Technikerausbildung noch mit 35 Jahren sinnvoll?

Guten Morgen zusammen!

Erst mal ein Hallo in die Runde, ich bin der Neue hier!
Und nun schon zu meinem Anliegen. Ich möchte mich gerne Fortbilden und bin jetzt auf den Techniker gestoßen da ich in Zukunft doch mehr Theoretisch und Körperschonender (wegen Rücken) arbeiten möchte. Momentan bin ich Gas- Wasserinstallateur im Bereich Kundendiensttechnik.
Lohnt es sich allerdings mit 35 noch den Techniker in Teilzeit zu machen oder hätte ich mir das schon 10 Jahre früher überlegen sollen?

Gruß, Marcus
 
Hallo und HWK,

in meinen Augen ist es NIE zu spät für eine Weiterbildung. Überlege mal, wenn du fertig bist, bist du 39 Jahre, dann hast du sicherlich immer noch 25 Jahre im Job zu arbeiten, eher mehr.

Wenn du eine Motivation hast, mach es!

Einer meiner Abteilungsleiter hat mit 38 Jahren angefangen seinen Meister in Teilzeit, also Abendschule zu machen und bereut es nicht. Was du hast, hast du und es kann dir keiner mehr wegnehmen.

Das Lernen wird dir schwerer fallen, alleine schon wieder das Lernen zu lernen, aber man bekommt es hin. Wenn jemand 26 Jahre ist, ist er auch rund 10 Jahre aus der Schule draussen bei einem Realschulabschluss und er wird dir sicherlich keine Binomische Formeln mehr aufsagen können. Daher finde ich, wenn man draussen ist, ist man draussen, egal ob 5, 10 oder 15 Jahre.

Grüße
 
Danke für die Antwort!

Motivation habe ich auf jeden Fall! Hätte auch schon als Hausmeister anfangen können aber da hätte mir die Herausforderung gefehlt und finanziell wäre es auch nicht das non plus ultra gewesen. Und Lust zu lernen und was Neues kennen zu lernen habe ich auch definitiv.

Ich werde mich dann mal bei der DAA schlau machen und schauen was es hier in der Gegend so gesucht wird :-)
Ganz blöd gefragt, nach welchen Berufen kann ich dann schauen? Muß da ganz explizit Techniker - Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik stehen oder kann ich die Suche erweitern wie z.B. Projektplaner usw?

Beste Grüße!
 
Lohnt sich auf jeden Fall.

Such nach Stellen für Versorgungstechnik-Ingenieure. Diese Stellen werden sehr oft mit Technikern besetzt. Dazu sucht jedes TGA-Büro Techniker.
 
Hallo Staffi,

mach es :).
Ich bin 38 Jahre und auch "erst" im dritten Semester beim DAA im Bereich Heizung-Klima-Sanitär.
In meinem Kurs ist noch jemand, der Mitte dreißig ist.
Habe am Anfang auch hin und her überlegt, aber dann dachte ich mir, das ich trotzdem noch ca. 30 Jahre arbeiten muss.
Und wenn man die Stellenanzeigen anschaut, werden Konstrukteure (was mein Beruf ist) mit Techniker-Abschluss bevorzugt. Also Stand mein Entschluss fest.
Als Vollzeit wollte ich es nicht machen, also habe ich mich für das duale System entschieden.
Zum einem aus finanzieller Sicht und zum anderen wollte ich meine Arbeitsstelle nicht aufgeben.
Der Nachteil ist, dass das Studium anstatt 2 Jahre, 3,5 Jahre dauert.

Bisher läuft es gut. Wichtig ist, das die Familie mitmacht bzw. hinter einem steht.
Man muss sich zwar zu Hause hinsetzen und lernen, aber in meinem Alter steht das Weggehen nicht mehr an erster Stelle, sondern eher die Couch (wenn die Kinder im Bett sind);).

Ich hoffe, ich konnte Dir bei Deiner Entscheidung etwas behilflich sein.
 
Davon mal abgesehen das dir es keiner mehr nehmen kann musst du dir immer denken:

Jemand der eine höhere Kompetenz erlangt hat, kann auch Aufgaben ausführen, die unter seiner Kompetenz liegen. Andersrum geht das nicht, bzw. es ist einfach nicht üblich.

Man wird im Arbeitsleben keinen Job übernehmen der über seiner eigenen Kompetenz steht, d.h. ein Arbeiter kann/wird nicht zum Meister/Techniker mal einfach so aufsteigen und dessen Aufgaben übernehmen können, aber ein Meister/Techniker könnte die Aufgaben eines Arbeiters übernehmen (denke du weisst was ich meine und von Sonderfällen jetzt mal abgesehen)!

Also zieh es durch. Ich fang ab Februar 2018 auch an ;):bookworm::thumbsup:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ich habe mit 37 Jahren angefangen meinen Maschinenbau-Techniker im Vollzeitunterricht zu machen. Einer war älter, mit 48 startete er, nach 3 Monaten gab er auf, er kam mit einigen Fächern nicht klar.
Ich war auf der Realschule, war aber nie ein Streber, wenn ich früher lernte, war ich gut (so 2,5 Note). Ich tue mich sehr schwer in der Schule, meine jüngeren Mitschüler haben eine viel bessere Auffassungsgabe, die lässt einfach im Alter nach.
Anfangs war ich auch voll motiviert, manchmal habe ich den Gedanken, es hin zu schmeißen. Wenn es wieder mal so weit ist, ein, zwei Tage verweilen lassen und meisst ist es dann wieder besser und bin motivierter.
Ich werde es durch ziehen, aber für mich ist es echt kein Ponyhof.
Grüsse
 
Moin an alle,
also ich bin im Oktober 2017 fertig geworden, bald werde ich 40. Ich hatte bei meiner "Klasse", also in den ersten 3 Semestern Samstagsunterricht, den Eindruck, dass einige jüngere nicht mitkamen, das hat mich sehr gewundert, da die ja noch nicht so lang aus der Schule raus waren. Und ich war früher kein Streber, mittlere Reife mit 2,5 und da hab ich schon gelernt, mir ist nie was zugeflogen. Es ist halt immer personenbezogen und je nach Motivation. Ich war hochmotiviert, eben weil ich "in dem Alter" noch ne Weiterbildung machte und eben aus Eigeninteresse alles einigermaßen gut machen wollte. Ich mach sogar noch den TBW ab Mai, dann bin ich aber echt durch mit der Lernerei :-).
Wir müssen noch so lange arbeiten, da wollt ich alles erreichen, was mit meinem (Nicht-)Können möglich ist.
In diesem Sinne: nur Mut !! Alter ist nur ne Zahl... :-)
 
Moin :)
ich habe die Ausbildung im Fernstudium (Bereich Heizung/Lüftung/Klima) nun mit fast 40 Jahren im Herbst, hoffentlich erfolgreich, beendet. Das war jetzt nicht einfach aber ich habe mich schon während des Studiums initiativ in ein Planungsbüro beworben und arbeitete dort nun auch schon 2 Jahre.
Fazit: Es lohnt sich!
 
MACHEN!!!!
Habe mit 38 J. meinen Techniker hier im DAA abgeschlossen...die Zeit von den vorgezogenen Staatl. Prüfungen zur Staatlichen ist zwar nicht die leichteste aber der Rest ist in Ordnung. Hatten in unserer Klasse 4 die bis zum Schluß mitgezogen haben (in dem Altersspektrum).
Und du mußt noch 30 Jahre Arbeiten...habe auch lange überlegt und es mit Sicherheit 10x verteufelt aber jetzt bin ich froh das ich es gemacht habe. Viele meiner Klasse haben auch sofort eine entsprechende Stelle gefunden
 
für Weiterbildung ist es nie zu spät !

Ich bin jetzt 40 Jahre alt und aktuell im 2. Semester beim DAA. Ich würde sagen eine Weiterbildung lohnt sich auf jeden Fall.
Auch wenn ich schon seit 20 Jahren aus der Schule raus bin - in meinem Beruf habe ich immer dazugelernt.

Ich habe eine Ausbildung als Technische Zeichnerin gemacht und arbeite seit 20 Jahren im gleichen Büro.
Nun mache ich eine Weiterbildung zum Techniker - lieber spät als nie.
Immerhin habe ich noch mindestens 25 Jahre vor mir liegen - und mit einem höheren Gehalt lebt es sich doch viel sorgenfreier.

Ich habe das Glück, daß mein Arbeitgeber die Kosten für die Weiterbildung komplett übernimmt.
Da es in unserer Branche immer an Fachkräften mit Berufserfahrung mangelt, setzt mein Arbeitgeber auf Weiterbildung der Mannschaft, die ihm schon zur Verfügung steht.

Es ist zwar nicht immer einfach die Zeit zum lernen zu finden, wenn man dazu noch Vollzeit arbeiten geht, aber derzeit lässt es sich gut vereinbaren mit dem Samstagsunterricht.

Ich habe in meiner damaligen Schulzeit einen Realschulabschluss gemacht.
Von einigen Themen des Grundstudiums in den Fächern Mathe und Physik hatte ich bis heute noch nie was gehört; aber 20 Jahre Berufserfahrung verschaffen mir im später folgenden fachbezogenem Studium einen Vorteil.

Der Samstagsunterricht ist so gestaltet, daß speziell die Themen bearbeitet werden, die auch in den Prüfungen dran kommen.
In einer überschaubaren Gruppengröße dürfte eigentlich keiner Probleme haben mit dem Lernstoff.

Also: Mut zur Lücke, man ist nur so alt wie man sich fühlt...
 
Mit etwas Glück taugt der sogar für manche Ermäßigung für Studierende, das war mir aber - ob der zu erwartenden Ersparnis - oft nicht die Diskussion und den Aufwand darum wert...
 
ich würde gerne mal eine Faustformel aufstellen, ab welchem Alter sich der Techniker (rein mathematisch) noch lohnt:

Renteneintrittsalter 65 Jahre
- Dauer Techniker 3 Jahre
- Arbeit als Techniker 3 Jahre
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ab 59 Jahre lohnt sich der Techniker noch
 
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