Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Thomas

Mitarbeiter
[TEASER]Bundesweite Unterschriftenaktion zur Verankerung des staatlich geprüften Technikers / Gestalters / Betriebswirts in der Stufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmen DQR[/TEASER]

VdT – News 2010 / 3:
Der Verein der Techniker e.V. beschäftigte sich schon seit Jahren mit den großen Themen der heutigen Arbeitswelt: Dem Fachkräftemangel, der Durchlässigkeit des Bildungssystems, dem Deutschen und dem Europäischen und Deutschen Qualifikationsrahmen, EQR / DQR und die damit verbundene höhere Mobilität der Fachkräfte in Europa.

Der Verein der Techniker e.V. beschäftigt sich seit 2005 mit dem Thema Durchlässigkeit, EQR / DQR. Im Rahmen dieser Arbeit folgten Spitzengespräche und Stellungnahmen an die Verantwortlichen. Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit veranstalten wir seit 2005 unseren VdT – Bildungsgipfel, in dem wir Schwerpunktthemen wie diese aufgreifen.

Des Weiteren fand am 26. Februar 2007 ein Gespräch mit einem Vertreter der Bundesregierung im BMBF in Bonn zum Thema DQR statt, wobei festzustellen ist, dass der Verein der Techniker e.V. die erste Interessenvertretung des deutschen Technikers zu diesem Zeitpunkt das Gespräch gesucht hat! Daraufhin folgte im März 2007 unsere erste schriftliche Stellungnahme zum DQR an die Politik und die Ministerien. Die entsprechenden Antwortschreiben liegen uns vor.

Für den 4. VdT – Bildungsgipfel ( 19.01.09 in Berlin ) konnten wir Mitglieder des Deutschen Bundestages, ein Mitglied der Landesregierung von Niedersachen, und sieben Vertreter von Institutionen gewinnen, die entweder persönlich oder durch ihre Organisation Mitglied im Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) sind, Repräsentanten der Sozialpartner ( Arbeitgeberverbände / Gewerkschaften ) und Spitzenorganisationen der Beruflichen Bildung. Am 19.5.2009 folgte der 5. VdT - Bildungsgipfel, Hintergrund waren die aktuellen Beschlüsse der Kultusministerkonferenz, KMK, dazu begrüßten wir den damaligen Parlamentarischen Staatssekretär Andreas Storm, MdB, aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, Vertreter der KMK und der Sozialpartner. Es ist festzustellen, dass es in der Geschichte der dt. Technikerbewegung bis heute keine vergleichbaren Veranstaltungen gab.

Der Verein der Techniker e. V. verfasste zu Beginn des Jahres seine 2. Stellungnahme, hierzu ist zu sagen, das seit 2009 ein Vorschlag zum Deutschen DQR vorliegt. Die Stellungnahmen wurden federführend von Stefan Platzek, Generalsekretär, Verein der Techniker e.V. (VdT) und Schulleiter der Berliner Technikerschule unter der Mitwirkung von Peter Schühly, staatlich geprüfter Bautechniker und 1. Vorsitzender, erstellt. Informationen zum DQR finden Sie unter: http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de


Der Nationale Qualifizierungsrahmen sollte sich am Entwurf des Europäischen Qualifizierungsrahmens EQF orientieren und dessen Rahmen (Niveaustufen / Levels) übernehmen. Dieser muss transparent und leichtverständlich für Unternehmen, Studierende und Bildungseinrichtungen bis hin für jeden EU-Bürger sein. Ein Qualifikationsrahmen muss im nationalen und internationalen Bereich anwendbar sein, insbesondere, wenn Qualifikationen grenzüberschreitend erworben werden.

Der Verein der Techniker e.V. fordert einen transparenten europäischen und nationalen Qualifizierungsrahmen, in dem die berufliche Bildung und die dadurch erworbenen Qualifikationen ihre volle Berücksichtigung findet, indem ein gerechtes Leistungspunkte-System geschaffen wird und indem lebenslanges Lernen in der beruflichen Bildung genauso anerkannt und damit berücksichtigt wird, wie ein Fachhochschul- oder Hochschulabschluss.

Die Niveaustufen sollen momentan in drei Kategorien beschrieben werden:
• Kenntnisse, Fertigkeiten, persönliche und fachliche Kompetenz.

Die Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz beschreiben in der beruflichen Bildung fünf Kategorien, die aus unserer Sicht sinnvoll erscheinen, da eine höhere Transparenz erreicht wird:

• Handlungskompetenz, Fachkompetenz, Personalkompetenz, Sozialkompetenz, Methoden- und Lernkompetenz.




Über den nationalen Qualifizierungsrahmen muss die horizontale wie vertikale Durchlässigkeit der Bildungssysteme erreicht werden.

Der DQR ist im Entwurf in 8 Levels unterteilt wobei die Stufen 6, 7, 8 laut den ersten Vorstellungen der Hochschulseite nach den Hochschulabsolventen vorbehalten sein sollten. Diese Forderung läst sich im Augenblick von Seiten der Hochschullobby nicht mehr unbedingt aufrecht erhalten. Der staatlich geprüfte Techniker ist in der Wirtschaft auf der Ingenieursebene tätig. Daher entspricht er seiner Kompetenzfähigkeiten der Niveaustufe 6.

Geschichte

Der „Lissabon-Prozess“ ist derzeit die zentrale Entwicklung in der europäischen Berufsbildungszusammenarbeit. Im Hinblick auf die Verwirklichung des Ziels eines „europäischen Bildungsraumes“ bzw. der auf dem Europäischen Rat in Lissabon festgelegten Forderung, Europa bis zum Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, haben die EU-Kommission und die Bildungsminister von 31 europäischen Ländern eine verstärkte europäische Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung in Angriff genommen und kürzlich eine Reihe wichtiger Dokumente vorgelegt, die die zukünftige Entwicklung entscheidend mitgestalten werden.

Ein zentrales Merkmal des „Lissabon-Prozesses“ ist seine Fokussierung auf die Förderung des lebenslangen Lernens. Von der Kommission wurde im Juli 2005 ein Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) als Metarahmen verabschiedet.

Der nachfolgende Konsultationsprozess, der in den einzelnen Mitgliedsstaaten durchgeführt wird, hat zu Nationalen Qualifikationsrahmen in einzelnen Mitgliedsländern geführt, die quasi als „Übersetzungshilfe“ von national bedeutsamen Qualifikationen zum EQR dienen sollen.

Daher fordert der Verein der Techniker e.V. die Einstufung des Staatlich geprüften Technikers in die Niveaustufe 6.

Um diese Forderung politisch Nachdruck zu verleihen, starten wir hiermit eine bundesweite Unterschriftenaktion und rufen Sie hiermit auf, sich an dieser zu beteiligen.




Mit freundlichen Grüßen



Peter Schühly
1. Vorsitzender
Die Unterschriftenaktion ist abgeschlossen.

weitere News zum Deutschen Qualifikationsrahmen: http://www.techniker-forum.de/news-24/die-neuen-vdt-news-sind-eingetroffen-70983.html
 
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AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

find ich ne super sache, habs leider heute erst gesehen sonst hät ich es mal zur DAA-Prüfung mitgenommen. Wären sicherlich ein paar Unterschriften dazugekommen.

Schade ist nur das die News auf der Vdt-Seite nicht zu lesen ist oder finde ich sie dort nur nicht?
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Wieder so eine sinnlose Aktion...
Warum wird eigentl. ständig versucht irgend welche sachen hin und her zu deuten?
Wir sind keine Akademiker (mir wurde gesagt das nicht mal einfach zu einen Modul angerechnet werden könnte - und rein rechtlich habe ich durch eine zu Satz Prüfung Grade mal die FHR erworben) also warum sollten wir uns in diese ecken stellen wollen?
Damit diskreteren wir den Techniker nur selber!

(ich lege auch gar nicht soviel wert mit den bachlorer auf einer Stufe zu sein;D)
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Wieder so eine sinnlose Aktion...
Warum wird eigentl. ständig versucht irgend welche sachen hin und her zu deuten?
Wir sind keine Akademiker (mir wurde gesagt das nicht mal einfach zu einen Modul angerechnet werden könnte - und rein rechtlich habe ich durch eine zu Satz Prüfung Grade mal die FHR erworben) also warum sollten wir uns in diese ecken stellen wollen?
Damit diskreteren wir den Techniker nur selber!

(ich lege auch gar nicht soviel wert mit den bachlorer auf einer Stufe zu sein;D)

Ich glaube nicht, das das eine sinnlose Aktion ist! Im Gegenteil!
Sinn und Zweck des Qualifikationsrahmens ist es, UNTERSCHIEDLICHE aber GLEICHWERTIGE Qualifikationen in einen verbindlichen Rahmen einzuordnen.
Es geht also nicht darum, das wir uns mit wem auch immer in die gleiche Ecke stellen wollen!

Wenn man mal etwas nach vorne schaut, in die Zeit nachdem der deutsche und der europäische Qualifikationsrahmen verbindlich verabschiedet sein werden, kann man sich leicht ausmalen wie enorm wichtig die aus unserer Sicht richtige Einordnung des Technikers werden wird:

Als Techniker hast du es meist schwer, für deine Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Jedenfalls, wenn in deinem Betrieb oder Abteilung auch Dip.-Ings. die gleiche Arbeit machen. Auch wenn du sehr gute Arbeit leistest und auch wenn du in deinem Aufgabengebiet dich nicht hinter einem studiertem Kollegen mit Dipl.-Ing. (oder zukünftig mehr Bachelor) zu verstecken brauchst. Denn es ist heute einfach noch so, das ein Studium mehr zählt.

Der Wunsch nach mehr Geld wird heute gerne abgeblock mit dem Hinweis, das man ja "nur" den Techniker in der Tasche hat, der Kollege aber (der schon mehr Geld bekommt) den Dipl.-Ing. Schließlich "geht es ja nicht an, das ein Techniker genausoviel verdient wie ein Ing.", selbst wenn der Techniker die gleiche Arbeit macht.

Zukünftig, wenn es tatsächlich klappt den Techniker in Stufe 6 anzusiedeln, kann man bei Gehaltsverhandlungen einfach auf den Qualifikationsrahmen verweisen und sagen "Hier Chef, ich habe mein Wissen und Können zwar auf andere Weise als ein Bachelor erworben, aber mein Wissen und Können ist GLEICHWERTIG. Also gib mir gefälligst auch das gleiche Geld!"

Ich finde diesen Vorstoß sehr gut und wichtig und werde auf jeden Fall meine Unterschrift dafür geben!
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Ich glaube nicht, das das eine sinnlose Aktion ist! Im Gegenteil!
Sinn und Zweck des Qualifikationsrahmens ist es, UNTERSCHIEDLICHE aber GLEICHWERTIGE Qualifikationen in einen verbindlichen Rahmen einzuordnen.
Es geht also nicht darum, das wir uns mit wem auch immer in die gleiche Ecke stellen wollen!

Wenn man mal etwas nach vorne schaut, in die Zeit nachdem der deutsche und der europäische Qualifikationsrahmen verbindlich verabschiedet sein werden, kann man sich leicht ausmalen wie enorm wichtig die aus unserer Sicht richtige Einordnung des Technikers werden wird:

Als Techniker hast du es meist schwer, für deine Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Jedenfalls, wenn in deinem Betrieb oder Abteilung auch Dip.-Ings. die gleiche Arbeit machen. Auch wenn du sehr gute Arbeit leistest und auch wenn du in deinem Aufgabengebiet dich nicht hinter einem studiertem Kollegen mit Dipl.-Ing. (oder zukünftig mehr Bachelor) zu verstecken brauchst. Denn es ist heute einfach noch so, das ein Studium mehr zählt.

Der Wunsch nach mehr Geld wird heute gerne abgeblock mit dem Hinweis, das man ja "nur" den Techniker in der Tasche hat, der Kollege aber (der schon mehr Geld bekommt) den Dipl.-Ing. Schließlich "geht es ja nicht an, das ein Techniker genausoviel verdient wie ein Ing.", selbst wenn der Techniker die gleiche Arbeit macht.

Zukünftig, wenn es tatsächlich klappt den Techniker in Stufe 6 anzusiedeln, kann man bei Gehaltsverhandlungen einfach auf den Qualifikationsrahmen verweisen und sagen "Hier Chef, ich habe mein Wissen und Können zwar auf andere Weise als ein Bachelor erworben, aber mein Wissen und Können ist GLEICHWERTIG. Also gib mir gefälligst auch das gleiche Geld!"

Ich finde diesen Vorstoß sehr gut und wichtig und werde auf jeden Fall meine Unterschrift dafür geben!

Dem kann ich nur zustimmen, ich sehe die ganze Aktion aus der gleichen Sichtweise. Als Techniker steht man doch immer hinten an, entweder entwerten einen die Bachelors oder man ist im Handwerk der weil die verkrusteten Strukruren dort nur den Meister kennen.Denn auch der Meister wird doch immer dem techniker gegenüber bevorzugt, weil die HWS überall den Daumen drauf halten.

Mit der Einstufung in diese Gruppe wird dem Techniker ja vielleicht mal die Aufmerksamkeit zu teil, die er auch mal verdient hat.
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Das ganze ist in meinen Augen überhaupt nicht sinnlos, denn es geht eigentlich darum, ob der Techniker überhaupt in Zukunft als Weiterbildung gegenüber der Gesellenprüfung angesehen wird.

Nach DQR/EQR werden in Zukunft alle Berufsbildungsabschlüsse in Europa in 6 Stufen eingruppiert.

Stufe 6 wird wie folgt definiert:

"Es soll über neuestes Fachwissen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches verfügt werden …" (das wäre der Bachelor)
"… oder über breites integriertes berufliches Wissen einschließlich der fachlichen Entwicklung verfügt werden." (das wäre dann der Techniker)

Stufe 5 entspricht der Gesellenausbildung.

Schafft es also der Techniker/Gestalter etc. nicht, sich in Stufe 6 zu platzieren, würde der Techniker in Zukunft in allen EU-Staaten und wahrscheinlich auch in D, in Stufe 5 rutschen und somit genauso entlohnt werden (Tarifverträge!) wie ein Geselle.

Und dafür haben wir doch keinen Fachschulabschluss gemacht!

Es geht also nicht darum, den Techniker zum Akademiker zu machen, sondern darum, den Techniker gegenüber dem Gesellen zu retten!

Ich denke, diese Dimension sollte einem auch deutlich sein, wenn man über das Thema EQR/DQR/Bachelor/Techniker diskutiert.
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Das ist doach alles quatsch - bei ERA spielt der Abschluss gar keine rolle...
dh man erhält für die selbe Arbeit das gleiche Gehalt .

"… oder über breites integriertes berufliches Wissen einschließlich der fachlichen Entwicklung verfügt werden."
hm, wenn stufe 5 der Geselle ist - wo ist der Meister angesiedelt ?

Mich nervt halt immer dieses gerollte mit den aufwerten der Abschlüsse (dh nicht das eine richtige Einordnung nicht gut ist)...

"aber mein Wissen und Können ist GLEICHWERTIG" den wie soll "Fachwissen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches verfüg" mit "berufliche[n] Wissen" direkt verglichen werden oder gar gleichwertig sein?
Und verfügt ein Geselle mit Berufserfahrung nicht auch über fachliches Wissen und sogar noch mehr Praxis...dafür haben wir ja auch mal eine Ausbildung gemacht;D
Und wenn es eine "GLEICHWERTIG" geben soll - kann man den mit Techniker promovieren!?
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Dito
Es geht nicht darum, mit dem Dipl Ing auf einer Ebene zu stehen. Techniker sind definitiv keine Akademiker bzw oder Ing's.
Es geht einfach nur darum, nicht mehr auf der selben Stufe zu stehen wie der normale Facharbeiter, der eben nicht die Weiterbildung gemacvht hat.
Es fehlt einfach eine Niveau Stufe zwischen Facharbeiter und Dipl Ing
Von mir aus könnte das auch Stufe 5,5 sein ;-)
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Das ganze ist in meinen Augen überhaupt nicht sinnlos, denn es geht eigentlich darum, ob der Techniker überhaupt in Zukunft als Weiterbildung gegenüber der Gesellenprüfung angesehen wird.

...

Schafft es also der Techniker/Gestalter etc. nicht, sich in Stufe 6 zu platzieren, würde der Techniker in Zukunft in allen EU-Staaten und wahrscheinlich auch in D, in Stufe 5 rutschen und somit genauso entlohnt werden (Tarifverträge!) wie ein Geselle.

Und dafür haben wir doch keinen Fachschulabschluss gemacht!

Im öffentlichen Dienst ist das (=gleiche Bezahlung von Gesellen/Facharbeitern und /Meistern/Technikern) inzwischen übrigens schon teilweise bittere Wirklichkeit:

Bei der Ablösung von BAT und anderen bisherigen Tarifverträgen (BMT-G Bundesmanteltarifvertrag für die ArbeiterInnen der Gemeinden, MTArb Mateltarifvertrag für die ArbeiterInnen des Bundes und der Länder) in den Jahren 2005/2006 durch den TVöD bzw. TV-L sind alle vorhandenen Mitarbeiter "übergleitet" worden. D.h. aus ihren bisherigen Lohn- und Gehaltsgruppen sind die Mitarbeiter in die neuen Gruppen des TVöD/TV-L eingruppiert worden. Meister und Techniker waren im BAT im Regelfall bis maximal BAT Vb eingruppiert. Für bestqualifizierte Gesellen und Facharbeiter gab es die Lohngruppe 9 im MTArb.

Nach der Überleitung sind diese Meister, Techniker, Gesellen und Facharbeiter alle in der neuen Entgeltgruppe EG9 von TVöD/TV-L gelandet!!!

Damit ist die Geschichte übrigens noch nicht zu Ende. Mit der Einführung von TVöD/TV-L wurde noch keine neue Entgeltordnung vereinbart. Das soll demnächst nachgeholt werden.

Der Haken dabei: soweit bislang bekannt, sollen zukünftig Bachelor in EG9 eingruppiert werden. Folge: die bisherige Eingruppierung der Techniker/Meister (und Gesellen/Facharbeiter) in EG9 ließe sich dann natürlich nicht halten (wir erinnern uns: nach dem heutigen Stand der Dinge, ist ein Studium mehr wert als ein Techniker!).
Wie im öffentlichen Dienst üblich, würde es dann für die Betroffenen eine Besitzstandwahrung geben, die alldings nicht viel Wert ist, weil der Besitzstand mit künftigen Tariferhöhungen Stück für Stück verrechnet würde.

Wie man leicht sehen kann, wird der Techniker im öD von der Wertigkeit her überhaupt nicht gewürdigt. Das war zwar schon immer so, aber durch die neuen einheitlichen Tarifverträge wird es jetzt so richtig sichtbar.

Da könnte eine geeignete Einstufung des Technikers im DQR/EQR eine entscheidende Wendung bringen...
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

anscheint gibt es stimmen die den Meister auch auf stuffe 6 wollen
dh "Bachelor/Techniker/Meitser" aber die Einteilung erscheint mir etwas willkürlich - warum ist jmd. mit zwei jähriger Ausbildung soviel weniger Qualifiziert als mit 3jähriger? (Techniker geht auch länger als Meister...)
Und warum gibt's wenn Berufserfahrung soviel mit reinzählt keinen schlüssel der mit Hinsicht auf Berufserfahrung die eigene Qualifikationstuffe hebt?
(Dann könnte man wenn man in Rente geht auch Stuffe 8 erreichen;D)

Also so optimal finde ich das System auch nicht...

Torxbohrer: das stimmt so nicht... Also wir hatten min. ein Lehrer an der Berufsschule der auch selber Techniker war. Und Lehrer ist ja prinzipiell einen Akademiker vorbehalten, was im aber durch seinen Techniker auch möglich war (ob es sich finanziell gelohnt hat sei dahin gestellt)
 
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AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

...
"aber mein Wissen und Können ist GLEICHWERTIG" den wie soll "Fachwissen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches verfüg" mit "berufliche[n] Wissen" direkt verglichen werden oder gar gleichwertig sein?
...

Allein diese Fragestellung zeigt, das du das Konzept überhaupt nicht verstanden hast bzw. du dich damit noch überhaupt nicht beschäftigt hast!

Anstatt also hier mit "Das ist doach alles quatsch" oder "Wieder so eine sinnlose Aktion" zu "argumentieren", macht dich besser erst mal Schlau!
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Es fehlt einfach eine Niveau Stufe zwischen Facharbeiter und Dipl Ing
Von mir aus könnte das auch Stufe 5,5 sein ;-)

Naja, der Dipl. Ing wird zwar auf Stufe 6 angesiedelt, ist aber definitiv kein Bachelor. Zukünftig werden ja keine Dipl. Ings mehr ausgebildet sondern eben Bachelors.

Zitat von chinantek:
wie soll "Fachwissen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches verfüg" mit "berufliche[n] Wissen" direkt verglichen werden oder gar gleichwertig sein?
Das hab ich mir nicht so ausgedacht, sondern das steht in den Richtlinien des DQR so:

Zitat von dqr:
Über breites und integriertes Wissen, einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagen, sowie über neuestes Fachwissen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches

oder

über breites und integriertes berufliches Wissen einschließlich der aktuellen fachlichen Entwicklungen verfügen.

Über einschlägiges Wissen an Schnittstellen zu anderen Bereichen verfügen.

Kann man hier nachlesen:
http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de/SITEFORUM?t=/contentManager/selectCatalog&e=UTF-8&i=1215181395066&l=1&ParentID=1215772627052&active=no

Ganz unten auf der Seite der Link "Zum Stand der Umsetzung"

Dann öffnet sich ein PDF und auf Seite 11 ist das Niveau 6 beschrieben.

Allgemein werden die Kompetenzen eben laut KMK dem Techniker zugeschrieben (die Lehrpläne bilden eben auf dieses Niveau aus – oder sollen es. Damit hast Du dann mit diesem Abschluss den Rechtsanspruch, diese Qualifikationen zu besitzen).

Das selbe gilt für Niveau 5. Die hier beschriebenen Kompetenzen entsprechen dem Niveau, dass gemäß Kultusministerkonferenz (KMK) durch die Teilzeitberufschule (Gesellenbrief) erreicht wird.

Es hat also nichts damit zu tun, was wir so meinen für Ausbildungsgängen diesen Kompetenzen zuzuschreiben, sondern was die Institutionen, die die Lehrpläne und Bildungsstandards definieren diesen Bildungsgängen für Kompetenzen zuschreiben.

Fakt ist aber, dass diese Niveaustufen definitiv eingerichtet werden. Und dass es an uns liegt, ob wir es schaffen uns vom Gesellen abzuheben oder nicht.
Und zukünftige Entwicklungen in den Tarifverträgen werden sich eben auch an diesen Niveaus orientieren, denn die Gewerkschaften sind im DQR/EQR eingebunden!
 
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Ich stehe zudem was ich geschrieben habe.
Ich finde den Vergleich etc.. Fragwürdig übrigens tun das alle renommierten Stellen auch...zB (HRK und die KMK und zumindest die KMK sollte doch nicht als Lobbyist gelten!)

Die Sache ist doch die das ein Ranking der Abschlüsse erstellt wird und diese Abschlüsse haben verschiedene Ziele (Bachelor ziel auf erlernen wissenschaftlicher Arbeitsfähigkeit und Vorbereitung auf Promotion) und Techniker zielt auf direkten wieder einstieg ins Berufsleben und Themen wir "Mitarbeiterführung" etc lassen sich doch nur schwer an einen Abschluss festmachen... Warum sollte jemand der habilitiert Mitarbeiter besser führen und leiten können als jmd. mit Techniker etc.)
Die Gruppierung ist zu wenig differenziert und vergleicht Abschlüsse die nichts mit einander zu tun haben...Stuffe 1 Förderschule Stuffe4 Abitur...
dh jmd mit Abi ist besser Qualifiziert als jmd mit Ausbildung....WOW mE ist das alles nicht vergleichbar!
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

das stimmt so nicht... Also wir hatten min. ein Lehrer an der Berufsschule der auch selber Techniker war. Und Lehrer ist ja prinzipiell einen Akademiker vorbehalten, was im aber durch seinen Techniker auch möglich war (ob es sich finanziell gelohnt hat sei dahin gestellt)

Als Techniker kannst Du Fachlehrer werden (zumindest in Hessen, BaWü und Bayern).
Genau deshalb habe ich den Gestalter gemacht, habe mich gerade auf eine Fachlehreranwärterstelle erfolgreich beworben.
Der Fachlehrer unterrichtet nur ein Fach (daher der Name) und bekommt nur eine Entlohnung nach Beamtentarif A10 – in Hessen. Der Studienrat steigt demgegenüber mit A13 ein.

Außerdem kann der Fachlehrer maximal bis A12 aufsteigen und ohne ein weiteres Hochschulstudium keine Leitenden Positionen im Schulbetrieb aufnehmen.

Der Studienrat kann bis A16 aufsteigen (dann nennt er sich aber Studiendirektor – das entspricht dem Schulleiter).

A13 ist in etwa 25% mehr als A10.

Fachlehrer werden allerdings immer nur eingestellt, wenn der vorhandene Bedarf mit Studienräten nicht gedeckt werden kann.
 
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Bachelor ziel auf erlernen wissenschaftlicher Arbeitsfähigkeit und Vorbereitung auf Promotion

Das stimmt so nicht. Der Bachelor ermöglicht nicht die Promotion! Dafür musst Du vorher noch einen Master machen. Und zum Master wirst Du nur zugelassen, wenn Du den Bachelor mit 2 oder besser abschließt!

Und auch der DIpl. FH ist keine Berechtigung zu promovieren. Auch der FH-Dipl. muss zuvor einen Master-Abschluss machen, bevor er zum Doktoranden-Studium zugelassen wird.

Ziel der Einführung der Bachelor-Studiengänge war es ja gerade, über die Hochschulen für das Berufsleben auszubilden, das Studium praxisorientierter zu machen und gegenüber einem Magister/Uni-Diplom schneller zu Berufsqualifizierenden Abschlüssen zu kommen.

Daher berechtigt der Bachelor auch nicht zur Promovierung. Der Bachelor hat noch keine genügend umfangreiche wissenschaftliche Ausbildung genossen. Deswegen heisst es ja auch "… in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches …" im DQR.

Der Bachelor qualifiziert für das mittlere Management, und genau das macht der Gestalter/Techniker auch.

Historisch war es doch so:

Hauptschüler wird zum Handwerker
Realschüler soll ins mittlere Management/Kaufmann werden
Abitur bereitet auf eine Wissenschafliche Laufbahn vor.

Nun wurde durch die Proteste in den 70er Jahren das BAFöG eingeführt und somit das Hochschulstudium auch für weniger privelegierte Bevölkerungsschichten finanzierbar.

Problem: Es wurden zu viele Wissenschaftler ausgebildet und zu wenige "Praktiker" um es mal so auszudrücken.
In den 90ern war es doch üblich, dass man bei McDonalds von Doktoren der Soziologie etc. bedient wurde und der Taxifahrer gerade seinen Dr in Chemie gemacht hatte.
Denn soviele Wissenschaftler wurden einfach nicht benötigt.

Daher wird nun mit dem Bachelor wieder für das Arbeitsleben ausgebildet.
Es wird ja auch im Rahmen der Studentenproteste kritisiert, dass der Bachelor zu wenig zum kritischen Denken erzogen wird und das Bachelor-Studium stark verschult wird.
Das sind auch meine Erfahrungen, es wird gerade im Grundstudium viel mehr auswendig gelernt als kritische Auseinandersetzung mit der Thematik betrieben – ich Studiere auch noch nebenbei an der Uni.

Ach ja und dass das die Hochschulrektorenkonferenz nicht gerne sieht, dass ihnen der alleinige Anspruch auf Stufe 6 strittig gemacht wird ist doch klar. Hier wird meiner Meinung nach nicht nach wissenschaftlichen Beweggründen entschieden, sondern es geht um reines Besitzdenken.
 
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AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Ich stehe zudem was ich geschrieben habe.
Was willst du damit sagen? Völlig unabhängig von Inhalt, bleibt dir (und mir) nichts anderes übrig, als zum geschriebenen zu stehen. Schließlich ist das hier ein öffentliches Forum das von vielen gelesen wird und kein stilles Kämmerlein.

Wenn du also schreibst "Ich stehe zudem was ich geschrieben habe." kannst du damit eigentlich nur meinen: "Was ich geschrieben habe ist richtig!"

Und das wiederum ist falsch! ;)
Wie auch die Antworten von ki7, die von Kenntnis der Materie zeugen, gezeigt haben.



Ich finde den Vergleich etc.. Fragwürdig übrigens tun das alle renommierten Stellen auch...zB (HRK und die KMK und zumindest die KMK sollte doch nicht als Lobbyist gelten!).
Zur HRK hat ki7 schon etwas geschrieben und was die KMK angeht, so paßt dort das Attribut "renomiert" sachlich nicht so ganz.

Die KMK ist eine aufgrund der Kulturhoheit der Länder zwangsweise notwendige Einrichtung, die u.a. für ein gewisses Mindesmaß an Einheitlichkeit im Bildungswesen sogen soll. Mal davon abgesehen, das dort in Vorfeld sicherlich sehr viel sachorientierte Arbeit geleistet wird, so werden die letzlichen Entscheidungen auf Ministerebene getroffen. D.h. der übliche, mit Sachargumenten verbrämte Parteien- und Lobbyhickhack, den man auch sonst in der Politik mehr als häufig antrifft, führt dort vielfach die Feder.

Das heißt nicht, das dort in unproblematischen Bereichen nicht auch gute Arbeit geleistet wird. Kaum aber geht es um eine Entscheidung, die zumindest langfristig starke Auswirkungen auf tradierte gesellschaftliche Ansichten erwarten läßt, wird in das übliche Muster verfallen: "Was nicht seien kann, das nicht seien darf!"
 
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Zur HRK hat ki7 schon etwas geschrieben und was die KMK angeht, so paßt dort das Attribut "renomiert" sachlich nicht so ganz.

Genau, um es mal in anderen Worten etwas deutlicher auszudrücken:

Die Kultusminister sind natürlich auch Mitglieder einer Landesregierung, welche eine Haushaltsplanung hat und Entscheidungen zu treffen hat, wie die Landes-Angestellten zu entlohnen sind.
Sie sind also definitiv Teil der Arbeitgeber-Seite, wenn es um den Interessenkonflikt Entlohnung/Arbeitnehmer/Arbeitgeber geht.
Ganz abgesehen von den Interessen, die diese Damen und Herren durch ihre häufig anzutreffende Verflechtung mit der Wirtschaft haben. Auch hier besteht naturgemäß der Wunsch, die Bezahlung der Angestellten möglichst gering zu halten, auch in anderen Tarifverträgen als dem TVÖD.

Die ganze Frage in diesem Spiel ist nun einfach, wie wir Techniker/Gestalter uns selbst in diesem Spiel sehen. Zeigen wir, dass wir nicht bereit sind eine Bezahlung zu akzeptieren, die auf dem selben Niveau liegt, wie die eines Gesellen, entsteht politischer/öffentlicher Druck, der in die Waagschale um die Auseinandersetzung um unsere Entlohnung gelegt werden kann.
Signalisieren wir jedoch, dass nur wenige Einzelne eine Einstufung in Niveau 6 als angemessen sehen, wird es für die Arbeitgeber-Seite um so einfacher, für uns auch geringere Löhne durchzudrücken.
 
AW: Unterschriftenaktion zum Deutschen Qualifikationsrahmen

Ich hab die Dokumente bzw. diesen Artikel mal an meinen Ex-Klassenlehrer weitergeleitet. Der schreibt zur Zeit seine Doktorarbeit darüber. Und seine Arbeit/Studie fließt auch in die Einstufung der Techniker in der Bundesrepublik Deutschland mit ein.

Gruß
 

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