Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

Dieses Thema im Forum "Weiterbildungsmöglichkeiten" wurde erstellt von DanielaH, 27 Feb. 2007.

  1. Hallo Leute,

    wie einige von euch schon mitbekommen haben, habe ich die Technikerausbildung nicht durchlaufen. Nichts desto weniger haben die letzten Diskussionen mein Interesse doch ein wenig geweckt. Meine einzigen Erfahrungen mit der Technikerausbildung und deren Unterschiede zum Ingenieurstudium beschränken sich auf die Aussagen eines Bekannten. Mich würde aber einmal interessieren, welche Erfahrungen ihr bisher gemacht habt. Welche Unterschiede gibt es bei den Anforderungen? Sind die Anforderung an einer Hochschule höher oder vielleicht doch die einer Fachschule? Welche fachlichen Unterschiede existieren, abgesehen von den, aus det kürzeren Ausbildungszeit eines Technikers resultierenden? Wird vielleicht die gleiche Fachtiefe und Fachbreite an der Fachschule vermittelt, wie an einer Hochschule?

    Ich hoffe doch mal, dass hier im Forum einige dabei sind, die den Techniker hinter sich haben und studieren bzw. studiert haben. Ohne irgendjemand hier vor den Kopf stoßen zu wollen, fände ich es super, wenn sich nur dieser Personenkreis zu Wort melden würde. Alle anderen können wie ich nur spekulieren und Vermutungen anstellen, was aber niemanden hilft und nur zu unnötigen Diskussionen führt.

    Ich hoffe doch mal, dass ich jetzt das richtige Forum treffe.
     
  2. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Hallo Daniela,

    ich kann nur aus der Sicht des Maschinenbaus berichten. Die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker um-fasst einige Fächer die es auch in einem Studium gibt, allerdings geht ein Maschinenbau Studium wesentlich weiter und auch wesentlich tiefer in ein Fachgebiet hinein als eine Fachschule. Als Übersicht habe ich einmal ei-ne Fächeraufstellung aus einem Maschinenbaustudium angehängt.


    Mathematik I
    Allgemeine Grundlagen: Reelle Zahlen, Gleichungen, Ungleichungen, Lineare Gleichungs-systeme,Binomischer Lehrsatz, Komplexe Zahlen; Vektoralgebra: Vektorrechnung im drei-dimensionalenRaum und Anwendung; Funktionen und Kurven: Definition, Darstellung, Ei-genschaften,Grenzwerte, Stetigkeit und Arten von Funktionen; Differenzialrechnung: Ablei-tung von Funktionen, Ableitungsregeln und Anwendung.
    Mathematik II
    Integralrechnung: Definition, Eigenschaften, Integrationsmethoden und Anwendungen von unbestimmten und bestimmten Integralen; Differenzialgleichungen: Definition, Aufstellen und Lösen gewöhnlicher DGln 1. und 2. Ordnung, Anwendungen, Systeme von linearen DGln, Laplace-Transformation.
    Mathematik III
    Potenzreihen: Definition, Erstellen und Anwenden von Potenzreihen; Fourierreihen; Lineare Algebra: Grundlagen und Anwendung der Matrizenrechnung, Algorithmen; Weiterführende Differenzial- und Integralrechnung für Funktionen mit einer unabhängigen Veränderlichen; Funktionen mit mehreren unabhängigen Veränderlichen: Grundlagen, partielle Ableitungen, relative Extremwerte, Linien- und Kurvenintegrale; Numerische Mathematik: Grundlegende Vorgehensweisen und wichtige Verfahren.
    Experimentalphysik
    Physikalische Größen, SI. Atomphysik: Bohrsches Atommodell. Strahlungsemission. Laser, Röntgenstrahlung, Radioaktivität und ihre Anwendungen in Technik. Schwingungs- und Wel-lenlehre, Akustik: Ort-Zeit-Funktion, Schallwellen, Ultraschall. Reflexion, Brechung, Interfe-renz, Beugung. Strahlenoptik. Optische Instrumente.
    Informatik I
    Algorithmen: Darstellung und Modularisierung von Algorithmen, Rekursive und parallele Al-gorithmen;Datenstrukturen: Allgemeine Begriffe, spezielle Datenstrukturen, objektorientierte
    Programmierung; Grundlagen der Informatik: Historischer Rückblick, Hardware und Soft-ware,Software Engineering, Zahlensysteme, Darstellung von Information, Schaltalgebra.
    Informatik II
    Programmierung mit einer höheren Programmiersprache: Arbeiten mit Funktionen und Pro-zeduren, Datenstrukturen allgemein und definierbare, ordinale, und strukturierte Datentypen,
    Arbeiten mit Zeigertypen und Objekten, spezielle Anwendungen im Maschinenbau.
    Labor für Informatik I
    Arbeiten unter Windows, Arbeiten mit einer höheren Programmiersprache, Entwicklung von
    Programmen, einfache und strukturierte Anweisungen, Arbeiten mit Textdateien, Anwenden
    von Prozeduren und Funktionen.
    Labor für Informatik II
    Arbeiten mit Units und Anwenden von Compiler-Befehlen, Anwenden der Unterprogramm-technik.Arbeiten mit indizierten Größen, beliebig zusammengesetzten Größen, datensatzori-entierten Dateien und Mengen durch Anwendung von definierbaren Datentypen. Arbeiten mit Zeigertypen und Objekten.
    Experimentalphysik
    Physikalische Größen, SI. Atomphysik: Bohrsches Atommodell. Strahlungsemission. Laser, Röntgenstrahlung, Radioaktivität und ihre Anwendungen in Technik. Schwingungs- und Wel-lenlehre,Akustik: Ort-Zeit-Funktion, Schallwellen, Ultraschall. Reflexion, Brechung, Interfe-renz,Beugung. Strahlenoptik. Optische Instrumente.
    Labor für Experimentalphysik
    Fehlerrechnung. Durchführung von Laborversuchen: Untersuchung von gedämpften und erzwungenen Schwingungen, Bestimmung des Schubmoduls und des Trägheitsmomentes durch Drehschwingungen, Pendelversuch zur Bestimmung der Fallbeschleunigung, Ermitt-lung der Zähigkeit von Flüssigkeiten nach Stockes, der Schallfrequenz mit dem Resonanz-rohr (Stehende Welle) und der Brennweite von Linsen.
    Wärmelehre
    Zustandsgrößen, 1. Hauptsatz, Zustandsänderungen idealer Gase, rechts- und linkslaufende Kreisprozesse, Entropie, Zustandsänderungen und Kreisprozesse im TS-Diagramm, 2. Hauptsatz, Drosselung, Otto-, Diesel- und Joule-Prozess, Kolbenverdichter, Exergie.
    Strömungslehre
    Hydrostatik mit Anwendungen; Kontinuitätsgleichung, Energiegleichung, Druckänderungen senkrecht zur Strömungsrichtung, Reibung und Viskosität, Ähnlichkeitsbeziehungen, Strö-mungsverluste in Rohren, Berechnung von Gesamtanlagen, Impulssatz, Widerstandskraft umströmter Körper, Grundlagen der Gasdynamik.
    Elektrotechnik I
    Leitungsmechanismus, Gleichstrom, Gleichspannung, Widerstand, elektrische Netzwerke und deren Berechnung, Leistung, elektrisches und magnetisches Feld, Kondensator und Spule.
    Elektrotechnik II
    Wechselstromtechnik, Transformator, komplexer Zweipol, Drehstromtechnik; Diode, Gleich-richterschaltungen, Zenerdiode, Transistor, LED, Optokoppler.
    Labor für Elektrotechnik I
    Messen von Strom und Spannung, analoge Messwerke, digitale Vielfachmessgeräte. Mes-sen von Widerständen, Indirektes und direktes Messen von Widerständen, NTC- und PTC Widerstände. Messen mit dem Kathodenstrahloszillograph.
    Labor für Elektrotechnik II
    Halbleitertechnik, Grundschaltungen, bipolare Transistoren, Kennlinienfelder und Arbeitsge-rade. Schaltungen des Transistors im Verstärkerbetrieb. Fotohalbleitertechnik, Versuche mit Fotobauelementen. Digitaltechnik, Messung mit Grundschaltungen, Flipflops, Zählschaltun-gen, Dezimalzähler.
    Statik
    Kraft- und Momentenbegriff, rechnerische und grafische Gleichgewichtsbedingungen, Aufla-ger und Gelenkreaktionen bei Systemen aus starren Körpern, Schwerpunktberechnung, Reibung, Schnittgrößen an Balken und Rahmen.
    Festigkeitslehre
    Spannungen und Formänderungen; einfache Beanspruchungen: Zug und Druck, Flächen-pressung, Abscheren, Biegung, Flächenträgheitsmomente; Torsion; zusammengesetzte Be-anspruchungen: ebener Spannungszustand, Festigkeitshypothesen; Ermittlung der Biegeli-nie, statisch überbestimmte Systeme, Knickung.
    Dynamik
    Kinematik: Eindimensionale Bewegung, ebene und räumliche Bewegung;
    Kinetik: Newtonsches Grundgesetz, Arbeits- und Energieerhaltungssatz, Impulssatz, Stoß; Massenpunkt und starrer Körper; Kinetik der Rotation um eine feste Achse und der allgemei-nen ebenen Bewegung.
    Konstruktionsgrundlagen
    Einführung, Grundlagen Technisches Zeichnen, Einführung in die Darstellende Geometrie, Toleranzen und Passungen, Oberflächen, Normung, Gestaltungsrichtlinien. Übungen zu Konstruktionsgrundlagen Übungen zum Technisches Zeichnen, Erstellung von Einzelteilzeichnungen einfacher Bautei-le, Entwurf einer Haltevorrichtung mit Einzelteil- und Zusammenbauzeichnung einschließlich Stückliste.
    Maschinenelemente I
    Gestaltfestigkeit und zulässige Spannungen; Gestaltung und Berechnung von: Löt-, Kleb-, Niet-, Schrauben-, Bolzen- und Stiftverbindungen; Bewegungsschrauben; Federn und Federkombinationen; Welle-Nabe-Verbindungen
    Maschinenelemente II
    Aufbau, Funktion und Berechnung von Gleit- und Wälzlagern; Aufbau und Funktion von Wel-len und Lagerdichtungen; Verzahnungsgeometrie, Verzahnungsgesetz, Evolventenverzah-nung und Profilverschiebung; Gestaltung und Auslegung von Stirnrad- und Kegelradgetrie-ben; Funktion und Berechnung von Kupplungen und Bremsen.
    Übungen zu Maschinenelemente I
    Auslegung, konstruktive Gestaltung und Berechnung einer Bewegungsschraube (z.B. Wa-genheber); Einzelteil- und Zusammenbau-Zeichnungen, Stückliste
    Übungen zu Maschinenelemente II
    Festlegung von technischen Daten für die Auslegung eines Getriebes, konstruktive Gestal-tung von Getriebegehäusen, Entwurf und Gestaltung von Zahnrädern, Auflagerbelastungen von Wellen, Festigkeitsnachweis von Wellen und Stirnrädern.
    Werkstoffkunde I
    Aufbau kristalliner Werkstoffe: Strukturen, Gitterbaufehler, Gefügearten, Mischkristalle; kristallografische Grundlagen der plastischen Verformung, Rekristallisation, Aushärtung, Zu-standsdiagramme von Zweistoffsystemen, Eisen-Kohlenstoff-Diagramm, Werkstoffprüfung, Grundlagen der Korrosion
    Werkstoffkunde II
    Werkstoffkunde Stahl: Einfluss der Legierungselemente, Nomenklatur Stahl und Gusseisen, Wärmebehandlung: Glühen, Härten, Vergüten, ZTU-Diagramme, Oberflächenbehandlung, wichtige Stahlsorten und ihre Anwendungen; Werkstoffkunde der Leichtmetalle: Al- und Mg- Legierungen.
    Labor für Werkstoffkunde
    Mechanische Festigkeitsprüfungen als Zugversuche, Härteprüfungen nach Brinell, Vickers
    und Rockwell, dynamische Festigkeitsprüfungen durch Kerbschlagbiegeversuch, Härtbar-keitsprüfung nach Jominy.
    Fertigungstechnik I
    Urformen durch Gießen, Pulvermetallurgie (Sintertechnik) und Rapid Prototyping: Grundla-gen, Verfahren, Gestaltungsregeln und Anwendungen; Fügen durch Schweißen, Löten und Kleben: Grundlagen, Verfahren, Gestaltungsregeln und Anwendungen.
    Labor für Fertigungstechnik I
    Thermisches Trennen, Schutzgasschweißen (WIG, MIG/MAG), Pressschweißverfahren, Schweißnahtgüte, Stoffübergangswiderstände, zerstörende- und zerstörungsfreie Prüfungen, Pressvorgang Pulvermetallurgie.



    :D :D Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht. Wer glaubt das dies das ganze Maschinenbau Studium war der irrt sich gewaltig. Dies sind die ersten Drei (3) Semester Grundstudium an einer Fachhochschule. Also Rechnerisch 10.5 Monate Vorlesung.:D:D
     
  3. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Und hier nun das Hauptstudium,

    Elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik
    Kraftwirkungen im Magnetfeld und Induktionsgesetz. Gleichstrom-, Synchron- und Asyn-chronmaschine. Grundlagen und Funktionsweise von Stromrichtersteuerungen.
    Labor für elektrische Antriebe
    Gleichstrommotor: fremderregt, Nebenschluss und Reihenschluss. Asynchronmotor: Ster-nund Dreieckschaltung.
    Hydraulische und pneumatische Antriebe
    Grundlagen und Berechnungen in der Hydrostatik und ihre Anwendung auf hydraulische Bauelemente sowie auf einfache hydraulische Systemeeinschließlich Verlust- und Wir-kungsgradberechnungen. Grundlegende Wirkungsweise von hydraulischen und pneumatischen Bauelementen. Aufbau und Wirkungsweise pneumatischer Folgesteuerungen.
    Labor für hydraulische und pneumatische Antriebe
    Aufbau, Erprobung und Beurteilung pneumatischer Steuerungen. Experimentelle Aufnahme von Kennlinien hydraulischer Bauelemente.
    Regelungstechnik
    Blockschaltbild eines Regelkreises, Beschreibung von Regelstrecken durch Differentialgleichungen, Realisierung und Auslegung von Reglern.
    Labor für Regelungstechnik
    Regelung von Systemen aus dem Bereich des Maschinenbaus. Durchführung entsprechen-der Versuche mit Experimentalsystemen und mit rechner-simulierten Systemen.
    Messtechnik
    Grundbegriffe, Messkette und Signalformen. Behandlung systematischer und zufälliger Fehler. Messprinzipien und Auswerteschaltungen zur Messung nichtelektrischer Größen. Analog- Digital-Umsetzung. Messpraxis.
    Labor für Messtechnik
    Messen von Kraft, Weg und Beschleunigung. Auswertung von Messungen.
    Statistische Auswertung am Beispiel eines Meßsystems, DMS-Brücke und digitale Messda-tenerfassung.
    Konstruktionssystematik
    Grundlagen des systematischen Konstruierens; der Konstruktionsprozess: Planen, Konzipieren, Entwerfen, Ausarbeiten, Gestalten; Bewertungsmethoden, statistische Tolerierung, Konstruktion sicherer Systeme.
    CAD
    Grundbegriffe, 3D-Grundkonstruktionen , Spezielle 3D-Techniken, 2D-Konstruktionen, Aufbau von Hard- und Software, Grafische und Geometrische Datenverarbeitung, Datenstrukturen, Schnittstellen,
    Labor für CAD
    Einführung in die 3D-Konstruktion, Erzeugung von Volumen durch Flächenelemente mit Tie-fenzuweisung, Solid Elemente und Boolesche Operationen. Erzeugung von technischen Zeichnungen, Variantenkonstruktionen.
    Technische Schwingungslehre
    Einführung, mathematische Grundlagen, Modellierung dynamischer Systeme, Bestimmung der Bewegungsgleichung, Einmassenschwinger mit und ohne Dämpfung, Übertragungsfunk-tion, Ermittlung der Systemparameter, Schwingungen mit nichtharmonischer Anregung, Mehrmassensysteme.
    Fertigungstechnik II
    Umformende und zerteilende Fertigungsverfahren und –einrichtungen, Grundlagen der Zerspanung, spanende Fertigungsverfahren zur Grob- und Feinbearbeitung; Arten spanen-der Werkzeugmaschinen; Abtragen durch Funkenerosion, mit Laser- und Elektronenstrahl.
    Qualitätsmanagement
    Elementare Werkzeuge und Methoden des QM, Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse (FMEA), Kundenorientierte Produktentwicklung und Qualitätsplanung (QFD), Statistische Versuchsplanung, Fähigkeitsuntersuchungen, QM-Systeme, TQM. Betriebswirtschaftslehre
    Betriebsorganisation, Produktions-, Material-, Anlagenwirtschaft, Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger, Kalkulation, Ergebnisrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Controlling.
    Technik und Umwelt
    Ressourcenverbrauch, Energie- und Ökobilanzen, Emissionen und Immissionen, Umwelt-recht. Kostengerechtes Konstruieren
    Kostenentstehung und Kostenrechnung, Festlegen der Kosten im Konstruktionsprozess, Einflüsse auf die Herstellkosten und Maßnahmen zur Kostensenkung, Methoden und Hilfs-mittel zum kostengünstigen Konstruieren.
    Kunststoffkonstruktion
    Eigenschaften und Werkstoffkennwerte, Dimensionierung und Berechnung, Fertigungsein-flüsse, werkstoff- und beanspruchungsgerechtes Konstruieren, fertigungsgerechte Konstruktionen, Rippen und Sicken, Biegeelemente, Federn, Reibung und Verschleiß, Schrauben.
    Oberflächentechnik und Korrosion
    Grundlagen der Korrosionsprozesse. Kathodischer Korrosionsschutz; Passivität, anodischer Korrosionsschutz. Erscheinungsformen der Korrosion. Mechanisch-korrosiver Angriff. Korro-sionsschutzgerechtes Konstruieren. Oberflächenbehandlung. Oberflächenbeschichtung: metallische
    Überzüge. Organische und anorganische Überzüge. Beschichtungsgerechtes Konstruieren.
    Projektmanagement in der Konstruktion
    Produkterstellung als interdisziplinäre Aufgabe; zeitliche, personelle und finanzielle Grenzen bei Entwicklungsprojekten; Projektstrukturierung; Zieldefinition; Projektablauforganisation; Projektplanung, -kalkulation und -steuerung; Methoden und Hilfsmittel des Projektmanage-ments; Simultaneous Engineering.
    Finite-Elemente-Methode
    Numerische Berechnungsverfahren, Übersicht über die Finite-Element-Methode (Vorgehen und Anwendungsbereiche), Grundlagen der Modellbildung, mathematische Grundlagen, mechanische Grundlagen, Elementableitung, Gesamtsystemerstellung, Lösungsalgorithmen, Randbedingungen und Lasten, Vernetzungsmethoden, Anwenderfragen.
    Labor für Finite-Elemente-Methode
    Einführung in ein FE-Programm, Berechnung einfacher statischer Beispiele (Stab,- Balke-nund Scheibenmodelle), Volumenmodelle, Vernetzungstechniken, Konvergenzuntersuchungen, Eigenfrequenzen und Eigenschwingungsformen an Plattenmodellen, nichtlineare Modelle mit Material- und Kontakt-Nichtlinearität, Stabilitätsberechnungen.
    Labor für Computer Aided Engineering
    Ergänzende CAD-Techniken, Aufstellen von Assemblies, Erstellen von Stücklisten, Bewegungssimulation, Dateistrukturen und Schnittstellen, Übergabe des CAD-Modells an FE- und CAM-Anwendungen
    Labor für Computer Aided Testing
    Mit einem computergestützen Rechenmodell wird der Versuch zunächst simuliert (Design of Experiment, DOE): Festlegen von zu messenden Größen, Sensoren, Messstellen. Durchführung des Versuchs mit Sensorik, Kalibrierung und PC-gestützer Messung und Auswertung; Vergleich mit den Simulationsergebnissen
    Wärmetechnik I
    Zustandsänderungen und Kreisprozesse mit Reibung, Exergie und Anergie, Gasgemische, Änderungen des Aggregatzustandes, Zustandsänderungen des Wasserdampfes, Dampf-kraftprozesse, Kälteprozess, Zustandsänderungen von Feuchtluft.
    Maschinendynamik
    Eigenfrequenzen, Eigenschwingungsformen und Übertragungsfunktion von gedämpften Schwingern mit vielen Freiheitsgraden, Drehschwingungen, Biegeschwingungen, Beurtei-lungsmaßstäbe, Bekämpfung von Schwingungen, Schwingungstilger, Auswuchttechnik.
    Wirtschaftswissenschaften und Recht
    Personalmanagement, Personalführung, Arbeits- und Sozialrecht, Investitionsrechnung, Ge-winnschwellenrechnung, Finanzierungsarten, Vertragsrecht, Haftungsrecht, Wirtschaftsrecht.
    Fahrdynamik und Fahrwerke
    Querdynamik: Reifenverhalten; Einspurmodell – stationäres Eigenlenkverhalten, instationäres Übergangsverhalten, Stabilität; Vierradmodell – Wankeinfluss; Testverfahren u. Bewertungskriterien von Fahrverhalten; elektronische Stabilitätssysteme; Radaufhängungen – Elastokinematik u. Bauarten; begleitendes Labor Fahrdynamiksimulation.
    Federung und Dämpfung
    Vertikaldynamik: Modellbildungen - Einradmodell, Einspur- u. Zweispurmodell; Wanken u. Nicken; Anregungsarten; Komfort; konstruktive Ausführungen von Federn u. Dämpfern; aktive Federungssysteme; Schwingungen im Antriebsstrang; Simulation von Fahrzeugschwingungen.
    Kolbenmaschinen I
    Bauarten von Kolbenmaschinen, Pumpen, Verdichtern und Verbrennungsmotoren, Konstruktion von Kolbentriebwerken, Kinematik des Kurbeltriebes, Massenkräfte und Massenausgleich, Ventilantriebe.
    Begleitendes Labor: Analyse von Schwingungsmessungen an einem Motor
    Kolbenmaschinen II
    V-Motoren, Kraftstoffe, Gemischbildungsverfahren, Einspritzsysteme, Aufladung, Kreisprozesse, Zündung, Steuerung, Verbrennung, Energiebilanz, Abgasanalyse, Abgasnachbehandlung, Schadstoffemissionen.
    Labor für Kolbenmaschinen
    Ermittlung eines Motorkennfeldes nach DIN/EN-Normen, Liefergrad, Energiebilanz, Abgasmessung, Betriebsmesstechnik.
    Wärmetechnik II
    Wärmeübertragung: Leitung, Konvektion, Strahlung; Wärmedurchgang; Berechnung von Wärmetauschern; Verbrennungsrechnung für feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe
    Strömungsmaschinen I
    Einteilung und Aufbau, spez. Stutzenarbeit und Wirkungsgrade, Geschwindigkeitspläne, Hauptgleichung, Reaktionsgrad, Modellgesetze, Kennzahlen, Pumpen: Radformkennzahl und Laufradform, Stufenauslegung, Betriebsverhalten, Wasserturbinen: Einsatzgebiete, Einteilung und Laufradform, Fallhöhe, Saugrohr, Peltonturbine, Betriebsverhalten
    Strömungsmaschinen II
    Gas- und Dampfturbine: Thermodynamische Grundlagen, Stufentheorie, Arbeitsverfahren und Bauarten, Radiales Gleichgewicht, Mehrstufige Turbinen, Betriebsverhalten, Ventilatoren: Einteilung, Axialventilator, Verdichter, Thermodynamik, polytroper Wirkungsgrad, Zwischenkühlung, Stufentheorie, Bauarten, Betriebsverhalten.
    Labor für Strömungsmaschinen
    Erstellen von Kennfeldern von Wasser- und Gasturbinen, Axialventilator und Radialpumpe. Strömungsuntersuchungen an Bauteilen von Strömungsmaschinen.
    Strömungsmesstechnik und Simulation
    Strömungsformen, Sichtbarmachung von Stromlinien, Druck- und Geschwindigkeitsmessung, Messung von Strömungsfeldern, Potentialströmung, Strömung am Kreiszylinder, Tragflügel-strömung, Widerstandsbestimmung umströmter Körper, Schaufelgitterströmung, Grundlagen der numerischen Strömungssimulation (CFD)

    Dazu noch zwei kleine Studienarbeiten, eine große Studienarbeit und eine Diplomarbeit.

    Alle Fächer natürlich mit den notwendigen Mathematischen Beweisen. Wer es bis Hier her geschafft hat und gut war, hat 8 Semester gebraucht.

    Grüße @all, Avus
     
    #3 Avus, 27 Feb. 2007
    Zuletzt bearbeitet: 28 Feb. 2007
  4. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Hier ein Exemplarischer Lehrplan einer Fachschule.

    Mathematik
    Gleichungen, Ungleichungen, Lineare Gleichungssysteme, Quadratische Gleichungen und Gleichungssysteme, Binomischer Lehrsatz; Funktionen; Folgen und Reihen; Differenzialrechnung

    Deutsch

    Englisch

    Physik
    1.1 Einfü hrung in die Grundlagen der Physik
    1.2 Mechanik der festen
    Körper
    1.3 Mechanik der Flüssigkeiten
    1.4 Mechanik der Gase
    1.5 Wärmelehre
    1.6 Schwingungs- und Wellenlehre
    1.7 Optik

    Chemie und Werkstoffkunde
    Chemie
    1.1 Grundlagen der Chemie
    1.2 Chemische Bindungen
    1.3 Umweltschutz
    1.4 Chemische Reaktionen
    1.5 Grundlagen der organischen Chemie

    Werkstoffkunde
    1.6 Einteiulung von Werkstoffen
    1.7 Aufbau und Wärmebehandlung von Werkstoffen
    1.8 NE-Metalle und Sonderwerkstoffe
    1.9 Werkstoffprüfung

    Technische Mechanik
    1.1 Grundlagen der Statik in der Ebene
    1.2 Ermittlung von Resultierenden
    1.3 Ermittlung von Reaktionskräften und Reibung
    1.4 Schwerpunkte der Gleichgewichtslagen
    1.5 Grundlagen der Festigkeitslehre
    1.6 Berechnung von Spannungen
    1.7 Behandlung frei auszuwählender Themen aus der Technischen Mechanik

    Maschinenelemente
    1.1 Normung und Normzahlen
    1.2 Toleranz, Passungen, technische Oberflächen
    1.3 Kenngrößen der Festigberechnung
    1.4 Verbindungsarten im Maschinenbau
    1.5 Bolzen- und Stiftverbindungen
    1.6 Achsen, Wellen und Sicherungselemente
    1.7 Federn

    Datenverarbeitung
    EDV-Grundlagen
    1.1 Computersysteme
    1.2 Optimierung von Arbeitsabläufen
    1.3 Neue Informationstechnologien

    CAD-Systeme
    1.4 Einfü hrung in ein CADSystem

    Elektrotechnik
    1.1 Grundlagen der Elektrotechnik
    1.2 Schutzmaß nahmen
    1.3 Elektrische Maschinen
    1.4 Grundlagen der Sonsortechnik

    Konstruktion
    1.1 Technische Zeichnung und Stückliste
    1.2 Normgerechte Darstellung von Werkstücken und
    Maschinenelementen
    1.3 Darstellende Geometrie
    1.4 Normgerechte Darstellung in Gesamt-, Gruppen- und Teilzeichnungen

    Maschinenelemente
    2.1 Wellen-Nabenverbindungen
    2.2 Lager und Dichtungen
    2.3 Zahnräder und Zahnradgetriebe
    2.4 Aktuelle Verfahren und Techniken

    Konstruktion
    2.1 Tätigkeiten, Aufgaben und Ziele in Entwicklung und Konstruktion
    2.2 Theorie und Methodik des Konstruierens
    2.3 Konstruktive Grundlagen Fertigungstechnik
    2.1 Urformen
    2.2 Umformen
    2.3 Trennen
    2.4 Fügen
    2.5 Beschichten
    2.6 Messtechnik

    Werkzeugmaschinen und Automatisierungstechnik
    2.1 Werkzeugmaschinen alstechnische Systeme der Produktionstechnik
    2.2 Funktionseinheiten und Funktionselemente an Werkzeugmaschinen
    2.3 Automatisierungseinheiten von Fertigungseinrichtungen
    2.4 Programmierung von Fertigungseinrichtungen
    2.5 Handhabungssysteme und deren Programmierung
    2.6 Flexible Fertigungssysteme
    2.7 Beschaffung, Abnahme und Instandhalbung von Werkzeugmaschinen
    2.1 Grundlagen der Strömungsmechanik von Flüssigkeiten
    2.2 Pumpen und Wasserturbinenin der Förder- bzw. Energietechnik
    2.3 Grundalgen und Gesetzmäßigkeiten der Thermodynamik bei idealen Gasen
    2.4 Verdicht er als Arbeitsmaschinen in der Fluidtechnik
    2.5 Verbrennungskraftmaschinen als technische Systeme in der Antriebstechnik
    2.6 Technische Nutzung anderer Energieträger

    Steuerungs- und Regelungstechnik
    2.1 Pneumatische und/oder hydraulische Steuerungen
    2.2 Binäre Signalverarbeitung
    2.3 Elektrische, elektropneumatische und/oder elektrohydraulische Steuerungen
    2.4 Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)
    2.5 Regelungen

    Industriebetriebslehre
    2.1 Arbeitsvorbereitung
    2.2 Qualitätsmanagement
    2.3 Kostenrechnung inkl. Kalkulation
    2.4 Behandlung frei auszuwählender Themen aus der Industriebetriebslehre

    Grüße @all, Avus
     
  5. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Hallo @all,

    ich denke die Fächeraufstellung spricht für sich und erklärt auch warum einige Forenteilnehmer sagen wir mal leicht angesäuert auf Sätze reagieren wie :

    - Wir müssen den Ing. durchsetzen....
    - Anrechnung der Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker als Grundstudium an einer FH....
    - ......

    Zum Abschluss noch eine Private Meinung dazu. In der Praxis und mit Berufserfahrung als Ing. oder Techniker verschwimmen die unterschiede mit zunahme der Berufsjahre, daher kann man meiner Meinung nach nicht sagen der eine ist besser als der andere. Man sollte allerdings immer gleiches mit gleichem vergleichen, d.h. einen Erfahrenen Ingenieur mit einem Erfahrenen Techniker und nicht wie es immer wieder gerne gemacht wird einen Erfahrenen Techniker mit einem frischen Ingenieur. Erfahrung lernt man nicht an einer Hochschule oder Fachschule. Eine Erfahrene Fachkraft wird einem Frischling immer voraus sein (und das ist auch gut so).
    Ansonsten kann ich nur jedem der die Möglichkeit hat, Familiär, Finanziell, Arbeitsplatzmäßig,... , empfehlen sich weiter zu bilden. Auch wenn dies bedeuten sollte ein Studium zu beginnen. Denn wir wissen nicht was die Zukunft bringen wird. Aber einen sicheren Arbeitsplatz würde ich nur dann aufgeben wenn es wirklich nicht anders geht, d.h. Weiterbildung so lange es geht in Abendform oder Fernschule /- studium.

    Grüße @all, Avus
     
  6. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Hi!
    In der Ausfürlichkeit sind die zwei Lehrpläne schon auch sehr unterschiedlich geschrieben...
    Ich denke das mit dem Ing. durchsetzen is a schmarrn, man muss doch dazu stehen was ich gemacht hat und kann ja auch stolz drauf sein.
    Das der Ing. tiefer geht is auch klar, sind ja auch ein paar Semester mehr als auf der Fachschule.Der Techniker ist halt ne gute Mischung aus Praktischer Sichtweise und Erfahrung durch den Facharbeiterjob und den theoretischen Grundlagen in der jeweiligen Fachrichtung.
    Was für einen selbst besser oder schlechter ist, hängt vom Typ und der Neigung ab.

    Bei der Anrechnung wäre ich schon dafür, das sehe ich aber allgemein so, nicht nur auf den Techniker bezogen. Es wäre eine gute Möglichkeit für diejenigen die tiefer gehen und weitermachen wollen, ohne dabei Zeit zu "verschenken".
    In manchen Fällen hat dies ja auch schon funktioniert, ist aber abhängig von Hochschule abhängig.
     
  7. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Dem kann ich nur beipflichten...das der Ing etwas tiefer geht ist doch logo...

    MfG,

    Christian
     
  8. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Wobei man hier weiterhin zwischen einem FH Studium und einem Uni Studium unterscheiden sollte. Letzteres geht nämlich nochmal um einiges tiefer, dauert dafür aber auch mindestens 10 Semester. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich aber nicht sagen.
     
  9. AW: Unterschiede zwischen Technikerausbildung und Studium

    Stimmt, das muss man auch noch. Ich denk wenn man Techniker und Ing vergleicht dann eh nur FH. Uni ist halt noch theoretischer angelegt.
    Was dabei gut und was schlecht ist ässt sich so eh nicht sagen. Kommt ganz drauf an was man für ein Typ ist und was man erreichen will.
    Vor und Nachteile hat alles.
     

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