Öffentlicher Dienst das richtige?

Hi, ich möchte gern weg von der Industrie. Dazu schaue ich regelmäßig im öffentlichen Dienst vorbei, weil ich durchaus vorstellen könnte da zu arbeiten.
Nun haben sich zwei Stellen in meiner Nähe aufgetan. Von der Tätigkeit an sich brauchen wir nicht groß reden denke ich. Technisch eben.

Die Eingruppierung ist E8 und so wie sich das alles für mich liest würde ich in Stufe 2 oder 3 starten. Ich hoffe auf die 3.
Mit knapp 10 Jahren Berufserfahrung in Stufe 4 starten ist utopisch, genau wie eine Eingruppierung in die Gruppe 9 (welche langfristig natürlich besser wäre)?
Kann man da aufgrund von vorhandenen Qualifikationen noch etwas rausholen?
Lese aber oft Facharbeiter, Meister, Techniker sind E8 (TV-L West)

Arbeitszeit, sind das 38 Stunden oder 42? Ich lese unterschiedliches und weiß nicht wie ich es zuordnen muss...
Vielleicht kann auch jemand noch über Schichtzuschläge was schreiben? Was für eine Art Schicht es genau wäre weiß ich (noch) nicht. Es wird von teilweise Nachtschicht und ggf. Bereitschaft in der Ausschreibung gesprochen.
(bei der anderen Stelle hätte man keine Schicht & keine Bereitschaft)

Generell verzichte ich auf viel Geld wenn ich Wechsel. Ich möchte aber in ein paar Jahren ggf. auf Teilzeit runter bzw. reduzierte Stunden. Entweder für mehr Freizeit oder aber um ein kleines eigenes Projekt zu betreiben.
Da scheint mir der öffentlich Dienst eine gute Wahl zu sein um eine sichere Basis zu haben.

Super wäre auch wenn hier jemand von der Industrie in den öffentlich Dienst gewechselt ist und etwas zum Arbeitsalltag schreiben kann.
 
Warum gehst du nicht in der Industrie auf Teilzeit ? Du hast jetzt einen gesetzlichen Anspruch auf eine Teilzeitstelle wenn das Unternehmen groß genug ist
 
B

Benutzer74741

Gast
Die Frage ist doch, ob du jetzt in einem tarifgebundenen Unternehmen angestellt bist oder nicht. IG Metall oder IG BCE?
Dann ist dein Vorhaben, gelinde gesagt, Blödsinn. Die IG Metall bietet dir die verkürzte Vollzeit (28 statt 35h) für 2 Jahre...

Im öffentlichen Dienst verdienst du wesentlich weniger, als es in der Industrie mögliche wäre. E8 3 sind aktuell knapp 2.900 EUR Brutto bzw. knapp 37.000 EUR im Jahr inkl. Weihnachtsgeld. Das ist so ungefähr das Gehalt , mit dem du als staatl. gepr. Techniker in der Industrie ohne Berufserfahrung einsteigst...

Dass die Jacke des öffentlichen Dienstes eng aber warm ist, stimmt zwar zum Teil. Aber auch längst nicht mehr so, wie das früher war. Auch dort rückt die Leistung mehr und mehr in den Vordergrund.
Und dass du mal so einfach auf Teilzeit reduzieren kannst... ich glaube du stellst dir das zu einfach vor. Deine Stelle muss das auch hergeben und die Bedarfsplanung muss passen. Wenn keine Teilzeitstelle gebraucht wird und du keinen triftigen Grund hast (zum Beispiel Nachwuchs), dann kann man dir das auch verwehren.
 
Das Brutto kann man leider nicht direkt mit dem in der freien Wirtschaft vergleichen. Wobei trotzdem das Netto einiges weniger ist.
Aber um die Kohle geht es mir nicht, zumindest nicht um das mehr was ich nicht brauche.
IGM gibt es hier ganz wenig und ich bin nicht in einem Tarifunternehmen.
Ich habe jetzt in der Industrie doch schon einiges gesehen und kennen gelernt. Ich kann mir nicht vorstellen das noch weitere 30-40 Jahre zu machen.


Das mit der verweigerbaren Reduzierung wusste ich z. B. nicht. Gut zu wissen.

Wie ist denn der Kündigungsschutz, nach 15 Jahren und Vollendung des 40ten Lebensjahres ist man nahezu unkündbar?
Stimmt das?
 
B

Benutzer74741

Gast
Nahezu unkündbar bist du auch im öffentlichen Dienst nicht. Wenn Stellen abgebaut werden müssen, dein Bereich betroffen ist, man dich nirgendwo anders unterkriegt und man es nicht über Altersteilzeit und Verrentung hin kriegt, dann bist du dran. Das ist allerdings in jedem anderen tarifgebundenen Unternehmen ähnlich. Auch dort liegen die Hürden sehr hoch. Betriebsbedingte Kündigungen sind der aller, allerletzte Schritt...

Auf uns kommen in den nächsten Jahrzehnten massive Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt zu. Es ist naiv zu glauben, dass der öffentliche Dienst davon nicht betroffen sein wird.

Ja, du bist im ÖD relativ sicher. Aber du bist eben kein Beamter und somit kann man dich, prinzipiell, jederzeit fristgerecht kündigen.

Ob dir das allerdings die massiv schlechtere Bezahlung wert ist... Musst du wissen...
 
normalerweise solltest du als sgT eine Stelle von mind. E10, sogar E11 und in Ausnahmen auch E12 bekommen können. Das Problem ist halt, dass die Stelle an sich nur als E8 ausgeschrieben ist.
 
Sicherheit im ö.D. naja, hab 13 Jahre dort gearbeitet...wenn sie eine Abteilung "schließen" bist genauso fällig, wie "draußen". Oder du bekommst eine Alternative angeboten, die du nicht haben willst. Das mit der etwaigen "ruhigen Kugel" war vor 20 Jahren vllt. noch so. Ich hab davon (als Krankenhaus-Techniker) nicht mehr viel gemerkt. Allenfalls den Legenden gelauscht, die man sich in der Pause erzählte: "In den 70ern, jaa...da kam zwei mal die Woche der Brauerei-Laster, für's Personal-Bier!"
Arbeiten musst überall, geschenkt gibt es nichts, im ö.D. gibts für die gleichen Stunden halt weniger Kröten - that's it.
JM2C :)
 
Super wäre auch wenn hier jemand von der Industrie in den öffentlich Dienst gewechselt ist und etwas zum Arbeitsalltag schreiben kann.

Öffentlicher Dienst war's zwar nicht sondern die (lange erloschene) Abteilung der Firma Krupp, die u. a.Hüttenwerke baute.
Dort im Planungsbüro hing ein ( ironisch gemeintes ) Schreiben aus. Es begann:
"Come to Krupp, wenn du nicht so hart dranlangen willst"....
Den Rest des Schreibens habe ich vergessen, es traf aber den Nagel auf den Kopf.
An eine weitere Stelle kann ich mich noch erinnern, da sie den Ablauf eines durchschnittlichen Projektes mit 6 Stadien beschrieb:
1. Überschäumende Begeisterung.
2. Ausblendung jeglicher Risiken u. Schönreden.
3. Ernüchterung
4. Panik
5. Suche nach den Schuldigen
6. Bestrafung der Unschuldigen und Auszeichnungen für die Unbeteiligten
 
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