Reines Fernstudium oder Fernstudium mit regelmäßigen Präsenzzeiten?

Hallo,

ich überlege, demnächst eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker zu machen.

Da ich aktuell Schicht arbeite und plane, demnächst den Arbeitgeber zu wechseln, würde ich das am liebsten mit möglichst wenig Präsenzzeiten tun, also reines Fernstudium bzw. wie bei DAA mit Schule am Samstag.

Bei der Informationssuche zu den Fernstudienangeboten (es gibt wohl nur einen Anbieter mit mehreren Marken) kam nun der Eindruck auf, dass es evtl. einfacher wäre, den Techniker mit Präsenzzeiten zu machen und dass der Support beim reinen Fernstudium zu kurz kommt.

Deshalb habe ich ein paar Fragen um besser einschätzen zu können, welches Angebot für mich sinnvoller wäre.

- Macht es nach der Prüfung einen Unterschied wie man den Techniker erreicht hat? Sieht ein zukünftiger AG wo man den Techniker gemacht hat? Macht es für den AG einen Unterschied oder reicht der Abschluß, ggf. mit einer guten Note?

- Ist die Qualität der Ausbildung (Umfang erworbener Fähigkeiten) beim Fernstudium mit Präsenz besser als beim reinen Fernstudium? (ggf. auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Anbieter)

- Sind die Präsenzzeiten wirklich "notwendig"/sehr hilfreich oder ggf. hinderlich?
Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe und habe mir aus Interesse auch schon einige technische Handbücher durchgelesen.

- Könnte es Sinn machen, beim DAA erst im 4ten Semester die Schule zu besuchen?
Ich habe mir den Lehrplan/Stoffgliederung beim DAA angesehen und möchte vermeiden, dass ich die meiste Zeit nur dort bin, damit mein Pflichtgefühl befriedigt ist.
Ich bin inzwischen schon 20 Jahre aus der Schule raus, doch viele Themen des Lehrplans der ersten drei Semester klingen noch sehr vertraut bzw. sind bereits Teil meiner täglichen Arbeit.
Mathematik fiel mir schon immer leicht (MR mit 1 abgeschlossen).
Meine Selbsteinschätzung zu Englisch ist B2 bis C1 mit ein wenig fachspezifischen Sprachkenntnissen. (Ich spreche in der Arbeit teilweise Englisch, da einige Mitarbeiter kein Deutsch können.)
Informationstechnik: Ich arbeite seit mehreren Jahren mit einem CAD/CAM-System und habe gute Vorkenntnisse in Excel (mit komplexen Formeln)
QM: Grundkenntnisse (habe bereits ein paar EPKs (mit)verfasst)
Was denkt ihr darüber?

Beste Grüße
wML
 
- Macht es nach der Prüfung einen Unterschied wie man den Techniker erreicht hat? Sieht ein zukünftiger AG wo man den Techniker gemacht hat? Macht es für den AG einen Unterschied
Gute Personaler machen sich ein Bild von dem Bewerber, in das auch einfließt, ob man Vollzeit, Teilzeit, Fern - wie lange etc. unterwegs war.
Das bedeutet aber nicht . "ich mach Nachtschule, weil das einen guten Eindruck in der Bewerbung macht", wenn einem diese Schulform nicht liegt.
Du musst das machen, was zu Dir passt - alles andere verzerrt nur Deine Darstellung und ein guter Personaler merkt recht schnell, wenn irgendwas nicht stimmig ist.
kommt mir eher subjektiv rüber - irgendwas schon jahrelang machen und eine Qualifizierung zu erreichen, die das beinhaltet, was man ja schon eigentlich zu können glaubt, ist himmelweiter Unterschied !
Mathematik fiel mir schon immer leicht (MR mit 1 abgeschlossen).
Bis zur mittleren Reife wird keine Mathematik unterrichtet, sondern bestenfalls höheres Rechnen. Mathematik für Techniker sieht wesentlich anders aus !
Da brechen sich viele Schüler die Nase - sieht man besonders, wenn die Kopfrechenasse meinen, sie müssten den Leistungskurs in Mathe belegen und sich damit ihr Abi versauen. Du kannst getrost davon ausgehen, dass Du nach spätestens drei Wochen nichts mehr von dem Stoff wiedererkennst, den Du vor 20 Jahren hattest.
Meine Selbsteinschätzung zu Englisch ist B2 bis C1
When you onewallfree English speak must you make yourself no sorrows ;)
Umgangsgeradebreche mit anderen Partnern, die selbst auch Englisch nur als Fremdsprache nutzen, ist keine Grundlage um eine Prüfung erfolgreich zu absolvieren. Objektive Einstufungstests werden von diversen Anbietern durchgeführt - da fällt man auch gern vom Gipfel auf den Allerwertesten. C1 fällt nicht vom Himmel ! Da muss man auch ganz schön Grammatik-Ahnung haben.
erst im 4ten Semester die Schule zu besuchen
Gaaanz schlecht!
Ich kann davon nur intensivst abraten. Es fehlt schlicht haufenweise Information, die man auch nicht mal so zwischendurch beim Durchblättern der Unterlagen richtig reinbekommt. Ohne Grundlagen kapiert man dann auch nicht, was neu draufkommt nichts kann man sich merken, weil man nichts richtig zuordnen kann.
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Wenn Du Dich selbst als eher begabt betrachtest, ist das Fernstudium wohl günstig - da kannst Du auch schneller absolvieren, wenn Du mit den Kursen flotter durchkommst, als geplant. Bei sgd kann(konnte) man den nächsten Brief / Kurs anfordern, wenn man fertig war. Dabei sind dann alle Unterlagen komplett und du hast auch alles durchgearbeitet.
 
- Macht es nach der Prüfung einen Unterschied wie man den Techniker erreicht hat? Sieht ein zukünftiger AG wo man den Techniker gemacht hat? Macht es für den AG einen Unterschied oder reicht der Abschluß, ggf. mit einer guten Note?
Nein, aber Arbeit und Studium parallel zu absolvieren deutet natürlich auf eine hohe Leistungsfähigkeit hin.
- Ist die Qualität der Ausbildung (Umfang erworbener Fähigkeiten) beim Fernstudium mit Präsenz besser als beim reinen Fernstudium? (ggf. auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Anbieter)
Das kann dir wohl kaum jemand beantworten. Dazu müsste ja jemand beides absolviert haben. Aber natürlich bleibt mehr hängen, wenn alle "Eingänge" (Lesen, Hören, Sehen) deines Hirns stimuliert werden: Also es ist einfacher, wenn es noch jemand gibt mit dem man sprechen kann und auch Fragen beantworten kann und du dir nicht alles zu Hause erknobeln musst. Ich fand es sehr hilfreich andere Studierende bei den Präsenzphasen kennenzulernen, mit denen man sich dann über die moderne Kommunikationstechnik austauschen kann.
- Sind die Präsenzzeiten wirklich "notwendig"/sehr hilfreich oder ggf. hinderlich?
Auf keinen Fall hinderlich. Ich fand sie sehr hilfreich. Manches kann man sich sparen. (Für mich war es Englisch) Ich würde mir aber immer erst alles angucken und mir einen Eindruck machen. Mathe Grundstudium ist vieles 10. Klasse Stoff aber ab dem 2. Semester kommt Analysis und Abiturstoff. Wie weit es noch geht, kann ich noch nicht beantworten, da ich auch erst im 3. Semester bin. Vorallem, wenn du 20 Jahre aus der Schule raus bist, solltest du das nicht zu lachs nehmen. Man vergisst soooo viel!
Englisch beim DAA fand ich sehr einfach, nur Grundlagen.. Aber auch hier würde ich dir raten, dir erstmal ein Eindruck zu verschaffen bevor du entschließt alles ausfallen zu lassen.
Der Präsenzunterricht zu Informatik findet an 2 aufeinanderfolgenden Tagen in der Woche statt, aber man kann sich dafür Bildungsurlaub nehmen. Es wird alles notwendige für die Prüfung durchgegangen. Dann hat man auch schon fast alles drauf, was man braucht. Das kostet weniger Zeit als den ganzen Haufen Material nach Wissenslücken zu durchsuchen. Excel wird für dich dann überflüssig sein, aber du musst mit den anderen Programmen zumindest mal ein bisschen gearbeitet haben. Es geht um spezielle Anwendungen die du beherschen musst. Du wirst auf Arbeit wahrscheinlich auch nicht mit DIG CAD arbeiten..
 
Gaaanz schlecht!
Ich kann davon nur intensivst abraten. Es fehlt schlicht haufenweise Information, die man auch nicht mal so zwischendurch beim Durchblättern der Unterlagen richtig reinbekommt. Ohne Grundlagen kapiert man dann auch nicht, was neu draufkommt nichts kann man sich merken, weil man nichts richtig zuordnen kann.
Sind die Unterlagen beim DAA nur begleitend, also unter Umständen lückenhaft, während die Unterlagen der reinen Fernschulen umfangreicher/ausführlicher sind?

Der Präsenzunterricht zu Informatik findet an 2 aufeinanderfolgenden Tagen in der Woche statt, aber man kann sich dafür Bildungsurlaub nehmen.
Bildungsurlaub gibt es in Bayern leider nicht.

Manches kann man sich sparen. (Für mich war es Englisch) Ich würde mir aber immer erst alles angucken und mir einen Eindruck machen.
Ich nehme an, dass an einem Schultag nicht nur ein Fach behandelt wird, weshalb es dann wenig Sinn machen würde, eine Stunde auszulassen und "draußen zu warten".

Ich fand es sehr hilfreich andere Studierende bei den Präsenzphasen kennenzulernen, mit denen man sich dann über die moderne Kommunikationstechnik austauschen kann.
Nunja, insbesondere der Austausch zu anderen Studierenden klingt reizvoll.
 
Sind die Unterlagen beim DAA nur begleitend, also unter Umständen lückenhaft, während die Unterlagen der reinen Fernschulen umfangreicher/ausführlicher sind?
Es kam so rüber, als Dass Du schon alles weißt, und deswegen erst im 4.Semester einsteigen möchtest.
Wenn Du die Unterlagen der ersten drei Semester für Dich selbst durcharbeitest, fehlt da nichts - aber wer macht das schon ?
 
Sind die Unterlagen beim DAA nur begleitend, also unter Umständen lückenhaft, während die Unterlagen der reinen Fernschulen umfangreicher/ausführlicher sind?
Nene, alles dabei beim DAA. Mmn schießen die teilweise sogar über die Stränge. Theoretisch kann man sich alles zu Hause selbst erarbeiten.

Ich nehme an, dass an einem Schultag nicht nur ein Fach behandelt wird, weshalb es dann wenig Sinn machen würde, eine Stunde auszulassen und "draußen zu warten".
Tatsächlich wird an einem Samstag nur ein Fach behandelt. Unterricht beginnt frühestens um 7 und endet spätestens 13 Uhr. Niemand hindert dich daran früher zu gehen.

Ab dem 4. Semester findet garkein Samstagunterricht mehr statt. Es gibt dann nur noch mehrtägige Seminare im Rahmen von "Handlungssituationen". Also einigermaßen praxisnahe Szenarien innerhalb der Stoff von mehreren Fächern dann erarbeitet wird. Diese werden ab dem 3.Semester eingeführt. Jeweils eins zum Einstieg in die Handlungssituation und eins zum Abschluss. Das Einstiegsseminar zu Betriebswirtschaft/Projektmanagement/Qualitätsmanagement/Mitarbeiterführung fand ich sehr hilfreich, weil dort quasi ein Lernplan für diese Fächer erstellt wurde. Auf die Abschlussveranstaltung bin ich gespannt. Ohne Bildungsurlaub müsstest du dafür dann aber 5 Tage pro Jahr an Urlaub opfern.
 
B

Benutzer155553

Gast
Das kann dir wohl kaum jemand beantworten. Dazu müsste ja jemand beides absolviert haben.
Da haben Unterrichtspsychologen aber eine sehr klare Antwort drauf. Ich verstehe und lerne auch sehr viel besser durch lesen und schreiben, trotzdem kann ich bestätigen, dass Präsenzunterricht sehr wichtig für mich war. Verständnis und Effizienz ist. Dozenten können mit Pausen, Betonungen, Gestiken etc. dafür sorgen, dass die Kernpunkte schneller verstanden und sehr viel besser ins Langzeitgedächtnis aufgenommen werden.

Ausserdem kann man sich selbst auch sehr gut verarschen, siehe Dunning-Kruger-Effekt. Wenn man anderen Leuten etwas erklärt, wird man schnell entlarvt und oft muss man auch Fragen beantworten, die man sich selbst nicht gestellt hat. Dadurch ordnen sich die Gedanken und werden besser im Gedächtnis abgelegt.

Aber abgesehen davon würde ich alleine wegen den sozialen Kontakten kein reines Fernstudium beginnen. Bei mir hat es die Stimmung gehoben und motiviert wenn ich unter Menschen war, egal ob es Fremde in der Bib waren oder Mitschüler.
Mich würde auch skeptisch machen, ob derjenige soziale Kompetenzen mitbringt, wenn er sich für so einen Alleingang entscheidet.
 
Kann man beim DAA überhaupt ab dem 4ten Semester einsteigen? Bisher war mir nur bekannt das man das erste Jahr überspringen kann, sprich ab dem 3ten Semester anfangen kann.
Persönlich hätte ich auch erst ab dem 3ten Semester angefangen wenn ich gewusst hätte, dass das erste Jahr Grundstudium für mich nutzlos ist. Allerdings liegt meine Schulzeit bei weiten nicht so lange zurück.
Das erste Jahr bringt meiner Meinung nach nur Leuten etwas denen wirklich komplett die Grundlagen in Mathe und Physik fehlt.
 
- Macht es nach der Prüfung einen Unterschied wie man den Techniker erreicht hat? Sieht ein zukünftiger AG wo man den Techniker gemacht hat? Macht es für den AG einen Unterschied oder reicht der Abschluß, ggf. mit einer guten Note?
Ich denke der zukünftige AG wird dein Zeugnis zu Gesicht bekommen und dort kann er das Lehranstalt und die Schulform herausfinden. Anfangs ist ein gutes Zeugnis ein Einstellungsgrund, aber das verschwimmt mit der Zeit. Der Faktor Erfahrung wird immer gößer.

Ist die Qualität der Ausbildung (Umfang erworbener Fähigkeiten) beim Fernstudium mit Präsenz besser als beim reinen Fernstudium? (ggf. auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Anbieter)
Das liegt ganz an deinen Lehrbereitschaft und Arbeitsfreude. Den Techniker erreichst du sicherlich nicht so nebenbei. Ich habe den in Vollzeit gemacht und habe nach der Schule noch so 8-10h/Woche aufgebracht (In Projektzeiten bedeutend mehr). In Teilzeit habe ich BWL gemacht und dort muss man sich schon nach Feierabend in den Hintern treten um dort mitzukommen, Nachtschichten inclusive. Zum Fernstudium kann ich nichts sagen, aber ich denke es ist entspannter, da man weniger Zeitdruck hat. Ich fand eine Physische Präsenz sehr viel Angenehmer, da man bei Unklarheiten sofort nachfragen konnte.

Sind die Präsenzzeiten wirklich "notwendig"/sehr hilfreich oder ggf. hinderlich?
Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe und habe mir aus Interesse auch schon einige technische Handbücher durchgelesen.
Ich fand eine physische Präsenz sehr viel Angenehmer, da man bei Unklarheiten sofort nachfragen konnte. Aber zu Zeiten des Internets ist es auch von Zuhause viel einfacher geworden und man muss nicht unbedingt im Dubbel oder Rohloff Matek herumwälzen.

- Könnte es Sinn machen, beim DAA erst im 4ten Semester die Schule zu besuchen?
Ich würde es nicht machen, da dir sicherlich viele Information fehlen werden, die Kommilitonen schon wissen.
Ich bin inzwischen schon 20 Jahre aus der Schule raus, doch viele Themen des Lehrplans der ersten drei Semester klingen noch sehr vertraut bzw. sind bereits Teil meiner täglichen Arbeit.
20 Jahre ist schon ein Brett, das du nicht unterschätzen solltest. Oder kannst du z.B. aus dem Stegreif das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm erklären? Mathematik und Englisch solltest du schon die Basics können.

Informationstechnik: Ich arbeite seit mehreren Jahren mit einem CAD/CAM-System und habe gute Vorkenntnisse in Excel (mit komplexen Formeln)
Officeprogramme sollte man schon beherrschen. CAD/CAM "nice to have" aber keine Pflicht.

Als Fazit würde ich dir raten. Wenn es mit deinen Privatleben und Job vereinbar ist, dann ist Teilzeit eine Möglichkeit. Aber sobald Faktoren wie Schichtarbeit, Dienstreisen, Überstunden und Familie dazustößt, wird es nur noch kompliziert und wenn dazu dann die Leistung nicht stimmt dann ziehst du auch mal gerne die Reißleine und alles war für die Katz.
Fernstudium ist dann mit wenige Zeitdruck, man muss dann nur die Muße haben, sich Abends hinzusetzen.
Ich würde immer wieder die Vollzeitvariante wählen. Klar fehlt dort hier und da das Geld, aber mit Erspartem. Bafög und Nebenjob kommt man super über die Runden.
 

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