Studium abbrechen und mit Techniker zufrieden sein?

D

deztro

Gast
Hallo liebe Community,
am besten ich schildere erst einmal meinen Werdegang damit ihr meine Situation (einigermaßen) verstehen könnt.
Mit 21 Jahren habe ich meine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik abgeschlossen. Danach habe ich eineinhalb Jahre in meinem Ausbildungsunternehmen als Elektroniker für Automatisierungstechnik in der Instandhaltung weitergearbeitet. Als ich mir klar war, dass ich mich weiterbilden möchte, habe ich beschlossen eine Technikerschule in Vollzeit zu besuchen, an der zugleich die Fachhochschulreife mit dem Abschluss erlangt werden konnte. 2012 habe ich diese dann mit guter Leistung abgeschlossen. Nach einem Job als Techniker im Projektmanagement der Förderungstechnik, habe ich beschlossen Work&Travel in Kanada zu machen. So geschah dies auch, was ich bis heute nicht bereue :)
Nach dem ich wieder zuhause war, war mir klar, dass ich Informatik studieren möchte. Sicherlich fragt ihr euch nun wieso ich auf einmal Interesse an Informatik hatte. Ganz einfach. Auf der Technikerschule hatte ich ein Fach namens technische Informatik und da stieg mein Interesse über jedes andere der anderen Fächer und somit war es klar für mich.Nach dem Work & Travel habe ich einen Job über eine "Leihfirma" bei einem großen Konzern in der IT-Abteilung bekommen. Dies war mein Glück um die Zeit zwischen Work&Travel und Studium zu überbrücken. Im Frühling 2014 war es soweit. Es stand fest, dass ich studieren gehen werde und zwar an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg im Studiengang Angewandte Informatik. Für die, die dieses System nicht kennen. Es gibt eine Praxisphase und eine Theoriephase. Beide Phasen gehen immer 3 Monate und wechseln sich immer ab. In der Praxisphase wird man vom Partnerunternehmen "ausgebildet" und übernimmt gewisse Tätigkeiten die das Lernen im Studium fördern sollten. In der Theoriephase lernt man die Theorie, welche das eigentliche Studium ausmacht udn schreibt in dieser Phase auch all die Klausuren.

Nun zu meiner Situation.
Nach riesiger Vorfreude habe ich mein Studium mit meiner ersten Praxisphase begonnen. Leider war und ist mein Betreuer im partnerunternehen nicht sehr gesprächig. Wenn ich etwas wissen möchte muss ich sehr direkt und klar formuliert mit einem leichten Befehlston ihn darum bitten mir zu helfen, mir Arbeit zu geben, etc. Wegen diesem Problem (ich kam mit der Situation überhaupt nicht klar) habe ich schon mit ihm, dem Abteilungsleiter und den Personalentwicklern gesprochen. Sie haben versucht und versuchen wohl immernoch für mich der Praxisteil interessant und nicht langweilig und nervig zu gestalten. Es wurde auch ein sogenannter "Ausbildungsplan" erstellt. Das finde ich ja gut soweit, dass sie sich darum bemühen und nicht lmaa denken. Also hoffte ich auf eine Verbesserung in der zweiten Praxisphase. Doch nach der ersten Praxisphase war erst mal die erste Theoriephase dran. Die habe ich zum Glück gut überwunden (eine Note der Klausuren fehlt noch und damit ob ich ich diese Klausur bestanden habe oder nicht). Was mich aber in der Theoriephase richtig genervt hat ist, dass die meisten Dozenten mehr über ihr Privatleben wie über das fachliche reden. Vorlesungen haben stattgefunden, die in meinen Augen nicht wirklich als Vorlesungen betrachtet werden können. Usw, usw. Somit bin ich über die Theoriephase sehr unglücklich. Nun bin ich in der zweiten Praxisphase. Die Kommunikation zu meinem Betreuer hat ein bisschen zugenommen und hat sich daher auch etwas verbessert. Ich muss aber immernoch in dem Stil wie in der ersten Praxisphase nachfragen. Arbeit des Unternehmens habe ich so gut wie noch keine bekommen. Das ist zwar von nVorteil für das Schreiben meiner ersten Projektarbeit. Das Schreiben dieser Projektarbeit demotiviert mich aber auch total, da ich einfach kein "Schreiber" bin. Zudem hat meine freundin gemeint (bin mit ihr bald 5 Jahre zusammen), dass ich inzwischen im Gegensatz zu der Zeit vor dem Studium sehr schnell wegen Kleinigkeiten sehr gereizt bin. Nachdem sie mir das gesagt hat und ich es mir überlegt habe, musste ich ihr recht geben. Auch glaube ich inzwischen, dass mir das arbeiten mit physikalischen und elektrischen Größen sowie das Arbeiten an Maschinen fehlt.

Jetzt habe ich keine Ahnung was ich machen soll. Studium weitermachen und durchziehen oder abbrechen und als Techniker der Elektrotechnik arbeiten. Evtl. könnte ich später wenn ich Lust habe nebenher das Fernstudium in Elektrotechnik machen. Wenn ich im jetzigen Studium exmatrikuliert werde, darf ich nin Deutschland nur nicht den selben Studiengang machen.

Ich werde jetzt dann noch mit meinem Projektarbeitsbetreuer darüber reden, was er meint und ob er mir Tipps geben kann. Das gleiche werde ich mit der Personalentwicklung des Unternehmens machen und zum Schluss noch mit dem Abteilunschef und meinem Betreuer.
Mich würde es aber sehr interessieren, was ihr dazu meint und ob ihr Tipps für mich habt (sonst würde ich es ja nicht hier rein schreiben :) ).

Ich danke all denjenigen, die mir Hilfe, Tipps, oder Meinungen geben.

LG
 
Ich habe den Eindruck, dass du dir viele Gedanken darüber machst wie es weiter gehen soll, also wirst du am Ende auch zu einer überlegten Entscheidung kommen.
Ob das dann für dich "das Richtige" war, wirst du erst in ein paar Jahren im Rückblick feststellen können...

Mein Tipp wäre:
Wenn es dich zu sehr quält gib das Studium lieber frühzeitig auf. Wenn du aber das Gefühl hast du musst das jetzt für dich durchziehen, dann mach das Beste draus.

Du könntest dich parallel zum laufenden Studium auch auf Jobsuche machen und erst das Studium hinwerfen, wenn du was passendes gefunden hast, oder wie sieht es da mit Kündigungsfristen aus?
 
D

deztro

Gast
Hi matthiax,

erstmal danke für deine Meinung darüber.
Dass ich erst in ein paar Jahren weiß ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe ist mir bewusst. Ich hoffe trotzdem, dass ich die richtige Entscheidung treffen werde. Deshalb wie du richtig vermutet hast, mache ich mir diese sehr genauen Überlegungen.
Die Jobsuche parallel zu meinem Studium habe ich mir auch schon überlegt. Das werde ich, falls ich mich entscheide das Studium abzubrechen sowieso machen, da ich ja ansonsten ohne Job dastehe.
Kündigungsfrist gibt es in dem Sinne bei mir nicht mehr. Diese gab es nur in der Probezeit aus der ich aber mittlerweile draußen bin. Da ich nicht mehr in der Probezeit bin so heißt es im Vertrag, dass das Vertragsverhältnis nur durch Antrag und Genehmigung einer Exmatrikulation oder aus einem anderen wichtigen Grund gekündigt werden kann.
 
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