Verbreiterung einer Motorradschwinge

Guten Abend,

ich bin neu hier im Forum und hoffe, dass der Beitrag im richtigen Bereich eingestellt wurde.
Ich bin 21 Jahre alt und studiere im 2. Semester Architektur.

In meiner Freizeit schraube ich gerne an älteren Mokicks herum.
Eine davon ist die Honda CY50 aus dem Jahre 1978.

Diese möchte ich nun auf ein Zentralfederbein umbauen (wurde schon mehrfach getan).

Ich habe mir hierzu eine Schwinge einer Sachs Madass zugelegt, da diese auch der gewünschten Verlängerung entsprach.

Nun muss die Schwinge um ca. 3cm verbreitert werden.
Da ich mich im Stahlbau/Fahrzeugbau nicht auskenne, wollte ich mich hier informieren.

Ein Bild habe ich beigefügt.

Ich dachte, an den roten Strichen die Schwinge zu durchsägen und ein längeres Rohr in die jeweiligen Seiten hinein zu Stecken, welches von einem Rohr des Originaldurchmesser überstülpt ist. (War das jetzt logisch geschrieben?)

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Grüße und Prost :drink:
 

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derschwarzepeter

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Kann man, wenn man kann, aber ...
  • Ich würde eine Schweissvorrichtung bauen, die beim Schweissen die Schwingenlager fluchtend hält.
  • Das sollte jemand schweissen oder hartlöten, der´s auch WIRKLICH kann.
  • Die Schwinge muss nach dem Schweissen gerichtet werden.
  • Die Achslastverteilung verschiebt sich nach vorne.
  • Die Betriebserlaubnis erlöscht damit.

Wo willst du denn damit fahren? (Rennen werden´s kaum sein!)
 
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Guten Abend,

danke schon mal für Deine Antwort.
1. Soll nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden, sondern auf Hobbytreffen und Hobbyrennen.
Die Rennen liegen allerdings eher im Bereich eines Spaßrennen's mit ungetuneten Motoren.

2. Was bedeutet, dass sich die Achslastverteilung nach vorne verschiebt?

3. Ich würde für das Schweißen die beiden Teile am Rahmen sowie hinten eine Radnabe einbauen, sodass es "gleich" ist.

4. In wiefern muss diese gerichtet werden? Man sieht solche umbauten ja immer wieder im Bereich von Mofas, wo einfach irgendwie etwas "drangebraten" wird. Die Belastungen im 50ccm Bereich sind ja nicht gerade sehr hoch...

5. Schweißen lassen würde ich es vom Fachmann. KFZ-Meister mit Schweißschein. Oder von einem Metalfachbetrieb. Einer von beiden Bekannten wird es machen.

6. Gibt es eventuell bessere Stellen, die Schwinge zu durchtrennen? Oder das Verbreiterte Stück über die bisherige Schwinge stülpen?

Grüße

EDIT: Ich habe (noch) kein CAD Programm und werde heute Abend noch oder morgen eine Handzeichnung anfertigen die mein Vorhaben noch besser darstellt.
 
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So, habe nun mal ein paar Zeichnungen mit Illustrator erstellt.
Hierbei geht es nur um die Darstellung der Überlegungen des Schweißvorgangs.

Sollte eine andere Art und weiße stabiler sein, bitte bescheid geben.

Die originale Schwinge ist immer in Schwarz dargestellt. Farbige teile sind immer neue Rohre.
Die Zeichnungen sind nicht Maßstabsgetreu!

Zu den Bildern:

Bild1: Die Schwinge wird in der Mitte getrennt und ein Innenrohr eingesteckt (blau). Ein 3cm breites Stück (gelb) wird in der Mitte noch eingefügt um die gewünschte Verbreiterung zu erreichen. Die Federbeinaufnahme müsste erneuert werden.

Bild 2: Die Schwinge wird links und rechts von der Federbeinaufnahme getrennt. ein Innenrohr wird eingesteckt (blau). Das Mittelstück wird mittag platziert und links und rechts jeweils ein 1,5cm Rohr eingepasst (gelb). Hierbei würde die originale Federbeinhalterung bestehen bleiben.

Bild 3: Die Schwinge wird in der Mitte getrennt und ein Rohr "drüber gestülpt" (blau). In der Mitte wird ein 3cm Stück (gelb) eingefügt um die gewünschte Verbreiterung zu erzielen. Die Federbeinaufnahme müsste erneuert werden.

Grüße
 

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derschwarzepeter

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AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Komisch ... meine Antwort ist irgendwie versumpert ... also nochmal:

1. Soll nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden, sondern auf Hobbytreffen und Hobbyrennen.
Die Rennen liegen allerdings eher im Bereich eines Spaßrennen's mit ungetuneten Motoren.
Ooooh ... nicht mal ein bissi Kanaltuning, Bigbore oder Nitromethan?
2. Was bedeutet, dass sich die Achslastverteilung nach vorne verschiebt?
Das Vorderrad wird stärker als normal belastet,
wodurch es in Kurven früher wegrutscht, aber unter der unbändigen Motorleistung später hochgeht.
Die Lenkung ist schwergängiger und durch den größeren Latsch stärker gedämpft.
Das Hinterrad kann geringere Kräfte auf die Strasse übertragen
und ist mit der längeren Schwinge mit originaler Feder(-bein) weicher aufgehängt;
da wird ein härteres Federbein oder sein anderer Anlenkpunkt nötig sein.
Die Schwingenholme sind höher belastet und sollten verstärkt werden.

3. Ich würde für das Schweißen die beiden Teile am Rahmen sowie hinten eine Radnabe einbauen, sodass es "gleich" ist.
Das wird´s als Schweisslehre tun.

4. In wiefern muss diese gerichtet werden? Man sieht solche umbauten ja immer wieder im Bereich von Mofas, wo einfach irgendwie etwas "drangebraten" wird. Die Belastungen im 50ccm Bereich sind ja nicht gerade sehr hoch...
Das Richten eliminiert Schweiss- und sonstige Verzüge.

5. Schweißen lassen würde ich es vom Fachmann. KFZ-Meister mit Schweißschein. Oder von einem Metalfachbetrieb. Einer von beiden Bekannten wird es machen.
Die werden das schon können.

6. Gibt es eventuell bessere Stellen, die Schwinge zu durchtrennen? Oder das Verbreiterte Stück über die bisherige Schwinge stülpen?
Idealerweise wird die Schwinge zur Unterzug- oder Cantilever-Schwinge trianguliert,
wodurch sie wesentlich steifer wird und die Last genau dorthin leitet, wo sie hin soll: ins Federbein.
Insofern kannst du ruhig die Federbeinaufnahme wegschneiden und an der gewünschten Stelle neu machen.
Allerdings bringt der Umbau auf ein Monofederbein (so wie du das vorhast)
viel, viel höhere Belastungen an den Schwingenlagern mit sich,
die durch solidere zu ersetzen sind.
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Hallo,

und einmal wieder Danke für die ausführliche Antwort.

zu 2.: Also, die hier verwendete Schwinge ist ja bereits eine Monoschwinge, sprich die Lager, sowie die Holme sollten der Kraft schon stand halten. Ein härteres Federbein wird dann verbaut werden, bzw ein Gasdruckdämpfer dem Fahrverhalten angepasst.
Die Schwinge ist um einiges Schwerer als die Originale, was die Kraft auf die Straße an der Hinterachse ja ein wenig anhebt, oder?

Zu 6.: Was meinst Du, welche Variante ich nehmen soll?
Das mit der Federbeinaufnahme ist natürlich kein Problem, sie kann ja leicht nachgebaut werden. Mir geht es darum, wie es am stabilsten ist, sodass es nicht reist/bricht an der Stelle der Federbeinaufnahme.

Gibt es auch speziellen Stahl den ich kaufen soll?

Hier mal ein Foto des zusammengesteckten Mopeds.
Das Heck soll noch höher, das Federbein liegt lediglich am Rahmen auf.
img6734b.jpg

Grüße

 
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derschwarzepeter

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AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

UR LIEEEB!
Die Schwinge ist schon ausreichend trianguliert:
Die steifer als den Blechpressrahmen zu machen, hat keinen Sinn;
mit einer anderen Konstruktion könnte man höchstens Gewicht sparen,
denn sie schaut schon recht schwer aus. (In Relation zum Fahrergewicht wird das aber relativ egal sein.)
Für das Verbreiterungsstückerl wird das Material weitgehend wurst sein.

Was ich über die Achslastverlagerung geschrieben habe, muss ich bei dem kleinen Gestell relativieren:
Grundsätzlich ist es angeraten, bei einem Motorrad (mit Fahrer in normaler Position) 50/50 anzustreben
und HIER sollte die längere Schwinge sogar tendenziell in die richtige Richtung wirken.
(Durch Körpereinsatz lässt sich dann die Abstimmung im Rennen beeinflussen.)

Nachdem du da WIRKLICH tief in die Fahrgestelldaten reingreifst,
solltest du die wichtigste davon nicht aus den Augen verlieren: den Nachlauf.
Den solltest du unbedingt kontrollieren bzw. nachrechnen - er sollte im Bereich 50...80 mm liegen.
(Der Lenkkopfwinkel wird völlig überbewertet; du kannst damit den Nachlauf einstellen!)
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Guten Abend,

was bedeutet Nachlauf?
Und ich bin mir immer noch unsicher, welches "Verbreiterungsverfahren" ich anwenden soll!?

Ich hoffe ich gehe dir damit nicht zu sehr auf die Nerven.

Ich wollte das ganze schon mal vor einigen Jahren machen und bin froh, dass ich es erst jetzt mache und auch ein wenig durchdenke :)

Grüße
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Hi hack!
Das siehst du am Besten DA!
Der Nachlauf ist dabei (gefolgt von der Achslastverteilung) DIE relevante Größe:
Liegt der neben den "Normalwerten", wird das Moped sehr schnell zur unfahrbaren Krücke.
Auch nicht unwichtig sind die Schwerpunkthöhe (immer mit Fahrer!):
Die beeinflusst die dynamische Achslastverlagerung beim Bremsen (beschleunigen wird deine Reiben nicht heftig genug).
Mit der Reifenbreite bestimmt die z.B. die nötige Schräglage in der Kurvenfahrt,
wobei bei gleicher Geschwindigkeit mit breiteren Reifen und tieferem Schwerpunkte tiefer umgelegt werden muss.
Der Lenkkopfwinkel wird völlig überbewertet; der wirkt bestenfalls indirekt:
eben über den Nachlauf!

Idealerweise solltest du das "Verbreiterungsverfahren" anwenden, welches am Einfachsten zum Ziel führt.
Viele Schweisstellen sind da kontraproduktiv:
Keep it short and simple!
... denn kompliziert werden die Dinge von ganz allein.

Wir wollen mehr Bilder sehen ... und besonders von der fertigen Rodel! :yes:
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Alles klar, dann werde ich morgen die Schwinge mal in der Mitte zersägen und ausmessen welche Rohre ich brauche.

Ich werde einfach mal einen Projektthread draus machen und regelmäßig Bilder hochladen.
Sollte ich Fragen haben, werde ich diese hier schreiben.

Zu dem Nachlauf:
Danke für den Hinweis.
Ich werde das ganze mal nachmessen, bevor ich die Federbeinhalterung am Rahmen fest schweißen lasse.

Grüße
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Wie mache ich das, wenn ich den Punkt für die Federbeinaufnahme am Rahmen suche?

Das ist ja der Moment, bei dem ich auf den Nachlauf achten muss - aber ich kann ja nicht drauf sitzen, wenn das Federbein in der Luft hängt? (war das jetzt zu undeutlich geschrieben)

Soll ich es einfach anhand des Nachlaufs des unveränderten Originalgefährt nehmen? Natürlich da auch ohne Fahrer auf dem Sitz.

Grüße
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Wie mache ich das, wenn ich den Punkt für die Federbeinaufnahme am Rahmen suche ... ohne Fahrer auf dem Sitz ...
... kannst du das nur sehr sehr schwierig machen:
Du müsstest das rechnen
und dafür müssten die ALLE relevanten Faktoren bekannt sein.
wie die Federrate des Federbeines, exakte Geometrie, Schwerpunktlage und vieles mehr.

Nachdem die originale Rodel zumindestens eingermaßen zu bewegen war,
kannst du das Originalmaß des Nachlaufes sehr gut als Ausgangsbasis nehmen
und davon ausgehend variieren:
  • Ist die Mühle unruhig und soll´s sturer geradeaus laufen? Dann muss der Nachlauf LÄNGER werden!
  • Ist die Kraxn chopperlike nicht in die Kurve zu kriegen? Dann muss der Nachlauf KÜRZER werden!
Ganz findige bauen einen verstellbaren Nachlauf.

Es ist aber ganz und gar falsch, den Nachlauf von Anfang an mit der Höhe des Hecks einzustellen:
Sinnigerweise wird die Schwinge so aufgehängt, dass (bei verstellbaren Federbeinen mit mittlerer Vorspannung)
  1. die Hinterachse unter "normaler" Belastung auf der Linie Ritzel-Schwingenlager steht (Kettenspannung!)
  2. und sich das mit dem gewünschten Federweg einfedernde Hinterrad kontaktfrei im Rahmen ausgeht.
  3. Dabei entscheiden die Anlenkpunkte darüber, wie hart oder weich die Geschichte wird.
  4. Der der Negativfederweg soll ca. 1/3 des gesamten Federweges ausmachen.

Praktischerweise kannst du auch auf Basis der angenommenen Einfederung des Federbeines schätzen,
wo der Anlenkpunkt am Rahmen hinkommen muss und den dort provesorisch anbratzen.
Dann draufsetzen und schauen, welche Heckhöhe sich ergibt.
Gegebenenfalls kommt der Onkel Werner mit der Flex und schnippelt den wieder weg.
Ganz Findige machen den Federbein-Anlenkpunkt verstellbar.

Alles klar?
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Eine Frage noch:

Gibt's es spezielles Stahl das ich verwenden soll?

Habe alle Zeichnungen fertig gemacht und wollte diese dem Schlosser bringen...
Bilder folgen die Tage auch mal...

Grüße
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

So, habe die Halterung des Federbeins, sowie die Halterung des Schutzbleches mit der Flex entfernt und direkt alle Schweißnähte abgeschliffen.
Danach habe ich die Schwinge in der Mitte getrennt.

Nun noch das Innen- und "Über"-Rohr vermessen und eine Zeichnung anfertigen, die dann an den Schlosser gehen, sodass er mir das Herstellen kann. Werde alles etwas "größer/länger" machen und dann alles anpassen. Danach kann ich es wieder zum Schlosser bringen und schweißen lassen.

Grüße
 

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derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Eine Frage noch:

Gibt's es spezielles Stahl das ich verwenden soll?
Geh bitte!
Willst du eine 6m-Stange hochfestes Reynoldsrohr kaufen,
das nach dem Schweissen spannungsfreiglühen und tempern?
Die Schwinge ist sicher aus dem billigsten Wischi-Waschi-Stahl
und wird bei deiner Mopettn praktisch nicht belastet (prop. v³!).
Papp das mit irgend einem Material zusammen, das du in der Eisenkiste findest
und wenn es ordentlich gemacht ist,
wird es gut sein.
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Habe nun alles bei einem befreundeten Schlosser in Auftrag gegeben.
Der hat jetzt allerdings erst einmal 3 Wochen Urlaub.

Danach werde ich die Metalstücker bekommen und es kann an's Schweißen gehen.

Ich poste dann mal ein paar Bilder.

Grüße
 
AW: Verbreiterung einer Motorradschwinge

Hi!
Habe die Diskusion aufmerksam verfolgt und es liest sich echt wie ein Krimmi!!! Geil! Aber jungel lass dich nicht verarschen, denn der Nachlauf eines Mopeds hat nichts mit der breite deiner Schwinge zu tun. Achte nur darauf, wenn du Tragende Bauteile wie Schwinge oder Rahmen änderst, hast du das schon richtig gemacht, indem du ein kleineres Rohr ( passgenau ) eingeschoben hast dazwischen, kommt eine art hülse, um den abstand auszugleichen... jetzt kommts!!! die Schweißnaht am Stoß der Rohre, ist nur Optik und gegen Rost oder kondensschäden. Stabil macht das ganze, Schweißnähte entlang der Rohre... Zum Vertändniss, stelle dir eine Schweißnat am Roten Strich deiner zeichnung vor. Re. und li. hast du praktisch eine Sollbruchstelle, weil genau da der übergang von "Scheiß stabil" und " "normalwandiges Rohr" am grüßten ist.
Poste bitte weiter deine Geschichte, weil ich`s echt interresant finde!
TOM RIGHTLINK
 

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