Wer kennt sich mit ERA aus?

Hallo zusammen,

bei uns wird seit fast zwei Jahren ERA eingeführt. Am Anfang habe ich schriftlich zugestimmt, dass mein bisheriger Vertrag (keine Tarifbindung, selber verhandelt) in einen ERA Vertrag umgestellt wird. Damals gab es aber keine Aussage darüber, in welche Gruppe man kommen wird. Heute habe ich meine ERA Gruppierung mitgeteilt bekommen, da es jetzt offiziell umgestellt wird und bin mit dieser nicht einverstanden. Ich würde aber weiterhin mein bisheriges Geld bekommen, aber eben keine Erhöhungen mehr, bis ERA mich eingeholt hat. Mein jetziges Gehalt und die ERA Gruppe haben einen Unterschied von ca. 200€.

Um das Geld geht es mir nicht, sondern um die Eingruppierung, die so gar nicht meinen jetzigen Tätigkeiten entspricht. Ich habe nun angekündigt, dass ich meine damalige Einwilligung zurückziehen werde. Das könne ich natürlich tun, laufe aber dann außerhalb des Tarifs und bekomme auch kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, was mir aber schnurzpiepe ist.
Was habt Ihr für Erfahrungen mit ERA? Ich rege mich vor allem darüber auf, dass so ein Paar Dilettanten im Betriebsrat, die meist aus "normalen" Arbeitern besteht, meint meine Tätigkeit in einigen Sätzen definieren und vor allem verstehen zu können. Ich bin übrigens Abteilungsleiter Betriebselektrik und die ERA-Gruppe soll 10 sein, in Bayern. Was meint Ihr? ERA oder EInzelkämpfer?
 
Hallo,
bei mir war es so, dass Unterschreiter (also mehr Gehalt als die Einstufung vorsieht) bei zukünftigen Gehaltssteigerungen nur 50% davon bekamen um das anzugleichen.

Letztendlich musst Du mit dem Betriebsrat und Deinem Vorgesetzten besprechen, wie die Bewertung zu Stande kam und ob das alles so stimmt.
 
Nun ja, eine lückenhafte Arbeitsplatzbeschreibung ist für die korrekte Eingruppierung wenig hilfreich.
Natürlich ist der AG interessiert daran, eben für diesen Zweck solche einfachen Beschreibungen zu haben - "weil es dann zu viel wird" ist die übliche Floskel, mit der die Kollegen abgespeist werden.
 
Woher soll jemand wissen, wie du besser fährst? Musst du selbst entscheiden.

Ich würde aber mal über folgendes nachdenken:
Dein Chef ist nicht bereit, deine Stellenbeschreibung anzupassen und dich in eine höhere ERA-Gruppe zu stecken. Woher soll dann bei einer Gehaltsverhandlung ohne ERA die Bereitschaft kommen, dir mehr Geld zu zahlen?

Zumal ich dich dann fragen würde, wieso du überhaupt mehr Geld willst, wenn du auf die 1,25 Gehälter Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet hast. Das ist alles nicht wirklich schlüssig.
 
Zumal ich dich dann fragen würde, wieso du überhaupt mehr Geld willst, wenn du auf die 1,25 Gehälter Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet hast. Das ist alles nicht wirklich schlüssig.
Weil das ausgehandelte Jahresgehalt die Summe von 13,25 Monatsgehältern übersteigt ?

Dein Chef ist nicht bereit, deine Stellenbeschreibung anzupassen und dich in eine höhere ERA-Gruppe zu stecken. Woher soll dann bei einer Gehaltsverhandlung ohne ERA die Bereitschaft kommen, dir mehr Geld zu zahlen?
Das eine schließt das andere ja nicht aus. Zu meinen ERA-Zeiten konnte ich in der EG13 zweimal zusätzlich einen außertariflichen Zuschlag aushandeln. Einmal 200 EUR und einmal 250 EUR (monatlich), d.h. am Schluss hatte ich EG13 + 450 EUR außertarifliche Zulage.

Die Frage ist nur, ob er überhaupt aus ERA "aussteigen" kann. Das geht meines Wissens nur, wenn er AT wäre und das wiederum würde im Normalfall bedeuten, dass er über der höchsten ERA-Stufe liegen müsste. Wir hatten mal den Fall, dass ein neuer Vertriebsleiter das umstellen wollt, niedrigeres Grundgehalt und variablen Anteil, das hat der Personalchef abgelehnt, da sonst alle Vertriebler ATs wären und eben über der höchsten ERA-Einstufung bezahlt werden müssten. Es ging lediglich zu EG13 einen Bonus zusätzlich zu vereinbaren. Der fiel dann leider entspr. gering aus....
 
Sicher, geht alles. Aber, und das war ja die Frage:
Wenn das in diesem Fall so einfach wäre, dann hätte man den Kollegen ja zumindest auf Nachfrage in eine höhere Stufe gesteckt.
Ist aber nicht passiert, er kriegt jetzt sein altes Gehalt und muss warten bis Tariferhöhungen ihn eingeholt haben.

Ich sehe hier keine große Bereitschaft des Entgegenkommens, so wie der Kollege es schildert. Warum also sollte außerhalb von ERA die Luft in dieser Firma für ihn besser sein?

Du sagst es ja selbst. Wenn der Chef es will, gibt es immer einen Weg zu mehr Geld.
 
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