Vergütungspflichtige Arbeitszeit/Dienstzeit/Reisezeit

Hallo liebe Techniker,

ich strebe eine neue Stelle im Service im Aussendienst an.

Leider bin ich etwas verwirrt, welche Zeiträume nun vergütet werden im Normalfall. Also unabhängig davon wieviel ich tatsächlich arbeite oder reise.

Dazu zwei Beispiele:

1. Drei Wochen China => 21 x 24 Stunden? Oder 21x 8 Stunden + An/Abreise?

2. Montags früh zum ersten Kunden. Danach werden alle Kunden abgefahren und es wird im Hotel übernachtet. Freitag 16 Uhr wieder am Heimatort. => 5x24 Stunden? Oder 5 x 8?

Danke für eure Hilfe.

Pevloc
 
Warum sollte ein Arbeitgeber dir die Zeiten ausserhalb der Arbeit bezahlen? Ist das deine erste Arbeitsstelle?
 
Es wäre meine erste Stelle im Außendienst. Ich nahm an, das die Zeit ausserhalb der regulären Arbeitszeit vergütet wird, da ja eine Nutzung der Freizeit außerhalb des Wohnorts nur sehr eingeschränkt möglich ist. Zum Beispiel habe ich meine zwei Kinder, Radsport und meine Freunde als Hobby/Freizeitbeschäftigung. Beide Dinge werden mir nicht möglich sein, wenn ich jede Woche von Montag bis Freitag abwesend bin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
bei einem ehemaligen Arbeitgeber wurden die Reisetage mit jeweils 10 Stunden gerechnet. Somit hatte man, wenn man Mo-Do. unterwegs war (1 Hotelübernachtung, ansonsten regional) + Freitag 8 Stunden rechnerisch 48 Stunden zu Buche stehen.

Ich würde das mit dem AG mal klären, wie der das rechnet, aber sicher nicht 24 Stunden... Geht ja auch nicht wg. Arbeitszeitgesetz....
 
Du denkst, die komplette Abwesenheit von Zuhause wäre bezahlte Arbeitszeit? Das wäre schön... ist aber in den seltensten Fällen Realität. Zumindest habe ich es noch nicht erlebt.
Ich kenne es so und so wird es bei mir in der Firma praktiziert:
Die Zeit startet beim Verlassen der Haustür bzw. beim Verlassen des AG, bezahlte Arbeitszeit ist die komplette Reisezeit (Auto-/Zugfahrt Flugzeit, Umsteigezeit und Wartezeit) und dann natürlich beim Kunden die Arbeitszeit und die Fahrt abends das Hotel. Dann stoppt die Zeit und geht erst wieder los, wann du das Hotel wieder verlässt. Dabei wird aus Arbeitsschutzgründen am Tag die maximale aktive Arbeitszeit von 10h nicht überschritten. Aktive Arbeitszeit ist die Arbeitszeit beim Kunden und die Reisezeit, wenn du dabei das Auto steuerst.
Natürlich gibt es auchnoch Sonderfälle wie Feiertage, Sonntage, Wartetage wegen außergewöhnliche Umstände (Wetter, Streik, etc) Die werden mit 8h/Tag berechnet.
 
Arbeitszeit ist, wenn du arbeitest oder reist, egal ob per Bahn, Flugzeug oder Auto.
Wenn du eine regelmäßige Tätigkeitsstätte hast, dann kann dein Arbeitgeber dir auch die Fahrzeit, die du von deinem Wohnort ins Büro bräuchtest, abziehen (bei uns ist das bei allerdings bei 30 Minuten pro Richtung gedeckelt -> Tarifvertrag bzw. Betriebsvereinbarung). Argumentation dahinter "Du würdest ja auch 30 Minuten privat ins Büro fahren, warum sollte deine Arbeitszeit im Außendienst dann ab der Hoteltür beginnen?"

Hast du keine regelmäßige Tätigkeitsstätte (früher hieß das UNRAST), dann läuft bei dir die Uhr, wenn du das Hotel bzw. dein Haus verlässt. Du hast ja kein Büro, in dem du regelmäßig erscheinen musst.

Bei uns hat man die Chance auf unregelmäßige Tätigkeitsstätte übrigens nur, wenn mehr als 67% der Arbeitszeit nicht im Büro stattfinden, man höchstens an 2 von 5 Tagen im Büro sein muss, o.ä.
Soll heißen, längst nicht jeder, der beruflich (viel) reist, ist auch automatisch Außendienstler ohne regelmäßige Tätigkeitsstätte...

Auch bei den Feiertagen scheint es offenbar mehrere Versionen zu geben.
Wenn ich in China bin, dann ist der 1. Mai für mich ein ganz normaler Arbeitstag, denn es zählen die Feiertage des Einsatzlandes, nicht die in Deutschland.
Wir haben auch nicht die Regelung, dass man mir für Feiertage, Sonntage, Wartetage usw. pauschal 7h gutschreibt, auch wenn ich nicht arbeite.
Kann sein, dass man da mal einen Tag auf Gemeinkosten schreiben kann, wenn man tatsächlich in Shanghai festsitzt, weil ein Taifun tobt. Aber verlassen würde ich mich darauf nicht, grundsätzlich wäre das erstmal ein Tag Freizeit. Den kannst du deinem Arbeitgeber nicht in Rechnung stellen, das ist höhere Gewalt für ihn.

Es kann dir auch passieren, dass du 2 Wochen in China sitzst, der Kunde nicht fertig wird, dein Material sich verzögert und du 2 Wochen lang nur von Montag bis Freitag 8h pro Tag Wartezeit aufschreiben kannst, Samstag und Sonntag nichts.
Die An- und Abreise inkl. neuem Visum, Bearbeitungszeiten usw. nach China liegt so im Bereich von 5 bis 7 Tagen plus Flugkosten. Da lässt man dich lieber eine oder zwei Wochen dort sitzen, statt dich für die Zeit nach Hause zu holen. Alles schon mitgemacht.

Aber wenn du jetzt schon überlegst, was dir im Außendienst alles fehlen wird... dann ist das wahrscheinlich eh nichts für dich...
Du machst Überstunden, klar... aber längst nicht so viele, wie du jetzt vielleicht noch glaubst.
Wenn ich 4 Wochen im Ausland bin, gehe ich mit ca. 80-90 Überstunden nach Hause, wenn ich jeden Samstag arbeiten kann bzw. darf.
Sonntag wird in der Regel nicht gearbeitet, das ist zu teuer. Hatte es aber auch schon, dass ich Samstag nicht arbeiten durfte, weil der Kunde es nicht wollte zum Beispiel. Dann sind es dann nicht mehr 90, sondern nur noch 60 Überstunden...
 
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