OT aus Umfrage Jahresgehalt

Dann müsst ihr in Branchen arbeiten, in denen der Kostendruck vom Kunden nicht so hoch ist, wie bei uns...
Wenn bei uns einer AT wird (also Überstunden im Gehalt inkl.), dann kann er sich definitiv von der 35h-Woche verabschieden und schon mal auf 45+ einstellen. Kenne keine Firma in unserem Bereich, bei der es anders läuft...
 
Dann müsst ihr in Branchen arbeiten, in denen der Kostendruck vom Kunden nicht so hoch ist, wie bei uns...
Es war eine 37,75 Stunden Woche bei 72.000 EUR Fix. Und die Stunden haben absolut ausgereicht....... Überstunden wurden, sofern mal welche anfielen, abgefeiert.....
Im 1.Quartal 2018 40% Umsatzplus und 60% mehr Gewinn eingefahren......

Manchmal habe ich das Gefühl, das wenn jemand hier von einem guten Gehalt schreibt, dann ist das bei Dir so eine Art Reflex sofort über die Überstunden, die man da ja machen muss, das wieder zu relativieren.....
 
Manchmal habe ich das Gefühl, das wenn jemand hier von einem guten Gehalt schreibt, dann ist das bei Dir so eine Art Reflex sofort über die Überstunden, die man da ja machen muss, das wieder zu relativieren.....
Diese Annahme würde nur Sinn machen, wenn ich weniger verdienen würde als ihr 2 und daher neidisch wäre... ist aber nicht so, weder ersteres noch letzteres...

Ich finde es nur wichtig, dass man Gehälter, die auf vielen verschiedenen Konstellationen beruhen (35h/Woche, 40h/Woche, Überstunden inkl., Überstunden können ausbezahlt werden, Überstunden werden abgebummelt, usw.) vergleichbar macht...
Denn sonst landet man leicht in Debatten, wo Leute ihren Technikerkollegen vorwerfen, sie würden sich zu billig verkaufen, usw.

Letztlich macht das auch keinen Sinn... warum sollte ich Überstunden inkl. vereinbaren, wenn ich die Option doch nie ziehe? Ich glaubs dir schlicht nicht, aber das ist ja meine Sache ;)
 
Diese Annahme würde nur Sinn machen, wenn ich weniger verdienen würde als ihr 2 und daher neidisch wäre... ist aber nicht so, weder ersteres noch letzteres...
Na dann ist es ja gut, dass Du das klar gestellt hast, dass Du mehr verdienst als wir.....

Letztlich macht das auch keinen Sinn... warum sollte ich Überstunden inkl. vereinbaren, wenn ich die Option doch nie ziehe? Ich glaubs dir schlicht nicht, aber das ist ja meine Sache ;)
Du meinst jetzt von Arbeitgebersicht ?
Warum sollte der eine "Option ziehen", die überhaupt nicht notwendig ist ?
Dort wo ich vorher mal erlebt habe, das Überstunden erwartet wurden, war es so, dass die Leute nichts, aber auch gar nichts produktiv mehr erwirtschaftet hätten, die sind halt einfach länger geblieben.
 
Dann würde ich ja mit meinem Brutto/Monat von 2475 relativ schlecht fahren oder? Hat jemand Tipps, wie man so ein Gespräch anfangen könnte? In meinem Vertrag steht nur in Anlehnung an Tarifverträge, aber mein unternehmen ist nicht Tarifgebunden
Du kannst von einem nicht tarifgebundenen Unternehmen eben nicht erwarten, den gleichen Lohn zu erhalten. Deshalb sind diese Firmen eben nicht im Arbeitgeberverband drin. Du kannst hier maximal argumentieren, dass du Lohn X willst, weil du das für das Unternehmen erarbeitest. Aber zu argumentieren, dass der Tariflohn so und so ist, ist eine ganz schlechte Idee.

In Anlehnung kann viel heißen. Kenne Firmen, die heben zumindest den Lohn um den gleichen Prozentsatz an, wie er ausgehandelt wurde. Aber der Grundlohn bleibt halt immer tiefer.
 
..."in Anlehnung an" bedeutet genau genommen garnichts. Es gibt Betriebe die heben den Lohn entsprechend um die Prozentpunkte an die auch diejenigen mit Tarifvertrag bekommen...oder sie zahlen auch Urlaubs und Weihnachtsgeld weil das der Tarifvertrag auch vorsieht...

Soweit ich das Überblicke kann man da juristisch nichts draus ableiten was nachträglich einem zu einem besseren Gehalt führt. Am Ende hat man für Summe X einen Vertrag unterschreiben, wenn man nun plötzlich merkt das das dämlich war kann man zwar versuchen nachzuverhandeln, besser ist es das mind. 12 Monate auszuhalten und sich dann was neues zu suchen.

Da du noch recht jung bist ist da aber aus meiner Sicht keine Panik nötig, das wird ja nicht dein letzter Job sein den du machst... beim nächsten Vorstellungsgespräch einfach vorher informieren :-)
 
Alter: 22
Wohnort: Baden-Württemberg
Ausbildung: Werkstoffprüfer Wärmebehandlungstechnik
Weiterbildung: in den nächsten 2 Jahren möchte ich einen Techniker in Werkstoff und Prüftechnik machen

Aktueller Job: Werkstoffprüfer in einem Prüflabor
Erfahrung : 0,5 als Facharbeiter
Branche : Hartmetallbranche / Sinterbranche bzw. Metallverarbeitung.
Mitarbeiterzahl: Ca. 800

Jahresgehalt: 2475/Monat 34k/Jahr Brutto incl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Gleitzeitkonto wo ich die Stunden entweder abfeiern oder auszahlen lassen kann
Arbeitszeit : 35-45h Woche, Vertraglich 40h

PS: Weis jemand nach welcher ERA-Entgeltgruppe man mit einer 3,5 Jährigen Fachausbildung eingestuft wird in BW? Mein AG ist leider nicht Tarif gebunden
Du hast ein halbes Jahr Berufserfahrung. und kommst als Facharbeiter ohne Schicht oder ähnliches auf ca. 34k im Jahr. Ist doch absolut OK für den Anfang. Tarif hin oder her...
 
Daher würde ich, an deiner Stelle, langsam über eine Fortbildung nachdenken...

Schichtarbeit ist sehr belastend und kostet bis zu 8 Jahre durchschnittlicher Lebenserwartung, wenn man das sein Leben lang macht...
Daher würde ich, an deiner Stelle, langsam über eine Fortbildung nachdenken...

Schichtarbeit ist sehr belastend und kostet bis zu 8 Jahre durchschnittlicher Lebenserwartung, wenn man das sein Leben lang macht...
Nachdenken ist gut.

Meine Gedanken dazu in loser Folge:

Arbeite meist im Wochenwechsel, je eine Woche Nacht/Spät/Früh, teils auch was getauscht.
Persönlich komme ich gut mit den Nachtschichtwochen zurecht. Schlaf ist gut, wenn das Zimmer gut abgedunkelt und gegen Lärm abgeschirmt ist. Der Soziale Aspekt ist auf dem Niveau von der Frühschicht, v.a. wenn wir zwei Elektroniker auf der Schicht sind, kann auch wechselweise mal einer später erscheinen, um beispielsweise Vereins- oder Termine privater Natur wahrzunehmen.
Auf der Spätschicht ist das Pflegen sozialer Kontakte etwas schwieriger, aber nicht unmöglich.

Habe keine komplette Studie zu den Nachteilen der Schichtarbeit gelesen, meist nur Auszüge, bspw. von der IG Metall oder von einem Pharmaunternehmen.
Denke man muss auch etwas differenzieren. Ist die Arbeit sehr monoton und geistig wenig fordernd (z.b. Montagearbeit am Band), liegt eine sehr große Verantwortung auf einem (Arzt in der Notaufnahme)?
Die Arbeit in der Instandhaltung würde ich als abwechslungsreich beschreiben, eher geistig als körperlich fordernd. Wenn man mal eine schlechtere Nacht hat, kümmert man sich vielleicht nur um das Kerngeschäft -> die Anlagen am laufen halten. In anderen Nächten findet man die Ruhe Verbesserungen und Projekte umzusetzen.
Kenne so manchen Kollegen der bis zum Renteneintritt freiwillig Schichten gearbeitet hat.

Der nächste Punkt ist: wenn ich meinen Lebensstil mit diesem Lohn nur annähernd so beibehalte, wie er die letzten Jahre war, winkt womöglich schon weit vor der offiziellen Rente die finanzielle Unabhängigkeit bzw. die Freiheit in Teilzeit zu gehen.

Gedanken zum Industriemeister / Elektrotechniker:
In meiner Abteilung (IG Metall Konzern BaWü) kann ich theoretisch (langfristig) mit jetziger Quali auf EG11 kommen, bei Schichtarbeit.

An einer Anstellung als Meister (EG13 /14) hätte ich momentan kein sonderliches Interesse. Da gefällt mir die momentane Work-Life-Balance besser.
Als Sachbearbeiter/Techniker würden ebenso etwa EG13/EG14 als Zieleingruppierung winken. EG13 bräuchte man auch mindestens, um EG10+3Schicht im Brutto zu kompensieren, Netto läge immernoch die Schicht vorne.
Wenn man noch einige Möglichkeiten zur Feiertags- und Sonntagsarbeit (ja, muss man auch erstmal leisten. Trotzdem guter Verdienst) hinzuzieht, müsste man schon eher auf EG15 schielen.

Natürlich gilt auch: was man einmal hat an Fortbildungen, das hat man. Andererseits habe ich nicht vor den OEM zu verlassen.
und die ~1100 Stunden (Mstr) bzw. 2800h (sgT) sind kein Pappenstiel, bei 30€ Stundenlohn.

Momentan ist einfach kein Leidensdruck vorhanden, der mich dazu bewegen würde, vier Jahre mein Privatleben stark einzuschränken.

Dazu eine Frage: wie nehmt ihr großen Konzernen die unterschiedliche Reputation von Meister, Techniker, Studium auf? Habe das Gefühl, dass die Außenwahrnehmung von Meister und Techniker ähnlich liegt.
Wobei ich der(möglicherweise naiven) Meinung bin, dass man den Industriemeister mit deutlich weniger Aufwand abspulen kann.
Fachlich halt nicht besonders tief geht, was im Konzern vielleicht auch gar nicht immer notwendig ist.
 
Naja, du musst dir halt die Frage stellen, ob du mit 50 immer noch im Wochenwechsel früh/spät/nacht arbeiten willst oder nicht. Wenn du dich nicht weiterbildest, wirst du das müssen, um deinen Lebensstandard zu halten...

Auch die Rente würde ich ehrlich gesagt nicht schielen. Das dauert bei dir noch 37 Jahre. Das Rentenniveau von 48% wird bis 2025 garantiert, danach droht der Fall ins Bodenlose. Wenn wir zu deinem Renteneintritt 2055 noch ein gesetzliches Rentenniveau von 40% haben, können wir uns freuen...
Darauf würde ich also nicht bauen...

Musst du wissen, ich würde aber auf dem Facharbeiter nicht stehen bleiben. in 10 Jahren wirst du dich ärgern...
 
Dazu eine Frage: wie nehmt ihr großen Konzernen die unterschiedliche Reputation von Meister, Techniker, Studium auf? Habe das Gefühl, dass die Außenwahrnehmung von Meister und Techniker ähnlich liegt.
Wobei ich der(möglicherweise naiven) Meinung bin, dass man den Industriemeister mit deutlich weniger Aufwand abspulen kann.
Fachlich halt nicht besonders tief geht, was im Konzern vielleicht auch gar nicht immer notwendig ist.
Kann dein Gefühl bestätigen. Bei uns im "Konzern" gibt es Meister die eigentlich Techniker oder Betriebswirte sind genauso wie Meister (oft IHK) die im Planungsbereich arbeiten und dort Technikern und Bachelors den Platz versperren.

Um mit relativ wenig Aufwand weiter zukommen ist der IHK-Meister genau richtig. Wirst aber meistens im Operativen Bereich bleiben + lästige Personalverantwortung. Hier wäre der Weg über das Konzerneigene Meisterentwicklungsprogramm zu empfehlen (falls vorhanden). Da die Führungskräfte von Beginn an eingebunden sind, klappt es einfacher mit einer neuen Stelle.

Als Techniker ergattert man eher (mit Geduld) ein Sachbearbeiterjob. Wird aber aus der Schicht raus schwierig, da man selten durch sein neues Können Erfolge vorweisen kann. Hier ist oft der (Um)Weg über ein Vorarbeiter/Koordinator-Job nötig. Und Bachelors werden trotzdem oft vorgezogen.

Klingt alles erst mal negativ, aber der Markt ist gut gefüllt mit weitergebildeten Arbeitern. Wichtig ist mit den Vorgesetzten reden und Entwicklung gemeinsam planen. (Die eigeninitiative Weiterbildung wird bei uns selten belohnt und erfordert Geduld)

Gruß

edit: ich würd nicht in der Schicht bleiben. Ein sgT Elektrotechniker wird in Konzernen in Zukunft verstärkt gesucht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn wir 10 bis 15 Jahre weiterdenken, wird das Arbeitsamt gut gefüllt sein mit Facharbeitern, die sich nicht rechtzeitig weitergebildet haben und die dank fortschreitender Automatisierung/Industrie 4.0 keiner mehr braucht...
 
Wenn wir 10 bis 15 Jahre weiterdenken, wird das Arbeitsamt gut gefüllt sein mit Facharbeitern, die sich nicht rechtzeitig weitergebildet haben und die dank fortschreitender Automatisierung/Industrie 4.0 keiner mehr braucht...
Ich will Dir ja nicht immer widersprechen, aber bei meinem Ausbildungsbetrieb, der damals 1988 ca. 380 Mitarbeiter hatte und in den Jahren sich viel automatisiert hat (Früher 5 Personen an einer Fertigungsstraße heute 2) sind heute knapp 600 Arbeitnehmer beschäftigt, viele davon in der Produktion. Man hat dort immer wieder auf Innovation gesetzt und am Standort investiert.

Ist aber eine AG in Familienbesitz, wo der Inhaber noch selber die Geschäfte führt. Muss man natürlich auch berücksichtigen !
 
Mein lieber RotH, die Tarife der IGM in BW basieren auf einer 35h Woche. Es gibt maximal 40h Verträge, aber das weißt du ja sicherlich. Mein Gehalt basiert auf einer EG15 Tarif IGM BW mit 15% Leistungszulage in 40h, 13,25 Monatsgehältern + 400€ tarifdynamischem Festbetrag. Das alles ist kein Geheimnis und kann auf den entsprechenden Seiten im Netz nachgelesen werden.
 
Schon erschreckend auf was für Gehälter sich manche fertigen Maschinenbautechniker einlassen.

In meiner Firma verdient ein Facharbeiter gleich nach der Lehre schon seine 39´000/Jahr. Wohlgemerkt ohne Schichtzulagen ect.

Da hätte man sich die Mühe und Nerven auch gleich sparen können.
 
Top