf den LKW zu werfen. Darum hat sich ein Bauarbeiter auf das Fahrerhaus gesetzt, um dem Baggerfahrer mit fuchtelnden Händen zu signalisieren, an welcher Stelle er den Bauschutt abladen soll. Das sah fast aus wie in einem Slapstick-Film. Nach längerer Zeit hatten sie es dann irgendwann geschafft, den Laster vollzukriegen, und der ist dann auch wirklich weggefahren und hat die Abfälle nicht mehr zurückgeschüttet. Das war aber auch die einzige Wagenladung, die abtransportiert worden ist, denn danach hatten sie keine Lust mehr.

- Erneut einige Wochen später fand wieder ein Versuch statt, den inzwischen stattlich angewachsenen Asphaltschuttberg abzutragen. Zu diesem Zweck kam ein roter Bagger mit Kettenantrieb, der auf dem Asphaltberg herumgefahren ist, um den Schutt wieder in die Breite zu verteilen; d.h. die Anhäufung zu einem Riesenberg, den die gelben Bagger wochenlang aufgebaut hatten, wurde jetzt vom roten Bagger wieder rückgängig gemacht. Dann ist eine Zeit lang nicht mehr viel passiert, während mehrere Bauarbeiter einen ganzen Vormittag lang wild gestikulierend am Straßenrand gestanden haben. Jeder vorbeikommende Autofahrer wird sich bei diesem Anblick gedacht haben: "Hier wird Großes geleistet!"
Dabei wurde im Endeffekt GAR NICHTS geleistet. Den ganzen Vormittag standen lediglich Bauarbeiter herum und haben auf was auch immer gewartet, aber passiert ist nichts. Nach langen Querelen hatte es der rote Bagger gegen Mittag geschafft, wenigstens einen LKW mit Asphalt vollzuladen. Danach sind die Wagen mitsamt den Arbeitern wieder gefahren, haben aber den vollgeladenen LKW stehen lassen.

- Einen Tag später kam einer der Mitarbeiter, setzte sich in den LKW, aber anstatt den Bauschutt abzutransportieren, schüttete er den am Vortag aufgeladenen Asphalt geradewegs wieder auf den Schuttplatz zurück. Mit dem leeren LKW fuhr er dann davon. Der rote Bagger war auch bald weg. Danach kam ein gelber Bagger und hat den abgeladenen Asphalt wieder aufgeschüttet. Somit war die ganze Arbeit des Vortages praktisch umsonst gewesen. Aber es hat wirklich spektakulär ausgesehen. Auch hier gilt: Keiner hatte Zeit oder Lust gehabt, den Bauschutt wegzufahren, also wurde er kurzerhand wieder zurückgeschüttet. Wenn das mal keine Verschwendung von Arbeitszeit war.

- Kurze Zwischenfrage: Wieviele Mitarbeiter der besagten Baufirma braucht man, um einen LKW mit Bauschutt zu befüllen? Antwort: Sieben Stück:
a) Einen, der im Bagger sitzt.
b) Einen, der im Führerhaus sitzt.
c) Einen, der auf dem Führerhaus sitzt.
d) Zwei, die mit den Händen in den Hosentaschen gelangweilt herumstehen.
e) Einen, der den Bauschutt vom LKW am nächsten Tag wieder an Ort und Stelle zurückschüttet.
f) Und natürlich einen, der den abgeladenen Bauschutt fein säuberlich wieder zu einer Pyramide auftürmt.

Das ist KEIN WITZ. Das ist Tatsache, denn das ist alles passiert. Zwar nicht alles auf einmal, aber sowas sehe ich regelmäßig. Und das ist NICHT zum Lachen. Das ist eher traurig, mitanzusehen, wie hier Arbeitsmittel sinnlos verschwendet werden.

Und hier gleich noch ein paar "Real World"-Schoten aus der Praxis:

- Ein mit Boden beladener Laster kommt angefahren und schüttet den Inhalt auf den Parkplatz. Danach belädt ein Bagger den LKW gleich wieder mit Boden. Der Laster kam also vollbeladen zum Schuttplatz und ist ebenfalls vollbeladen mit dem gleichen Inhalt wieder zurückgefahren. Ob das effektiv war, ist zu bezweifeln.

- Ein Bagger kommt mit einer vollen Schaufel Boden zum Parkplatz, schüttet den Boden ab und fährt wieder. Eine halbe Stunde später kommt der gleiche Baggerfahrer zurück und holt sich wieder eine Schaufel voller Boden. Dabei ist er jedesmal durch den halben Ort gefahren. Hätte man das an der Baustelle nicht auf einem LKW zwischenparken können? Anscheinend nicht. Das wäre zu einfach gewesen.

- Die Lieblingsbeschäftigung der Baggerfahrer besteht ohnehin darin, viele sinnlose und wenig zielführende Leerfahrten zwischen Baustelle und Schuttabladeplatz zu absolvieren. Meistens kommen Baggerfahrer lediglich mit ein paar Brösel Asphalt oder Boden in der Schaufel angefahren und werfen diesen geradezu spektakulär ab. Danach wird der Asphaltberg wieder aufgehäuft, was aber meist sinnlos ist, da der Asphalthaufen schon viel zu groß ist. Das sieht dann so aus, dass der Baggerfahrer eine Schaufel Asphalt den Schuttberg hochschiebt, und danach rutscht alles wieder herunter. Anschließend fährt er wieder eine Schaufel Asphalt den Schuttberg nach oben, und erneut rutscht wieder alles nach unten. Das macht er dann eine Zeit lang, ohne dass es wirklich irgendeinen Wert gehabt hätte. Sowas nennt man eine Sisyphusarbeit, im wahrsten Sinne des Wortes!

- Was Baggerfahrer ebenfalls gerne machen ist das Herumspielen mit dem Boden. Wenn sie mit einer Schaufel voller Boden angefahren kommen und diesen abladen, schaufeln sie immer noch für ein paar Minuten die vorhandenen Dreckhäufen von einem Eck ins andere und später wieder zurück. Was sie auch noch gerne machen ist folgendes: Eine Schaufel voller Dreck aufladen, die Schaufel ganz nach oben fahren und dann den Boden langsam wieder nach unten rieseln lassen. Und gleich nochmal: Eine Schaufel Dreck aufladen, den Baggerarm weit in den Himmel recken lassen, bis es höher nicht mehr geht, und dann die Schaufel in Zeitlupe nach vorne zu kippen, so dass der Boden ganz langsam nach unten tröpfelt. Jeder, der hier vorbeikommt, wird sich denken: "Mensch, sind die fleißig. DIE TUN WAS." Ja, aber leider das Falsche! Mit dem Umschichten von Dreck gewinnt man keinen Blumentopf, und in Summe sind die Baggerfahrer stundenlang (!) damit beschäftigt, Dreckhäufen aufzuhäufen, umzuhäufen oder gleichmäßig zu verteilen.

- So kommt manchmal ca. alle 20 - 40 Minuten ein Bagger angefahren, der lediglich ein paar Brösel ablädt und dabei immer noch irgendeinen Blödsinn macht, z.B. die Hochstrasse bis ans Ende fahren, dort umdrehen und wieder zurückfahren. Oder einen Kreis um die Grasinsel vor den Glascontainern drehen. Oder mit voller Geschwindigkeit auf dem Staudenbahngelände auf und ab rasen. Oder eben eine Runde mit dem vorhandenen Bauschutt spielen, um den Anschein zu erwecken, hier würde sinnvoll gearbeitet werden.

- LKWs fahren mittlerweile immer weniger, denn die Baggerfahrer haben ihre Vorliebe dafür entdeckt, jede Schaufel mit Schutt einzeln durch den halben Ort zu karren. Und wenn die Baggerfahrer mal nichts zu tun haben, dann fahren sie einfach ohne Bauschutt in die Hochstrasse, nur um zu sehen, ob noch alles in Ordnung ist. Kein Scherz, die fahren teilweise wirklich ohne Ladung durch die Gegend und wieder zurück. Man merkt teilweise ganz deutlich, dass denen langweilig ist, oder dass sie nicht wieder auf die Baustelle zurück wollen, darum fahren sie mit dem Bagger besonders oft und extra langsam durch die Gegend, drehen noch ein paar sinnlose Zusatzrunden um den Schuttabladeplatz herum und lassen in Zeitlupe die Baggerschaufel mehrfach auf- und abfahren. Das ist doch offensichtlich, dass hier absichtlich viele Leerfahrten gemacht werden, nur um Zeit zu schinden.

- Die Baggerfahrer kaufen von Zeit zu Zeit bei dem Getränkemarkt am Ende der Hochstrasse ein. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber diese Fahrt wird nie mit einer Arbeitsfahrt verbunden. Das bedeutet: Zuerst fährt der Bagger eine volle Schaufel Dreck zum Schuttplatz und wieder zurück. Ein paar Minuten später kommt der Bagger wieder, fährt diesmal aber mit leerer Schaufel am Schuttplatz vorbei bis zum Getränkemarkt und wieder zurück. Und ein paar weitere Minuten später fährt der Bagger erneut mit voller Schaufel zum Schuttplatz und wieder zurück. Das ist ganz schön dreist und zeigt einmal mehr, dass denen einfach langweilig ist, und um sich die Zeit zu vertreiben, fahren sie den ganzen Tag lang mit ihren lauten Baggern mehr oder weniger sinnfrei durch die Gegend.

- Lärmbelästigung? Umweltverschmutzung? Wen interessiert denn sowas? Es macht doch schließlich viel mehr Spaß, pausenlos die Hochstrasse auf- und abzudröhnen. Die Anwohner sich begeistert von dem Krach und dem erhöhten Verkehrsaufkommen!

- Was die Baggerfahrer auch noch mit großer Vorliebe machen ist das stundenlange und geradezu minutiöse Auffüllen der Schlaglöcher auf dem Staudenbahngelände. Dafür nehmen sie sich wirklich stundenlang (!) Zeit. Und der Straßenbau? Kann warten, der läuft ihnen ja nicht weg. Aber die Schlaglöcher aufzufüllen und dabei unzählige Male mit dem Bagger auf- und abzufahren, um den Boden ganz genau geradezuziehen, DAS ist klasse! Bringt zwar nicht viel, da das ein paar Tage später ohnehin alles wieder genauso verhaut aussieht wie zuvor, aber egal, dann füllt man es halt wieder auf. Macht doch Spaß! Und Krach macht es auch, sogar VIEL Krach. Das ist jedesmal ein HÖLLENLÄRM. Und die Baggerfahrer freuen sich: Endlich eine sinnvolle Arbeit!

- Zu guter Letzt noch ein Bonmot: Auch wenn sie ums Verrecken keine Asphaltabfälle abtransportieren wollen, das Aufladen von Dreck & Boden geht den Bauarbeitern leicht von der Hand. Neulich hatten die Arbeiter es geschafft, bis auf den Asphalt ALLE Dreckhäufen aufzuladen und wegzufahren. Danach wurde mit einem Besen alles sauber gekehrt, so wie es sich für ordentliche Bauarbeiter eben gehört, und damit nicht genug kam noch ein Riesenwagen mit Kompressor und Hochdruckreiniger angefahren. Der Kompressor war furchtbar laut. Der war sogar noch lauter als das Dröhnen der Bagger. Damit haben die Arbeiter dann den Boden abgespritzt, auf dem vorhin der Dreck lag, wobei der Asphalthaufen nach wie vor in der Mitte thronte. Den haben sie aber auch gleich mit abgespritzt. Sicher ist sicher! Und den Glascontainer daneben haben sie ebenfalls lange Zeit mit dem Hochdruckreiniger sauber gemacht. Dafür werden sie zwar nicht bezahlt, aber trotzdem ist es lobenswert, wie fürsorglich sich die Arbeiter um Sauberkeit bemühen. Bereits einen Tag später kamen aber schon wieder Laster angefahren und haben neue Wagenladungen voller Dreck auf den Parkplatz geschüttet, also genau auf die Stellen, die tags zuvor noch besenrein gekehrt und abgespritzt worden waren. Das heißt, einen Tag später war bereits alles wieder voller Dreck. Wozu dann der Aufwand, zuerst die freien Flächen akribisch genau sauberzumachen? Keine Ahnung, dafür habe ich keine Erklärung. Da fehlen selbst mir die Worte!

Und nun zurück zum Straßenbau. Was ist eigentlich mit dem passiert? Geht da was vorwärts? Naja, ein wenig, es geht sehr zögerlich voran. Die Arbeiter sind immer noch in der Südsiedlung beschäftigt. Wann haben sie damit denn angefangen? Irgendwann zwischen Ostern und Pfingsten, und jetzt ist es Herbst. Im Frühjahr 2020 ist der Fertigstellungstermin der Glasfaserumstellung geplant. Aber die Bauarbeiter sind im Herbst 2019 noch immer in der Südsiedlung beschäftigt, die hinten und vorne noch nicht fertig ist. In vielen Strassen gibt es offene Stellen, und alles steht voller Absperrschilder. Das wird Oktober, bis die im Süden fertig werden, wenn nicht sogar November. Und wie wollen die dann bis zum Frühjahr 2020 den Rest des Ortes umstellen? Ganz einfach: Gar nicht! Wenn die in dem gleichen Tempo weiterarbeiten wie bisher, dann brauchen sie mindestens noch ein oder zwei Jahre, denn der Großteil steht ihnen ja noch bevor.

Mal im Ernst: Für den Zirkus, den die Baufirma hier abzieht, gibt es einen Fachbegriff. Das nennt man eine Posse! Die treiben in unserem Ort ein Schindluder, wie es schlimmer nicht mehr geht. Die Verwaltung des Bauschutts wird von den Arbeitern geradezu ZELEBRIERT. Das ist nicht nur ein Schuttabladeplatz, das ist gleichermaßen ein beliebter Ausflugsort und ein Spielplatz für gelangweilte Baggerfahrer.

Teilweise fahren alle paar Minuten dröhnende Bagger die Hochstrasse auf und ab, verpesten dabei die ganze Umwelt, machen einen Höllenlärm und haben lediglich eine Handvoll Schutt in der Schaufel. Geht ja auch nicht anders, denn sonst würden sie auf dem Weg von der Südsiedlung zum Schuttplatz die Hälfte davon verlieren. Den Schutt auf einem LKW zu sammeln ist anscheinend aus der Mode gekommen.

Der Schuttabladeplatz wird am Tag mittlerweile 20 - 30 Mal angefahren, und MINDESTENS die Hälfte davon sind entweder sinnlose oder vermeidbare Leerfahrten von gelangweilten Baggerfahrern. Teilweise fahren sogar ZWEI Bagger parallel die Hochstrasse auf und ab. Und das ist nicht die Ausnahme, das ist die Regel, denn das geht mittlerweile JEDEN TAG so. Aber wenn die Baggerfahrer jede Schaufel einzeln antransportieren, können sie bei dieser Gelegenheit auch gleich die vorhandenen Dreckhäufen jedesmal von einem Eck ins andere umschichten. Oder Türme damit bauen. Oder Pyramiden. Oder oder oder. Den Anwendungsmöglichkeiten von Bauschutt durch kreative Baggerfahrer sind schließlich keine Grenzen gesetzt.

Diese Baufirma arbeitet allem Anschein nach maximal unorganisiert, umständlich und ineffektiv, und ich bin nicht der Einzige, der diese Meinung vertritt. Die fahren nicht nur den ganzen Tag Müll durch die Gegend, die reißen auch mit Vorliebe an vielen Stellen die Strassen auf, lassen dann alles wochenlang so stehen und machen nichts fertig. Vielleicht macht man das im Straßenbau ja heutzutage so, aber das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Ich kann zwar die Qualität der Strassenarbeiten nicht beurteilen, aber wenn bei der Verlegung der Glasfaserkabel genauso chaotisch, zeitraubend und umständlich gearbeitet wird wie bei der Schuttverwaltung, wovon leider auszugehen ist, dann ist das ein Trauerspiel. Es geht hier doch schon lange nicht mehr darum, eine sinnvolle Arbeit möglichst zügig abzuliefern, so wie das die Telekom letztes Jahr mit dem Umbau der Verteilerkästen gemacht hat. Die haben damals wirklich sehr flott und professionell gearbeitet und vor allem ihre Baustellen immer in ein paar Tagen wieder abgeschlossen. Die jetzige Baufirma dagegen ist das KOMPLETTE GEGENTEIL. Teilnahmslos und träge trödeln die Bauarbeiter vor sich hin, und es geht kaum etwas voran. Wenn man sieht, wie sinnlos hier SEIT MONATEN (!) scheinbar absichtlich Zeit vergeudet wird, ist es auch kein Wunder, dass hier nur schleppend Fortschritte erzielt werden.

Wie gesagt, diese Berichte habe ich mir nicht ausgedacht, sondern über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg MEHRFACH selbst erlebt.

Meine Frage wäre nun: Ist das im Strassenbau so üblich, dass auf die von mir beschriebene Art und Weise gearbeitet wird, oder ist das nur bei uns der Fall?

Das ist schlichtweg eine Zumutung, was die Baufirma hier abliefert. Bei denen weiß doch die linke Hand nicht, was die linke macht, geschweige denn die rechte. Da macht auch gerade jeder, was er will, und eine Bauaufsicht scheint es entweder nicht zu geben, oder der ist alles schnurzegal. Was diese Schlamper an Benzin, Zeit und Arbeitsmitteln vergeuden, ist unglaublich. Ich hoffe nur, dass muss unsere Gemeinde nicht alles separat bezahlen, denn sonst sind wir bald arm.
 
Hallo,

ich habe eine ganz allgemeine Frage.

Bei uns im Ort wird gerade alles auf Glasfaser umgestellt. Das ist die gute Nachricht. Die Baufirma, die damit beauftragt wurde, ist allerdings ein einziger Chaotenverein. Das ist die schlechte Nachricht. Was sich diese Firma bisher alles erlaubt hat, ist eine Zumutung, zumindestens sehe ich das so. Vielleicht bin ich diesbezüglich auch ein wenig engstirnig, und deshalb wollte ich noch eine andere Meinung einholen, ob die Nummer, die diese Baufirma hier abzieht, vielleicht ganz normal ist, oder ob das tatsächlich eine völlig unorganisierte Truppe ist.

Die folgenden Berichte habe ich mir weder ausgedacht noch ausgeschmückt. Alles hat sich genau so zugetragen wie geschildert, selbst wenn einiges noch so unglaubwürdig klingen mag. Ich habe nichts davon erfunden.

Die Baufirma lagert ihren Bauschutt seit Anfang August auf einem kleinen Parkplatz hinter den Glascontainern, ca. 100 Meter von meiner Wohnung entfernt. Dieser Parkplatz wurde zweckentfremdet und wird als Schuttplatz verwendet.

Hier ein "Best of", was sich die Baufirma bislang alles erlaubt hat:

- Anfang/Mitte August wurde der Versuch unternommen, bisher angehäufte Asphaltabfälle vom Schuttplatz zu entsorgen. Dabei wurde ein großer Laster aufwändig mit Asphaltabfällen beladen. Dieser Laster stand dann eine Zeit lang unmittelbar vor meiner Wohnung herum. Ein paar Tage später wurde der Laster abgeholt, der Fahrer ist auf den Parkplatz zurückgefahren und hat die ganze Wagenladung Bauschutt wieder an Ort und Stelle zurückgeschüttet. Ob das im Sinne des Bauleiters war, wage ich zu bezweifeln, aber der Fahrer hat wohl den Wagen gebraucht, keiner hatte die verstrichenen Tage Zeit und Lust gehabt, die Ladung wegzufahren, also hat man den Schutt einfach wieder dorthin zurückgeschüttet, wo er hergekommen war: Auf den Parkplatz hinter den Glascontainern. Dort lagert er teilweise heute noch.

- Etwas später fand erneut ein Versuch statt, die angewachsenen Asphaltabfälle zu entsorgen. Wieder stand ein Riesenlaster direkt vor meiner Wohnung, ca. 100 Meter entfernt vom Schuttplatz. Dann kam ein Bagger, der eine Schaufel voller Asphalt aufgeladen hat, und damit ist er erstmal kreuz und quer durch die Gegend gefahren bis zu dem Laster und hat mit Müh und Not den Bauschutt auf den Laster geworfen. Das ging eine Zeit lang so. Der Bagger ist immer umständlich zwischen Laster und Schuttplatz hin- und hergependelt und hat dabei gleich noch ein paar Runden um die Grasinsel in der Mitte gedreht. Irgendwann ist dann aber doch mal jemandem eingefallen: "Mensch, das wäre doch eigentlich günstiger, wenn man den Laster direkt neben den Schuttplatz stellt, dann bräuchte der Bagger nicht immer so weit zu fahren."
Grandiose Idee! Und das haben sie dann auch tatsächlich hingekriegt. Der Baggerfahrer tat sich aber weiterhin sichtlich schwer, weil der Schaufelarm fast zu kurz war, um den Bauschutt auf den LKW zu werfen. Darum hat sich ein Bauarbeiter auf das Fahrerhaus gesetzt, um dem Baggerfahrer mit fuchtelnden Händen zu signalisieren, an welcher Stelle er den Bauschutt abladen soll. Das sah fast aus wie in einem Slapstick-Film. Nach längerer Zeit hatten sie es dann irgendwann geschafft, den Laster vollzukriegen, und der ist dann auch wirklich weggefahren und hat die Abfälle nicht mehr zurückgeschüttet. Das war aber auch die einzige Wagenladung, die abtransportiert worden ist, denn danach hatten sie keine Lust mehr.

- Erneut einige Wochen später fand wieder ein Versuch statt, den inzwischen stattlich angewachsenen Asphaltschuttberg abzutragen. Zu diesem Zweck kam ein roter Bagger mit Kettenantrieb, der auf dem Asphaltberg herumgefahren ist, um den Schutt wieder in die Breite zu verteilen; d.h. die Anhäufung zu einem Riesenberg, den die gelben Bagger wochenlang aufgebaut hatten, wurde jetzt vom roten Bagger wieder rückgängig gemacht. Dann ist eine Zeit lang nicht mehr viel passiert, während mehrere Bauarbeiter einen ganzen Vormittag lang wild gestikulierend am Straßenrand gestanden haben. Jeder vorbeikommende Autofahrer wird sich bei diesem Anblick gedacht haben: "Hier wird Großes geleistet!"
Dabei wurde im Endeffekt GAR NICHTS geleistet. Den ganzen Vormittag standen lediglich Bauarbeiter herum und haben auf was auch immer gewartet, aber passiert ist nichts. Nach langen Querelen hatte es der rote Bagger gegen Mittag geschafft, wenigstens einen LKW mit Asphalt vollzuladen. Danach sind die Wagen mitsamt den Arbeitern wieder gefahren, haben aber den vollgeladenen LKW stehen lassen.

- Einen Tag später kam einer der Mitarbeiter, setzte sich in den LKW, aber anstatt den Bauschutt abzutransportieren, schüttete er den am Vortag aufgeladenen Asphalt geradewegs wieder auf den Schuttplatz zurück. Mit dem leeren LKW fuhr er dann davon. Der rote Bagger war auch bald weg. Danach kam ein gelber Bagger und hat den abgeladenen Asphalt wieder aufgeschüttet. Somit war die ganze Arbeit des Vortages praktisch umsonst gewesen. Aber es hat wirklich spektakulär ausgesehen. Auch hier gilt: Keiner hatte Zeit oder Lust gehabt, den Bauschutt wegzufahren, also wurde er kurzerhand wieder zurückgeschüttet. Wenn das mal keine Verschwendung von Arbeitszeit war.

- Kurze Zwischenfrage: Wieviele Mitarbeiter der besagten Baufirma braucht man, um einen LKW mit Bauschutt zu befüllen? Antwort: Sieben Stück:
a) Einen, der im Bagger sitzt.
b) Einen, der im Führerhaus sitzt.
c) Einen, der auf dem Führerhaus sitzt.
d) Zwei, die mit den Händen in den Hosentaschen gelangweilt herumstehen.
e) Einen, der den Bauschutt vom LKW am nächsten Tag wieder an Ort und Stelle zurückschüttet.
f) Und natürlich einen, der den abgeladenen Bauschutt fein säuberlich wieder zu einer Pyramide auftürmt.

Das ist KEIN WITZ. Das ist Tatsache, denn das ist alles passiert. Zwar nicht alles auf einmal, aber sowas sehe ich regelmäßig. Und das ist NICHT zum Lachen. Das ist eher traurig, mitanzusehen, wie hier Arbeitsmittel sinnlos verschwendet werden.

Und hier gleich noch ein paar "Real World"-Schoten aus der Praxis:

- Ein mit Boden beladener Laster kommt angefahren und schüttet den Inhalt auf den Parkplatz. Danach belädt ein Bagger den LKW gleich wieder mit Boden. Der Laster kam also vollbeladen zum Schuttplatz und ist ebenfalls vollbeladen mit dem gleichen Inhalt wieder zurückgefahren. Ob das effektiv war, ist zu bezweifeln.

- Ein Bagger kommt mit einer vollen Schaufel Boden zum Parkplatz, schüttet den Boden ab und fährt wieder. Eine halbe Stunde später kommt der gleiche Baggerfahrer zurück und holt sich wieder eine Schaufel voller Boden. Dabei ist er jedesmal durch den halben Ort gefahren. Hätte man das an der Baustelle nicht auf einem LKW zwischenparken können? Anscheinend nicht. Das wäre zu einfach gewesen.

- Die Lieblingsbeschäftigung der Baggerfahrer besteht ohnehin darin, viele sinnlose und wenig zielführende Leerfahrten zwischen Baustelle und Schuttabladeplatz zu absolvieren. Meistens kommen Baggerfahrer lediglich mit ein paar Brösel Asphalt oder Boden in der Schaufel angefahren und werfen diesen geradezu spektakulär ab. Danach wird der Asphaltberg wieder aufgehäuft, was aber meist sinnlos ist, da der Asphalthaufen schon viel zu groß ist. Das sieht dann so aus, dass der Baggerfahrer eine Schaufel Asphalt den Schuttberg hochschiebt, und danach rutscht alles wieder herunter. Anschließend fährt er wieder eine Schaufel Asphalt den Schuttberg nach oben, und erneut rutscht wieder alles nach unten. Das macht er dann eine Zeit lang, ohne dass es wirklich irgendeinen Wert gehabt hätte. Sowas nennt man eine Sisyphusarbeit, im wahrsten Sinne des Wortes!

- Was Baggerfahrer ebenfalls gerne machen ist das Herumspielen mit dem Boden. Wenn sie mit einer Schaufel voller Boden angefahren kommen und diesen abladen, schaufeln sie immer noch für ein paar Minuten die vorhandenen Dreckhäufen von einem Eck ins andere und später wieder zurück. Was sie auch noch gerne machen ist folgendes: Eine Schaufel voller Dreck aufladen, die Schaufel ganz nach oben fahren und dann den Boden langsam wieder nach unten rieseln lassen. Und gleich nochmal: Eine Schaufel Dreck aufladen, den Baggerarm weit in den Himmel recken lassen, bis es höher nicht mehr geht, und dann die Schaufel in Zeitlupe nach vorne zu kippen, so dass der Boden ganz langsam nach unten tröpfelt. Jeder, der hier vorbeikommt, wird sich denken: "Mensch, sind die fleißig. DIE TUN WAS." Ja, aber leider das Falsche! Mit dem Umschichten von Dreck gewinnt man keinen Blumentopf, und in Summe sind die Baggerfahrer stundenlang (!) damit beschäftigt, Dreckhäufen aufzuhäufen, umzuhäufen oder gleichmäßig zu verteilen.

- So kommt manchmal ca. alle 20 - 40 Minuten ein Bagger angefahren, der lediglich ein paar Brösel ablädt und dabei immer noch irgendeinen Blödsinn macht, z.B. die Hochstrasse bis ans Ende fahren, dort umdrehen und wieder zurückfahren. Oder einen Kreis um die Grasinsel vor den Glascontainern drehen. Oder mit voller Geschwindigkeit auf dem Staudenbahngelände auf und ab rasen. Oder eben eine Runde mit dem vorhandenen Bauschutt spielen, um den Anschein zu erwecken, hier würde sinnvoll gearbeitet werden.

- LKWs fahren mittlerweile immer weniger, denn die Baggerfahrer haben ihre Vorliebe dafür entdeckt, jede Schaufel mit Schutt einzeln durch den halben Ort zu karren. Und wenn die Baggerfahrer mal nichts zu tun haben, dann fahren sie einfach ohne Bauschutt in die Hochstrasse, nur um zu sehen, ob noch alles in Ordnung ist. Kein Scherz, die fahren teilweise wirklich ohne Ladung durch die Gegend und wieder zurück. Man merkt teilweise ganz deutlich, dass denen langweilig ist, oder dass sie nicht wieder auf die Baustelle zurück wollen, darum fahren sie mit dem Bagger besonders oft und extra langsam durch die Gegend, drehen noch ein paar sinnlose Zusatzrunden um den Schuttabladeplatz herum und lassen in Zeitlupe die Baggerschaufel mehrfach auf- und abfahren. Das ist doch offensichtlich, dass hier absichtlich viele Leerfahrten gemacht werden, nur um Zeit zu schinden.

- Die Baggerfahrer kaufen von Zeit zu Zeit bei dem Getränkemarkt am Ende der Hochstrasse ein. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber diese Fahrt wird nie mit einer Arbeitsfahrt verbunden. Das bedeutet: Zuerst fährt der Bagger eine volle Schaufel Dreck zum Schuttplatz und wieder zurück. Ein paar Minuten später kommt der Bagger wieder, fährt diesmal aber mit leerer Schaufel am Schuttplatz vorbei bis zum Getränkemarkt und wieder zurück. Und ein paar weitere Minuten später fährt der Bagger erneut mit voller Schaufel zum Schuttplatz und wieder zurück. Das ist ganz schön dreist und zeigt einmal mehr, dass denen einfach langweilig ist, und um sich die Zeit zu vertreiben, fahren sie den ganzen Tag lang mit ihren lauten Baggern mehr oder weniger sinnfrei durch die Gegend.

- Lärmbelästigung? Umweltverschmutzung? Wen interessiert denn sowas? Es macht doch schließlich viel mehr Spaß, pausenlos die Hochstrasse auf- und abzudröhnen. Die Anwohner sich begeistert von dem Krach und dem erhöhten Verkehrsaufkommen!

- Was die Baggerfahrer auch noch mit großer Vorliebe machen ist das stundenlange und geradezu minutiöse Auffüllen der Schlaglöcher auf dem Staudenbahngelände. Dafür nehmen sie sich wirklich stundenlang (!) Zeit. Und der Straßenbau? Kann warten, der läuft ihnen ja nicht weg. Aber die Schlaglöcher aufzufüllen und dabei unzählige Male mit dem Bagger auf- und abzufahren, um den Boden ganz genau geradezuziehen, DAS ist klasse! Bringt zwar nicht viel, da das ein paar Tage später ohnehin alles wieder genauso verhaut aussieht wie zuvor, aber egal, dann füllt man es halt wieder auf. Macht doch Spaß! Und Krach macht es auch, sogar VIEL Krach. Das ist jedesmal ein HÖLLENLÄRM. Und die Baggerfahrer freuen sich: Endlich eine sinnvolle Arbeit!

- Zu guter Letzt noch ein Bonmot: Auch wenn sie ums Verrecken keine Asphaltabfälle abtransportieren wollen, das Aufladen von Dreck & Boden geht den Bauarbeitern leicht von der Hand. Neulich hatten die Arbeiter es geschafft, bis auf den Asphalt ALLE Dreckhäufen aufzuladen und wegzufahren. Danach wurde mit einem Besen alles sauber gekehrt, so wie es sich für ordentliche Bauarbeiter eben gehört, und damit nicht genug kam noch ein Riesenwagen mit Kompressor und Hochdruckreiniger angefahren. Der Kompressor war furchtbar laut. Der war sogar noch lauter als das Dröhnen der Bagger. Damit haben die Arbeiter dann den Boden abgespritzt, auf dem vorhin der Dreck lag, wobei der Asphalthaufen nach wie vor in der Mitte thronte. Den haben sie aber auch gleich mit abgespritzt. Sicher ist sicher! Und den Glascontainer daneben haben sie ebenfalls lange Zeit mit dem Hochdruckreiniger sauber gemacht. Dafür werden sie zwar nicht bezahlt, aber trotzdem ist es lobenswert, wie fürsorglich sich die Arbeiter um Sauberkeit bemühen. Bereits einen Tag später kamen aber schon wieder Laster angefahren und haben neue Wagenladungen voller Dreck auf den Parkplatz geschüttet, also genau auf die Stellen, die tags zuvor noch besenrein gekehrt und abgespritzt worden waren. Das heißt, einen Tag später war bereits alles wieder voller Dreck. Wozu dann der Aufwand, zuerst die freien Flächen akribisch genau sauberzumachen? Keine Ahnung, dafür habe ich keine Erklärung. Da fehlen selbst mir die Worte!

Und nun zurück zum Straßenbau. Was ist eigentlich mit dem passiert? Geht da was vorwärts? Naja, ein wenig, es geht sehr zögerlich voran. Die Arbeiter sind immer noch in der Südsiedlung beschäftigt. Wann haben sie damit denn angefangen? Irgendwann zwischen Ostern und Pfingsten, und jetzt ist es Herbst. Im Frühjahr 2020 ist der Fertigstellungstermin der Glasfaserumstellung geplant. Aber die Bauarbeiter sind im Herbst 2019 noch immer in der Südsiedlung beschäftigt, die hinten und vorne noch nicht fertig ist. In vielen Strassen gibt es offene Stellen, und alles steht voller Absperrschilder. Das wird Oktober, bis die im Süden fertig werden, wenn nicht sogar November. Und wie wollen die dann bis zum Frühjahr 2020 den Rest des Ortes umstellen? Ganz einfach: Gar nicht! Wenn die in dem gleichen Tempo weiterarbeiten wie bisher, dann brauchen sie mindestens noch ein oder zwei Jahre, denn der Großteil steht ihnen ja noch bevor.

Mal im Ernst: Für den Zirkus, den die Baufirma hier abzieht, gibt es einen Fachbegriff. Das nennt man eine Posse! Die treiben in unserem Ort ein Schindluder, wie es schlimmer nicht mehr geht. Die Verwaltung des Bauschutts wird von den Arbeitern geradezu ZELEBRIERT. Das ist nicht nur ein Schuttabladeplatz, das ist gleichermaßen ein beliebter Ausflugsort und ein Spielplatz für gelangweilte Baggerfahrer.

Teilweise fahren alle paar Minuten dröhnende Bagger die Hochstrasse auf und ab, verpesten dabei die ganze Umwelt, machen einen Höllenlärm und haben lediglich eine Handvoll Schutt in der Schaufel. Geht ja auch nicht anders, denn sonst würden sie auf dem Weg von der Südsiedlung zum Schuttplatz die Hälfte davon verlieren. Den Schutt auf einem LKW zu sammeln ist anscheinend aus der Mode gekommen.

Der Schuttabladeplatz wird am Tag mittlerweile 20 - 30 Mal angefahren, und MINDESTENS die Hälfte davon sind entweder sinnlose oder vermeidbare Leerfahrten von gelangweilten Baggerfahrern. Teilweise fahren sogar ZWEI Bagger parallel die Hochstrasse auf und ab. Und das ist nicht die Ausnahme, das ist die Regel, denn das geht mittlerweile JEDEN TAG so. Aber wenn die Baggerfahrer jede Schaufel einzeln antransportieren, können sie bei dieser Gelegenheit auch gleich die vorhandenen Dreckhäufen jedesmal von einem Eck ins andere umschichten. Oder Türme damit bauen. Oder Pyramiden. Oder oder oder. Den Anwendungsmöglichkeiten von Bauschutt durch kreative Baggerfahrer sind schließlich keine Grenzen gesetzt.

Diese Baufirma arbeitet allem Anschein nach maximal unorganisiert, umständlich und ineffektiv, und ich bin nicht der Einzige, der diese Meinung vertritt. Die fahren nicht nur den ganzen Tag Müll durch die Gegend, die reißen auch mit Vorliebe an vielen Stellen die Strassen auf, lassen dann alles wochenlang so stehen und machen nichts fertig. Vielleicht macht man das im Straßenbau ja heutzutage so, aber das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Ich kann zwar die Qualität der Strassenarbeiten nicht beurteilen, aber wenn bei der Verlegung der Glasfaserkabel genauso chaotisch, zeitraubend und umständlich gearbeitet wird wie bei der Schuttverwaltung, wovon leider auszugehen ist, dann ist das ein Trauerspiel. Es geht hier doch schon lange nicht mehr darum, eine sinnvolle Arbeit möglichst zügig abzuliefern, so wie das die Telekom letztes Jahr mit dem Umbau der Verteilerkästen gemacht hat. Die haben damals wirklich sehr flott und professionell gearbeitet und vor allem ihre Baustellen immer in ein paar Tagen wieder abgeschlossen. Die jetzige Baufirma dagegen ist das KOMPLETTE GEGENTEIL. Teilnahmslos und träge trödeln die Bauarbeiter vor sich hin, und es geht kaum etwas voran. Wenn man sieht, wie sinnlos hier SEIT MONATEN (!) scheinbar absichtlich Zeit vergeudet wird, ist es auch kein Wunder, dass hier nur schleppend Fortschritte erzielt werden.

Wie gesagt, diese Berichte habe ich mir nicht ausgedacht, sondern über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg MEHRFACH selbst erlebt.

Meine Frage wäre nun: Ist das im Strassenbau so üblich, dass auf die von mir beschriebene Art und Weise gearbeitet wird, oder ist das nur bei uns der Fall?

Das ist schlichtweg eine Zumutung, was die Baufirma hier abliefert. Bei denen weiß doch die linke Hand nicht, was die linke macht, geschweige denn die rechte. Da macht auch gerade jeder, was er will, und eine Bauaufsicht scheint es entweder nicht zu geben, oder der ist alles schnurzegal. Was diese Schlamper an Benzin, Zeit und Arbeitsmitteln vergeuden, ist unglaublich. Ich hoffe nur, dass muss unsere Gemeinde nicht alles separat bezahlen, denn sonst sind wir bald arm.
Erklärung:
Die arbeiten nicht zum Festpreis, sondern werden nach Aufwand bezahlt. Und je höher der Aufwand ist, umso mehr Kohle wird verdient.
Funktioniert beim BER genau so.
 
Und was erhoffst Du Dir davon, Deine Belastungen hier von der Seele zu schreiben ?
Mache eine Foto- und Filmdokumentation und beschwere Dich bei Deiner Gemeinde.
Vermutlich ist das aber auch völlig sinnlos, weil es den Managern völlig egal ist, wie oft der Schutt im Kreis herum geschaufelt wird.
Durch die Verschachtelung der Subunternehmen ist so ein Projekt praktisch nicht mehr wirklich organisierbar. Die Netzausbauprojekte werden horrend subventioniert und es wäre ziemlich dämlich zu schnell mit etwas fertig zu werden, weil das die Statistik kaputt macht.
 
Danke für die Antworten. Dann wird das vermutlich ein sehr teures Projekt, wenn die Bauarbeiter soviel Zeit schinden.
Ich dachte immer, das wäre ein Festpreis.
 
B

Benutzer155553

Gast
@tomcat83, musst du zu den Zeiten, an denen die Bauarbeiter auf der Baustelle sind eigentlich nicht arbeiten? Bezahlt man dich vielleicht auch fürs zuschauen? Das Ganze kommt mir sehr detailliert vor, aber halte uns doch auf dem Laufenden wenn mal wieder ne Baggerschaufel nur halb voll war, oder eine Fahrt augenscheinlich Unsinn war.
 
@tomcat83, musst du zu den Zeiten, an denen die Bauarbeiter auf der Baustelle sind eigentlich nicht arbeiten? Bezahlt man dich vielleicht auch fürs zuschauen? Das Ganze kommt mir sehr detailliert vor, aber halte uns doch auf dem Laufenden wenn mal wieder ne Baggerschaufel nur halb voll war, oder eine Fahrt augenscheinlich Unsinn war.
Er ist Rentner und liegt den ganzen Tag im Fenster.
Damit ihm die Unterarme nicht weh tun, hat er die Fensterbank mit Handtüchern ausgelegt.
 
Möglicherweise fehlt denen Material oder Ähnliches und wenn sie die Schicht absagen würden dann bekämen sie kein Geld. Deren Arbeitgeber kassiert meistens trotzdem den vollen Betrag. Das macht das Vorgehen der Arbeiter nicht sinnvoll aber verständlich. Gerade wenn sie eine weite Anreise haben wollen sie sicher nicht mit Minusstunden nach Hause fahren.
 
Hoffe dass es sich mittlerweile erledigt hat
Scherz beiseite - der Glasfaserausbau zeigt Parallelen zu gewissen anderen staatlich subventionierten Bauprojekten:
Sie werden endlos weitergeführt.
So werden Gemeinden, die den Trick mit dem Fördertopf einmal raushaben, bald erneut die Straßen aufreißen lassen, um noch schnelleres Internet zu verlegen. Nur diesmal mit nicht mit einem deutschen Firmenkonsortium, die zügig und sauber arbeiten (das wäre ja voll Nazi), sondern mit einem internationalem Gemenge aus Subunternehmen unterschiedlicher Nationalitäten. Diese verfügen nicht über entsprechendes Equipment (wie die Unternehmen, für die ich vor fast einem Jahrzehnt tätig war), sondern setzen bevorzugt Manpower mit Hacke und Schippchen ein, weil das wohl auch zur Arbeitsplatzsicherung beiträgt. Das bei unvermeidliche babylonische Sprachengewirr vermeidet auch eventuelle Planungsdefizite auf kurzem Wege an der Baustelle auszubügeln, weil der portugiesische Strassenbauer sich nicht mit dem bulgarischen Elektriker verständigen kann.
Das ist meine Beobachtung in den Regionen, die wir damals schnell und sauber mit "schnellem Internet" versorgt haben.
Die schon Glasfaser haben, bekommen es jetzt nochmal, während die, die damals keines bekamen auch heute keines bekommen.
Der entscheidende Faktor ist die Bereitschaft uind Fähigkeit des Politapparates, der über der Gemeinde fuchtelt, die Subventionen für den Ausbau rauszuhandeln. Oder es eben zu lassen, wenn der Rosa Riese entsprechend den Ortsbürgermeister subventioniert.
 
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