Uni-Studium während Technikerweiterbildung beginnen - Anspruch auf normales Bafög?

Moin.


Ich bin 23 und besuche aktuell eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Informatiker im 6. Semester beim DAA-Technikum. Alle Prüfungen bis auf Datenbanken und die staatlichen Abschlussprüfungen sind geschrieben. Wenn das Studium so weiter läuft wie bisher, schreibe ich also im April 2013 meine Abschlussprüfung. Für die 106(?) Euro Teilnahmegebühr beim DAA-Technikum erhalte ich 30% der 106 Euro von der Kommune sowie 70% als Darlehen durch die KfW ("Meister-Bafög").


Da ich mit der Belastung durch den Techniker gut zurecht komme, die schlimmsten Fächer bereits überstanden sind (die aktuellen hingegen liegen mir wohl), und es auf der Arbeit karrieremäßig sehr schlecht aussieht, habe ich mich für ein zusätzliches (Bachelor-)Informatikstudium an einer Uni entschieden. Los gehts allerdings schon am 01.04.2012. Von daher habe ich ein paar (Bafög-)Problemen/Fragen:


Ich habe leider keinen Anspruch auf elternunabhängiges Bafög (halbes Jahr zu wenig gearbeitet ab Studienbeginn), normales Bafög würde mir aber normalerweise zustehen (wenig Vermögen durch kürzlichen Umzug, Verdienst der Eltern nicht zu hoch, kein Auto/Riester/Erbe). Gerade hier bereitet mir aber das bereits beantragte Meister-Bafög kopfzerbrechen.
Auf dem Amt sagte man mir zu meiner Frage bezüglich Bafög + Meister-Bafög, dass die Förderung meines Erststudiums nicht 100% sicher ist, da ich durch meinen Techniker ja nicht ausschließlich studiere. Andererseits ist der Techniker beim DAA nicht auf Vollzeit ausgelegt, so dass der Mitarbeiter selbst wiederum schon davon ausgeht, dass mir das normale Bafög eigentlich bewilligt werden sollte. Wird es mir aber verweitert, würde mir anscheinend noch nicht mal der Bezugsstop von Leistungen aus dem Meister-Bafög etwas bringen, sondern nur ein vorzeitiger Abbruch des Technikers, denn es scheint nicht direkt vom Meister-Bafög-Bezug, sondern eher von meiner Einordnung als Student abzuhängen.


-> Wisst ihr vielleicht, ob der gleichzeitige Bezug von Meister-Bafög (ohne Unterhalt) und dem normalen Bafög (für den Unterhalt während des Studiums) grundsätzlich ausgeschlossen ist, bzw ob der Besuch einer nebenberuflichen Technikerweiterbildung den Bafögbezug für ein gleichzeitiges Studium ausschließt?


Das zweite Problem ist mein Darlehen bei der KfW. Spätestens im ca. 7. Semester meines Studiums müsste ich nämlich die insgesamt ca. 3000 Euro zurückzahlen (Technikerende 04/2013, Studiumsbeginn 04/2012, 2 Jahre Karenzzzeit -> 04/2015 = 7. Semester Informatikstudium). Genau das aber würde meinen eigenen "Studiumsfinanzierungsplan" gehörig durcheinander bringen: normales Bafög + max. 5000 Euro bei Studienbeginn bei geschätzten 72 Monaten Studiumsdauer wird ohne Nebenjob bei meinen laufenden Kosten (kürzlich bezogene Wohnung, Studiumskosten von min. 110 Euro/Monat, Strom, Internet, Essen, Bücher) wohl nur theoretisch gedeckt. Zieht man hiervon dann allerdings noch die 3000 Euro Schulden ab, komme ich wohl noch nicht mal mit Arbeit während der Semesterferien über die Runden, sondern werde vermutlich zusätzlich zum Studium noch einer dauerhaften Beschäftigung nachgehen müssen. Diese Zeit würde ich aber ehrlich gesagt viel lieber in mein Studium investieren, und stellt meine Planung auf ziemlich wacklige Beine.


-> Wisst ihr vielleicht, ob ich die 3000 Euro KfW-Darlehen bei der Beantragung des normalen Bafög mit meinem eigenen Vermögen verrechnen lassen kann, damit ich am Ende 8000 Euro auf der hohen Kante haben darf, ohne, dass der Baföganspruch entsprechend gemindert wird?


Bleiben mir sonst noch irgendwelche Alternativen? Evtl. kann ich das KfW-Darlehen ja auch gleich zurückbezahlen, wenn ich auf die 25% Erlass bei bestandener Prüfung verzichte. Dann hätte ich zwar die Förderung für die Weiterbildung nicht voll ausgeschöpft (also 750 Euro "verschenkt"), aber wenigstens wäre nicht alles so ungewiss wie es momentan scheint.


Achja, und um gut gemeinte Ratschläge gleich vorweg zu nehmen: Bafög-Betrug kommt mir nicht in die Tüte, ich will das Studium nicht mit noch mehr Stress und schlaflosen Nächten beginnen, als ich jetzt ehh schon habe. Leuchtet wohl jedem ein, dass es nicht gerade sinnvoll ist, sich jetzt das Geld mit Mühe (neue Wohnung, anstehende Einmalausgaben) vom Lohn abzuzwacken, nur um dann den Staat zu betrügen. Gute Ratschläge und interessante Alternativen zu meinem bisherigen Konzept hingegen sind natürlich immer willkommen :-)

Vielen Dank fürs Lesen!
 

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