Statik einer Geschossdecke

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage bzgl. einer Holzdeckenberechnung.
Gestern have ich mir beim Küchenumbau unsere Holzbalkendecke aus den 60ern angeschaut.
Dort wurden Balken mit Breite 80 mm und Höhe 120 mm verbaut, die Teilung der Balken beträgt 62,5 cm und die überspannte Länge etwa 4 Meter.
Wenn ich diese Decke nachrechnen will gehe ich doch wie folgt vor:
Maximal erlaubte Durchbiegung (mit Verkehrslasten): l / 200 = 4000 mm / 200 = 20 mm

Als Deckenlast habe ich den Wert der alten DIN 1055-3 herangezogen, nämlich 200 kg/m².
Dies entspricht dann einer Streckenlast von 200 kg/m² * 0,625 m * 10 m/s² = 1,25 N/mm.

Bei Fichtenholz nehme ich einen E-Modul von 10000 MPa an.

Die Durchbiegung errechnet sich dann: f = 5/384 * 1,25 N/mm * (4000 mm)^4 / (10000 MPa * 80mm*120mm^3 / 12)
Und ergibt: 36,2 mm was größer ist als die zulässigen 20 mm.

Was mache ich falsch?

Die Decke wurde ja (hoffentlich) von einem Statiker berechnet.

Vielen Dank und beste Grüße!
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Wenn du solche Streichhölzer in der Decke hast und dazu noch 4m überspannst, dann ist dieser Durchhang schon normal.
Die statisch wirksame Höhe der Balken ist mit 12cm nicht gerade üppig dimensioniert.
Die Balken hängen von Haus aus schon durch. Ich schätze mal (1-2cm).Was ist denn über der Decke und wo hast du eigentlich die Eigenlasten der Decke in deiner Berechnung berücksichtigt?
In den 60er Jahren haben sie vermutlich mit anderen Werten als heute gerechnet. (Wenn überhaupt)
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Vielleicht als ergänzende Frage: Ist die Berechnung so richtig und wärt ihr auch auf das Ergebnis gekommen?
Du hast die Durchbigung (unter der Verkehrslast) schon richtig berechnet.

Dieser Balkenquerschnitt deutet aber eher auf eine nicht tragende Konstruktion hin - bzw. nur ein Querschnitt zur Ablastung einer "abgehängten Decke".

Als Durchbiegungsanforderung war auch schon in den 60er Jahren eine Enddurchbiegung von L/300 gefordert. Eine Außnahme waren "Kleinwohnungen" bei denen eine Durchbiegung von L/230 früher (bis DIN 1052 Ausg. X/47)gestattet waren.

Die Verkehrslasten betrugen damals auch bereits p=2kN/m² für Decken mit Wohraumnutzung. Es sind aber auch 1kN/m² denkbar, sofern nur ein in der Höhe begrenzter Dachraum über dieser Küche liegt.
Auch der Ansatz von p=0 ist denkbar, sofern der Raum darüber nicht begehbar ist.

Zulässige Biegespannung war schon (fast) immer 1 kN/cm² - ein Wert den die Decke mit der Verkehrslast bei weitem auch nicht einhält ...

Besser ... nicht betreten ;)
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Okay, euch schon mal besten Dank!

Wenn ich generell solche Räume berechnen möchte, wie berücksichtige ich die verschiedenen Lastzustände?

Es gibt ja (meines Wissens) drei Lastkategorien: Ständige Lasten, Verkehrslasten und außergewöhnliche (?) Lasten.
Was fällt in welche Kategorie?
Stimmt meine beispielhafte Aufzählung so:
Ständige Lasten: Eigengewicht
Verkehrslasten: Schnee und Wind, Personen
außergewöhnliche Lasten: Erdbeben

Allerdings ist mir nicht ganz klar, wo diese 2kN/m² einzuordnen sind. Vielmehr, ersetzen die z. B. die Personenlast oder wie ist das zu verstehen?
Denn wenn ich das Eigengewicht der Decke berücksichtige und das Mobiliar sowie Personen, macht es ja wenig Sinn nochmal 2kN/m² zu berücksichtigen.

Beim Stahlbau z. B. (DIN 18800 oder EC3) verwendet man häufig nur ausgewählte bewertete Kombinationen dieser drei Lastkategorien. Wie ist das hier, werden hier immer alle berücksichtigt?

Vielen Dank und beste Grüße!
 
S

Sj1

Gast
AW: Statik einer Geschossdecke

Die 2KN/m² sind Verkehrslast = Personen, Möbel verschiebbare, nicht feste Dinge... siehe Wendehorst Seite 338, ohne ausreichende Querverteilung. Schnee und Wind sind nur an den Pfetten zu rechnen, ausser es stehen Stützen auf den Balken??.. Diese 2 sind dann aer ungewichtet und, so machen wir es, mit dem Faktor 1,5 mal zu nehmen, sowie die Eigenlast mal 1,35
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Hallo zusammen,

ich habe mich an eine Übungsaufgabe zum Holzbau gemacht.

Im Anhang findet ihr einen ersten Entwurf (d. h. weder Form noch Ausführung sind im Entferntesten fertig!). Das ganze läuft auf einen Unterstand hinaus. Das Gebäude hat eine Grundfläche von 4 x 4 Meter. Diagonalaussteifungen sind noch nicht drin. Geschoßhöhe beträgt 2,5 Meter.

Mir gehts um Folgendes:
Kann ich diese Zwischenstützen (jeweils in der Mitte der Pfetten) eigentlich weglassen? Rechnerisch dürfte ich das vermutlich, allerdings hab ich noch nie eine frei Überspannte Länge von vier Metern gesehen.
Wie ist eure Meinung dazu?

Vielen Dank im Voraus!
 

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    Balken.jpg
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AW: Statik einer Geschossdecke

Du kannst bei entsprechender Dimensionierung der Pfetten 4m überspannen.
In deinem Bild sehe ich, dass du die seitlichen Mittelstützen unter dem Sparren angeordnest hast.
Dadurch werden sich die Randsparren weniger durchbiegen als die in der Fläche.

Wenn du aber eine Mittelpfette auf diese Stützen auflegst, verteilst du das Gewicht auf 3 Pfetten anstatt 2.
Der Durchhang gleicht sich an und du kommst deiner Spannweite von 4m näher.
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Hallo und vielen Dank für die Antwort!
Entschuldigt bitte meine späte Reaktion, aber ich war nicht im Lande!

Ich werde, sobald ich den Entwurf abgeändert habe, ein Bild einstellen.
Dann bin ich wieder auf eure Meinung gespannt.

Beste Grüße!
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Hallo zusammen,

ich will am Wochenende mit der Auslegung der Fundamente beginnen.
In meinem Fall handelt es sich ja um Einzelfundamente an den Ecken des Gebäudes.

Könnt ihr mir sagen, wie ich die Berechne?

Ich wäre nun folgendermaßen vorgegangen:
1) Suche nach zulässiger Flächenpressung des Bodens (wo finde ich Werte für kleine Einzelfundamente?)
2) Berechnung der Fundamentfläche anhand der Flächenpressung
3) Berechnung der Höhe des Fundaments mit den 60° Verteilungswinkel.

Was meint ihr dazu?

Was ich mich auch noch frage: Muss ich denn auch mit solchen Fundamenten unter die Frostgrenze von 80 cm? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass jedes Carportfundament so tief gegründet wird.

Beste Grüße und vielen Dank schon jetzt für die Antworten!
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Moin,

ich habe zwar auf dem Gebiet nicht die meiste Erfahrung, aber würde mal sagen

zu 1)
"google" mal den Begriff Bodenpressung. Der erste Eintrag "Grundbau1" sollte dir weiter helfen.
Auf Seite 12 sind die zulässigen Pressungen für Streifenfundamente angegeben.
Natürlich sind bei Einzelfundamenten von weniger als 1m Tiefe die Tabellenwerte zu verkleinern.

zu 2)
jap

zu3)
willst du die Fundamente unbewehrt lassen? Dann bietet sich folgende Gleichung zur Höhenermittlung an:

[tex]0,85 \frac{hf}{a} \geq \sqrt{\frac{3Sigma}{fctd}} [/tex]

Ansonsten übliche "Kragarmbemessung" pro Überstand.


Die Frostgrenze wurde noch zu winterlichen Wintern festgelegt. Mittlerweile scheinen die Winter milder zu werden und der Frost dringt keine 80cm, sondern vielleicht nur noch 50cm tief ein. Wer weiß das schon.
Aber genau deshalb würde ich 80cm tief gründen wollen.

Grüße
 
AW: Statik einer Geschossdecke

nochmal zu 1)

hast du z.B. nen Boden nach Tabelle 1 auf S. 12, dann könnte man
für gewünschte Fundamentabmessungen (quadratische Grundfläche)
zwischen 0,5m und 1m sowie einer Einbindetiefe von 1m folgende Gleichung
nach der zulässigen Bodenpressung auf Einzelfundamente anwenden:

erf a = b = [tex]200 * x^{4} + 170 * x^{2} - F_{Ed} [/tex] mit [tex]0,5m \geq x \geq 1,0m[/tex]

a bzw b als Seitenlängen sind also nur gültig, sofern sie mit x = max. 1,0m ausgespuckt werden!

Man müsste sich für die Beziehungen der zul. Pressungen in der Tabelle jedes Mal einen
Funktionsverlauf erzeugen und dann mit der einwirkenden Kraft auf das Fundament
nach x umstellen. Viel Arbeit, aber wenn man nix anderes hat, sollte das dennoch für ein
Carport genügen.

Hehe, möglicherweise hast du schon längst eine bessere Lösung oder eine Tabelle gefunden ..
wir haben ja bereits Montag :rolleyes:
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Hallo und vielen Dank für eure Antworten.
Ich bin momentan auf Reise im fernen Osten, daher die späte Antwort.

Ist das ganze nicht etwas kompliziert?

Ich meine, (ich bin Maschinenbauer) wenn wir z. B. die Flächenpressung ausrechnen, nehme ich lediglich tau = F/A kleiner gleich p_zul.

Wenn ich die zulässige Pressung habe ist es recht einfach.
Was meint ihr dazu?

Beste Grüße und vielen Dank!
 
AW: Statik einer Geschossdecke

Ist das ganze nicht etwas kompliziert?

Ich meine, (ich bin Maschinenbauer) wenn wir z. B. die Flächenpressung ausrechnen, nehme ich lediglich tau = F/A kleiner gleich p_zul.

ja, dem stimme ich zu. Für ein (eigenes) Carport macht man eigentlich kein Bodengutachten, aber wenn du nen nichtbindigen Boden unter dem Carport hast, von dem keine genauen Werte vorliegen, dann sind 200 kN/m² Flächenpressung auf der sichereren Seite.

Und damit ließe sich das natürlich mit Sigma = F/A rechnen.
 

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