Warum lohnt sich der Techniker?

Ähm...
laut TV-L
E 9 bis E 12 Bachelor oder abgeschlossene Fachhochschulausbildung (Diplom) und entsprechende Tätigkeiten
E 13 bis E 15 wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom oder Master)

laut TV-öD
E 1 bis E 4 An- und Ungelernte
E 5 bis E 8 mindestens 3-jährige Ausbildung (Lehre)
E 9 bis E 12 Fachhochschulstudium oder Bachelor
E 13 bis E 15 wissenschaftliches Hochschulstudium oder Master

Also nach diesen Tabellen ist der Einstieg des Bachelors bei E9 und hört bei E12 auf.
Der Techniker wird nach der Entgeltordnung mit E7 eingestellt und kann bis zur kleinen E9 kommen.
Da kann auch jemand mit einer 3-jährigen Ausbildung u.U. noch reinkommen.
Was verstehst Du bitte unter "der Techniker wird voll anerkannt"?

Ein SgT, der heute noch beim AG Staat anfängt, hätte sich diese Fortbildung sparen können.
 
Was verstehst Du bitte unter "der Techniker wird voll anerkannt"?

Ein SgT, der heute noch beim AG Staat anfängt, hätte sich diese Fortbildung sparen können.

Ich meine damit, es gibt auch Stellen und es wird danach gesucht, dem SgT!
Da der SgT in der Laufbahnverordnung berücksichtigt ist.
In meinem Schwerpunktbereich Arbeitssicherheit ist es noch nicht ganz so.
Die Berufsgenossenschaften erkennen den Sgt nicht alle an. (Ohne sucht nach ihm)
BG Bau sucht Techniker-Meister.

Deshalb verstehe ich nicht, das Argument:
"Ein SgT, der heute noch beim AG Staat anfängt, hätte sich diese Fortbildung sparen können."
Ohne Sgt kommst du nur bis E8. Und wirst durch keine Seminare höher kommen.
Ich habe noch keine Stelle unter E9 für den SgT gesehen.
(Außer beim BND)
Dazu noch der Link, E8, und je nach Tätigkeit höher.
http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/bund/ego/3/3.41.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich meine damit, es gibt auch Stellen und es wird danach gesucht, dem SgT!
Da der SgT in der Laufbahnverordnung berücksichtigt ist.
In meinem Schwerpunktbereich Arbeitssicherheit ist es noch nicht ganz so.
Die Berufsgenossenschaften erkennen den Sgt nicht alle an. (Ohne sucht nach ihm)

BG Bau sucht Techniker-Meister.

Deshalb verstehe ich nicht, das Argument:
"Ein SgT, der heute noch beim AG Staat anfängt, hätte sich diese Fortbildung sparen können."
Ohne Sgt kommst du nur bis E8. Und wirst durch keine Seminare höher kommen.
Ich habe noch keine Stelle unter E9 für den SgT gesehen.
(Außer beim BND)
Dazu noch der Link, E8, und je nach Tätigkeit höher.

http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/bund/ego/3/3.41.html

blau: pos. Behauptung
rot: eigen Widerlegung der pos. Behauptung.


Es gibt "Gesellen" & einfache Verwaltungsangestellte die nach der Umstellung von BAT auf TV in E 10 angekommen sind und ich kenne einen SgT, der bis heute mit E8 abgespeist wird. Jetzt ist mir ein Bachlor mit E8- Einstieg begegnet oder ein Diplom-Biologe in E10.
Das sind alles Einzelfälle - wie immer die Zustande gekommen sein mögen.

Fakt ist, Du wirst - wenn Du beim Berwerbungsgespräch im ÖD forderst - als SgT im Normalfall auch gleich in E9 eingruppiert, damit Du den Arbeitsvertrag auch ja unterschreibst. Verschwiegen wird Dir, dass Du den Rest Deines ÖD-Berufslebens in E9 bleibst, sofern Du eine unbefristete Stelle hast.
Der Staat ist bestenfalls für Anfänger ein Sprungbrett - und dass sollte auch ganz schnell genutzt werden. Ja länger Du beim Staat bleibst, desto schwieriger der Einstieg in die Industrie - m.M. nach, aber Irgendeinweiterkommen ist fast aussichtslos.
 
Scheinbar kommen meine Aussagen bei einigen so an, dass ich gegen die Fortbildung zum SgT bin.
Das ist so grundlegend falsch. Ich bin stolz auf meine Fortbildung, die mir ermöglicht hat mir fachliches Wissen anzueigen und mich auch befähigt hat über den Tellerrand zu gucken.
Ich persönlich hatte eine ausgezeichnete Fortbildung und habe für mich persönlich diesen Schritt nie bereut.
ABER:
Nach 25 Jahren stetigen Kampf um Anerkennung in meinem eigenen beruflichen Umfeld (und viele in meinem Umfeld haben sich bemüht mich zu fördern, kommen aber an den vom Staat und Gewerkschaften vorgegebenen Vorlagen nicht rum), stelle ich einfach fest, dass der SgT genauso behandelt wird, wie jemand der "nur" eine Grundausbildung hat und wenn er wie ich massiv für mehr kämpft bestenfalls noch ein klein wenig besser dasteht. Naja, es gibt Schlimmeres und damit habe ich gut leben können.

Richtig wütend macht mich jetzt aber die Reform der Hochschulen, bei der der Bachelor hinten rauskommt, der meiner persönlichen Meinung nach mit der Qualität des früheren Ing. nicht mithalten kann - so wie der SgT das meiner Meinung nach nie konnte - aber letztlich tariflich automatisiert die zukünftigen besser dotierten Vorgesetzten der SgT werden.
Erschwerend kommt für mich nun der Eindruck hinzu, dass die Hochschulen sich darauf verlegen, um doch irgendwie die versprochenen berufsqualifizierten Bachelor hinten rauszubekommen, SgT einzuwerben und damit den Eindruck vermitteln, dass der SgT eine qualitativ schlechtere Fortbildung gegenüber der Erstausbildung des Bachelors darstellt. Dabei wird auch noch verschwiegen, dass der Hochschulzugang bereits mit einer einschlägigen Lehre möglich ist.

Das kratzt an meiner Berufsehre als SgT aber ganz massiv.

Es gibt leider zu wenige SgT. Auch weiß ich nicht in wie weit Technikerfachschulen sich um die Anerkennung des SgT in der Bildungspolitik engagieren. Meine Fachschule z.B. die hervorragend fortbildet - da gibt es nichts dran zu rütteln - macht überhaupt nichts.

Mit diesem HG bin ich der Meinung, dass man jungen Menschen, die eine gute Lehre absolviert haben und das Lernen nicht scheuen von vornherein des Bachelor empfehlen sollte und den teuren (finanziell & zeitlich) Umweg über den SgT ersparen sollte. Viele haben Angst vor der in den Köpfen festgesetzten Ing ausbildung - nur die gibt es nicht mehr. Lernen muss man bei beiden - dem Bachelor wie den SgT und ich persönlich halte die Lernbelastung für vergleichbar.
Für die Technikerschulen, wird es ein Verlust sein, wenn der SgT verschwindet und die Alttechniker werden etwas wehmütig sein, weil sie alleine wissen, dass ein weiterer Baustein beruflicher Qualitätbildung gefallen ist.
 
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