Technikerausbildung sinnvoll?

Dieses Thema im Forum "Informatik" wurde erstellt von unknownID, 7 Feb. 2017.

  1. Hallo,
    ich bin schon etwas länger in diesem Forum als "Mitleser" unterwegs.

    Heute habe ich mich registiert da ich leider keinen Beitrag finden konnte, der meine Fragen beantwortet.

    Zu meiner Person: 24 Jahre, Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung mit aktuell 5 Jahren Berufserfahrung, (3 davon nun im selben Unternehmen im Bereich .NET -> C#)

    Mein Verdienst liegt aktuell bei ~40-43k € (Brutto) im Jahr.
    Die Tage wurde ich von einem ehemaligen Arbeitgeber zu einem Gespräch eingeladen welcher mir eine Einstiegsgehalt von ~55-60k € zahlen würde, bei einem allerdings nicht so attraktiven Aufgabengebiet. Von daher kommt der Job für mich nicht in Frage. Ich habe mir das Gespräch nur aus Anstand angehört, man sollte jede Chance die man bekommt nutzen bzw in betracht ziehen.

    Anmeldung zum Techniker in Vollzeit ist raus und wurde für Sep. 2017 genehmigt.
    Mein Problem, bis zur letzten Woche hatte ich einen Verdienst von ~32k. Wie aus dem nichts kam mein Chef auf mich zu und hat mir eine Lohnerhöhung angeboten. Was natürlich absolut TOP ist!

    Ich habe meinem aktuellen Arbeitgeber von meinen plänen des Technikers noch nichts erzählt.
    Nach der Gehaltserhöhung wurde gesagt dass ich mir ein paar Gedanken machen soll wo ich hin will und wie ich mir meine Zukunft im Unternehmen vorstellen kann. (Mit mir wird bis zur Rente gerechnet..) Dann soll ich das erneute Gespräch mit dem Chef suchen.

    So genug zur "Vorgeschichte"..

    Meine eigentlichen Fragen an das Forum, gerne auch an Leute die den Techniker bereits hinter sich haben:

    In wie weit kann mich der Informatiktechniker weiterbringen?
    In erster Linie wollte ich die Schule besuchen um meine Allgemeinbildung zu fördern. Dass man sich in einem Unternehmen auch ohne schulische Weiterbildung hocharbeiten kann ist mir bewusst.

    Bisher habe ich von den Leuten die ich gefragt hab ob der Techniker sinnvoll ist immer nur den Satz gehört: "Du kommst auch ohne den Techniker weiter, "Deine Berufserfahrung ist gold Wert", "Nach ein paar Jahren in einer Firma interessiert es niemanden mehr ob du deinen Techniker hast", "In der Informatik hat der Techniker einen nicht so hohen Stellenwert" usw..

    Ich kann die Zweifel schon verstehen, denn 2 Jahre aus dem Beruf auszusteigen nur um seine Allgemeinbildung zu fördern kann es doch auch nicht wirklich sein.

    Welche Möglichkeiten habe ich sonst noch um mich nebenberuflich etwas weiter zu bilden?
    Von einem Fernstudium habe ich zu großen Respekt, da ich nur einen Mittleren-Bildungsabschluss habe und wir dort beispielsweise kein vertiefendes Mathe hatten.

    Wie hoch waren eure Einstiegsgehälter? Ich denke mit meinen ~42k bin ich aktuell auf dem Level eines Technikers der frisch von der Schule anfängt.

    Gibt es hier den ein oder anderen der als Freelancer arbeitet? An dieser Möglichkeit würde mich reizen dass man nicht ortsgebunden arbeiten muss. Irgendwelche Erfahrungen zu dem Thema?

    Eine Zukunft in meinem aktuellen Unternehmen könnte ich mir unter ein paar Vorrausetzungen (paar Tage Homeoffice bspw.) durchaus vorstellen.

    Ich hoffe ich bekomme hier im Forum ein paar gute Entscheidungshilfen, da ich aktuell wirklich nicht weiß was ich tun soll!

    mfg unknownID
     
    #1 unknownID, 7 Feb. 2017
    Zuletzt bearbeitet: 7 Feb. 2017
  2. Hallo,

    also erstmal zu dem Satz "Du kommst auch ohne den Techniker weiter, "Deine Berufserfahrung ist gold Wert":
    Das ist (sorry für den Ausdruck) absoluter Bullshit!!! Ohne Zeugnisse (also ich meine die von höheren Schulen) kommst du in Deutschland und auch in vielen Teilen Europas nicht wirklich weiter. Da kann man sich drüber aufregen .... nützt nichts ist halt so!

    Du solltest dich keinesfalls auf deinen jetzigen Arbeitgeber bis zur Rente verlassen ... da kann noch einiges passieren.
    Ich selbst habe auch den Staatlich geprüften Informatiker in Fernform bei der DAA gemacht ... das war nicht ganz einfach aber machbar.

    Genützt hat mir der Abschluss nicht allzuviel ... deshalb Studiere ich jetzt noch nebenbei mit dem Ziel Bachelor (Wirtschaftsinformatik) im 6. Semester.
    Für das Studium ist der Techniker aber Goldwert, da auf diesem Bildungsstand aufgebaut wird ... war also keinesfalls umsonst.

    Es ist nicht so, dass du keinen Job im IT Umfeld als Staat. Informatiker bekommst ... halt nur nicht die wirklich interessanten da du kein Studium vorweisen kannst. Es mag hier irgendwelche Qualifikationsrahmen geben, die den Techniker mit dem Bachelor gleichsetzen ... nützt aber im IT Umfeld nichts.

    Ich würde an deiner Stelle über ein Fernstudium (Bachchlor / Master) nachdenken ... hier kann ich die Wings (Hochschule Wismar) empfehlen.

    Grüße

    Markus
     
  3. Vielen dank für deine Antwort.

    Wie siehts das bei dir mit dem Fernstudium aus? Wieviele Stunden musst du neben der Arbeit in der Woche noch fürs Studium aufbringen?
     
  4. Hallo,
    das kann man so nicht pauschal sagen!
    Es kommt in jedem Fall auf dein Vorwissen an. Ich kenne einige, die z.B. an der Projektarbeit (Entwicklung einer Turingmaschine) gescheitert sind. Vielen viel auch z.B. das Fach Softwareentwicklung (Java) schwer.
    Ich persönlich lerne 8 Wochen vor den Klausuren ca. 2 Stunden am Tag (Abends). Zur Zeit habe ich einen Notendurchschnitt (über alles) von 1,7 im 6. Semester.

    Zu beachten sind sicherlich auch die Kosten, die ein solches Projekt "verschlingt" - Übernachtungen, Fachbücher etc.

    Grüße

    Markus Bühler
     
  5. Danke für deine Nachricht.

    Noch weiter Leute hier im Forum die mir Ihre Erfahrungen mit dem Informatik-Techniker schildern wollen?
     
  6. Hallo,
    also es gibt 2 Möglichkeiten die du machen könntest:

    den staatlich geprüften Informatiktechniker
    oder
    den staatlich geprüften Wirtschaftsinformatiker (diesen habe ich vor 2,5 Jahren gemacht)

    Beim Wirtschaftsinformatiker sah ich den Vorteil das man in mehreren Bereichen einsetzbar ist, da man nicht nur im IT Bereich (z.B. Projektleiter) sondern auch in anderen Bereichen (BWL Bereich etc.) arbeiten kann.

    -> Bisher habe ich von den Leuten die ich gefragt hab ob der Techniker sinnvoll ist immer nur den Satz gehört: "Du kommst auch ohne den Techniker weiter, "Deine Berufserfahrung ist gold Wert", "Nach ein paar Jahren in einer Firma interessiert es niemanden mehr ob du deinen Techniker hast", "In der Informatik hat der Techniker einen nicht so hohen Stellenwert" usw..

    Berufserfahrung hin oder her aber ohne Weiterbildung wirst du in manchen Unternehmen leider keine Führungsposition bekommen und mit nem Techniker hat man auf jeden fall die Möglichkeit.

    Ich bin z.B. im Qualitätsmanagement eingesetzt und nebenbei als Administrator für unsere Qualitätssoftware
     
  7. In Deiner momentanen Situation mit dem doch sehr guten Gehalt würde ich den Techniker nicht mehr machen.
    Den Verdienstausfall macht die Weiterbildung imho nicht wett. Lieber ein Fernstudium, da gibt es inzwischen so viele Anbieter, dass Du Dir das passende Studienmodell aussuchen kannst (viel / wenig Präsenzphasen).
    Es ist natürlich neben dem Job schon sehr anspruchsvoll, aber definitiv auch mit Realschulmathe machbar!
     
  8. Was spricht dagegen den Techniker berufsbegleitend zu machen? Dauert zwar 4 Jahre, aber Berufserfahrung und Gehalt steigen weiterhin.
     
  9. Da spricht absolut nichts dagegen.
    Außer vielleicht, dass es schwer werden könnte eine Schule zu finden, die den Informatiktechniker in Teilzeit anbietet.
    Zumindest in Bayern wird der Informatiktechniker sogar in Vollzeit an immer weniger Schulen angeboten.

    Ein akademisches Fernstudium dauert (je nach investierter Zeit und Vorkenntnissen) auch "nur" 3-4 Jahre bis zum Bachelor. Ist vom Niveau her sicherlich anspruchsvoller als der Techniker, aber auch absolut machbar und kein Hexenwerk!
    Der Killer ist auch beim akademischen Fernstudium in erster Linie die eigene Motivation - und das Problem besteht ja genauso beim Techniker in TZ.
     

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