[Suche] Verbot für das Nachnieten/ Nachsetzen von Nietverbindungen

Guten Morgen zusammen,

Betrieblich kam eine Frage zur Möglichkeit des Nachnietens/Nachsetzens von Nietverbindungen auf.

Ich bin strikt dagegen, weil man meiner Meinung nach bei der äußeren Betrachtung des gelockerten Niets eine Veränderung des Nietschaftquerschnitts nicht beurteilen kann und somit ein Risiko eingeht.
Beim Nachnieten käme es in einem solchen Fall zwar temporär durch Stauchen des Materials im Bereich des Nietkopfs wieder zu einem festen Halt, der aber nach kurzer Dauer durch weitere Streckung des Nietschafts wieder ausgehebelt würde. Somit würden alle weiteren Nietverbindungen stärker beansprucht und an irgendeinem Zeitpunkt ebenfalls Versagen. In meinem Unternehmen wird angedacht solche gelockerten Niete dann einfach Nachzuschlagen um wieder einen festen Halt zu erzeugen.

Man versucht in meinem Betrieb gerade über Umwege dieses Nachnieten von Nietverbindungen als mögliche Reparaturmethode zu etablieren.
Ich sehe darin eine stetig stetig wachsende Gefahr, je mehr Nieten auf diese Art und Weise "repariert" wurden.

Leider konnte ich in den einschlägigen Fachbüchern (Dubbel, Böge Maschinenbau) keinen Verweis darauf finden, dass das Nachsetzen von Nietverbindungen unzulässig ist.

Falls hier jemand ein solches Regelwerk kennt, auf das ich mich berufen kann, so würde mir das sehr helfen!

Ich danke euch im Voraus!

beste Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke hier sollte die ursprüngliche Konstruktion und ihre Belastungsgrenzen betrachtet werden. Darauf hin ist zu prüfen ob ein Nachsetzen oder Nachziehen der Verbindung die gleiche Stabilität und Belastbarkeit erzielt. Auf der Grundlage und einer Gefahrenabwäagung wird dann eine Arbeitsanweisung erstellt. Diese schreibt das Verfahren und die Grenzen der Durchführbarkeit vor. Soetwas kann man nicht aus dem Bauch heraus entscheiden und eine allgemein gültige Vorschrift wirst du auch vergeblich suchen!
 
Guten Morgen zusammen,

Betrieblich kam eine Frage zur Möglichkeit des Nachnietens/Nachsetzens von Nietverbindungen auf.

Ich bin strikt dagegen, weil man meiner Meinung nach bei der äußeren Betrachtung des gelockerten Niets eine Veränderung des Nietschaftquerschnitts nicht beurteilen kann und somit ein Risiko eingeht.
Beim Nachnieten käme es in einem solchen Fall zwar temporär durch Stauchen des Materials im Bereich des Nietkopfs wieder zu einem festen Halt, der aber nach kurzer Dauer durch weitere Streckung des Nietschafts wieder ausgehebelt würde. Somit würden alle weiteren Nietverbindungen stärker beansprucht und an irgendeinem Zeitpunkt ebenfalls Versagen. In meinem Unternehmen wird angedacht solche gelockerten Niete dann einfach Nachzuschlagen um wieder einen festen Halt zu erzeugen.

Man versucht in meinem Betrieb gerade über Umwege dieses Nachnieten von Nietverbindungen als mögliche Reparaturmethode zu etablieren.
Ich sehe darin eine stetig stetig wachsende Gefahr, je mehr Nieten auf diese Art und Weise "repariert" wurden.

Leider konnte ich in den einschlägigen Fachbüchern (Dubbel, Böge Maschinenbau) keinen Verweis darauf finden, dass das Nachsetzen von Nietverbindungen unzulässig ist.

Falls hier jemand ein solches Regelwerk kennt, auf das ich mich berufen kann, so würde mir das sehr helfen!

Ich danke euch im Voraus!

beste Grüße
Das Nachnieten kann doch nur "kalt" erfolgen.
Ich nehme aber an, dass das in der Vergangenheit bei vielen Reparaturen (Notfällen) so gemacht wurde. Diese Erfahrung scheint aber verloren gegangen zu sein
 
Das Nachnieten kann doch nur "kalt" erfolgen.
Ich nehme aber an, dass das in der Vergangenheit bei vielen Reparaturen (Notfällen) so gemacht wurde. Diese Erfahrung scheint aber verloren gegangen zu sein
Die Problematik die ich im Nachnieten sehe ist die Folgende:

Wenn der Nietschaft sich gelängt hat liegt er nicht mehr wie ursprünglich an der Wandung der Bohrung an (Lochleibung).
Das ungeschlagene Niet hat einen Nietschaftdurchmesser, der geringer als der Bohrungsdurchmesser ist. Durch Schlagen des Niets staucht sich nicht nur der Nietkopf sondern auch der Nietschaft und füllt bei einem korrekten Nietvorgang den Bohrungsdurchmesser vollständig aus.

Wenn sich nun ein oder mehrere Nieten lockern und dies wie angedacht mit einem Hammer auf dem Amboss nachgeschlagen wird, bin ich mir sicher, dass niemand dafür garantieren kann, dass das Stauchen des Materials wieder rein im Nietschaft erfolgt, sodass die ursprünglichen Eigenschaften der Verbindung vollständig erhalten bleiben.

Zudem bleibt bei Kaltverformung der Bauteile nach dauerhafter Streckung (also im plastischen Bereich) immer eine Frage nach der möglichen Entstehung von Rissen und somit zukünftigen Bruchstellen im Material.

Die Teile um die es geht wurden um 1950 gefertigt und weisen nun einmal nach 70 Jahren im alltäglichen Einsatz entsprechende Mängel auf, die man meiner Meinung nach nicht einfach mit Hammer und Amboss angehen sollte.

Zudem besteht bei Versagen erstmal die Gefahr der Funktionsuntüchtigkeit.
Da dasselbe Gerät auch noch an wesentlich kritischere Nietverbindungen aufweist, sehe ich hier die initierende Umsetzung einer Praxis, die auf lange Sicht Gefahr für Leib und Leben des Anwenders mit sich bringt.

Aus diesem Grund bin ich weiterhin auf der Suche und hoffe doch irgendwo ein Regelwerk zu finden, welches bei gelockerten Nietverbindungen das Ausbohren und den Ersatz durch neue Nieten nach Prüfung der jeweils vorliegenden Bohrung fordert.

Falls doch noch ein solches Dokument auftaucht würde ich mich über Nennung desselben sehr freuen.

Ich danke euch.

viele Grüße
 
Die Problematik die ich im Nachnieten sehe ist die Folgende:

Wenn der Nietschaft sich gelängt hat liegt er nicht mehr wie ursprünglich an der Wandung der Bohrung an (Lochleibung).
Das ungeschlagene Niet hat einen Nietschaftdurchmesser, der geringer als der Bohrungsdurchmesser ist. Durch Schlagen des Niets staucht sich nicht nur der Nietkopf sondern auch der Nietschaft und füllt bei einem korrekten Nietvorgang den Bohrungsdurchmesser vollständig aus.

Wenn sich nun ein oder mehrere Nieten lockern und dies wie angedacht mit einem Hammer auf dem Amboss nachgeschlagen wird, bin ich mir sicher, dass niemand dafür garantieren kann, dass das Stauchen des Materials wieder rein im Nietschaft erfolgt, sodass die ursprünglichen Eigenschaften der Verbindung vollständig erhalten bleiben.

Zudem bleibt bei Kaltverformung der Bauteile nach dauerhafter Streckung (also im plastischen Bereich) immer eine Frage nach der möglichen Entstehung von Rissen und somit zukünftigen Bruchstellen im Material.

Die Teile um die es geht wurden um 1950 gefertigt und weisen nun einmal nach 70 Jahren im alltäglichen Einsatz entsprechende Mängel auf, die man meiner Meinung nach nicht einfach mit Hammer und Amboss angehen sollte.

Zudem besteht bei Versagen erstmal die Gefahr der Funktionsuntüchtigkeit.
Da dasselbe Gerät auch noch an wesentlich kritischere Nietverbindungen aufweist, sehe ich hier die initierende Umsetzung einer Praxis, die auf lange Sicht Gefahr für Leib und Leben des Anwenders mit sich bringt.

Aus diesem Grund bin ich weiterhin auf der Suche und hoffe doch irgendwo ein Regelwerk zu finden, welches bei gelockerten Nietverbindungen das Ausbohren und den Ersatz durch neue Nieten nach Prüfung der jeweils vorliegenden Bohrung fordert.

Falls doch noch ein solches Dokument auftaucht würde ich mich über Nennung desselben sehr freuen.

Ich danke euch.

viele Grüße
Das Nieten ist m.E. nicht mehr zeitgemäß (und zu laut;-))
Ich habe früher in meinem Betrieb statt der Nieten HUCK- Bolzen verwendet (kommen aus dem Flugzeugbau).
Diese Bolzen werden mit einem hydraulischen Setzgerät gesetzt.
Der Werkstoff der HUCK- Bolzen hat höhere Festigkeit als ein Niet.
 
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