Was haltet ihr davon dass man bei mehrmaligem zu spät kommen fristlos gekündigt werden kann?

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von Marianne33, 14 Apr. 2017.

  1. Hallo!
    Habe gerade erst in einem Bericht gelesen dass man inzwischen schon wegen mehrmaligem Zuspätkommens fristlos gekündigt werden kann. Konnte es Anfangs auch nicht glauben bis ich es hier gelesen habe.

    lg Marianne
     
    #1 Marianne33, 14 Apr. 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25 Apr. 2017
  2. Hm, wenn Pünktlichkeit für die Ausübung der Tätigkeit essentiell ist, könnte es u.U. gerechtfertigt sein. Allerdings denke ich, dass zunächst abgemahnt werden sollte.
    Während der Probezeit kann es aber mal ganz schnell gehen, mit notorischen Uhrzeit-Vergessern o_O
     
  3. In welchem Bericht?
    Und warum konntest du es nicht glaube? Schließlich unterschreibe ich einen Vertrag und dort steht im Normalfall eine Arbeitszeit drin, von wann bis wann ich an der Arbeitsstelle sein muss. Halte ich mich nicht daran, verstoße ich gegen den Vertrag. Passen mir die Zeiten nicht, darf ich den Vertrag nicht unterschreiben bzw. muss halt vor der Unterschrift verhandeln.

    Mehr dazu steht auch hier drin:
    http://www.kanzleiwehner.de/magazin/kuendigung-wegen-zu-spaet-kommen/
     
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  4. Hallo Leute,
    wieso könnt ihr das nicht glauben ?
    Jeder erwartet das sein Gehalt pünktlich gezahlt wird, und ein Arbeitgeber
    erwartet halt das man pünktlich zur Arbeit kommt.
    Und wer permanent (regelmäßig) zu spät kommt missachtet einfach seine Pflichten.
     
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  5. Wenige Mal, das kann passieren. Aber ständig: Nein.
    Denn ich als Arbeitnehmer habe dann auch Stellhebel, z.B. genau die 2 Minuten früher von zu Hause loszufahren (oder eine frühere Bahnverbindung etc.). Wenn es - wegen was auch immer - trotzdem nicht möglich ist, kann man auch mit dem Arbeitgeber darüber reden, ob der Vertrag entsprechend angepasst wird und die Arbeitszeit einfach 15 Minuten später beginnt.

    Sowas hat auch etwas mit Respekt gegenüber den anderen Kollegen zu tun, die es schaffen pünktlich zu kommen.
     
  6. Ich finde es sehr übertrieben, wenn man wegen ein paar mal zu spät kommen gekündigt wird. Ich würde die Person erstmal abmahnen und dann wenn es sich nicht bessert eben härtere Maßnahmen durchführen.
     
  7. Hallo,
    stellt euch vor ihr arbeitet bei einem Automobilhersteller am Band und müsst die Räder montieren.
    Soll das Band jetzt morgens eine halbe Stunde später anlaufen bis ihr ausgeschlafen habt.
    (O.K. total überzogen aber trotzdem)
    Wenn sich andere auf euch verlassen müssen, kann es so nicht sein.
     
  8. Nein, das ist nicht überzogen. Es gibt Arbeitsplätze in denen es nicht so sehr auf die Uhrzeit ankommt. In der Regel hat man dort dann Gleitzeit. Wenn aber die Uhrzeit wichtig ist, dann bedeutet es, dass ein zu spät kommen dem Arbeitgeber Geld kostet. Nehmen wir ein Band in der Automobilindustrie und nehmen wir an, dass alle 30 Sekunden ein Fahrzeug vom Band rollt. Das sind dann in einer 8h-Schicht 960 Fahrzeuge. Gehen wir dann davon aus, dass der Verdienst an einem Fahrzeug ca. 1.000 Euro beträgt, dann bedeutete jede Minute Ausfall einen Verdienstausfall von 2.000 Euro.

    In einem Band gibt es immer eine Anzahl von Springern, also Leuten die einspringen, wenn jemand Pause machen möchte usw. aber spätestens dann wenn 2,3 oder 5 Personen dann 5 Minuten zu spät kommen, dann greift diese Verdienstausfallregel. Bei n Personen, die das Band 5 Minuten aufhalten, fehlen am Ende der Schicht 10 Fahrzeuge also 10.000 Euro.

    Aber das ist dann noch nicht alles. Am Werksausgang warten die Transporter. Die Wagen werden verladen und zum Händler gebracht. Die müssen nun alle 5 Minuten länger warten. Also jeder dieser Fuhrunternehmer hat nun bei gleicher Leistung - = Transport der Fahrzeuge zum Händler - eine 5 Minuten längere Arbeitszeit. Dann kommt die neue Schicht und auch hier kommen wieder welche zu spät. Damit addiert sich das dann auf und der Versatz ist 10 Minuten. Irgendwann muss man eine Kette von Entscheidungen in Gang setzen - Liefertermine um einen Tag oder mehr verschieben - um dann die Planung und die Realität wieder in Einklang bringen zu können. Auch das kostet dann wieder Geld.
     

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