Von der Wirtschaft in den Öffentlichen Dienst wechseln?

Kurze Frage, benötige kurze Antwort:

M, 46 Jahre, S.G. Elektrotechniker, mit diversen IT Fortbildungen, Erfahrung im Consulting und Projektmanagement, arbeite seit >3 Jahren in einem KMU als IT-Abteilungsleiter, 3 MA, fachliche & disziplinarische Verantwortung, Jahresgehalt ca. 65k, 40h+20h Vertrauensarbeitszeit, Home Office, Gleitzeit nach "Lust und Laune", hohe Flexibilität, kurze Entscheidungswege, KMU existiert seit 50 Jahren macht aber erst seit wenigen Jahren wieder Gewinn (Durststrecke die letzten 10 Jahre)
Problem--> An sich ist die Position super, aber ich arbeite mich kaputt, unter 50h real geht es nicht, da es sehr viel zu tun gibt. Ich bin ständig im Stress und immer für jeden und alles verantwortlich, was einen LAN-Port hat, also für alles! Zudem muss ich täglich 80km pendeln

Nun gibt es da eine Stelle im ÖD, direkt bei mir am Wohnort, als IT-Teamleiter, verantwortlich für die IT an mehr als 20 Schulen des Landkreises, TVÖD Eingruppierung 11 Stufe 3, viel unterwegs im Landkreis (was ich schon eher nicht mag), eher eine "managende Tätigkeit", wahrscheinlich weniger Stress, aber monatlich auch netto 700-800€ weniger Gehalt (was ich nicht ausgleichen kann)

Ich könnte die Stelle haben. TVÖD 11 Stufe 3 erscheint mir wenig, ist aber nichts zu machen. Gibt es da irgendetwas, was für den ÖD sprechen würde? Ein Killerkriterium contra Wirtschaft?

Danke.
 
An sich ist die Position super, aber ich arbeite mich kaputt, unter 50h real geht es nicht, da es sehr viel zu tun gibt. Ich bin ständig im Stress und immer für jeden und alles verantwortlich, was einen LAN-Port hat, also für alles! Zudem muss ich täglich 80km pendeln
Frage ist halt, wie lange hälst Du das durch ?
 
Der ÖD ist als Arbeitgeber sicherer als ein KMU.
Ob du da weniger Stress haben wirst, kann man so nicht sagen. Du bist dort als Teamleiter ja auch für alles verantwortlich und nicht wenige im ÖD schieben hunderte Überstunden vor sich her.
 
Die Stufe steigt automatisch mit den Jahren, das Problem ist im ÖD eher die Zähigkeit der Prozesse. Damit muss man leben können.
Dieser Beitrag trifft die Realität ziemlich gut.

cheers.
 
Die Stufe steigt automatisch mit den Jahren, das Problem ist im ÖD eher die Zähigkeit der Prozesse. Damit muss man leben können.
Dieser Beitrag trifft die Realität ziemlich gut.

cheers.
Selbst wenn er bis zu letzten Erfahrungsstufe kommt landet er nur bei circa 62 000 im Jahr. Muss jeder selbst wissen. Ich würde mir eher ein Großunternehmen mit Tarifvertrag suchen mit ähnlicher Position. ÖD ist bei dem Angebot keine Alternative finde ich.
 
Ich dachte, dass man ab TVÖD E10 zwingend ein Studium braucht. Stimmt das nicht? Bei allen Stellen die mich mir ab E9b angeschaut habe, war ein Bachelorstudium Voraussetzung. Oder hängt das mit deiner Erfahrung zusammen?
 
Ich kenn persönlich einen Fall wo ein alter Schulfreund Amtleiter in einem Jobcenter geworden ist, und der hat nur mittlere Reife und Dienstjahre. War wohl ein glücklicher Zufall und es hat alles gepasst, aber meines Wissens sind diese Stellen E13...
 
Wenn die jemanden haben wollen, gerade aus der freien Wirtschaft, dann gibt es auch im ÖD Mittel und Wege eine höhere Eingruppierung als üblich zu erreichen...

Ich würde das aber noch aus einer anderen Perspektive beleuchten. Du würdest ja in der Stufe aufsteigen, das heisst im ÖD gehts noch hoch und zwar automatisch. Wie hoch ist die Chance, dass du bei deinem KMU mehr Geld kriegst?

Und, und das ist wohl das Wichtigste, wie lange glaubst du, wirst du ohne negative Effekte auf deine Gesundheit 50h+ pro Woche arbeiten können?

Ich mache das auch oft, aber kriege die Überstunden danach zum Abbummeln. 50h+ jede Woche, über Jahre hinweg, könnte ich mir nur schwer vorstellen, zumal in einem sehr stressigen Umfeld...

Das musst du in deine Entscheidung mit einbeziehen. Denn wenn du dann erstmal mit den Nerven fertig bist, Mitte/Ende 40..
Dann will dich im ÖD auch keiner mehr haben...
 
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