Röhrenverstärker - Ausgangsübertrager defekt ohne angeschlossene Last - Warum?

Hallo,

Bei Röhrenendstufen ist es ja so, dass bei fehlender Last und anliegendem Signal durch die Induktivität des Ausgangsübertragers hohe Spannungsspitzen erzeugt werden, die zum Überschlag durch die Isolierung der Primärwicklung führen können. (sh. folgende Links).

Ich verstehe aber nicht, warum das so ist, und warum das unter Last (Lautsprecher) nicht passiert. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen, was da genau passiert? Hat es etwas mit den hohen Frequenzen und Änderungsgeschwindigkeiten der verstärkten Audiosignale zu tun?



Vielen vielen Dank!
Nik
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Der Ausgangsübertrager ist zunächst mal eine Induktivität
und wenn die Endstufen-Röhre den Strom da durch zackig unterbricht
(was bei einem Musiksignal nicht ausgeschlossen ist),
entstehen heftigste Selbstinduktionsspannungen.
(Wir haben mal beim Abschalten eines 24V Flachanker-Relais über -2000 V hohe Spannungsspitzen gemessen!)
Wenn an der Sekundärseite jedoch ein Lautsprecher angeschlossen ist,
klingt die im Magnetfeld gespeichert Energie dort ab.
 
Ah super, danke! Das hat mir sehr geholfen. Es liegt also an sehr schnellen Stromänderungen durch die Primärspule.
Ich verstehe die Betrachtungsweise, dass die Energie dann über die Sekundärwicklung abgebaut wird, aber was passiert dabei aus magnetischer Sicht? Wirkt dabei die Gegeninduktion der Sekundärwicklung der Spannungsspitze in der Primärwicklung entgegen?
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Irgendwohin muss das zusammenbrechende Magnetfeld seine Energie loswerden:
Entweder kann die im Lautsprecher abgebaut werden
oder es entsteht an der Primärwicklung eine so hohe Spannung,
bis es irgendwo eine Überschlag gibt
und das ist dann dort, wo die Isolation am Schwächsten ist.
 
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