Wann lohnt sich ein Dienstwagen ?

Um den anderen Post jetzt nicht OT zu zerfleddern habe ich mal einen neuen aufgemacht....

Ich kann mich noch gut dran erinnern, dass sich ein Bekannter vor einigen Jahren zusammen mit allen Kollegen seiner Abteilung auf die Hinterbeine gestellt hatte, weil die Firma allen eine E-Klasse vor die Tür stellen wollte. Muss denen wohl zu teuer gewesen sein auf 3 Jahre.

Da kenne ich einen Unternehmer, der sich selbst einen Jaguar als Firmenwagen gönnen wollte und dann auch davor zurückgeschreckt ist, da der zu versteuernde Vorteil ihm zu hoch war.

Im Gegensatz zu dir, immie-Schätzelein, hab ichs gerechnet. Alle Rechnungen für Wartung, Reparaturen, Steuer, Versicherung, Sprit (Langzeitverbrauch kenne ich ja), Abschreibung (Kaufpreis-aktueller Restwert) usw.

Und siehst Du, der Firmenwagenfahrer hat einen Fixpreis..... ich hatte in meiner Laufbahn 2 Totalschäden (selbst verursacht 😉 ) und einen Schaden, wo die Firma auf knapp 3.000 EUR sitzen geblieben ist. Meine private KFZ Versicherung läuft daher heute dennoch auf 26 schadenfreie Jahre.

Ein Firmenwagen bringt Vorteile, aber die sind längst nicht so dramatisch, wie man meint. Du sparst damit keine 3,4 oder 5.000 EUR im Jahr. <- Das habe ich nirgends behauptet

Wenn du dann noch zu denen gehörst, die ihren Weg ins Büro mit 0,03%/km versteuern müssen... naja... -> kannst Du dem entgegen die Entfernungspauschale steuerlich geltend machen

Firmenwagen lohnt sich für Leute, die auch privat damit viel fahren. Wer das Ding mur dienstlich nutzt und privat vllt. 3.000km im Jahr fährt, versteuert seine 700EUR gwV im Monat fast nur dafür, damit er für die Firma einen 330d bewegen darf. Glückwunsch ;)

Auch dann kannst Du per Fahrtenbuch ggf. den geringeren Privatanteil nachweisen und evtl. ist es dem Fahrer das Geld einfach Wert und er hat einfach Spass an dem Auto ?? Warum fährst Du denn einen AUDI A7 ? Einen Opel Astra gäbe es um Welten günstiger …… ?? Ich kenne Kollegen, die sagen im VG schon, dass sie auf keinen Fall ein kleineres Auto als einen AUDI A6 fahren, die wissen was das kostet, es ist ihnen das Geld aber halt Wert....

Und dann gibts noch Leute, die müssen einen Eigenanteil tragen...

Aber gut, dass du das alles so statistisch hochwertig ausbaldowert hast, nämlich an einem einzigen Fallbeispiel... du selbst :D

Das Thema Firmenwagen ist komplex und nicht pauschal mit "Lohnt sich IMMER" zu beantworten...
Zu guter Letzt:

Auch ich hatte eine Zeit lang eine total bescheuerte Situation mit einem Firmenwagen, nämlich mit 4 Kindern und einem VW Passat, bei welchem ich 37% der Leasingrate selber tragen musste. Da war es tatsächlich so, dass wir am Wochenende die Familienfahrten alle mit dem privaten 7-Sitzer machen mussten, dazu kam, dass der zu versteuernde Vorteil "nur" noch bei 150 EUR lag, also 45.000 EUR Listenpreis, 300 EUR Eigenanteil (vom netto weg) und somit also auch ein Fahrtenbuch mit Nachweis der wenigen Privatnutzung nicht viel gebracht hätte.

Nein, ein Firmenwagen lohnt sich nicht immer, aber gerade im unteren Segment (über das wir hier oft diskutieren), die Familie mit 2 Kindern, 2. Wagen zu Hause, mit LSK3/5 und unter der Voraussetzung, dass der AG alle Kosten übernimmt, glaube ich, dass der Firmenwagen zu 95% eine gute Option ist.
 
Zusätzliche Info:

Fahre einen Audi Mittelklasse Privat der mich bei einer TCO Rechnung monatlich 450 Euro kostet (Auto nicht abbezahlt).
Ich benutze das Auto nur für den Weg zur Arbeit, fahre Privat damit nur höchstens 2500km im Jahr.
Erhalte jetzt einen Firmenwagen den ich mit Fahrtenbuch führen werde. Statt der 1% Regelung für den Mittelklassewagen werde ich nur etwa knapp 100Euro Netto durch den Steuervorteil zahlen müssen (Arbeitsweg + 2500km Privat).
Der Firmenwagen hat die gleiche Klasse wie mein Privater. Ich verkaufe meinen Privaten und habe durch den Firmenwagen ein Ersparnis von 350Euro monatlich, bei gleicher Fahrnutzung. Evtl anfallende Reparaturkosten und Ersatzteilbeschaffung beim Privaten ausgeschlossen.

Der Firmenwagen hat somit ein Geldwertvorteil von 8400Euro Brutto auf dem Jahresgehalt gesehen.
 
VW Passat (BLP 50.800 EUR) würde mich 405 EUR kosten (Eigenanteil und gwV), das sind 4.800 EUR im Jahr. Mir ist piep egal, wie das bei anderen Firmen geregelt ist, bei uns (>>5.000 Mitarbeiter) sieht das genau so aus.

Und jetzt kommt's halt drauf an, wie viel ich damit rein privat(!!) fahre. Wir nehmen erstmal die beiden Extreme:
Fahre ich 0km privat, dann zahle ich 405 EUR im Monat dafür, dass mein Arbeitgeber mich mit dem Auto durch die Republik schickt, das heißt ich bezahle meine Dienstfahrten selbst... völlig bescheuert...
Fahre ich 100.000/a km privat, dann zahle ich 4,8 Cent/km. Da wird mir dann aber der Chef irgendwann auch zwischen die Hörner hauen, da ich nach 3 Jahren dann 400.000km auf den Wagen gespult hätte...

Bei 10.000km Privatfahrten sind es 48 Cent/km, bei 15.000km privat immer noch stolze 32 Cent/km...

Wer sich einen gebrauchten PKW kauft und den 6-8 fährt, bewegt den locker unter 30 Cent/km...

Wie gesagt, es mag Regelungen geben, die sich eher lohnen, wobei 15.000 km rein private Fahrten schon ziemlich viel ist. Da muss ich schon 2x Jahr in den Urlaub nach Schweden, Italien oder Frankreich fahren. Fahrten Wohnung-Büro sind keine privaten Fahrten, denn diese müssen versteuert werden mit 0,03% BLP/km...
 
Lieber rotH,

warum fährst Du einen AUDI A7 und keinen Opel Astra, der doch exorbitant günstiger wäre ?

Weil es Dir das Auto Wert ist !!

Und wenn ein Mitarbeiter einen AUDI A6 mit neuester Ausstattung geil findet und dafür seine 400 EUR im Monat hinlegt über die Versteuerung, dann ist es ihm das eben auch Wert. Oder dem von Dir mal erwähnten BMW 330d oder 530d, da gehe ich mal davon aus, dass der Fahrer sich in Gehaltsregionen bewegt, wo ihn der zu versteuernde Vorteil dieses Autos irgendwo am unteren Ende des Körpers vorbeigeht.
 
VW Passat (BLP 50.800 EUR) würde mich 405 EUR kosten (Eigenanteil und gwV), das sind 4.800 EUR im Jahr. Mir ist piep egal, wie das bei anderen Firmen geregelt ist, bei uns (>>5.000 Mitarbeiter) sieht das genau so aus.

Und jetzt kommt's halt drauf an, wie viel ich damit rein privat(!!) fahre. Wir nehmen erstmal die beiden Extreme:
Fahre ich 0km privat, dann zahle ich 405 EUR im Monat dafür, dass mein Arbeitgeber mich mit dem Auto durch die Republik schickt, das heißt ich bezahle meine Dienstfahrten selbst... völlig bescheuert...
Fahre ich 100.000/a km privat, dann zahle ich 4,8 Cent/km. Da wird mir dann aber der Chef irgendwann auch zwischen die Hörner hauen, da ich nach 3 Jahren dann 400.000km auf den Wagen gespult hätte...

Bei 10.000km Privatfahrten sind es 48 Cent/km, bei 15.000km privat immer noch stolze 32 Cent/km...

Wer sich einen gebrauchten PKW kauft und den 6-8 fährt, bewegt den locker unter 30 Cent/km...

Wie gesagt, es mag Regelungen geben, die sich eher lohnen, wobei 15.000 km rein private Fahrten schon ziemlich viel ist. Da muss ich schon 2x Jahr in den Urlaub nach Schweden, Italien oder Frankreich fahren. Fahrten Wohnung-Büro sind keine privaten Fahrten, denn diese müssen versteuert werden mit 0,03% BLP/km...
Ich hoffe du meinst du muss 405 EUR an das Finanzamt wegen dem Geldwertvorteil zahlen und nicht an den Arbeitgeber. Falls du nur wenige Privatfahrten machst dann führe ein Fahrtenbuch. Ob das sich rentiert kannst du gerne hier https://vimcar.de/fahrtenbuch/firmenwagenrechner nachrechnen.
Ein gebrauchtes Auto kostet dich in der TCO (z.b Bmw 120i. BJ 2016. KM 60.0000) mind. 350Euro im Monat und das bei weniger als 15.000Km im Jahr.
Ein gebrauchter Mittelklassewagen schon 400Euro aufwärts.
Ein VW Passat für 50800Euro neu würde dich bei der TCO Rechnung 500 Euro aufwärts kosten.. (Bei weniger als 15.000km)

Da bist du mit den 405Euro, mit der du unendlich fahren kannst sehr günstig dran.
Und wenn du Home Office hast und weniger als 10.000Km jährlich fährst kostet es dich gerade mal 150Euro mit Fahrtenbuch.

Ich sehe in keiner Konstellation, wo du mit einem Firmenwagen schlechter rauskommst.
 
Es gibt ja verschiedene Modelle, da darf man auch nicht alles durcheinanderwürfeln. Pauschale Aussagen sind schlicht kaum möglich.
Die meisten Außendienstler haben z.B. einen Firmenwagen und dürfen damit auch privat fahren ohne Eigenanteil. Das Gleiche z.B. bei Meistern/Technikern, die viele Auswärtstermine haben (dazu noch mit der Tankkarte in den Urlaub usw.).
Dann gibt es auch noch Modelle, wo du als Mitarbeiter über deine Firma ein Auto leasen kannst um von Flottenrabatten zu profitieren. Hier gestaltet es sich aber schwieriger, da z.B. die Leasingrate theoretisch auch selbst bezahlt werden muss, genauso wie Benzin, Verschleiss, Vesicherung und man dann ja sogar noch den gwV versteuern müsste, wobei ich mal gelesen habe, dass man den Eigenanteil davon irgendwie wieder abziehen kann.
Dann gibt es noch Modelle, wo man Teilraten zahlt und das Benzin selber, dafür aber ist die Versicherung und Verschleiss mit drin.
Letztendlich muss da jeder für sich selber rechnen, da es fast jeder Arbeitgeber anders regelt...
 
Es gibt ja verschiedene Modelle, da darf man auch nicht alles durcheinanderwürfeln. Pauschale Aussagen sind schlicht kaum möglich.
Das ist richtig, daher ist für mich das einzig sinnvolle und diskussionsärmste Variante :
AG zahlt alles und AN versteuert den geldwerten Vorteil.

Diese ganze anderen mit Privatverbrauch selber Zahlen oder anteilig an Leasingrate beteiligt sein usw. sind für mich irgendwie unnötige Konstrukte. Aber es gibt sie.....
 
Top