unterschied: staatlich geprüfter techniker <-> meister hwk

hi,

jetzt ist es amtlich! ich habe abschließend mit der prüfkommission geklärt. die aufgaben des staatlich gepr. technikers und des meisters im handwerk (hwk) sind an den berührungspunkten fliessend, obwohl es unterschiedliche schwerpunkte gibt.

die ausbildung des staatlich gepr. technikers ist breiter gefächert in den bereichen der allgemeinbildung, weshalb der techniker mehr lernen muss als der meister-hwk.

beim techniker sind viele zusatzfächer, die es beim meister nicht gibt, wie:

deutsch
mathe
chemie
physik
englisch
psycho
etc.

diese begründen die längere ausbildungszeit des technikers (ca. 2300 Std.). wie schon hier im forum oft erwähnt, ist seine ausbildung theoretischer ausgelegt, während beim meister sehr stark auf das meisterliche können wert gelegt wird (u. a. meisterstück).

die mehrheit der techniker arbeitet überwiegend planerisch - sprich vom schreibtisch aus.

der stoffplan (ca. 1700 Std.) beim meister-hwk ist dagegen sehr straff und spezifisch auf sein praktisches können ausgerichtet, damit er später die technischen probleme direkt vor ort lösen und die kunden erfolgreich beraten kann.

die mehrheit der meister arbeitet sowohl planerisch als auch praktisch technisch.

hinweis: der stoffplan des industriemeisters ist ähnlich wie der des technikers ausgelegt - nur halt viel kürzer und ohne den allgemeinbildenden teil. des weiteren fehlt bei beiden der praxisteil, der beim handwerksmeister eine große rolle spielt.
 
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AW: unterschied: staatlich geprüfter techniker <-> meister hwk

Hallo,

etwas muss hier noch richtig gestellt werden, weshalb ich hier noch mal einen Beitrag reinsetze.
Beim "Techniker" wird nich nur mehr Allgemeinwissen, sondern auch mehr Fachwissen/-theorie vermittelt.
Der Handwerksmeister wird z.B. nur für das jeweilige Gewerk ausgebilet, wohingegen der Industriemeister allgemiener gehalten ist (branchenspezifisch).
Das Unterrichtsvolumen beim Meister hat auch keine 1700 UStunden; zudem mann noch zwischen den einzelnen Gewerken und Branchen (Industriemeister) unterscheiden muss. So hat ein Bäckermeister in der Regel ca. 600 UStunden inkl. Ausbildereignung (im Handwerk ca. 110 - 120 UStunden), aber ein Elektrotechnikermeister ca. 1300 UStunden.
Der Staatlich gepr. Techniker hingegen hat nicht 2300 Ustunden, sondern laut KMK min. 2400 UStunden, wobei die Fachschulen für Technik einige hundert Stunden mehr Volumen stellen (z.B. 3000 UStunden)
Es ist also noch mal ein gewaltiger Unterschied zwischen der Meisterqualifikation und der "Technikerqualifikation" vorhanden.

MfG
 
AW: unterschied: staatlich geprüfter techniker <-> meister hwk

sorry, bin bei meiner recherche vom meister für elektrotechnik (hwk/industrie) ausgegangen. ich habe die handwerkskammern in nrw wie düsseldorf, dortmund und köln befragt.

die haben 1340 stunden für teile 1 und 2 der meisterfortbildung und 360 stunden für teile 3 und 4 angegeben. wobei die handwerkskammern die hände über den kopf zusammengefaltet haben bezgl. der ausbildungslänge. es ist die absolute mindestzeit, die verplant wurde, um die kosten für die schüler in der höhe zu begrenzen. die kammern hätten durchaus vom stoffumfang her für den bereich elektrotechnik bis zu 2000 std. einrichten können, das allerdings könnte kein schüler mehr bezahlen. aus dem grund ist die durchfallquote im bereich elektrotechnik sehr hoch, und liegt bei den meisteranwärtern bei 35-40%.

bei uns technikern ist die durchfallquote sehr viel kleiner (nur ca. 15%). ich muss sagen, dass unsere vorbereitungszeit sehr "gemütlich" war - nicht so ein stress wie beim meister.

bezüglich theorie ist es klar, wir techniker sind im vorteil, was höhere mathematik angeht, damit können wir angewandte theorie betreiben. aber ich muss sagen, vor ort, wenn es um konkrete dinger geht, wo was hinkommt, messungshandgriffe, praktische problemlösungen usw. da muss ich dem meister vortritt geben. er ist einfach ein fachmann der praxis. ist doch auch logisch sein ausbildungsschwerpunkt ist halt die praxis.

aber wir ergänzen uns sehr schön, zurück ins büro muss mir der meister die oberhand überlassen.
 
AW: unterschied: staatlich geprüfter techniker <-> meister hwk

Hallo,

nun mal auf konkrete Quellen gestützt und nicht nur per "Mundpropaganda" gestützte Thesen, wie es hier leider oftmals üblich ist.
So wird für den Industriemeister - Elektrotechnik (bitte auf den Link klicken) ein Unterrichtsstundenvolumen von 1100 angegeben, allerdings ohne Ausbildereignung (bei der IHK ca. 80 - 90 UStunden) und für die beiden Teile (Fachpraxis und Fachtheorie) des Elektrotechnikermeisters (HWK) wird ebenfalls ein Unterrichtsstundenvolumen von 1100 angegeben.
Hier kommen allerdings noch für Teil III (Technischer Fachwirt bzw. BWL) 200 UStunden und für Teil IV (Ausbildereignung bzw. Berufs- und Arbeitspäd.) 120 UStunden dazu, was eine Summe von 1320 UStunden ergibt. Ups, also hatte ich Recht. Noch dazu ist beim Handwerksmeister viel Praxis dabei, was den Theorieanteil schmälert.
Achja, ich habe meine Ausbildereignung bei der Handerkskammer gemacht und das war leider nicht bessonders umfangreich und tiefgründig.
Es war sogar ziemlich "schnarchig".

MfG
 
AW: unterschied: staatlich geprüfter techniker <-> meister hwk

Hallo,

mein Akku war leider runter und ich musste mich beeilen, weshalb ich einen kleinen Fehler im letzten Beitrag habe.
Es sind keine 1320 UStunden, sondern 1420.
Trotzdem nicht sehr weit von 1300 entfernt.

Bis dann.
 
AW: unterschied: staatlich geprüfter techniker <-> meister hwk

ich bin einfach deinem eigenen link gefolgt, und siehe da:

in öhrigen auch genauso wie in nrw ==> 1340 stunden für teile 1 + 2

http://www.elektro-boxx.de/ausbildung/meister-schulen-kurse/suchergebnisse.html


in oldenburg auch so => 1340 stunden für teile 1 + 2
http://www.bfe.de/seminare/lehrgaenge/1000104/Meister,-Betriebswirt,-Fachplaner.html

wenn man die zeit für teile 3+4 dazu zählt, steigt die anzahl der stunden nochmals.




ruf mal z. b. in köln an, die haben genauso viele stunden wie öhrigen oder oldenburg.



eigentlich versuchen sich die hwks im preis zu unterbieten, um mehr schüler für sich zu gewinnen. es geht aber auf kosten der zeit. hws sind dienstleister, keine staatlichen schulen, sondern wenn du so willst "private" schulen, obwohl sie körperschaften des öffentlichen rechtes sind. und private schulen sind teuer!!!! frag doch prinz williams von england, was es heisst, auf eine privat-schule zu gehen :-) wer sich das nicht leisten kann, der geht auf eine staatliche schule, die ist für alle da, wie für uns :-)




aber wie schon gesagt, das ist wirklich das minimum an zeit, das verplant wurde, um die kosten für die schüler zu begrenzen. die kammern hätten durchaus vom stoffumfang her für den bereich elektrotechnik bis zu 2000 std. einrichten können. aber stell dir mal vor, du wirbst wie folgt:

2000 std. meistervorbereitung ==> 20.000,00 EUR gesamtkosten

kommt da noch jemand?

nicht umsonst ist die durchfallquote im bereich elektrotechnik sehr hoch, und liegt bei den meisteranwärtern bei 35-40%. wenn die meister mehr zeit zur vorbereitung hätten, dann würde sich die durchfallquote nach unten bewegen - wie bei uns technikern.

wie sonst erklärst du dir, dass die durchfallquote bei uns so niedrig ist. die technikerausbildung ist doch ein wenig schwieriger von der theorie her, also müssten doch mehr leute durchfallen? schau doch in deine damalige klasse und du siehst, dass fast alle bestanden haben.
 
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