Wälzlager aus Holz

B

Benutzer182074

Gast
Hallo,

hab mal ne Frage. Hab mir Kugellager und ein Wälzlager aus Zylindern aus Holz gebaut. So ähnlich wie hier, nur viel kleiner
http://img.fotocommunity.com/kugell...5-6f49-491e-90a6-50c329dbe110.jpg?height=1080

Die hab ich in das Loch eines selbstgebauten Holzrades gemacht und anschliessend die Holzachse reingetan.

Die Kugellager und Wälzlager aus Holz haben keinen Innenring und Aussenring, wie bei einem "normalen" Kugellager aus Metall, einfach deshalb, weil bei mir die Kugeln schon einen Durchmesser von 1cm haben und die Achse 2,5cm haben. Und das hat einen Durchmesser von 4,5cm. Grösser kann ich es nicht machen. Also laufen die Kugeln oder Zylinder bei mir auf der Achse ohne Innenring und auch Aussenring.

Allerdings, wenn ich das Rad anschubse, dann dreht es sich maximal 13mal. Wenn ich ein Speichenrad aus Alu mit Kugellager aus Metall nehme und es anschubse, dann dreht es sich 30 mal. Also fast 3mal so lange.

Ich kann mir nicht erklären, warum meine selbstgebauten Wälzlager aus Holz eine so höhere Reibung haben als Industriel hergestellte aus Metall?
Hab mir sogar einen Käfig gebaut, damit die Kugeln und Zylinder sich nicht berühren und reiben, aber hat auch nicht viel gebracht.

Hab mir auch schon überlegt Magnetlager aus Permanent-Magneten einzubauen. So wie diese hier:


Aber ich hab die Befürchtung, dass, wenn die mit einem Gewicht belastet werden, absacken und sich dann die Achse mit den Magneten doch berühren.

Was meint ihr?

Liebe Grüsse Mount
 
1. Sind deine Holzkugeln aus geometrischer Sicht eher Bananen im Vergleich zu Wälzlagerkugeln.
2. Sind die Laufbahnen der Kugeln im Vergleich zu den engen Toleranzen von Innen- und Außenringen von Wälzlagern ebenfalls nicht wirklich rund.
3. Gleicht die Oberflächenbeschaffenheit im Vergleich zu geschliffenem Stahl eher einem Waschbrett.
4. Ist Holz viel viel nachgiebiger als Stahl.
In Summe führt das zu entsprechend hohen Reibkräften.
 
B

Benutzer182074

Gast
Danke Kaktus018 für die schnelle Antwort.

zu Frage 1: Ich hab als erstes gekaufte Holzkugeln genommen. Die waren exakt rund. Aber auch mit denen war ich mit der Reibung des Rades nicht ganz zufrieden. Dann hab ich noch selber versucht Kugeln zu machen, und merkte, dass ich es nicht hinkriege, dass sie 100% rund sind, also hab ich Zylinder genommen.

Dann hab ich viele Zylinder um die Holzachse getan und die Reibung war genauso hoch wie bei einem Gleitlager. Dann hab ich mir einen Käfig gebaut, dass die Zylinder sich nicht berühren, es ist zwar besser geworden, aber immer noch mehr Reibung als mit den Kugeln.

Mir hat mal jemand gesagt, die Kugeln oder Zylinder solle ich in flüssigen Kerzenwachs kochen, damit die Oberfläche noch mehr gleitet. Hab ich getan und konnte keine Verbesserung feststellen.

Mein Favorit ist ganz Klar ein Magnet-Lager wie oben im Video. Nur hab ich halt die Befürchtung, dass man das nicht mit einem Gewicht belasten kann. Oder gibt es so starke Neodym-Magnete, die nicht absacken. Hat da jemand Erfahrung damit?
 
Was hast du denn eigentlich genau vor? Mehr als Dekoeigenschaften wirst du mit einem Lager aus Holz nicht erreichen!
Welches Holz hast du verwendet?
 
B

Benutzer182074

Gast
Hallo motmonti,

ich hab Buchenholz und Robienholz verwendet. Zwei Harthölzer. Und wieso meinst du, dass ein Lager aus Holz nicht funktionieren kann? Leonardo da Vinci hat doch auch Holzkugellager gebaut und sie in seinen Konstruktionen verwendet.

Es müsste halt gut abgedichtet sein, damit kein Schmutz reinkommt. Aber wie gesagt : Meine Favoriten sind ganz klar Magnet-Lager. Da würde es nichts ausmachen,wenn Dreck ins Lager kommt. Nämlich Achse und Loch berühren sich nicht.
 
B

Benutzer182074

Gast
wieso? hat Stahl niedrigere Reibwerte als Holz? Oder ist es vielleicht besser ich bau mir ein Gleitlager aus Metall und schmier es ordentlich mit Fett. Hat das dann evtl bessere Reibwerte als ein Kugellager aus Holz?
 
B

Benutzer182074

Gast
ich baue an einem vollgefedertem Mountainbike aus Holz. Ich wollte eigentlich alles aus Holz machen. Ich hab schon Zahnräder aus Holz gebaut, Räder, Federgabel, Rahmen und es wäre schön gewesen, ich könnte alles aus Holz machen auch die Wälzlager. Und ich bin auch immer noch am bau einer Feder aus Holz für die Federgabel.

Hier mal ein Bild:

https://fstatic1.mtb-news.de/f/5o/c...1259_100003047056900_258495_381025130_n.jpg?0

Das ist zwar nicht das, was ich gerade baue, das war ein Modell, mit dem man nicht fahren konnte. Ich versuche jetzt, das Teil so hinzukriegen, dass man damit auch fahren kann.
 
Schönes Projekt!
Die Lager drehen sich doch deiner Aussage nach, nur nicht so leicht wie die aus Stahl!
Das Kochen in Wachs ist vielleicht auch nicht so ganz das was hilft die Reibung zu verringern. Wenn man zwei Kerzen aneinander reibt flutscht das doch auch nicht so super. Ein Silikonöl wäre sicher besser!?
 
Das ist zwar nicht das, was ich gerade baue, das war ein Modell, mit dem man nicht fahren konnte. Ich versuche jetzt, das Teil so hinzukriegen, dass man damit auch fahren kann.
Ich befürchte da wird gleich mal was kaputt werden. Wäre das nicht schade um die viele Arbeit? Solange man nur vorsichtig ein bisschen hin- und herfährt, wirds denke ich gehen, aber ernsthaft einsetzen wirst du es nicht können (schon gar nicht als Mountainbike).
Sieht aber sehr gut aus!
 
ich baue an einem vollgefedertem Mountainbike aus Holz. Ich wollte eigentlich alles aus Holz machen. Ich hab schon Zahnräder aus Holz gebaut, Räder, Federgabel, Rahmen und es wäre schön gewesen, ich könnte alles aus Holz machen auch die Wälzlager. Und ich bin auch immer noch am bau einer Feder aus Holz für die Federgabel.

Hier mal ein Bild:

https://fstatic1.mtb-news.de/f/5o/c...1259_100003047056900_258495_381025130_n.jpg?0

Das ist zwar nicht das, was ich gerade baue, das war ein Modell, mit dem man nicht fahren konnte. Ich versuche jetzt, das Teil so hinzukriegen, dass man damit auch fahren kann.
Der Engländer, der m.W. die erste seefahrttaugliche Uhr mit ausreichender Genauigkeit baute, hat glaube ich Pockholz für die Lagerstellen verwendet, da es sich selbst schmiert.
 
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