Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Hi Leute,

kann mir mal einer den Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA sagen?

Nehmen wir mal das Produktbeispiel "Getriebe".

Wenn ich das richtig verstanden habe wird die FMEA ziemlich früh in der Entwicklung gemacht und ist ein Fehlererkennungs und somit Fehlervermeidungstool.
Risikoanalyse wird dann nur vom kompletten Fahrzeug (indem das Getriebe eingebaut ist) gemacht und dient dazu einzuschätzen durch welche Fehler ein Risiko für Mensch und Maschine besteht?

Evtl. kann man das ja noch etwas besser erklären oder bin ich da komplett auf dem Holzpfad??
 
AW: Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Hallo,

du hast recht. FMEA wird bei der Produktplanung erstellt, Risikoanalyse erst am fertigen Pordukt.
Nähere Angaben kann ich dir erts frühstens Sonntag Abend geben, da ich hier keine Unterlagen habe.


Viele Grüße
Michael
 
AW: Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Hi,

Danke für deine Antwort. Wäre Super wenn Du mir das etwas näher evtl. auch mit Beispielen erläutern könntest. Denn wenn man bei Wikipedia über FMEA liest kommt dort auch immer wieder das Wort "Risikoanalyse" vor.

Oft wird meines erachtens der Fehler gemacht und behauptet dass Risikoanalyse und FMEA das gleiche ist.
 
AW: Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Hallo,

die Fmea wird in der frühen Phase der Produktentstehung (Entwicklung) vorgenommen um mögliche Fehler und Fehlerursachen zu erkennen.

Risikoanalyse (im Rahmen der Produkthaftung) dient zur Bewertung der Fehlermöglichkeiten (aus FMEA eruiert) im Hinblick auf das Risiko für Mensch, Maschine und Wirtschaftlichkeit...

viele Grüße...
 
AW: Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Servus,

man könnte auch sagen dass bei einer FMEA das Produkt bis auf das kleinste Einzelteil "zerlegt" wird und dann die Auswirkung auf das Produkt ausgewertet wird.
Bei der Risikoanalyse wird das ganze Produkt in dem umgebenden System betrachtet.

Gruß
Daniel
 
AW: Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Hallo,
hat zwar etwas gedauert, aber meine Antwort kommt doch noch.

Beim FMEA wird, wie oben beschrieben, das Produkt schon in der Planung bis in das kleinste Detail zerlegt. Mögliche Fehler werden anhand von Auftreten * Bedeutung * Entdeckung bewertet. Das Ergebnis nennt man die Risikoprioritätszahl (RPZ).
Danach sucht man nach Lösungen, den Fehler zu vermeiden. Nun erfolgt eine erneute Bewertung.

Zur Risikoanalyse finde ich in meinem REFA-Fachbuch "Führungsorientiertes Qualitätsmanagement" von Alexander Neumann, folgenden Abschnitt:

Die FMEA ist eine einfache, sehr gut handbare Methodik, die sehr breit angewandt wird.
Anwendungsbereiche
  • Risikoanalyse im Produktentwicklungsbereich
  • Risikoanalyse im Prozessbereich
  • Risikoanalyse im Bereich der Maschinenzuverlässigkeit
  • Risikoanalyse im Bereich Arbeitssicherheit
  • Risikoanalyse im Unternehmen

Daher gehe ich davon aus, dass das FMEA eine Methode der Risikoanalyse ist.

An einer anderen Stelle findeich folgendes Zitat:
Eine für lle Unternehmen der Europäischen Gemeinschaft durchzuführende Risikoanalyse ist die Gefährdungsanaylse für alle Arbeitsplätze...


Für mich ist daher die Risikoanalyse der Oberbegriff.

Andere Quellen beschreiben dies wieder anders.
http://www.it-audit.de/assets/artikel/iec/Vorgehensmodell-Risikoanalyse.pdf

Ich hoffe, dass dich dies auf den richtigen Weg bringt. Im Qualitätsmanagement gibt es, wie in fast allen Managementbereichen, nicht nur den einen richtigen Weg, keine Musterlösung und keine klare Aussage.

Viele Grüße aus Dortmund
Michael
 
AW: Unterschied zwischen einer Risikoanalyse und FMEA

Hallo Leute,

die Antworten zur FMEA sind so weit richtig. Doch zur "Risikoanalyse" muss ich einige Berichtigungen einwerfen.

Es gibt verschiedene Vorschriften, die eine Gefährdungsanalyse, Risikoeinschätzung oder Risikobeurteilung vorschreiben. In deinem Fall beziehe ich mich auf die Maschinenrichtlinie im Bezug auf die Maschinensicherheit.

1. Der korrekte Ausdruck ist Risikobeurteilung
2. Für die Risikobeurteilung ist ein "iterativer" Prozess vorgeschrieben, das heißt, nicht am Abschluss des Produktionsprozessen durchführen, sondern so früh wie möglich (schon bei der Konzepterstellung) beginnen. Die Risikobeurteilung muss dann in den folgenden Arbeitsschritten weitergepflegt werden um alle an der Maschine auftretenden Gefährdungen zu ermitteln.
3. Die Eingaben aus der Risikobeurteilung werden nicht aus der FMEA eruiert.
4. Die FMEA ist auch keine Methode der Risikobeurteilung. (Es gibt zwar Hersteller von Programmen, die das behaupten, doch bei näherer Betrachtung treten einige Unstimmigkeiten auf)

Die Risikobeurteilung wird also im Gegensatz zur FMEA, bei der Ermittelt wird, welche Fehler auftreten können, damit das Produkt nicht mehr den Anforderungen entspricht, ermittelt, welche Gefahren von einer Maschine ausgehen, wie hoch das Risiko für die Menschen ist und wie diese Gefahren abgemindert werden.

Ich hoffe, ich konnte diese Thematik einigermaßen erklären.
Gruß
Q901
 
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