Reisekostenregelung (Hotel, Spesen,...)

Hallo liebe Mitglieder,

kennt ihr euch mit den gesetzlichen Regelungen generell zu den Reisekosten bei Montage/Rollout aus?
Wenn meine Woche Montag-Donnerstag von 08:00 -20:00 Uhr geht, kann ich dann auch schon am Sonntag abend anreisen und im Hotel übernachten?

Oder ist zumutbar früh um 5:30 los zufahren, damit ich gg. halb 8 beim Kunden bin und dann bis 20:00 Uhr zu arbeiten?

Bei meiner alten Firma war es immer normal am Sonntag bezahlt anzureisen und dann Freitags Mittags abzureisen. (Hier wurde alles bezahlt, Dienstwagen, Benzin, Anfahrtszeit, Übernachtungen und Spesen)

Bei noch einer anderen Firma sind wir Montags angereist, aber mussten auch erst Mittags mit arbeiten anfangen. (Kein Zielvorgabe für die Tage)

Meine neue Firma flippt auf einmal aus, wenn ich mir bei einer kurzen Woche (Die-Donn) schon für Montag abend ein Hotel buche. Dies mach ich aber nur um körperlich durchzuhalten und auch wirklich beim Kunden pünktlich zu sein, also meinen Arbeitsanfall (den Standort) auch in einem Tag umstellen zu können.

Alternative wäre, später ankommen, Auftrag nicht schaffen, Anschiss vom Chef bekommen. :(

Können die mir einfach die Spesenabrechnung kürzen?


Die Firma heisst Migrasys Gmbh in Berlin. Kennt die vlt. einer?
Irgendwie komm ich mir als Techniker, bzw. wenn man vor Ort richtig arbeitet, immer als der dumme vor der vom Innendienst einen Arschtritt bekommt.
(War bei der anderen Firma nicht so)

BG
Oliver
 
Ich persönlich finde es legitim, dass du den Vortag vorher anreist und zumindest in meiner Firma gibt es da eine ganz klare Stellungnahme zu, wenn es sich um anreisen mit dem Auto handelt.

Sofern du mit dem Auto anreist, zählt die Fahrt zwar als Reisezeit, du darfst von Beginn der Fahrt bis Ende Arbeitszeit am selben Tag nicht mehr als 10h (ohne Pausen) haben. Müsste glaube ich sogar gesetzlich geregelt sein.

Bei Anreise mit Bus/Bahn/Flug, also überall wo du nicht selber steuerst, zählt die reine Arbeitszeit, die 10h (ohne Pause) nicht überschreiten darf, erst von Beginn der Arbeit vor Ort erst. Du könntest also mit der Bahn anreisen, während der Fahrt Reisestunden sammeln und trotzdem noch 10h (ohne Pausen) arbeiten. Fährst du allerdings selber mit denn Auto, beginnen die 10h mit Fahrtantritt.

Alleine dieses Argument könnte deinen Chef überzeugen welche Vorteile eine Anreise am Vortag hat.
 
Ok, das mit den Überstunden will ich gar nicht erst aufmachen. Das waren pro Tag eh immer 12h+ Arbeitszeit :).
Ich muss erstmal die Spesenrichtlinie rauskramen, aber es gab nie irgendwelche Administrative Genehmigungen o.Ä.
Ich hatte ein Spesenguthaben bekommen und hab gebucht wie es für beiden Seiten am sinnvollsten war.
Nur jetzt zum Schluß spinnen Sie so extrem rum.
 

Klingt doch gar nicht so schlecht. Nicht.
Wann, warum und zu welchen Konditionen hast du gewechselt?
Das sich nicht mal an gesetzliche Vorgaben gehalten wird, finde ich sehr grenzwertig. Weiß dein Vorgesetzter, dass er bei solchen Ansagen auch mit einem Fuß im Gefängnis steht? Lass es dir schriftlich geben.
Wie geschrieben wurde, 10 h max. Arbeitszeit. Mehr ist auch mal erlaubt, wenn es im Schnitt < 10 h im Schnitt ist. Da ist man im Außendienst, muss den Kunden die ganze Zeit anlächeln, ist erst mal der Verantwortliche für alle "Fehler" der Firma, gibt Vollgas um knapp geplante Projekte einigermaßen zu retten. Und dafür kann man dir kein Hotel + Anreise bezahlen? Gibt du die Informationen von draußen "Kunden" nach drinnen "Innendienst" weiter? Das klingt für mich alles nach einem sinkenden Schiff. Sorry.
 
Hallo liebe Mitglieder,

kennt ihr euch mit den gesetzlichen Regelungen generell zu den Reisekosten bei Montage/Rollout aus?
Wenn meine Woche Montag-Donnerstag von 08:00 -20:00 Uhr geht, kann ich dann auch schon am Sonntag abend anreisen und im Hotel übernachten?

Oder ist zumutbar früh um 5:30 los zufahren, damit ich gg. halb 8 beim Kunden bin und dann bis 20:00 Uhr zu arbeiten?
Sofern es nicht vorher beantragt wurde, ist das ein Verstoß gegen die tägliche Höchstarbeitszeit - egal ob du selbst fährst oder mitfährst. Ich gehe hier von 45 Minuten Pause aus, die du hast - denn das ist das absolute Minimum. Die maximal zulässige Arbeitszeit sind 10 Stunden. Passiert danach ein Unfall, kann es für die Firma kritisch werden. Steht hier auch nochmals:


Irgendwie komm ich mir als Techniker, bzw. wenn man vor Ort richtig arbeitet, immer als der dumme vor der vom Innendienst einen Arschtritt bekommt.
Das was die Firma praktiziert, ist so nicht legal. Wenn dir an der Firma nicht so viel liegt, kannst du ja mal zur IHK oder Gewerbeaufsichtsamt etc. gehen (keine Ahnung, wer für sowas zuständig ist) und dort mal dezente Hinweise platzieren.
 
Hallo liebe Mitglieder,

kennt ihr euch mit den gesetzlichen Regelungen generell zu den Reisekosten bei Montage/Rollout aus?
Wenn meine Woche Montag-Donnerstag von 08:00 -20:00 Uhr geht, kann ich dann auch schon am Sonntag abend anreisen und im Hotel übernachten?

Oder ist zumutbar früh um 5:30 los zufahren, damit ich gg. halb 8 beim Kunden bin und dann bis 20:00 Uhr zu arbeiten?
Wenn Du selbst mit Deinem Auto fährst, zählt Deine Arbeitszeit ab 05.30 Uhr und Du darfst maximal 10 h arbeiten.
Du musstzwischen den Arbeits-Blöcken 45min insgesamt Pause machen und darfst maximal 6h am Stück arbeiten (ohne Pause).
Faktisch wäre Dein Arbeitstag somit um 16.15 Uhr zu Ende, ach so...falls Du noch nach Hause fährst, müsstest Du entsprechend am Mittag bereits aufbrechen, weil Du ja noch Fahrtzeit (= Arbeitszeit) hast. Danach hast Du eine ununterbrochene Ruhezeit von min. 11h einzuhalten, bis Du wieder arbeiten darfst.
Nachzulesen im ArbZG, §3,§4, §5, interessant in diesem Zusammenhang: §23 Strafvorschriften bei vorsätzlichem Verstoß des AG (ein Jahr Freiheitsstrafe, oder Geldbuße, wenn "was passiert", sieht es noch mal anders aus...)

Ich bin selbst im Kundendienst "draußen" unterwegs und kenne die Problematik, es empfiehlt sich m.E. die Reisetasche mit Kram für eine Hotelübernachtung dabei zu haben - wenn abzusehen ist, dass es "mal wieder länger" dauert und drei Stunden Fahrt zu erwarten sind, dann fahre ich 15min in´s nächste Hotel und kann am nächsten Tag nach Hause, oder zum nächsten Kunden fahren.
Wenn ich mit einem langen Arbeitszeit-Pensum beim Kunden rechnen muss und lange Anfahrt habe, dann geht es eine Nacht zuvor und anschließend in´s Hotel. Das wird von der Firma ausdrücklich so auch kommuniziert, mitgetragen und bezahlt!
Wenn ich mit dem Zug anreisen kann, dann ist die Reisezeit nicht relevant im Sinne des ArbZG, ich darf also nach Ankunft immer noch die max. tägliche Arbeitszeit arbeiten. Aber...wenn zum/vom Bahnhof selbst fahren musst, dann IST das wiederum relevante Arbeitszeit...

ACHTUNG: Ich mache hier keine verbindliche Rechtsberatung, das ist lediglich meine Interpretation der Arbeitsgesetze.
 
Soweit zur Theorie... in der Praxis musst du es so machen, wie deine Firma es möchte oder die Konsequenzen ziehen und woanders hingehen...

Den Ärger, mit deinem Chef über das ArbZG zu diskutieren, ihn am Ende vielleicht noch bei der Gewerbeaufsicht anzuscheissen, dann monatelang dem Arbeitszeugnis hinterzulaufen, vor Gericht zu gehen, weil es schlecht ausfällt, usw... den Ärger würde ich mir ersparen...

Es ist übrigens so:
Wenn dein Chef dir die Wahl des Transportmittels freistellt und du auch, ohne wesentlichen Zeitverlust, mit Bus und Bahn fahren könntest, ist deine Fahrzeit mit dem Auto keine Arbeitszeit mehr, sondern kann als "Reisezeit außerhalb der Arbeitszeit" behandelt werden... denn du wählst das Auto dann freiwillig...
Das ist eine ziemlich breite Grauzone...

Und am Ende sieht es in der Praxis so aus, dass man doch am Montagmorgen um 5h30 startet, jeden Tag 10-12h durchackert und sich dann am Freitag um 17h auf die 4-stündige Heimfahrt mit dem PKW macht... wer will die Familie schon nur von Samstagmittag bis Sonntagabend sehen?
Mag nicht legal sein... ich habe aber in 9 Jahren Außendienst nur sehr selten jemanden erlebt, der gesagt hat "Oh, es ist 17h ich muss jetzt aber aufhören, meine gesetzliche Arbeitszeit ist voll"... oder "Oh, jetzt muss ich noch eine Nacht im Hotel schlafen, ich arbeite schon seit 8 Stunden und müsste jetzt noch 5 Stunden heimfahren, das verstößt ja gegen das ArbZG"...
Die Leute, die das so gehandhabt haben, habe ich in der Regel nicht mehr wiedergesehen...
 
Ok, danke für diese ausführlichen Antworten.
Ja, die Kritiken zu dieser Firma kenne ich auch schon. Ich weiss auch jetzt warum die von der Firma alle abhauen, und es für bestimmte Gebiete und sogar in ganzen Bundesländern keine Techniker mehr gibt.
Ich hab dehnen jetzt von meinem Gewerkschaftsanwalt eine freundliche Geltendmachung geschickt, dass er mir gefälligst noch die 67€ für den einen Tag und nun auch mal zackig meine Überstunden auszahlen soll. Ich hoffe das bringt in die Buchhaltung nun Dynamik rein.
Ich war sowieso von mir aus gewollt nur befristet "zur Überbrückung" bei der Firma tätig, weil es auch gar nicht mein richtiger Job ist.

Da es eine Projekttätigkeit war, hat es mit einer 4 Tage Woche und der geforderten Bezahlung eigentlich auch gut angefangen, aber das man bei jdm. kleinen Fehler oder einer Unachtsamkeit in der Dokumentation gleich einen auf den Deckel bekommt hat mich am meisten angekotzt. Und jetzt das mit der pingeligen Sparerei bei den Abrechnungen, hat mir echt den Rest gegeben. Da hört für einen doch der Spaß auf.
Das müsst ihr euch mal vorstellen nach einem 12h Arbeitstag füllst du noch x Dokumente aus, lädst die auf dem Server sowie in der App hoch, druckst die aus, holst dir Unterschriften und schickst die ende der Woche zu dehnen. Borr...arbeit ohne Ende.

Da ich nun wieder als Masterstudent im Studium bin, wollte ich in diesem Job eigtl. in Teilzeit etwas dazu verdienen.... Aber sowas nein.

Wenn ich wieder an meine Unterlagen rankomme, prüf ich erstmal genau die Reisekostenrichtlinie.
Ich kenne es von vielen Firma nur so, dass es legitim ist am Vortag anzureisen. Meist bucht eine Angestellte im Back-Office sogar die Hotels.

Wie ist das in eurer Firma geregelt?

BG Oliver
 
Mich hatte ein Vorgesetzter mal angewiesen, eine Hotelübernachtung zu machen, als ich mit einem Kunden ins HQ gefahren bin (600km einfach). Der Kunde (GF) wollte mit mir hinfahren, diverse Sachen besprechen und dann, da er wenig Zeit hatte, gleich wieder zurückfahren. Mein Vertriebsleiter hat dies verboten und dem Kunden gesagt entweder mit Übernachtung oder gar nicht.
 
Ich buche meine Hotels, Flugreisen, Bahnreisen, Mietwagen usw. selbst, könnte das aber auch von unserer Büroassistentin machen lassen...
Aber wenn die für jeden alles buchen soll und dann noch die Abrechnungen machen, dann dreht sie sich nur noch im Kreis, daher nehmen wir ihr das Meiste ab und machen es selbst...

Was die Arbeitszeit angeht... ja, 12h sind natürlich zu viel, wenn du nach ArbZG gehst. Aber, mal Hand aufs Herz...
Arbeitest du tatsächlich 12 Stunden? Oder ist da vielleicht doch die Mittagspause drin, die nicht eine halbe Stunde, sondern 45 Minuten dauert? Und dann noch ne Kaffeepause hier, Zigarette da, bißchen mit den Kollegen gesabbelt... da geht schnell mal ne Stunde ins Land, in der du eben nicht arbeitest...

Und dann muss man das fairerweise auch mal durch die Augen deines Chefs sehen. Du kostest ihn jede Stunde 50 EUR aufwärts (Lohn, Sozialabgaben arbeitgeberseitig, Versicherungen, Werkzeug, Laptop, usw.). Da möchte er natürlich gerne, dass du bis auf deine gesetzlich vorgeschriebenen Pausen, keine weiteren Unterbrechungen deiner Arbeit einlegst...

Klar, es gibt diese Tage, da sitzt du um 8h an der Anlage und programmierst durch bis 20h, weil es fertig werden muss... aber dann gibts halt auch wieder diese Tage, da sitzst du stundenlang rum und unterhälst dich mit Kollegen über dies und das. Gleicht sich aus, zumindest bei mir...

Geregelt ist das bei uns übrigens, wie in jeder deutschen Firma, durch Gesetze, Richtlinien usw. Von dieser Warte aus gesehen, gibt es keinen Spielraum, du musst nach 10h (+45 MInuten Pause) den Hammer fallen lassen. Du darfst auch deine Mittagspause nicht ausfallen lassen, nach 6 Stunden MUSST du 30 Minuten Pause einlegen.
Ausnahmen gibt es nur, wenn erhebliche Schäden an Sachwerten und Personen drohen, wenn du also zum Beispiel gerade die Hauptspeisepumpe im Kohlekraftwerk reparierst oder die Kühlung im Tiefkühllager von Aldi Nord...

In der Realität sieht es aber so aus, dass ich meinen Stundenzettel für die Woche erst am drauffolgenden Montag abgebe... da kann ich im Grunde reinschreiben was ich will, da ich fast immer alleine unterwegs bin. Kontrollieren kann das, vor allem im Ausland, keiner...
 
Ich kenne es nur nach den gesetzlichen Vorgaben. Du kannst pro Tag max. 10h +45min Pause arbeiten. Alles was darüber hinaus geht wird gnadenlos gekappt. Zu der Arbeitszeit gehört auch das selbstständige Autofahren. Also, wenn du zu zweit fährst, dann wird dem Fahrer die Fahrtzeit von den 10h abgerechnet, dem Beifahrer nicht. Auch wenn wir mit dem Auto auf dem Heimweg sind und nur noch eine Stunde zu fahren ist, sind wir verpflichtet ein Hotel zu nehmen.
Anders bei öffentliche Alternativen wie Flugzeug, Schiff oder Zug. Dann geht die Zeit erst los bei der Arbeit oder beim Empfang des Mietwagens am Flughafen. Also wenn du gerade einen 15h Flug nach Asien hinter dir hast, dann kannst du noch 10h arbeiten.
In meiner Firma haben wir freie Hand. Wir buchen alles selber und entscheiden auch selber. Jedoch haben wir Regularien: Für Hotels gibt es eine Budgetgrenze, mit dem Zug 1.Klasse, mit dem Flugzeug max. biz-class.
In deinem Fall würde ich es mit deinem Chef ganz klar abklären und auch schriftlich festhalten. Falls etwas passieren sollte, bist du sicherlich der „Dumme“!
 
(...) Auch wenn wir mit dem Auto auf dem Heimweg sind und nur noch eine Stunde zu fahren ist, sind wir verpflichtet ein Hotel zu nehmen.
(...)
Ja, man ist dazu verpflichtet. In der Praxis fahren 98% trotzdem noch die Stunde nach Hause, statt 80km vor der eigenen Haustür um 18h30 ein Hotelzimmer zu beziehen und dann da eine weitere Nacht allein in der Gegend rumzusitzen...
Ich finde da wird auch wenig übertrieben...

Ein Fahrdienstleister darf zum Beispiel nach einer 12-Stunden-Schicht (interessant, ne? Die Bahn darf regulär mehr als 10h am Tag arbeiten lassen, der Wachschutz bei vielen Firmen übrigens auch) auch noch 2 Stunden mit dem Auto nach Hause fahren, weil das seine Privatsache ist. Auch ein Krankenhausarzt oder ein Polizist, darf nach seiner 24 Stunden-Schicht (in der er oft nicht mehr als 2-3 Stunden in Summe schläft) noch mit dem Auto heimfahren, völlig egal, ob er dafür 10 Minuten oder 3 Stunden braucht...

Ich stimme zu... wenn ich seit 8h arbeite, also wirklich arbeite und nicht nur in der Gegend rumsitze während der Abnahmetest läuft, und dann um 18h30 ins Auto steige... dann fahre ich ins Hotel und nicht mehr 6 Stunden nach Hause.
Wenn ich aber um 19h30 schon auf dem Autobahnschild sehe "Heimatstadt 95km", dann... Tankstelle, Kaffee und... naja...
 
Das ist die Praxis, ja. Wegen einer Heimfahrtsstunde länger wird kein Aufhebens gemacht. Aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich schon vor Fahrtantritt müde bin und dann noch mit Staus rechnen muss, dann gibts kurzen Prozess: Navi, nächstes Hotel, hinfahrn, einchecken.

Ich hatte schon so ein "Sekundenschlaf"-Erlebnis, ohne Folgen glücklicherweise. Es war mir eine deutliche Warnung...
 
Ja, das ist richtig. Ich glaube der Fahrtantritt ist der "Point of no return" für die meisten Leute im Außendienst, mir geht es auch so. Wenn ich erstmal im Auto sitze und das Navi auf meine Adresse eingestellt ist, dann fahre ich auch nach Hause. Eine Denke à la "Ich fahre erstmal los, wenn ich müde werde, suche ich mir ein Hotel" funktioniert dann nicht, egal wie müde man ist. Ist einfach so, braucht man sich nichts vormachen, da kann das Auto noch so oft piepsen und Parkplätze, Tankstellen oder Restaurants zum Pause machen anbieten...

Habe ich mir vor Fahrtantritt entschieden, dass ich nur bis "xyz" fahre und natürlich entsprechend auch schon das Hotel gebucht, dann fahre ich natürlich auch nur bis dahin...

Und dann kommt, mal wieder, die Realität... und ich muss an dem Tag noch nach Hause, weil das Kind krank ist und meine Frau muss arbeiten... oder der Vater feiert Geburtstag, oder es ist Hochzeitstag, oder der Schwiegervater feiert Geburtstag, oder der beste Freund heiratet, oder man muss zum Termin bei der Bank, oder beim Baufinanzierer, oder es ist Richtfest, oder, oder, oder...
Wenn du 70-80% im Außendienst bist und meist 2-wöchige Einsätz hast, dann gibt es den Idealfall, wie im zweiten Absatz, nur selten... zumindest, wenn du eine Familie hast und auch behalten möchtest...
 
Ja, man ist dazu verpflichtet. In der Praxis fahren 98% trotzdem noch die Stunde nach Hause, statt 80km vor der eigenen Haustür um 18h30 ein Hotelzimmer zu beziehen und dann da eine weitere Nacht allein in der Gegend rumzusitzen...
Ich finde da wird auch wenig übertrieben...
Viele werden genauso denken, wie du. Wenn es keine Arbeitszeit mehr ist, würde ich es auch machen. Aber Reisezeit ist nun mal Arbeitszeit und nach 10h hält die Uhr an. In der Vergangenheit hat es in dem Unternehmen mal einen Unfall gegeben, bei der die BG es nicht so spaßig fand nach einer 10h Einsatz noch nach Hause zu fahren.
 
Muss jeder selber verantworten, so lange nichts passiert, kannst Dir Deine Zuviel-Stunden auf verschiedene Tage verteilen (es sei denn, Zeiten werden elektronisch erfasst...) Aber wehe wenn...Der Chef bekommt einen Einlauf und Du hast Probleme mit dem lieben Geld, da die zuständigen Institutionen vermutlich erst mal vor Gericht ziehen, bevor das geregelt wird.
 
Viele werden genauso denken, wie du. Wenn es keine Arbeitszeit mehr ist, würde ich es auch machen. Aber Reisezeit ist nun mal Arbeitszeit und nach 10h hält die Uhr an.
Kommt darauf an, wenn man in höheren Gehaltsregionen ist sind Überstunden ja meist mit dem höheren Gehalt abgegolten.

Ich war mehrere Jahre z.B. auf einer Messe als Aussteller, die ging von Do. - So. und am Montag habe ich ganz normal weiter gearbeitet. Bis mal jemand drauf kam, dass wir das nicht dürfen (Außendienst = Berufskraftfahrer), da das quasi 12 Tage arbeiten am Stück war. Somit wurde der Montag nach der Messe ab dem Zeitpunkt als freier Tag angeordnet...…. d.h. die Messeleute mussten da einen Tag frei machen (keinen Urlaub).

Es gibt auch schon genug Arbeitgeber, die auf ihre Mitarbeiter achten und diese auch hegen und pflegen......
 
Kommt darauf an, wenn man in höheren Gehaltsregionen ist sind Überstunden ja meist mit dem höheren Gehalt abgegolten.

Ich war mehrere Jahre z.B. auf einer Messe als Aussteller, die ging von Do. - So. und am Montag habe ich ganz normal weiter gearbeitet. Bis mal jemand drauf kam, dass wir das nicht dürfen (Außendienst = Berufskraftfahrer), da das quasi 12 Tage arbeiten am Stück war. Somit wurde der Montag nach der Messe ab dem Zeitpunkt als freier Tag angeordnet...…. d.h. die Messeleute mussten da einen Tag frei machen (keinen Urlaub).

Es gibt auch schon genug Arbeitgeber, die auf ihre Mitarbeiter achten und diese auch hegen und pflegen......
Arbeitsverträge, bei denen die Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind, lehne ich mittlerweile ab. Leider gibt es immer noch Arbeitgeber die es schamlos voll ausnutzen.
 
Arbeitsverträge, bei denen die Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind, lehne ich mittlerweile ab. Leider gibt es immer noch Arbeitgeber die es schamlos voll ausnutzen.
Ich hatte das in den letzten 15 Jahren immer drinstehen und es wurde auch immer (bis auf eine Ausnahme !) fair gehandhabt. Natürlich gibt es auch schwarze Schafe.....

Die Ausnahme war ein Betrieb wo unbezahlte Überstunden erwartet wurden, 42 Wochenstunden waren vertraglich festgelegt. Nur was die dort nicht verstanden haben war, dass die "Überstundenkönige" sich tagsüber keinen Stress gemacht haben und halt genug Kaffeepausen hatten. Die warne zwar zeitlich länger in der Arbeit aber produktiv war da eher weniger was geschafft wurde.

Mein Vorgesetztengespräch:
"Sie sind immer schon so früh weg....."
"Ist irgendwo was liegengeblieben oder nicht fertig geworden ?"
"Nein, aber es ist halt aufgefallen, dass Sie immer so früh nach Hause gehen......" :ROFLMAO:

Wurde dann auch entlassen nach 1 Jahr...... Kein verlust..... Dort war es so am Freitag um 15:00 Uhr -> "Wie, Du gehst schon heim ?"
Später bei einem anderen Betrieb mit echten 37,75 Stunden Woche (30 Leute !!, kein Tarif !!) Freitag um 13:30 uhr -> "Wie lange willst Du denn jetzt noch bleiben ?"
 
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