Techniker will sich weiter bilden

Hallo,

ich bin seit kurzem fertiger Techniker, Fachrichtung Maschinenbau. Erlernt habe ich den Beruf des Kfz-Mechanikers. Seit kurzem arbeite ich in der Automobilindustrie in Ba-Wü, Tätigkeitsfeld Erprobungen bei einem Dienstleister für die Automobilhersteller. In ein paar Jahren mit Berufspraxis und wenn es in der Automobilindustrie wieder besser gehen wird, wird wieder eingestellt (bitte keine Diskussion darüber, es ist immer ein auf und ab und nach jedem Tal kommt ein Berg).

Ich möchte in die Entwicklung beim Daimler rein kommen - das ist mein Ziel. Nun denke ich, das "nur" ein Techniker da es etwas schwerer hat, bzw. die Ingenieure den Vorzug haben.

Meine Frage: wie kann ich mich nützlich weiter bilden?

Mein erster Gedanke ist der technische Betriebswirt - in Teilzeit. Aber das wäre eher für die betriebswirtschaftliche Bereiche mit weniger Technikbezug.

- Was gibt es für Alternativen zum TBW?
- Oder doch den TBW machen?

Da ich seit dem Sommer aus der Schule raus bin, bin ich noch relativ fit für's Lernen und will noch was drauf setzen. Studieren kommt nicht in Frage, dauert zu lange.

Ich bin auf eure Meinungen gespannt.

Danke & Grüße
 
(...) Ich möchte in die Entwicklung beim Daimler rein kommen - das ist mein Ziel. (...)
Ohne Studium unmöglich...
 
Deine Vorschläge für Weiterbildungen gehen alle in die kaufmännische Richtung, also nicht sinnvoll für Konstruktion.

Ich stimme Roth zu, ohne Studium hast du keine Chance.

Daimler hat die Auswahl an Bewerbern und niemand wird einen Techniker/Betriebswirt einem Ingenieur vorziehen. Außer du hast wirklich Herausragendes geleistet.

Ein paar Freunde von mir haben eine Berufsausbildung und Studium in Fahrzeugtechnik.
Gegen solche Bewerber trittst du dann an, dem ein Studium zu langwierig ist.

Der Techniker umfasst vom Wissen her nicht mal die ersten zwei Semester eines Studiums. Dabei möchte ich die Weiterbildung nicht abwerten, sondern nur einen groben Vergleich geben.
 
Natürlich wird der Ingenieur vorgezogen, schrieb ich im ersten Post. Dennoch gibt es sicherlich Stellen beim Daimler in der Entwicklung, in der man hineinwachsen kann, vielleicht mit einer etwas schlechteren Einstellung mal in dem Bereich kommen und sich entwickeln und beweisen. Eventuell Start in einer anderen Abteilung?

Wir - kein unbedeutendes Unternehmen, oder in der Art Hinterhofbude - haben (ein, zwei) Nicht-Techniker und Nicht-Ingenieure, die die Tätigkeit ausüben, die Ingenieure machen, die sind durch jahrelange Erfahrung da hoch gekommen. Ich als nur Techniker werde auch die Ingenieur-Tätigkeiten machen.

Ich würde jetzt gerne sinnvolle Weiterbildungen auf den Techniker wissen wollen, welche ich drauf setzen kann. Studium kommt nicht in Frage, da es zu lange dauert und ich schon knapp 40 bin.
 
Vielleicht ein paar Fahrsicherheitstranings beim ADAC...

Warum, um alles in der Welt, sollte Daimler einen knapp 40jährigen Techniker in die Entwicklung holen und aufwendig über mehrere Jahre in das Feld einarbeiten? Das würde man nur tun, wenn du schon jahrelang in dem Bereich arbeitest und KnowHow mitbringst (zum Beispiel weil du aus der Aggregateentwicklung beim BMW kommst...). Du scheint aber in dem Bereich vollkommen unbeleckt zu sein...

Wenn Daimler also frische Leute braucht, die "hoch kommen" können, dann gehen die an die Hochschule Esslingen oder die TU Darmstadt und holen sich da frische Leute, z.B. über Abschlussarbeiten...

Auch wenn du das nicht gerne hörst. Entweder du studierst... oder du vergisst das mit der Forschung und Entwicklung beim Automobilbauer...
 
Natürlich wird der Ingenieur vorgezogen...
der wird im Normalfall nicht einfach vorgezogen, er ist Voraussetzung bei der Bewerbung. Bist du es nicht wird der Rest gar nicht erst gelesen. So ein Bewerbungsprozess ist aufwendig und teuer, da wird schnell und rigoros aussortiert.

Man glaubt es kaum, wofür heute alles ein Ing. oder Bachelor gefordert wird, aber es ist so wie es ist.


cheers.
 
Daimler hin oder her, darüber will ich mich nicht unterhalten ob, ob nicht.

Sondern was kann man als Techniker noch drauf setzen, in Teilzeit 1 bis 2 Jahre, eventuell Vertiefung in die Kfz-Technik.
 
Na ganz einfach, irgendeine Art Studium.
Schau doch mal bei Akad oder einer Hochschule, welche dir den Techniker anrechnet, z.B. HFH, FH Mittelstand. Dann hast du die Chance in kürzerer Zeit den Bachelor zu erlangen.

Oder du lässt dich bei einem großen Zulieferer wie Knorr Bremse oder ZF anstellen und versuchst dort Spezialist für Bremse etc. zu werden.
Mit 40 hast du leider nicht mehr so viele Jahre, dies soll aber nicht abwertend ausgelegt werden.
 
Im Grunde bleibt dir bloss den TBW zu machen und dich damit abzufinden, dass der Zug für die Karriere in der Forschung&Entwicklung mit Anfang 40 für dich einfach abgefahren ist. Dafür hättest du die Weichen mit spätesten Anfang 30 stellen müssen...

Weiterbildungen mit KFZ-Bezug... KFZ-Meister? Vllt. bringt das was? Als Ausbilder z.B.?

Studium mit Anrechnung. Kann auch klappen, aber selbst dann sind 2 Jahre sportlich.
Und wenn man ehrlich ist... selbst dann wirds mit der F&E schwierig, deine Konkurrenz hat dort in der Regel einen Masterabschluss...
 
Also, frische Uniabsolventen würde ich ja nicht nehmen. Die sind wie Ü-Eier…

Aber ich sehe eher das Problem darin, dass du aktuell noch nicht bei Daimler arbeitest. Ich kann mir gut vorstellen, das es einige Techniker, Meister, Ingenieure etc. gibt die sich bereits intern auf solche Stellen bewerben. Aber keine Ahnung, wie das dieser Konzern handhabt.

40 Jahre hören sich auf jeden Fall schon mal nach Erfahrung an. Hast du denn irgendwelche Skills die dich für so eine Stelle prädestinieren? Und, wie sieht es mit deinen Englischkenntnissen aus? In den meisten größeren Projekten die eine internationale Verflechtung haben ist das schon fast Standard.

@rotH ist es dein Hobby Leute in der Freizeit zu demotivieren oder schon Fetisch? :X3:
Du haust ja einen Knüller nachdem anderen raus. Also, wenn dass das Ergebnis von einem Bachelor ist, dann lass ich meine noch fehlenden 80Etcs lieber brachliegen…
 
Es klingt zwar hart, aber die Einschätzungen von rotH entsprechen der Realität.

Die Aussagen von Nutzer789 animieren halt zu "derberen" Antworten. Er hat keinen Bock auf Studium, macht bei irgendeinem Dienstleister zukünftig die "Arbeit eines Ingenieurs", obwohl er in Mathematik und technischer Mechanik etc. ungefähr auf dem Level eines Abiturienten ist, und will irgendwann in der Entwicklung beim Daimler sitzen. Dabei ist es nicht mal möglich selbstständig die überschaubaren Bildungswege nach dem Techniker darzustellen.
 
Also, frische Uniabsolventen würde ich ja nicht nehmen. Die sind wie Ü-Eier…

Aber ich sehe eher das Problem darin, dass du aktuell noch nicht bei Daimler arbeitest. Ich kann mir gut vorstellen, das es einige Techniker, Meister, Ingenieure etc. gibt die sich bereits intern auf solche Stellen bewerben. Aber keine Ahnung, wie das dieser Konzern handhabt.

40 Jahre hören sich auf jeden Fall schon mal nach Erfahrung an. Hast du denn irgendwelche Skills die dich für so eine Stelle prädestinieren? Und, wie sieht es mit deinen Englischkenntnissen aus? In den meisten größeren Projekten die eine internationale Verflechtung haben ist das schon fast Standard.

@rotH ist es dein Hobby Leute in der Freizeit zu demotivieren oder schon Fetisch? :X3:
Du haust ja einen Knüller nachdem anderen raus. Also, wenn dass das Ergebnis von einem Bachelor ist, dann lass ich meine noch fehlenden 80Etcs lieber brachliegen…
Ne Roth spricht aus Erfahung und ich habe da eben falls mal gearbeitet:

Die besetzen kein Ing. Posten als Techniker, PUNKT !!!. Im übrigen verfügt der Konzern selbst über ein großen Pool an Technikern, da sich viele Arbeiter am Band weiterbilden möchten und diese landen alle als Vorarbeiter oder Abteilungsleiter.
Vor Jahrzehnten konnte man da mit viel Glück als interner Arbeiter mit einen Techniker einen niedrigen Ing. Posten in der Konstruktion ergattern, nämlich Kraftstoffleitungen verlegen.
Wer bei dem Konzern in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung möchte sollte sich um eine Promotion bemühen, da ist selbst ein Master fast unzureichend.

Als Techniker ist man in der Theorie deutlich dem einfachen Bachelor unterlegen und somit so ziemlich uninteressant.
 
40 Jahre hören sich auf jeden Fall schon mal nach Erfahrung an. Hast du denn irgendwelche Skills die dich für so eine Stelle prädestinieren? Und, wie sieht es mit deinen Englischkenntnissen aus? In den meisten größeren Projekten die eine internationale Verflechtung haben ist das schon fast Standard.
Das wir uns nicht falsch verstehen. Als Techniker bin ich seit dem Sommer fertig. Davor hatte ich eine eigenes, kleines Unternehmen, Buchhaltung, Projekte, Planung, usw... darin habe ich Erfahrung. Englisch lässt sich verbessern.

@ Monkey es ist nicht das kein bock auf Studium, wenn ich 20, 25 wäre, würde ich die Richtung einschlagen. Mit knapp 40 braucht man nicht mehr studieren, denke ich.
 
Vielleicht solltest du bei deiner Arbeitgeberwahl einfach etwas abspecken und kleinere Firmen in Betracht ziehen. Ich muss dem Großteil in diesem Thread Recht geben - ohne Studium wirst du bei einem solchen Weltkonzern niemals solch eine Stelle bekommen, erst Recht nicht als Außenstehender. Ich würde sogar behaupten das du dort mit einem Bachelor Abschluss auch nicht weit kommst.
 
Hallo,

schau dir doch meinen Post mal an: Bachelorstudium mit Techniker-Anerkennung
So könntest du in einem Jahr einen Bachelor-Abschluss und den theoretischen Teil des Master-Abschlusses erreichen und anschließend bei Daimler deine Masterarbeit schreiben.

Ich komme aus Wolfsburg und kann daher bezüglich deines Vorhabens von einigen Erfahrungen berichten.
Bei uns ist VW das Nonplusultra, ich denke, das ist sehr gut mit Daimler zu vergleichen.

Stand heute ist es nur schwer möglich bei VW in eine Fachabteilung einzusteigen.
Das gelingt pro Jahr leider nur wenigen Bewerbern und das nur mit Verbindungen z.B. wie bei dir durch die Arbeit bei einem Dienstleister.
Allerdings sind auch da nur Ingenieure gefragt, weshalb ich jetzt auch ein Studium beginne.
Ich werde meine Masterarbeit bei VW schreiben und hoffe, dass ich so direkt in eine Fachabteilung übernommen werden kann.
Das Einzige, was dir da vielleicht noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte, wäre dein Alter. Ich habe gehört ab Ü40 wird es noch schwieriger reinzukommen.

Ich finde es sehr gut, dass du so ein ehrgeiziges und ambitioniertes Ziel verfolgst und wünsche dir viel Erfolg und alles Gute beim Erreichen :)

Viele Grüße
Lara
 
@ Monkey es ist nicht das kein bock auf Studium, wenn ich 20, 25 wäre, würde ich die Richtung einschlagen. Mit knapp 40 braucht man nicht mehr studieren, denke ich.
Mach es nebenberuflich. Habe mit 36 begonnen und bin jetzt mit 40 fertig geworden. Es sind für mich noch somit noch 27 Jahre bis zur Rente (sofern ich nicht nach 45 Berufsjahren gehe) und ich habe bisher "erst" 24 gearbeitet. Warum sollte man da nicht nochmals was tun? Man hat schließlich noch das halbe Berufsleben vor einem.
 
Soweit ich weiß, ist der Einstieg bei den großen OEMs extrem schwierig.
Aber man darf sich ja große Ziele setzen.

Zu beachten wäre, dass ein Großteil der Bauteile und der Entwicklung bereits ausgelagert wurde.
Somit ist die Anzahl an Entwickler-Jobs bei den OEMs überschaubar.

Viele Absolventen wollen auch zu Daimler, machen dort Praktika, Werkstuden, Abschlussarbeit...
und landen dann eben mit Glück bei einem Entwicklungsdienstleister oder bei ANÜ.
Dort bleibt man dann eben einige Jahre oder mehr.

Schau doch mal auf XING oder LinkedIN. Die Lebensläufe von den
Leuten die bei Daimler in Entwicklung arbeiten, und in etwa deinen Werdegang haben.
Dann kriegt man eine Vorstellung davon was funktionieren kann und was nicht.

Beachten sollte man auch die Trend und Zukunftsthemen auf die Automotive setzt und
Bereiche die abgesägt werden.
 
Sorry, aber dieses ganze Gerede von Absolventen der TUs (was immer wieder durchgekaut wird), kann doch niemand mehr hören. Es kommt auf viele Faktoren an!

Gegen einen frisch von der Uni kommenden Student steht die Motivation und Berufserfahrung eines knapp 40-jährigen! Ihr könnt wohl kaum nen 22 jährigen mit theoretischem Wissen mit jemanden vergleichen, der zumindest weiß, wie der Hase im Berufsleben läuft. Der weiß, was eine 40 Stunde Woche ist, lernen neben einem Fulltime-Job, Familie, usw.! Und dann zu sagen, nur ein Student hat Chancen reinzukommen, ist der größte Quark den ich seit langem gehört habe!
Vllt. ist es kein Zuckerschlecken (ist es für Studenten auch nicht), aber Plätze in der Entwicklung gibt es ebenfalls für Techniker!
Und wir reden hier nicht von einem mittelständischen „100-Mann-Betrieb“ ! Die Chancen sind für die allermeisten gering!
Also trefft bitte keine pauschalen Aussagen, die von Stellenanzeigen stammen könnten.

Ebenso den ständigen Vergleich beider Berufsgruppen...Leute.....

„Der Techniker umfasst vom Wissen her nicht mal die ersten zwei Semester eines Studiums. Dabei möchte ich die Weiterbildung nicht abwerten, sondern nur einen groben Vergleich geben.“

Nur, weil beide auf DQR Stufe 6 stehen, heißt es nicht, dass beide den selben TTG (Grad der Theorie) und vor allem die selben Schwerpunkte besitzen! Ich weiß bspw. durch einen direkten Vergleich in der Familie, dass beide ihre Vor- und Nachteile besitzen und genau so gebraucht werden.

Ich glaube, niemand von euch ist Personaler bei Daimler und könnte hierauf gezielt antworten! Also gebt doch bitte brauchbare Ratschläge, anstatt eine gefühlte Belehrung zu starten!
 
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