Scheinselbstständigkeit

Hierzu für alle die unsicher sind ein Artikel der IHK:

https://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeitsrecht/scheinselbstaendigkeit/

aus dem Artikel die Punkte die gegen eine Scheinselbstständigkeit sprechen:

Typische Merkmale unternehmerischen Handelns:
  • Einkaufs- und Verkaufspreise, Warenbezug
  • Personelle Fragen (Einstellung, Entlassung)
  • Einkaufs- und Verkaufskonditionen
  • Vorhandensein einer eigenen Betriebsstätte
  • Freie Gestaltung von Tätigkeit und Arbeitszeit
  • Einsatz von Kapital und eigener Arbeitsgeräte
  • eigene Kundenakquisition
  • Werbemaßnahmen und Auftreten als Selbstständiger in der Geschäftswelt (Eigene Briefköpfe, Zeitungsannoncen)
Bei dem Thema wird deutlich mehr Panik verbreitet als es eigentlich sein müsste, jeder der wirklich vorhat eine eigenen Firma zu führen ist aus der Scheinselbstständigkeit raus. Jeder der an eine andere Firma weisungsgebunden ist, hat nicht die Intention eine eigenen Firma zu führen, so einfach ist das.

Dass Firmen vorsichtiger bei der Auftragsvergabe an Selbständige geworden sind, kann ich als Selbständiger nicht bestätigen, eher ist das Problem bei den Auftraggebern unbekannt.

Das Gesetz ist meiner Ansicht nach primär gegen ausbeuterische Praktiken im Dienstleistungssektor.
Paketzusteller, Friseure etc.
Sehe keinen Grund wieso Techniker das Thema direkt betreffe, außer man gründet grob fahrlässig eine Firma.

Mfg Han
 
Es geht nicht um Leute die Firmen aufbauen mit angestellten, etc. Es geht eher um den Freelancer der seine eigene Arbeitsleistung verkauft. Im Grundsatz gebe ich dir Recht das er gegen Ausbeutung gedacht ist, vor allem im Niedriglohnsektor. Der Niedriglohnsektor greift z. B. in der Regel nicht bei Informatiker die Selbstständig sind und der Stundenlohn ist kein Kriterium. Obwohl diese ernsthaft selbstständig sind.
 
Ich bin genau in dem Bereich selbstständig: https://www.techniker-forum.de/thema/selbststaendig-mit-cad-addins.106774/

Meine Bilanzbuchhalterin hat mich deswegen auch auf solche Stolpersteine hingewiesen. Eben dass es sein kann, dass mir eine solche Prüfung unterkommen könnte. Auf Nachfrage bei einem Freund vom Finanzamt meinte der:
Es wird geprüft ob man Werbung betreibt (Webseite, Visitenkarten)
Als eigene Firma auftritt (eigenes Briefpapier, Logo, Name)
Arbeitsort und Bedingungen

Meist ist die Prüfung aber schon vorbei wenn man sieht dass derjenige Werbung betreibt, ansonsten prüfen sie wohl alles. Soweit seine Aussage.

Ich selbst bin von der Bezahlung her auch noch "gefährdet" eine Prüfung machen zu müssen, mache mir aber wenig Sorgen, da nur der Punkt mit der Bezahlung zutrifft, der Rest nicht.

Wenn man als Informatiker keine Werbung betreibt, kein eigenes Logo, Namen & Briefpapier hat, in der Firma des Auftraggebers arbeitet, sich den Arbeitsbedingungen des Auftragsgebers unterwirft, der ist auch nicht selbstständig.
 
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