Technischer Betriebswirt oder Studium?

Wer sich "Ingenieur" nennen möchte, muss vorher ein Hochschulstudium von mind. 6 Semestern Regelstudienzeit absolviert haben.
Das steht mal fest.
Der Begriff "Fachingenieur" ist mir ehrlich gesagt überhaupt nicht geläufig.
Ich kenne aus dem Stehgreif nur den Schweißfachingenieur und Vorraussetzung dazu ist ganz klar ein abgeschlossenes Studium, also mindestens Bachelor.
Darunter gibts z.B. den Schweißtechniker(sgT) und den Schweißfachmann(Facharbeiter).
Zum DQR: es wird keine Abgabe dazu gemacht.
Das ist auch völlig egal, da der in der Industrie niemanden interessiert.
 
@moe589

Ich bin mir bewusst, dass den DQR in der Realität niemand interessiert.

Ich wollte den Fachingenieur nur für mich einordnen können, da ich mir immer noch nicht ganz im Klaren bin, welchen Stellenwert diese Weiterbildung nun genau hat.
 
@ PietVanHolmen, der TBW ist nicht die einzige Option. Mit deinem Abschluss kannst du auch den gepr. Betriebswirt (HwO) machen, dieser Abschluss ist eigentlich für Handwerksmeister und Fachwirte des Handwerks. Letzten Endes geht es aber um die unterrichteten Themengebiete und welche dich mehr interessieren. Aufgrund der Schulklassen-Situation bei der HWK hatte ich mich gegen den TBW und für den gB(HwO) entschieden. Hierbei stellt sich letzten Endes aber auch die Frage wo du hin willst, denn der gB(HwO) ist eher für KMU´s bis 200MA und der TBW eher für die Industrie.
 
@swiso

Vielen Dank für Deinen Tip. Inzwischen ist die Entscheidung allerdings schon zu Gunsten des TBW´s gefallen.

Du schreibst, dass Deine Entscheidung u.a. wegen der "Schulklassen-Situation" für die Handwerkskammer gefallen ist. Kannst Du das bitte näher erläutern, weil ich nicht verstehe, was Du genau damit meinst...(Weniger Leute in einer Klasse als bei der IHK? Corona?)
 
Damit meine ich, dass die Dozenten (Tageskurs + Abendkurs teils gemeinsam) die Prüfungen erstellen, somit sind die Dozenten auch deine Prüfer (Klausur, ggf. auch mündliche Prüfungen). Zudem gab es bei mir in der nähe nicht die Möglichkeit die Prüfungsvorbereitungen direkt über die IHK zum TBW zu machen (um möglicherweise eine ähnliche Situation zu haben), somit hätte man sich einen Anbieter für den Unterricht suchen müssen. HWK´s die den gB(HwO) anbieten, bilden diesen grundsätzlich auch aus.
 
@PietVanHolmen

Ich finde deinen Werdegang gut und rate dir zum TBW. Entweder IHK oder Fachschule. Eventuell kannst du etwas aushandeln mit deinem Betrieb und die stellen dich frei für die Fachschul-Wochenend-Variante.

Nicht so stressig, besser erklärend, kein Frontalunterricht und Anmeldenoten zur Prüfung wären viele Argumente für mich um nicht zur IHK zu gehen.

Frag mal das Mitglied baerbeis.
 
@Renegade1000

Vielen Dank für die Blumen und Deinen Tip :-)

In der Tat habe ich mich natürlich auch über den TBW an einer Fachschule informiert...und ich habe tatsächlich u.a. auch die Beiträge von Dir und @baerbeiss zu diesem Thema hier im Forum gelesen

Letztendlich ist es meiner Meinung nach immer eine Entscheidung, was am Besten zu einem Selbst und zu seinem beruflichen und privaten Umfeld passt.
Bei mir geht z. B. so ein Fachschul-WE mit Freitag-Samstag leider nicht.
Ein weiterer Punkt war für mich auch die Entfernung von meinem Wohnort zur Fachschule (Gotha 2,5h bzw. Mühlhausen 3h einfache Strecke), was ich auf Dauer nicht praktikabel finde.

Weiterhin ist "besser" natürlich auch immer subjektiv. Das könnte man tatsächlich nur beurteilen, wenn man die Kurse bei diversen Bildungsträgern besucht und dabei gilt es auch zu Beachten, dass so ein Kurs massgeblich mit der Kompetenz des Dozenten steht oder fällt.
 
@PietVanHolmen
Ich glaube am Alter wird es niemals scheitern, dass man einen Abschluss nicht erreicht. Eher an der Zeit oder der Motivation :-).
Mach den TBW, wenn du danach immer noch zuviel Zeit hast mach halt weiter.
Ich selbst hätte nie gedacht, nach meinem Techniker zu studieren, bis mich der Arbeitsmarkt konfrontiert hat (mit dem Technikerabschluss). Am Anfang habe ich auch Monate gebraucht, um einen Job zu finden (selbst Firmenintern war nichts möglich - ich habe damals bei einem Branchenriesen in der Hydraulik gearbeitet - in ganz Deutschland habe ich trotz Hilfe NICHTS gefunden, da Techniker im Überfluss vorhanden sind). Mittlerweile kann/ könnte ich es mir aussuchen, da ich jeden Monat mehrere gute Anfragen bekomme (vom normalen Mitarbeiter bis zum Produktionsleiter von 3 Werken war schon alles dabei). Und das beste ist, das es eigentlich keinen interessiert, dass ich mein Studium noch nicht fertig habe.
Nach dieser Tortour mit dem Techniker habe ich mich dann aber entschieden noch ein Studium zu machen, um mir für später alle Türen offen zu halten. Und ja, es war definitiv nicht immer leicht. Aber ich bin jetzt auf der Zielgeraden und kann sagen - mit viel Mühe und Schweiß (und Geld) ist es machbar und es war definitiv eine gute Investition.
Gehe deinen Weg. Ich drücke dir die Daumen das du danach einen Job findest der dich wieder erfüllt :)
 
@jens1985

Vielen Dank für Dein Feedback

Die Frage ist (bzw. war) eben, ob man den einen oder den anderen Weg geht.

Es macht aus meiner Sicht wenig Sinn, nun den TBW zu machen und anschließend ein Studium in Richtung BWL dran zu hängen, da es dort vermutlich inhaltliche Überschneidungen geben wird. Ganz zu schweigen von der Zeit und dem Geld was man dann, zumindest zum Teil, Doppelt aufwendet.

Dass es einen "Überschuss" an Techniker gibt, ist bekannt. Dieses Phänomen gibt es zum Teil auch bei den Industriemeistern.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich aber sagen, dass ich keine Probleme hatte, eine Anstellung als IMM zu finden. Allerdings gibt es in meiner Region auch sehr viele kleinere und größere metallverarbeitende Betriebe.

Gehe deinen Weg. Ich drücke dir die Daumen das du danach einen Job findest der dich wieder erfüllt :)

Vielen Dank auch dafür
Den Job habe ich aktuell ja schon. Im Moment macht mir meine derzeitige Arbeit sehr viel Spaß und ich kann mir nicht vorstellen, in einem anderen Unternehmen zu arbeiten. Weiterhin sollte auch der innerbetriebliche Aufstieg in Zukunft möglich sein.
Allerdings bin ich auch realistisch genug, dass sich das in Zukunft - warum auch immer - ändern kann und ich mich dann wieder auf die Suche begebe. Von daher ist mir eine gute Ausgangsbasis wichtig.
 
Bitte nicht schon wieder die Diskussion Techniker vs. Meister vs. Fachwirt vs. Betriebswirt vs. Bachelor vs. Master losbrechen...

Davon gibt es hier schon Millionen und es dreht sicher immer alles im Kreis.

Jeder sollte die Entscheidung, wie er sich weiterbildet, für sich selbst abwägen und schlussendlich dementsprechend treffen.

Im Übrigen bin ich nach wie vor der Meinung, dass JEDE Weiterbildung erstmal besser ist, als KEINE Weiterbildung.

Was man am Schluss draus macht, liegt an einem Selbst. -> Jeder ist seines eignen Glückes Schmied! 😉

Ich für meinen Teil habe die Entscheidung für den TBW nicht bereut!
 
Hallo
also ich habe den TBW und hinterher noch BWL studiert. Klar ist das Studium komplexer und länger. Aber Heute gibts es ja den Wirtschaftsing den man nach Techniker/Meister irgendwo in 2,X Jahren nebenberuflich machen kann. Wenn ich mir die vielen Diskussionen hier im Forum anschaue inwieweit und ob der Techniker einem Ing (Akademiker) gleichwertig etc pp ist dann würde ich den etwas größeren Aufwand zum Studium auf mich nehmen. Ist aber meine persönliche Einschätzung...zumindest formal bei einer Bewerbung hast Du wahrscheinlich bessere Karten damit..
 
Hallo Piet
lass mich mal überlegen... beim TBW bist Du eher an der Schnittstelle zur Technik, während BWL die Bandbreite abdeckt.. Ja sicher einiges ist doppelt z.B. die Grundlagen BWL..etc. Im Studium hast Du halt eine recht große Bandbreite und gehst in Deinen Wahl/Kernfächern auch schon in die Tiefe. Dazu kommt der "wissenschaftliche Anspruch" der Hochschule an sich selbst.. sprich Du schreibst am Schluss eine Diplom/Bachelor/Masterarbeit. Letztendlich denke ich aber wenn Du bereits einen Techniker gemacht hast sollte das auch machbar sein... im tagtäglichen Nutzen macht es keinen Unterschied. Aber ich bin der Meinung, dass es bei der Bewerbung (zumindest in fremden Unternehmen bzw. bei Konzernen und bei Behörden) schon einen Unterschied macht ob Du Dich nun als Techniker/TBW oder B.A.+ Techniker bewirbst. (das soll um Himmelswillen keine Herabwürdigung von Techniker und TBW sein, sondern nur eine Hommage ;-) an unsere titelgläubige mitteleuropäische Mentalität). Also ich würde wenn ich es nochmals zu tun hätte direkt zusätzlich zum Techniker BWL studieren.

Hoffe das hilft Dir etwas
 
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