Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hallo Zusammen!

Nun, ich verfolge dieses Forum nun schon seit längere Zeit als „stiller Leser".

Immer wieder fallen mir hierbei Threads auf, in denen die Frage gestellt wird ob man nun nach dem Techniker studieren soll oder nicht. Daraufhin habe ich mich einmal durchgerungen, meine bisherigen Erfahrungen zusammenzuschreiben.

Eventuell kann ich hier mit meinen Erfahrungen bei der Entscheidungsfindung ein wenig helfen. :-)

Selber bin ich gelernter Industriemechaniker, und habe vier Jahre lang eine Staatliche Technikerschule besucht und so „meinen Techniker“ gemacht. Für mich stand vornweg fest das es sich hierbei nicht um das Ende handeln sollte.

Dabei kam es für mich nicht in Frage ein Vollzeitstudium zu absolvieren. Dafür habe ich zu viele finanziellen Verpflichtungen wie Wohnung etc. So musste ich, wie auch beim Techniker, die Teilzeitform neben dem Beruf wählen.
Ein halbes Jahr nach Ende der Technikerschule habe ich dann angefangen mit einem Fernstudium bei der HFH im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen. Inzwischen bin ich nun im vierten Semester und mit dem Grundstudium so gut wie durch. :-p

Für Leute wie ich, die den Techniker/Meister neben dem Beruf gemacht haben, ist die sehr stark eingeschränkte Freizeit sicherlich nicht neues. Jeder andere sollte sich erst einmal gut überlegen was da auf einen zukommt. Abende und Wochenenden gehen zwangläufig drauf fürs Lernen. Die Zeit für den Partner, die Freunde oder den Verein lässt sich mit fortlaufender Zeit immer schwerer finden.

Auch außer acht lassen möchte ich nicht dass je nach Anbieter (AKAD , HFH usw.) erstmal augenscheinlich hohe Kosten auf einen warten. Hier bei der HFH sind es 230€ im Monat, die man für das Studieren hinlegen muss. Und nur nebenbei, das ist keine Erfolgsgarantie :eek: Nachdem ich nun ein paar Prüfungen hinter mir habe, kann ich Euch versichern dass es kein „Ingenieur auf Ratenzahlung“ ist. Ein bisschen Fleiß muss schon sein :-D

Sollte man nach einem Jahr keine Lust mehr aufs Studieren haben, dann sind mal locker gut über 2000€ in den Sand gesetzt. Von daher sollte man sich die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens gut überlegen.

Die Gebühren sind meiner Meinung nach noch gerade so im Rahmen. Man bekommt alle benötigten Materialien semesterweise in Form von Studienbriefen. Daneben hinaus benötigt man eigentlich keine weitere Literatur. Mit den Studienbriefen lässt es sich relativ gut arbeiten.
Allerdings sind diese Teilweise in Ihrer Aktualität etwas Fragwürdig. Zum Beispiel hat man bei manchen Aufgaben noch die gute alte D-Mark als Währung :rolleyes: Ist bei einer Rechenaufgabe zwar nicht sonderlich Tragisch, aber für die hohen Studiengebühren erwarte ich da doch ein wenig mehr.

Auch weichen diese Studienbriefe in Ihrer didaktischen Qualität untereinander ab. Diese Studienbriefe stammen von unterschiedlichen Autoren, und jeder hat eben seine „Art“ Inhalte zu vermitteln. Ich selber kann mich da nicht unbedingt mit allen Variationen anfreunden. Aber ich glaube das Problem hat man auf jeder Schule/Uni

Auch Formelsammlungen und ein Taschenrechner sind hier in den Gebühren enthalten. Ebenfalls kann man sogenannte Präsenzveranstaltungen aufsuchen, dazu aber noch später mehr.

Es ist anzumerken das man die Gebühren natürlich steuerlich absetzen kann. Bei mir war es bis jetzt kein Problem, Lerngemeinschaften, Studiengebühren, Computer usw. abzusetzen obwohl ich das beim Techniker auch schon gemacht habe :D

Ebenso lese ich immer wieder Bedenken ob so ein Studium überhaupt stofflich machbar ist. Vor allem solche Fächer wie Mathe flößen einem natürlich fürs erste eine Menge Respekt ein.

Da ich durch diverse Foren und deren Posts auch erst einmal gehörig eingeschüchtert war, habe ich den von der HFH Angebotenen Mathe-Vorkurs besucht. Ich hatte schon befürchtet, hier schon an meine Grenzen zu stoßen.

Nach den ersten Stunden hatte sich jedoch meine Sicht der Dinge um einiges relativiert. Der Vorkurs fängt wirklich beim „Urschleim“ an. Das heißt es geht los mit Vorzeichenregeln, Bruchrechnen usw. Ich möchte das nicht herab tun. Es ist mir klar das wenn jemand lange aus der Materie raus ist, solche Themen schnell in Vergessenheit geraten. Jedoch für jemanden der sozusagen „frisch“ von der Schule kommt ist das noch gut bekanntes Terrain.

Auch war es möglich in meinem Studiengang diverse Klausuren anzuerkennen lassen. :D Man stellt einen entsprechenden Antrag und legt Zeugnisse, Bescheinigungen etc. bei. Daraufhin bekommt man eine Mitteilung welche Fächer einem erlassen wurden. In meinem Fall als staatlich geprüfter Techniker / Maschinenbau waren dies:

Konstruktion (komplett), Werkstofftechnik (komplett), Wirtschaftsenglisch (komplett), Mathematik (nur eine Studienleistung, den zweite Teil mit der Prüfungsleistung musste ich schreiben).

Insofern ist man zu Beginn erst einmal erleichtert da zumindest mal ein Teil Mathe wegefallen ist. Aber nachdem ich die Materialien für die „restliche“ Mathe in den Händen gehalten habe, war meine Euphorie erst einmal Verflogen.

Hier kommen Themen wie Vektor-, Differential- und Integralrechnung auf einen zu. Dabei muss gestehen das wir diese Themen auf der Technikerschule nie behandelt haben.

Deswegen hatte ich auch sehr stark damit zu kämpfen. Aber ich kann sagen ES IST MACHBAR! Ich komme zu dieser Einschätzung da ich, als auch zwei Kommilitonen die „nur“ Meister sind, die Prüfung im ersten Anlauf gepackt haben. Es ist wirklich nur eine Frage des Willens und der Selbstdisziplin sich mit diesen Themen zu beschäftigen.
Einfach ist das nicht, bei mir gingen fürs Mathe lernen allein vier Wochen Jahresurlaub drauf, aber so hochgestochen wie manch einer meint ist es wirklich nicht.

Ich will hiermit ganz klar den Leuten Mut machen, die bezüglich Ihrer Vorbildung (Meister) öfters bedenken haben ob sie den Stoff packen können. Man muss sich halt die Zeit nehmen, um sich mit dem Stoff zu beschäftigen, und vor allem um zu üben, üben, üben….

Das „restliche“ Studium selber läuft nun immer eigentlich nach dem gleichem Schema ab. Am Semsteranfang bekommt man seine Studienbriefe zugeschickt. Die sollte man dann in Eigenregie bearbeiten, um dann die entsprechenden Präsenzveranstaltungen an Wochenenden zu besuchen. Auf diesen Präsenzveranstaltungen werden dann bestimmte Studienbriefe durchgesprochen und man hat die Möglichkeit Fragen zu stellen. Die Teilnahme an den Veranstaltungen selber ist vollkommen Freiwillig.

Genau hier liegt der Haken für mich, im Vergleich zur Technikerschule. Dort hatte man weitaus mehr Pflicht-Unterrichtsabende wo der Stoff durchgenommen wurde. Hier im Fernstudium hat man teilweise nur ein oder zwei Samstagvormittage wo einem der Stoff „vorgekaut“ wird. Man muss sich den ganzen Lernstoff eigenverantwortlich aneignen um die entsprechenden Prüfungen zu bestehen.

In der Praxis sieht es aber meistens so aus das 90% der Teilnehmer an den Präsenzveranstaltungen die Themen nicht bearbeitet haben. Mehr oder weniger wird dann der Inhalt der Studienbriefe einfach „runtergerattert“. Zeitweilen hatte ich in bestimmten Fächern den Eindruck das ich nur auf einer „Vorlesestunde“ bin. Genauso gut hätte ich mir alles auch selber auf dem heimischen Sofa durchlesen können, und mir so eine Anreise zum Studienzentrum gespart.

Im Endeffekt hat man dann ca. 3-4 Prüfungen pro Semester. Diese liegen meistens drei oder vier Wochen auseinander. Teilweise hat man pro fach zwei Klausuren. Hier spricht man dann von einer Studien- oder von einer Prüfungsleistung. Die Studienleistung ist in diesem Fall die „erste Stufe“, hier kommt es nur darauf an zu bestehen. Man muss also mehr als 50 Punkte erreichen. Dann wird im Notenblatt „Bestanden“ eingetragen und gut. Die „zweite Stufe“ ist dann die Prüfungsleistung. Hier gilt es ebenso mehr als 50 Punkte zu erreichen. Allerdings bekommt man hierbei je nach Punktzahl eine Note, die im Notenblatt eingetragen wird.

Sollte man eine Studien/Prüfungsleistung nicht bestehen, so hat man noch die Möglichkeit diese zwei Mal zu wiederholen. Erst wenn der zweite Anlauf daneben geht, gilt das Fach als endgültig nicht bestanden. Bis jetzt hatte bin ich noch nicht in die Verlegenheit gekommen, eine Prüfung wiederholen zu müssen.

Außerdem werden die Prüfungen von einer Art Zentralstelle aus erstellt und am Prüfungstag verschickt. Das heißt, auch der Dozent der einen Unterrichtet, hat vor dem Prüfungstag keinen blassen Schimmer, was genau dran kommen kann.

Klar, man kann sich alte Prüfungen anschauen, um sich so einen Überblick zu verschaffen welche Themen „gerne“ gefragt werden. Aber Garantie drauf hat man keine.

Wenn man auf Nummer sicher gehen will bezüglich der Prüfung muss man sich mit allen Themen aus den Studienbriefen befassen.
Letztendlich lernt man dann eigentlich nur noch auf die nächste anstehende Prüfung.

Im Schnitt arbeite ich jeden Abend zwei Stunden, um rechtzeitig vor der Prüfung alle Studienbriefe durch zu haben. Dazu kommen noch in der Woche vor der Prüfung ein paar Stunden dazu, um alles noch einmal zu üben. Je nachdem wie einen bestimme Fächer liegen oder nicht, verändert sich die Zeit die man investieren muss.

Zu allen Fächern stehen einem im Netz mehr oder weniger alte Klausuren zur Verfügung, so das man ein bisschen gezielter üben kann. Alternativ kann man sich auch mit gleichgesinnten zusammenschließen um in der Gruppe zu lernen.

Das alles sind meine gewonnen Eindrücke bis jetzt. Mir ist klar, dass die Meinungen oder Eindrücke zu bestimmten Themen weit auseinandergehen können. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden was für einen das Beste ist. :D

Soweit so gut fürs erste, eventuell konnte ich mit meinem Überblick dem ein oder anderem von Euch helfen.

Gruß

B.

Nachtrag: Leider ist hier wohl die maximale Anzahl von Emoticon in einem Beitrag begrenzt. Hätte davon sonst gerne mehr "eingebaut" :p
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hallo Splinter,

ein sehr umfassender Bericht und vielen Dank dafür. Auch wenn ich mich für den TBW bereit angemeldet habe, bereitet mit Dein Bericht doch wieder einen Zwiespalt es evtl. doch nochmal anzupacken.

Dir noch viel Erfolg dabei..:)
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hallo,

vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Bin zwar erst im 2. (fast 3.:))
Semester des Techniker Lehrgangs habe aber auch schon über Möglichkeiten
für die Zeit danach nachgedacht.
Aber erstmal eins nach dem anderen....

Gruss
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Ein wirklich wertvoller Erfahrungsbericht für mich, da ich niemanden persönlich kenne, der sowas (ge)macht (hat).

Danke.
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hey Splinter,

danke für diesen ausführlichen Bericht. Mich würde nur mal interessieren, wie alt du bist. Ich habe nämlich auch vor, meinen Techniker (MB) zu machen und bei evtl. gutem Abschneiden gleich noch das Studium hinterher. Ob und welche Fächer anerkannt werden ist dann sicher von FH zu FH unterschiedlich zu prüfen, aber egal. Es ist wirklich interessant zu erfahren wie jemand im 3. (?) Bildungsweg nun doch den Schritt zum Ingenieur geschafft (?) hat. RESPEKT! Aber wiederum zeigt es mir, daß es nicht unmöglich ist. Wie lange dauert das Studium insgesamt?
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Möchte mich auch bedanken für diesen Beitrag, ich denke genau das hat uns allen gefehlt. Weil gerade solche Erfahrungsberichte fehlen uns, was für mich unter Beweis stellt dass das wirklich alles möglich ist wenn man was erreichen will. Vielen Dank.

Mfg Alex.
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Sehr interessant ja, ich werde nach der Technikerschule ( in Mai fertig ) auch studieren gehen.

Allerdings wähle ich die Vollzeitform, Teilzeit ist einfach nichts für mich.
Vor Mathe hat man natürlich schon ein wenig Respekt, aber mir sagt eigentlich jeder und ich lese es auch oft im Uni Forum, das es doch mit viel Fleiß zu schaffen ist, man muss halt nur die nötige Motivation mitbringen.

Ich werde dann auch berichten ab September.
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

moinmoin,
danke für den Bericht. Viel Arbeit und viel gute Information drin! Eine Frage habe ich noch:
Sollte man eine Studien/Prüfungsleistung nicht bestehen, so hat man noch die Möglichkeit diese zwei Mal zu wiederholen. Erst wenn der zweite Anlauf daneben geht, gilt das Fach als endgültig nicht bestanden.

hat man zwei Versuche oder zwei Wiederholungen (also drei Versuche)?

Ansonsten: Ganz viel Erfolg für dich!:thumbsup:
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hallo Splinter,

danke für den ausführlichen Bericht.

Zum Thema Anrechnung: Hier ist die HFH nach wie vor ein Sonderfall. Das DAA-Technikum ist einer der Träger der HFH. Somit besteht aus meiner Sicht ein gewisses Interesse daran, Teile des Technikers anzuerkennen. An anderen (Fach-)Hochschulen werden im Regelfall nur Leistungen anderer (Fach-)Hochschulen anerkannt. Für meinen Fall ist die Verweigerung der Anrechnung im Nachhinein durchaus gerechtfertigt. Mit dem Wissen aus dem Techniker hätte ich keine der Klausuren bestanden.

Machbar ist mehr oder weniger alles, wenn man will. Wie sieht es bei dir mit dem Lernaufwand im Vergleich zum Techniker aus? Je nach Fach komme ich locker auf den 5-fachen Aufwand. Manchmal aber auch deutlich mehr.

Gruß Jens
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hallo zusammen,

danke für die tolle Resonanz zu dem Bericht. Eventuell finden sich ja dadurch noch mehr Leute von anderen Institutionen wie AKAD oder PFFH, um Ihre Erfahrungen zu berichten :D



Auch wenn ich mich für den TBW bereit angemeldet habe, bereitet mit Dein Bericht doch wieder einen Zwiespalt es evtl. doch nochmal anzupacken.

-Das mit dem TBW ist im Bezug auf ein eventuelles Studium auch nicht so verkehrt. Ein Studienkollege konnte sich vom TBW einige Fächer annerkennen lassen. Welche genau kann ich Dir nicht so nicht mit Bestimmheit sagen. Aber solltest nach bestandenem TBW noch Lust aufs Studium haben, erkundige Dich einfach wie Ich, vor Beginn des Studiums direkt bei der betreffenden Uni :-)

Mich würde nur mal interessieren, wie alt du bist.

-Ich bin nun inzwischen astronomische 27 Jahre alt. 8) Unverheiratet und habe keine Kinder (jedenfalls keine von denen ich wüsste :D )

Meine bisherige Laufbahn sieht dabei so aus:
-----1997 "normale" Realschule/mittlere Reife
1997-2001 Ausbildung Industriemechaniker
2002-2006 Technikerschule/Abendform
2006-???? Studium

- Regelstudienzeit sind 8 Semester, also 4 Jahre

hat man zwei Versuche oder zwei Wiederholungen (also drei Versuche)?

-Du hast ingesamt drei Versuche. :-) Allerdings habe ich noch mitbekommen das es wohl unter Bestimmten Umständen möglich ist, eine mündliche Nachprüfung abzulegen. Aber unter welchen Umständen das Abläuft weiss ich ehrlich gesagt nicht. Bin zum Glück noch nicht in die Bedrängnis gekommen, mir darüber Gedanken machen zu müssen :-)

Zum Thema Anrechnung: Hier ist die HFH nach wie vor ein Sonderfall

-Da gebe ich Dir voll und ganz recht. An den Studienveranstaltungen kommt man unter den Studierenden doch recht munter ins Gespräch. Dabei bekommt man auch öfters mit, was die einzelnen Leute anerkannt bekommen haben.
Dabei ist es schon recht kurios wenn zwei Leute exakt die gleiche Ausbildung haben, aber (scheinbar willkürlich) unterschiedliche Fächer angerechnet wurden. :rolleyes:

Wie sieht es bei dir mit dem Lernaufwand im Vergleich zum Techniker aus?
Um auf Prüfungen zu lernen, muss ich schon noch etwas mehr zeit investieren als beim Techniker. Aber es hält sich in Grenzen. Dabei muss ich bemerken das durch die ganze Anerkennerei das Grundstudium etwas BWL-Lastig ist. Für einen Technikfreak :D wie mich, ist das halt schon etwas dröge ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Mahlzeit die Herren,

Top Erfahrungsbericht! Trifft genau mein Interesse. Danke Splinter!

Ich habe Prozessleitelektronik gelernt und werde auch im Mai mit meinem Techniker (Informatik) fertig. Dicken Gruß an Immortal! Wir packen das..... 8)
Danach steht für mich Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Mechatronik über Fern-FH auf dem Plan.
Da ich das Fach-Abi mit dem Techniker mache, muss ich auch zur Mathe-Prüfung und bin daher nicht ganz aus der Übung.
Allerdings hat der Blick in ein Mathe-Vorkurs-Buch bei mir leichte Übelkeit ausgelöst. Verständnisprobleme habe ich weniger,
aber zufliegen lassen mir die Mathe-Götter leider auch nix :D
Brauche ich also einen Vorkurs, oder kommt man auch ohne Kurs mit dem Stoff mit?
Und ist es möglich an einer beliebigen FH bzw. Uni diesen Kurs zu machen (ohne, dass ich dort später studiere)?

Vielen Dank und lieben Gruß!
Benny
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

HI!

Brauche ich also einen Vorkurs, oder kommt man auch ohne Kurs mit dem Stoff mit?

Das wirst wohl nur Du entscheiden können. Viele FHs und Unis haben diese Vorkurse als PDF auf ihren Seiten. Und wenn Du an der WBH (früher PFFH) studieren willst, schau Dir mal [ISBN]3540681809[/ISBN] an - ZUm Buch gehört eine CD mit Vorkurs und das Buch entspricht ungefähr dem Studium - die Matheskripte dort hat auch der Rießinger geschrieben.
Das Buch ist sogar recht unterhaltsam :)
cu
Volker
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hi Volker,

das Buch hatte ich auch schon in der Hand, hab mich dann aber doch für das "Mathematik Vorkurs" von Teubner (ISBN: 383510036X) entschieden.
Da es bei mir ja hart auf die Prüfung zugeht (55 Tage und der Rest von heute), hab ich momentan noch nicht die Zeit voll in Mathe einzusteigen. Komplexe Zahlen, Differential- und Integralrechnung reicht fürs Fach-Abi. Und das auch nur oberflächlich. Mathe Fach-Abi wird eh nur 60 Min. geprüft.
Wie gesagt, ich hab (eigentlich) kein Problem mit Mathe. Aber in jedem Forum meckern die Studienanfänger über diese super-schwere Mathe. Das hat mich verunsichert...
Ich glaube ein 2-3 Wochen Crashkurs wäre für mich genau das Richtige. Hab ich aber im Umkreis Köln/Bonn noch nicht gefunden....

Wünsche den Herren ein schönes Wochenende!
Lernt nicht zu viel. Wir leben nur 28.000 Tage 8)!

Gruß aus dem wunderschönen Rheinland!
Benny
 
D

dönis

Gast
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Wie gesagt, ich hab (eigentlich) kein Problem mit Mathe. Aber in jedem Forum meckern die Studienanfänger über diese super-schwere Mathe. Das hat mich verunsichert...
Würde ich nicht allzu viel drauf geben auf dieses Gemecker, denn man muss berücksichtigen von wem das so kommt...
Wie sagt man so schön:
"Ein zufriedener Kunde erzählt es einem guten Freund und gut, ein unzufriedener Kunde erzählt es Jedem, den er trifft..."

Wir hatten letztes Semester in Mathematik II ne Durchfallquote von über 70% der Beste hatte ne 3, ich hab mit 3,7 gerade noch so bestanden.
Das liegt aber nicht an der Thematik, sondern einfach daran, dass wir uns alle anhand einer Übungsklausur völlig falsch vorbereitet hatten und der Professor zusätzlich kaum bis gar keine Punkte auf Ansätze oder Folgefehler gibt.

Es lag also an blauäugiger bis schon fast naiver "Wird schon nicht drankommen"-Vorbereitung und weniger daran, dass Mathe soooooo unschaffbar schwer ist. Ist es nicht, vor allem nicht an einer Fachhochschule...

Ich glaube ein 2-3 Wochen Crashkurs wäre für mich genau das Richtige. Hab ich aber im Umkreis Köln/Bonn noch nicht gefunden....
Wozu? Ich hab das so verstanden, dass du Fachabi machst. So viel mehr wird dich im ersten Semester Mathe nicht erwarten. Das erste Semester ist ne Wiederholung des Stoffs bis zum Fachabi im Schnelldurchlauf.
Erst im zweiten Semester wird dann wirklich neuer Stoff gemacht, dann allerdings in einem mörderischen Tempo. Man muss auf jeden Fall am Ball bleiben, aber wenn man das tut und nicht auf den Kopf gefallen ist, dann klappts auch ohne Brückenkurs, Crashkurs, Rießinger und wie sie alle heißen...

Ich kann übrigens den Papula sehr empfehlen. Rießinger mag ich nicht, der sabbelt mir zuviel um den heißen Brei herum. Papula bringts auf den Punkt, kurz und mathematisch...
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hi Dönis,

bestimmt hast Du Recht und ich mach mir nur unnötig Sorgen.
Ich werde mir bevor es losgeht noch mein Mathe-Vorbereitungs-Buch antun und dann einfach mal schaun, dass ich den Rest in den Kopf kriege :)
Es wird bei mir wohl in Richtung Darmstadt/AKAD gehen. Hast Du ne Ahnung, wie anspruchsvoll bzw. machbar das Ganze dort ist?
Noch hab ich mich ja nicht festgelegt. Aber ich bin mir ganz sicher, dass ich nie wieder (regelmäßig) in die Schule gehen will :)
Das war die letzten 4 Jahre mit Abstand das Schlimmste!
Lernen -> ok!
Hin und wieder Seminar o.Ä. -> ok!
Aber dreimal die Woche Abends nach der Arbeit in der Schule sitzen -> never ever!!!
Ich glaube, dass geht hier Anderen bestimmt ähnlich :)

Schönen Samstag Abend!
Gruß Benny
 
D

dönis

Gast
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hmm, ich kann da natürlich nur von der FH Hannover und dem Fachbereich Elektrotechnik berichten, aber ich denke, dass sich der Stoffumfang an den Fachhochschulen dank Akkreditierung sehr ähneln dürfte und die Mechatronik ja vor allem in den naturwissenschaftlich-mathematischen Grundlagen sehr eng mit der Elektrotechnik zusammenliegt...

Stoffmäßig wird die komplette Ingenieursmathematik durchgezogen, also

- Differential-, Integralrechnung
- Vektorrechnung
- lineare Gleichungssyteme und Matrizen
- komplexen Zahlen
- Funktionen mehrerer Veränderlicher
- Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik
- Differentialgleichungen
- La-Place, Fourier, Taylorreihen usw.

In Physik gehts bei uns über Mechanik, Wärmelehre, Schwingungen und Wellen bis zur Atomphysik und den Grundvorstellungen der Quantenmechanik...

Hört sich alles wahnsinnig kompliziert an, ist es aber nicht wirklich, wenn man sich da reinhängt und das nötige Talent/Verständnis dafür hat. Wer das nicht hat, wirds ziemlich schnell merken und sollte dann auch aufgeben, denn dann hat das Ganze keinen Zweck...

Noch kurz meine Sicht zum Thema Fernstudium/Präsenzstudium:
Du wirst sicherlich elternunabhängiges Bafög bekommen und könntest somit mit Jobben im Semester und Arbeit in den Semesterferien locker auf 800-900€ im Monat kommen, dich dafür aber voll und ganz auf dein Studium konzentrieren.
Das wird je nach Job , bei einem Fernstudium nur sehr eingeschränkt möglich sein, vor allem nicht, wenn du als Techniker 50-60Std. die Woche eingespannt bist im Beruf. Unterschätz den Stoffumfang auch im Fernstudium nicht...

Wenn du das Studium eher aus Interesse an der Materie und weniger als Aufstiegsfortbildung siehst, kann ich nur empfehlen, den Schritt an die FH zu machen, denn den wirklichen Einblick in die Materie erhälst du erst, wenn du dich im Labor der erlernten Theorie experimentell näherst und anschließend deine Ergebnisse selbstständig auswerten musst, auch und vor allem, wenn sie der Theorie teilweise widersprechen.
Wissenschaftliches Arbeiten lernst du in den Laboren und Projekten, die bei uns im Hauptstudium in jedem Fach zu absolvieren sind.

Dort sehe ich den klaren Nachteil einer Fernhochschule . Sicher auch dort werden Labore durchgeführt, aber das kommt an die 14 Labore, 2 Projekte und unzählige Laborberichte und Präsentationen, die ausgearbeitet werden müssen, nicht heran...
Außerdem denke ich, dass im Fernstudium die Inhalte sehr gestrafft und auf das Wesentliche konzentriert vermittelt werden.

Wie gesagt, wer das Ganze eher als Fortbildung sieht, wird an der FernFH sicherlich glücklich werden.
Wer aber nicht unbedingt aus "Karrieregier" (nicht abwertend gemeint), sondern wirklich primär aus Interesse studiert, der sollte sich an eine "echte" FH oder eventuell sogar Uni begeben, dort sind die Möglichkeiten viel besser in die Materie einzusteigen...
Außerdem sind die "Vertiefungen" an der PFFH in meinen Augen eher pro Forma, denn da unterscheidet sich dann maximal ein Fach.
Bei uns haben die 3 Schwerpunkte nach dem vierten Semester überhaupt nichts mehr miteinander zu tun...
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Hallo Dönis,

deine subjektiven Einschätzungen der Fern-(Fach)Hochschulen kannst du getrost auch weglassen. Die Studiengänge der Fern- und Präsenz-(Fach)Hochschulen werden durch die gleichen Organisationen Akkreditiert oder eben auch nicht. Diese Organisationen vergeben ganz sicher keinen Bonus für die Fern-(Fach)Hochschulen und längst nicht alle Präsenz-(Fach)Hochschulen sind akkreditiert. Des weiteren unterliegen beide Arten den gleichen staatlichen Vorgaben und Kontrollen. In den Prüfungskommissionen der Fern-(Fach)Hochschulen sitzen externe, da ist kein Platz für Sonderboni. Vielen Präsenz-(Fach)Hochschulen sind die Fern-(Fach)Hochschulen ein Dorn im Auge. Die setzen alles dran, dass hier sehr genau kontrolliert wird.

Gruß Jens
 
D

dönis

Gast
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Nein ich lasse meine Einschätzung ganz sicher nicht weg. Ich habe außerdem nicht behauptet, dass die Fernhochschulen wichtigen Stoff einsparen oder ein Studium light anbieten, sondern ganz klar gesagt, dass akkreditierte (und somit international anerkannte) Studiengänge ähnlichen Stoff vermitteln...

Aber es ist und bleibt so, dass an einer Präsenzhochschule durch die praktisch orientierten Labore mehr vermittelt wird, als es mit Studienbriefen und kurzen Präsenzphasen möglich ist.

Auch die Sache mit den viel umfangreicheren Vertiefungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten lasse ich genauso stehen, denn an der PFFH sind keine Wahlpflichtfächer vorgesehen und die Studiengänge unterscheiden sich in den Vertiefungen nur marginal...

Es liegt nicht in meiner Absicht die Fernhochschulen schlechtzureden, aber das Optimum stellen sie für einen interessierten Studenten, der sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzen möchte, nicht dar...
 
AW: Studium nach dem Techniker, ein Erfahrungsbericht

Ich spar mir weitere Kommentare, sonst gibt das wieder eine sinnlose Diskussion über die Subjektivität.
 
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