Techniker; was tun

Hallo zusammen,

in diesem Thread möchte ich mich mit euch austauschen und verschiedene Meinungen anhören:

Ich bin gelernter Techn. Zeichner, Maschinen- und Anlagentechnik. Im Zuge der Wirtschaftkriese hat mein Ausbildungsbetrieb Stellen abgebaut und somit die Azubis nicht übernommen.

Nach ca. 3 Monaten habe ich eine Stelle als TZ in einem kleinen Unternehmen (30 MA) aus dem Bereich Metall- und Fassadenbau angenommen. Zu dem Zeitpunkt war ich froh über eine Stelle, da es kaum Angebote gab. Die Arbeit an sich hat Spaß gemacht und die Leute waren auch i.O.. Ich habe nach und nach mehr Aufgaben übernommen ohne dass es entsprechend honoriert wurde. Man wurde vertröstet und ich wurde langsam unzufrieden.

Irgendwann habe ich mich für eine Weiterbildung zum Techniker Maschinenbau entschlossen, mit dem Gedanken kurz vor Ende mich wo anders zu bewerben. Es kam wie immer anders. Nach dem ersten Jahr der Weiterbildung bin ich dem Ruf des Geldes gefolgt und habe die Firma gewechselt. Dort wurden dringend Leute gesucht und sie haben ein ordentliches Angebot gemacht. Seitdem arbeite ich bei einem Metallbauunternehmen (ca. 50 MA) in meinem Wohnort. Wir verarbeiten Alu-Profile. Zur Arbeit gehe ich zu Fuß. Meinen Techniker habe ich durchgezogen und mit gut abgeschlossen.

Ich habe mir vorgenommen, mich nur bei größeren Firmen (>150 MA) oder Firme mit Tarif zu bewerben, weil ich denke und hoffe, dass diese besser organisiert sind und besser zahlen. Nun ist etwas mehr als ein Jahr vorbei und meine Bewerbungen halten sich im Rahmen. Zwar haben Ferchau etc. Interesse gezeigt; was sie dann aber geboten haben war echt schwach.

Nun bin ich hin und hergerissen. Zum einen will ich in den Bereich Maschinenbau (Konstruktion, Fertigung, Arbeitsvorbereitung), bin mir aber nicht sicher ob mein bisheriger Arbeitsbereich nicht alle Türen geschlossen hat. Zum anderen ist meine Branche nicht überlaufen und es ist schwer gute Leute zu finden. Das kann für weitere Gehaltsverhandlungen ein Argument sein.

War oder ist jmd in einer ähnlichen Situation und kann davon berichten? In wieweit spielt die Tätigkeit vor der gewünschten Technikerstelle eine Rolle?

Beste Grüße
 
Was hindert dich daran mit deinem jetzigen Arbeitgeber das Gespräch zu suchen?
Das kostet natürlich Überwindung, weiß ich. Wenn er dir aber kein vernünftiges Angebot machen kann, wird er dich mittelfristig ohnehin verlieren...

Ob die Tätigkeit vorher eine Rolle spielt oder nicht, ist so stark vom Jobprofil, dem Geschmack des Chefs und noch weiteren Faktoren abhängig, dass man da keine generelle Aussage treffen kann.
Ich bin Ingenieur und hätte meine jetzige Anstellung nicht bekommen, hätte ich nicht vorher eine Berufsausbildung absolviert. Ist sicherlich eher selten, kommt aber vor...

Du liegst natürlich völlig richtig, wenn du davon ausgehst, dass Firmen, die nach Tarif zahlen, mehr zahlen und vor allem auch noch weitere Annehmlichkeiten bieten. Bei der IGM sprechen wir da mittlerweile von 13,25 Gehältern, 0,275xGehalt Zusatzgeld oder 8 Tage Urlaub mehr pro Jahr für Eltern mit Kindern 8 Jahren, Pflegende oder Schichtarbeiter.
Das würde ich aber nicht an der Betriebsgröße festmachen. Es gibt sicher auch mehr als genug Betriebe >150MA, die nicht nach Tarif zahlen...

Nachteil im Tarif ist, dass du relativ starr an Eingruppierungen gebunden bist. Ein nicht-Tarifler kann dein Gehalt wesentlich freier gestalten... wenn du also ein hochdynamischer Leistungsträger bist, hast du es im nichttariflich gebundenen Unternehmen also eventuell sogar besser ;)
 
@ rotH danke. Hindern tut mich nichts daran und ich werde das Gespräch auch suchen.

Ich wurde vor kurzem von einem Headhunter angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte in Luxemburg zu arbeiten.
Die Firma ist ca. 65km (einfacher Weg) von mir entfernt und sucht dringend Mitarbeiter. Natürlich hat er die Vorteile der Rente, Steuern und den höheren Lohn einem schmackhaft gemacht.
Ich habe ihm gesagt dass mir dadurch aber auch Mehraufwand (lange Fahrzeit, Spritkosten, Verschleiß, etc.) entsteht.
Das heißt die Firma müsste schon den aktueller Lohn + Mehraufwand + 5-10% mehr Geld zahlen, damit es interesant wird. Ob sie dazu bereit ist? Die Antwort war "das wird schon". Lassen sie uns ein VG vereinbaren und dann sehen wir weiter.
Arbeitet jmd. von euch in Luxemburg und kann was nützliches darüber sagen?
 
Die Antwort war "das wird schon". Lassen sie uns ein VG vereinbaren und dann sehen wir weiter.
Kurz dazu:
habe Headhunter erlebt, die haben ein VG arrangiert, das man sich hätte sparen können, da die Vorstellungen vorab schon zu weit auseinander lagen (Vorgespräch "ab und zu auch mal 2-3 Übernachtungen in der Woche" -> AG Erwartete Montag los, Donnerstag wieder zurück) und auch Headhunter, die sehr gewissenhaft arbeiten und im Vorfeld sehr genau die Grenzen abstecken.

Kann also sein, dass der Headhunter weis, dass dort so dringend gesucht wird, dass 10% mehr durchaus machbar sind (oder Firmenwagen usw), kann aber auch sein, dass er unter Druck steht und hofft, das der AG und Du irgendwie zusammenkommt....
 
Ich habe ihm gesagt dass mir dadurch aber auch Mehraufwand (lange Fahrzeit, Spritkosten, Verschleiß, etc.) entsteht.
Das heißt die Firma müsste schon den aktueller Lohn + Mehraufwand + 5-10% mehr Geld zahlen, damit es interesant wird. Ob sie dazu bereit ist?
Nein, dazu wird sie nicht bereit sein. Rechne es mal grob durch:

65km*2*220 = 28.600km * 0,3 EUR = 8.560 EUR. Nach Steuererklärung bleibst du immer noch auf ca 6.000 EUR sitzen, alleine ein an Kosten fürs Auto. Dann noch die 2 bis 3 Stunden, die du täglich im Auto sitzst...
 
Nachteil im Tarif ist, dass du relativ starr an Eingruppierungen gebunden bist. Ein nicht-Tarifler kann dein Gehalt wesentlich freier gestalten... wenn du also ein hochdynamischer Leistungsträger bist, hast du es im nichttariflich gebundenen Unternehmen also eventuell sogar besser ;)
Das kommt ganz darauf an, wo man eingruppiert ist ;) Zwar sind generell die Tätigkeiten im ERA Tarif bewertet, dennoch kann man als eventueller Leistungsträger mit seinem Vorgesetzten eine höhere Eingruppierung erwirken... Alles eine Frage der Vitamin-B Beziehung ;)

Sollte der ERA Tarif die Leistungsfähigkeit und Verantwortung nicht mehr abdecken, wird’s es eben ein AT Vertrag. Dieser sollte natürlich kein Pseudo-AT Vertrag werden!

Grüße
Danjka
 
In gewissen Rahmen besteht auch die Möglichkeit eine außertarifliche Sonderzahlung zu vereinbaren. Das hatte ich z.B. mit 450 EUR/Monat.
 
Sollte der ERA Tarif die Leistungsfähigkeit und Verantwortung nicht mehr abdecken, wird’s es eben ein AT Vertrag. Dieser sollte natürlich kein Pseudo-AT Vertrag werden!
Jep, super AT-Verträge... Überstunden sind dann im Gehalt mit drin, das heißt wenn ich im Ausland jeden Samstag oder Sonntag arbeite, tue ich das für die Firma (wie sagt man so schön) "kostenneutral" Wenns ganz blöd kommt, ist dann ein Teil des Gehalts erfolgsabhängig, gerne auch abhängig von Zielen, die man gar nicht selbst beeinflussen kann, usw. ;)

Beim AT-Vertrag gewinnt in der Regel der Arbeitgeber...
 
Jep, super AT-Verträge... Überstunden sind dann im Gehalt mit drin, das heißt wenn ich im Ausland jeden Samstag oder Sonntag arbeite, tue ich das für die Firma (wie sagt man so schön) "kostenneutral" Wenns ganz blöd kommt, ist dann ein Teil des Gehalts erfolgsabhängig, gerne auch abhängig von Zielen, die man gar nicht selbst beeinflussen kann, usw. ;)

Beim AT-Vertrag gewinnt in der Regel der Arbeitgeber...
Deswegen sollte man sich auch Gedanken machen, was man bei einem AT Vertrag fordert. Ist man in dem ERA Gehaltsniveau ganz oben angekommen, geht nur noch meist AT, wenn man weiter in der Firmenhirarchie hochklettert... Da wird kein Arbeitgeber die max. ERA Stufe + außertariflichen Sonderzahlungen anbieten! Das ERA generell viele Vorteile bietet, steht nicht zur Diskussion. Ich erlebe es ja selbst jeden Tag. Ich sage ja nur: Sollte es AT werden, muss man das soweit es geht zu seinen eigenen Gunsten verhandeln (wenn der AG es denn akzeptiert).
 
Schau doch mal in seine Infobox. Er war seit über einem Jahr nicht mehr online und hat nur in diesem Thread Themen verfasst. Wie hoch sind wohl die Chancen, dass es in absehbarer Zeit (oder überhaupt) auf deine Frage antwortet?
Du kennst aber nicht die Kontoeinstellungen, die der Kollege hat. In den Grundeinstellungen kann man auch aktivieren, dass man bei neuen Beiträgen zu seinen Themen eine Mail bekommt.
 
Top