Schmitt-Trigger mit Bipolartransistoren

Hallo Leute.

Ich habe gerade unten angehängte Schaltung nachgebaut und durchgemessen.
Soweit erfüllt sie ihren Zweck auch wie sie soll.
Um mein Verständnis über die Funktion zu festigen habe ich daraufhin mal die Spannungen an den Widerständen gemessen, um zu sehen ob die sich so verhält wie ich es vermuten würde.
Hierbei bin ich leider auf eine Sache gestoßen, die ich mir so nicht zu erklären weiß und wende mich so ratsuchend an die Profis hier :)

Erstmal zu meinen Messungen:
Mein Vout max (T1 schaltet durch und T2 sperrt) entspricht 8.48V (folgend auch High).
Mein Vout min entspricht 2.37V (folgend auch Low).

Der Umschaltpunkt bei dem von High auf Low geschaltet wird liegt bei 1.7V (am Poti) und 4.3V an Knoten 2.
Der von Low auf High liegt am Poti bei 2.8V und am Knoten 2 bei 2V.

So jetzt kommen folgende Werte an den Widerständen:
(1. Wert = Spannung direkt nach Umschalten von H->L,
2. Wert = Spannung direkt nach dem Umschalten von L->H und
3. Wert
= Spannung nach vollem Ausschlag des Potis im Bereich wo T1 durch schaltet.)

R1: 4.32V; 6.5V; 3.75V
R2: 1.32V; 0.5V; 1.13V
R3: 6.32V; 0V; 0V
R4: 2.3V; 1.3V 4.85V
R5: 2.95V; 1.52V; 3.78V

So, jetzt würd ich gerne meine Vermutung äußern was passieren müsste meiner Meinung nach gefolgt von meiner Frage.

Sperrt T1 kann kein Strom durch diesen Zweig fließen und der Strom muss durch den Zweig mit R2 & R5.
Hier ist die Spannung an der Basis von T2 groß genug, sodass dieser durchschaltet.
Die Spannung am Ausgang stellt sich nun über den Spannungsteiler aus R3 & R4 ein.
Klappt von den Messwerten auch soweit (hab mal die Maschen durchgerechnet und es passte soweit).

Erhöhe ich jetzt die Spannung an meinem Poti, erhöht sich damit nun auch die Spannung an der Basis von T1 und damit auch der Basisstrom bis dieser schließlich durchschaltet.
Da nun der Strom über T1 abfließt nimmt er der Basis von T2 quasi den Strom und dieser sperrt, sodass an Vout nun Ubatt abfällt da durch R3 kein Strom mehr fließt.
Soweit ergeben die Messungen ja auchnoch halbwegs Sinn.
Die Spannung an R1 schnellt auf 6.5V hoch (da ja nun ein größerer Strom durch T1 fließt) und die Spannungen im Nachbarzweig R5&R2 sind mit 1.5V und 0.5 relativ gering (da der Strom ja über T1 abfließt und nur wenig über diesen Zweig fließen sollte).
R4 hat eine Spannung von 1.3V.

Jetzt war meine Vermutung, dass wenn ich das Poti nun zum Anschlag drehen, also die Basisspannung und damit den Basisstrom weiter erhöhe, ebenfalls der Strom durch T1 steigen müsste (da Ic=B*Ib).
Demnach die Spannung an R1 sowie die an R4 sich weiter erhöhen und die Spannungen im Zweig mit R2&R5 sich nur leicht erhöhen.

Meine Vermutung trifft allerdings lediglich bei R4 zu.
Die Spannung an R1 sinkt entgegen meiner Erwartung von 6.5V auf 3.75V und die Spannungen im Nebenzweig steigen mit 1.13V & 3.78V erstaunlich hoch (bei 2.95V an R5 war T2 vorher noch durchgeschaltet ist jetzt aber immernoch geschlossen).

Daher meine Fragen:
1. Warum sinkt die Spannung an R1 (und damit ja auch der Strom) wenn ich die Basisspannung (und damit ja auch den Strom durch T1) erhöhe.
Und wie kommt es zustande das der Strom sich oberhalb T1 verringert und unterhalb erhöht?

2. Wieso sind so hohe Spannungen an R2 & R5 und wieso schaltet T2 nicht durch obwohl mit 3.78V an R5 eine höhere Spannung an der Basis liegt als beim durchschalten mit 2.95V?

Ich wäre wirklich dankbar wenn mir da jemand Licht ins Dunkel bringen könnte.
Von meinen Kommilitonen konnte mir nämlich leider keiner weiterhelfen.

mfg Bobba
 

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Wieviel kOhm hat das Poti?

> Warum sinkt die Spannung an R1
Weil dei Basis-Kollektor-Diode von T1 leitend wird. Damit folgt die Kollektorspannung von T1 der Eingangsspannung.
 
Hallo helmuts.

Danke für die Antwort :)

Das Poti hat 25kOhm.
> Warum sinkt die Spannung an R1
Weil dei Basis-Kollektor-Diode von T1 leitend wird. Damit folgt die Kollektorspannung von T1 der Eingangsspannung.
Die Antwort habe ich leider noch nicht ganz verstanden.
Ich mache also mit höherer Basisspannung auch die Basis-Kollektor-Diode leitfähiger was dazu führt das dort mehr Spannung abfällt und dann dank der Masche weniger an R1?

Verstehe ich denn richtig, dass sich der Kollektorstrom nach dem Knotenpunkt 2 aus Ic = IR1 - IR2 ergibt?
(Was für den ersten Moment 0.15mA wären und bei max Ausschlag 6x10^-7 wären)

mfg Bobba
 
Hallo helmuts.

Danke für die Antwort und die Simulation :)

Ich hatte heute auch endlich mal die Möglichkeit einen Professor deswegen zu fragen.

Und anscheinend liegt das Problem darin, dass der Transistor übersteuert und deswegen der Emitterstrom = Basisstrom (und Kollektorstrom = 0) ist, wenn ich das Poti auf Anschlag aufgedreht habe.
Allerdings meinter er, dass er es so extrem auch noch nicht gesehen hätte.

Ich nehm das jetzt mal so hin und guck mir das in der Simulation nochmal an.

mfg Bobba
 
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