Weiterbildung? Neue Ausbildung? Quereinsteigen?

Hallo erstmal,ich bin 17 Jahre alt und habe letztes Jahr meinen Realschulabschluss gemacht im September hab´ich dann meine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik begonnen - also ungeschwollen ausgedrückt: Elektriker.Ich weiss nich irgendwie hab´ich mir das alles ganz anders vorgestellt:Hier mal ne Steckdose anklemmen da mal ne Verteilung verdrahten.Die Realität sieht ehr so aus: 80% Meiner Arbeit besteht aus Kabelziehen, Saubermachen und irgendwas von A nach B tragen und 20% z.B. aus Arbeiten wie Lampen und Dosen montieren und anklemmen.Tzia dumm gelaufen ich hab mich einfach viel zu wenig im Vorfeld informiert ein Praktikum wäre vllt. nicht schlecht gewesen.Mir war auf jeden Fall klar das ich was elektrotechnisches machen will und so hab ich mich halt mal im Internet informiert. Die Seite der Agentur für Arbeit hat mir dann verzapft das zum Berufsfeld des Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik auch so Dinge wie Netzwerk und Programmieren (z.B. EIB) gehören - zwei Sachen die mich wirklich brennend interessieren.Echt bitter, denn in dem Betrieb wo ich jetzt arbeite gibt es eine eigene Abteilung für Netzwerk und Kommunikation. Wir ziehen den werten Herren von der EDV die Leitungen und die legen se dann auf...Und zur EIB Programmierung werde ich wohl im laufe meiner Ausbildung-ausserhalb der Schule- wohl nie kommen, denn dafür gibt es den Abteilungsleiter, der dann mit seinem Notebook auf die Baustelle chillt un vor sich hinprogramiert. Was bei mir zum Glück nich so schlimm is, is die Story mit dem Schlitze klobben, da der Betrieb hauptsächlich nur in großen Industrie-Firmen arbeitet wo halt alles schö in Kabelkanälen is.Mein größtes Problem ist allerdings das in meinem Betrieb wirklich kaum Wert auf eine gute Ausbildung gelegt wird. Man bekommt halt nen Auftrag und macht den dann halt vor sich hin - wie sone Hilfskraft. Das witzige daran ist das die Abteilungsleiter auch noch direkt sagen das die Stifte richtig arbeiten sollen. Damit hab´ich ja auch kein Problem weil sone Ausbildung kostet dem Betrieb ja auch einiges da ist es ja auch okay wenn so ein Azubi auch was erwirtschaftet. Aber ich finde dass das doch ein geben und nehmen ist und wenn ich "richtig" Arbeiten soll dann kann ich doch eigentlich auch ne "richtige" Ausbildung verlangen.Wirklich schlimm wars diese und letzte Woche. Heute ist Mittwoch und ich stehe halt ungelogen seit Donnerstag mit Funkgerät vor irgendeiner Unterverteilung und drücke die FIs und Sicherungen rein die mir über Funk aufgetragen werden. FI-Messung. Und die Sache nimmt einfach kein Ende. Tage lang so eine "Arbeit" - echt krass.Ich bin wirklich unzufrieden mit der Art wie ich "Ausgebildet" werde, und so wie ich das von den andern Azubis berichtet bekomme wird sich das auch nicht in den folge Jahren ändern - falls hier jemand sagen will dass das halt mal so ist im ersten Jahr.Also habe ich mir diese Möglichkeiten gedacht:1. Ich zieh die Ausbildung knall hart durch und mach danach ne Weiterbildung zum Staatl. gepr. Techniker für Elektrotechnik (Fachrichtung Information/Telekommunikation) oder Staatl. gepr. Informatiker zum Beispiel.2. Ich schmeiss es hin und fang was neues an das mehr Richtung Telekommunikation und Netwerktechnik geht.3. Ich versuch im gleichen Beruf im zweiten Lehrjahr in einem anderen Betrieb anzufangen.4. Ich mache einen auf Quereinsteiger in einem Elektroberuf, der weniger Bau is, wozu ich auch meine Berufsschule nutzen kann. Also das ich nichts Berufsschulmäßiges nachholen muss, was ziehmlich hart wäre denn das Schuljahr ist ja schon zur hälfte vorbei.Was ich auf jeden Fall machen werde wenn ich in diesem Beruf bleibe: NIE MEHR BAUSTELLE. Ich hab mir überlegt Techniker (was das Fachabi beinhaltet) un danach FH zum beispiel Wirtschaftsingeneur.Was meint ihr dazu? Habt jemand von euch auch so angefangen wie ich und hat was "GANZ GROOOOOOSSES" draus gemacht? Was habt ihr nach eurer Elektroausbildung gemacht? Oder macht ihr grade eine? Was habt ihr euch vorgenommen? UND VORALLEM: WAS SOLL ICH MACHEN????DANKE für eure Antworten...P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten...
 
AW: Weiterbildung? Neue Ausbildung? Quereinsteigen?

Hallo,

Es soll jetzt nicht böse gemeint sein, aber als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich ungelogen erstmal lachen.

Also zum Thema Ausbildung erstmal ein Zitat, dass du immer wieder hören wirst:


Ich weiß ja nicht, wie du dir das gedach hast, aber aufm Bau kann man nunmal nicht nur Geräte, etc anklemmen, dafür muss nunmal erstmal die "Dreckarbeit" vorher verichtet werden, wie Kanäle montieren, Leitungen ziehen usw.

Dass du als Azubi im ersten bzw. zweiten Lehrjahr nicht die "schöne" Arbeit zugeteilt bekommt, dürfte eigentlich auch klar sein, sondern du wirst erstmal immer wieder für die "Dreckarbeit" abgestellt werden. So ist es in 99% der Betriebe, von demher wird dir das wechseln des Betriebes nicht weiterhelfen.

Sei froh, dass du in einem Betrieb gelandet bist der größtenteils inner Industrie tätig ist, so war es bei mir auch, und ich war froh nich immer auf jeder Baustelle die Schlitze zu kloppen.

Dass man als Lehrling mal so ne langweilige Arbeit hat, wie am Verteiler rumgammeln, und FI's reindrücken muss und nich die Messungen alleine machen darf ist auch klar, du bist nunmal Lehrling (" billige Arbeitskraft ") und noch keine Fachkraft die alles alleine Ausführen kann. Der Chef kann nunmal nich nen Gesellen oder gar Meister an nen Verteiler stellen zum FI's reinzudrücken. Wie müsste er denn dann kalkulieren???

Wenn du dich für Netzwerktechnik interessierst, dann versuch doch im Betrieb in diese Sparte reinzurutschen. Ist wirklich ne angenehme Arbeit und macht viel Spaß, jedoch muss man bei vielen Dingen höllisch aufpassen, wobei ich dir gleich vorneweg sagen kann, wenn du in deiner Ausbildung ausschließlich mit Netzwerktechnik zu tun hast, wie es bei mir überwiegend der Fall war, dann wirst du später bei der Gesellenprüfung einige Schwierigkeiten haben, weil dir einfach die Praxis in anderen Dingen fehlen.

Das ein Praktikum vor dem Antritt der Ausbildung wäre vielleicht, wie du schon erwähnt hast, besser gewesen, dann hättest du dir deine Entscheidungen nochmal überdenken können, wobei es wahrscheinlich in keinem anderen Betrieb viel besser sein wird.

Wenn du was mit Elektronik machen willst, wäre es geschickter gewesen, dich als Elektroniker im Bereich Betriebstechnik, Automatisierungstechnik, oder Geräte und Systeme zu bewerben (Alles Industrie).

An deiner Stelle würd ich die Ausbildung durchziehen und danach schaun dass du den Techniker oder Ing machst um vom Bau wegzukommen.

Zum Schluss noch eins:

Vom Schlitze klopfen, Leitungen ziehn, Kanäle montieren ist noch keiner gestorben. Das gehört dazu und glaub mir du wirst dabei noch einiges lernen. Und auch als Geselle wirst du immer wieder mit solcher Arbeit beschäftigt werden.

Achja, als kleine Info noch:

Bei mir war es einmal so, da musste ich 8 lange Wochen (und die waren wirklich lange 9 Std. täglich und Samstags 5 Std) Hilti-Grid-System in einem Industrie-Neubau an die Decke hängen. 8 Wochen im staubigen Beton rumboren und mich mit dem darüberliegenden Metallträger rumärgern, 8 Wochen lang Metallschienen Leiter runter Leiter hoch tragen und anner Decke abhängen. Da fragte ich mich auch ob ich nun Elektiker bin oder Schlosser !?

So Sachen gibts, und da muss man durch...

Hoffe ich konnte dir mit meinem Roman ein bisschen weiterhelfen

Gruß Wendle
 
AW: Weiterbildung? Neue Ausbildung? Quereinsteigen?

Hallo Phil,
ja Du hast ein Recht auf eine ordentliche Ausbildung. Für deinen Ausbildungsberuf gibt es einen Rahmenlehrplan, den auch Deine Firma einhalten muss.
In diesem ist geregelt, was Du im jeweiligen Lehrjahr lernen solltest.
Und Du hast ein Recht darauf, dieses vermittelt zu bekommen.
Soweit mit dem "Recht geben".

Du bist im ersten Lehrjahr, und beschwerst Dich über Drecksarbeiten, langweilige Arbeiten, Hilfsarbeiten usw.....
Wach auf Mann, die gehören dazu. Frag doch mal deinen Abteilungsleiter, wie lange er gebraucht hat um mit dem Laptop an der Baustelle zu "chillen".
Ich programmiere selber, allerdings nicht EIB sondern SPS. So etwas fängt man aber nicht im 1. Lehrjahr an. Um einen "chilligen" Job zu haben, bedarf es Jahre. In denen man lernt und Erfahrungen sammelt.

Was nicht heißt, dass Du alles hinnehmen sollst ohne es zu hinterfragen.
Lass Dir erklären warum Du vor der Verteilung stehst und Sicherungen reindrückst. Lass Dir zeigen und erklären was der Typ am anderen Ende der Telefonleitung macht. Darauf hast Du ein Recht.
 
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