S235JR - Für was das JR in der Beschreibung?

Dieses Thema im Forum "techn. Mechanik" wurde erstellt von Quattro, 16 Juli 2007.

  1. Warum gibt man die Kerbschlagarbeit direkt im Namen des Werkstoffes an?
    Hat das denn irgendwelche so wichtige Gründe das man sie direkt herauslesen kann?
     
  2. AW: S235JR - Für was das JR in der Beschreibung?

    Hi Quattro,

    schau mal im Tabellenbuch Metall unter Technologische Eigenschaften.
    Für den WErkstoff S235 JR bedeutet das JR, das diese Gütegruppe JR
    nach allen Verfahren schweißbar sind.

    Gruß
    smurf
     
  3. AW: S235JR - Für was das JR in der Beschreibung?

    Hallo @all,

    das JR in der Bezeichnung S235 JR oder richtig Beschrieben DIN EN 10025-2-S235JR bedeutet nicht das diese Gütegruppe mit allen Verfahren schweißbar ist :thumbsdown:. Die Bezeichnung JR hat mit dem Schweißen nur am Rande etwas zu tun. Das JR bedeutet das dieser Stahl bei 20°C eine Mindestkerbschlagarbeit von 27 J hat (J ==> 27Joule ; R ==> Raumtemperatur 20°C). Neben der Bezeichnung J gibt es noch K ==> 40J und
    L ==> 60J sowie die Bezeichnung R= 20°C bis 6=-60°C, nachzulesen in DIN EN 10027-1.

    Die Kerbschlagarbeit ist ein Kennzeichen für die Zähigkeit des Werkstoffes oder besser gesagt die Fähigkeit des Werkstoffes Stöße, kurzzeitige Belastungen, unbeschadet aufnehmen zu können. Je Zäher der Werkstoff desto höher die Kerbschlagarbeit, je spröder desto geringer.

    Um die Schweißeignung eines Werkstoffes beurteilen zu können und/oder um die passenden Zusatzwerkstoffe herauszufinden werden neben der Chemischen Zusammensetzung des Werkstoffes im allgemeinen der Kohlenstoffgehalt im besonderen sowie die Kerbschlagarbeit und Bruchdehnung zur Beurteilung herangezogen.

    Grüße @all, Avus
     
    #3 Avus, 17 Juli 2007
    Zuletzt bearbeitet: 17 Juli 2007
  4. AW: S235JR - Für was das JR in der Beschreibung?



    Hallo Quattro,

    eine direkte Antwort auf deine Frage "Warum gibt man die Kerbschlagarbeit direkt im Namen des Werkstoffes an?" ist mir nicht bekannt.
    Ich kann nur eine Vermutung anstellen.
    Bei den unlegierten Stählen S...., P...., L...., E...., B...., Y...., R...., D...., usw. kommt es aufgrund des Verwendungszweckes mehr auf die technologischen Eigenschaften wie Steckgrenze, Kerbschlagarbeit, Bruchdehnung an. Diese Stähle werden für Produkte aller Arten von Stahlbau, Rohrleitungsbau bis Maschinenbau eingesetzt.
    Im Gegensatz dazu kommt es bei den Hoch legierten Stählen eher auf die chemische Zusammensetzung an, da deren Verwendungszweck eher in Bereichen des Korrosionsschutzes und der gleichen, liegt. In diesen Bereichen sind die Streckgrenze und Kerbschlagarbeit von untergeordneter Bedeutung. Wobei so ganz passt das auch nicht. Die Druckbehälterbranche z.B. stellt nicht nur Druckbehälter aus der Stahlsorte P.... her sondern auch aus CrNi - Stählen u.a. und da sind die Festigkeitswerte sehr wohl von Bedeutung.
    In entsprechenden Tabellenwerken sind jedenfalls alle notwendigen Werte, von der chemischen Zusammensetzung bis zu den Festigkeitswerten, von unlegierten sowie von Niedrig legierten und Hoch legierten Stählen zusammengefasst.

    Grüße @all, Avus
     
    #4 Avus, 17 Juli 2007
    Zuletzt bearbeitet: 17 Juli 2007

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