Notstromaggregat mit Synchrongenerator

Dieses Thema im Forum "Elektrotechnik" wurde erstellt von 2peter4, 10 Nov. 2012.

  1. 2peter4

    Hallo,
    Ich hab ein uraltes (ca. 50 Jahre) Notstromaggregat dem ich neues Leben einhauchen will.
    Das Ding hat ca. 20kW elektrisch und wird mechanisch durch einen 50PS Dieselmotor mit Energie versorgt.
    Mechanisch läuft das Ding. Strom ist da und ich kann im Inselbetrieb fahren. Die Elektrik ist allerdings entsprechend alt und ich will einen automatischen Drehzahlregler bauen um die Frequenz zu stabilisieren. Im Moment geht bei Belastung der Diesel mit der Drehzahl herunter und nimmt die Frequenz entsprechend mit. Das kann dann schon mal +/-5-10Hz ausmachen. Da sich an dem Gerät einiger relativ leistungsstarke Verbraucher befinden können, sind die Schwankungen bei Leistabwurf schon recht hoch.

    Aber der Reihe nach:
    Der Synchrongenerator hat neben der 3 Phasen und dem Neutralleiter noch 2 Leiter die aus dem Generatorgehäuse kommen und an denen einen Potentiometer hängt. Dieses Teil muss ich unbedingt wechseln.
    Ich versteh allerdings das Prinzip nicht. Ich dachte nur mit Gleichspannung kann die Erregung einer Synchronmachine gemacht werden. Woher kann allerdings die Gleichspannung aus dem Generator kommen? Der läuft ja ausschließlich alleine.
    Fraglich ist auch wie hoch die Ströme sind die über dieses Potentiomenter laufen und ob der Strom leistungsabhängig ist.
     
  2. derschwarzepeter

    Mitarbeiter

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    Hi Peter!
    Die Erregung deiner Synchronmachine wird mit ziemlicher Sicherheit IN der Maschine generiert
    und auch dort mit einem rotierenden Gleichrichter gleichgerichtet.
    Über das zu automatisierende Pot fließt wahrscheinlich der überschaubare Erregerstrom dieser Erregermaschine.
    Dieser Strom ist sicher lastabhängig, denn die lastabhängigen internen Verluste müssen ja ausgeregelt werden!
    Na, was macht man denn, wenn man wissen will, wie groß ein Strom ist? ;)
     
  3. 2peter4

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    Vielen Dank für die echt schnelle Antwort!!

    Den Strom zu messen ist einfach.
    Die Nennlast an den Generator zu hängen dagegen schwierig. Ich hab einfach keine Last die stabil die Nennleistung von dem Ding ziehen würde.
    Deshalb meine Frage. Es wär interessant ob es einen ungefähren Anhaltspunkt gibt, was sich bei Nennleistung punkto Erregerstrom abspielen wird.

    Schöne Grüße aus Oberösterreich!
    Peter
     
  4. derschwarzepeter

    Mitarbeiter

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    Ja, so an die 40 kW verbrät man nicht so mir nichts dir nichts. :(
    Vielleicht könntest du Kochplatten (mit Wassertöpfen drauf) zusammenschalten
    und so wenigstens ein paar kW ziehen,
    wonach du wenigstens näherungsweise extrapolieren könntest.
    Ordentlich Reserven solltest du dannbei der Dimensionierung ohnehin vorsehen,
    aber so könntest du vorgehen!
     
  5. Toni1965

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    Hallo, die Erregung hat in dem Fall ja nur mit der Ausgangsspannung zu tun, diese ist normalerweise im Leerlauf so um 400V und unter Last geht die schon zusammen. Dein Problem ist ja die Frequenz (Drehzahl) des Dieselmotors, da musst Du was bauen das automatisch Gas gibt. Die Fa. Hitzinger macht das mit einem Actuator, das ist so etwas wie ein Hubmagnet, aber drehbar. Im Prinzip brauchtst Du einen Frequenz/Spannungswandler, einen Komperator und ein Stellglied.
    Grüße Toni.
     
  6. derschwarzepeter

    Mitarbeiter

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    ... und genau deswegen braucht man beim belasteten Generator mehr Erregerleistung.
    Der angesprochene Hitzinger Actuator ist im Prinzip so etwas wie ein Servo:
    Damit kann die elektronische Drehzahlregelung die Reglerstange des Diesels mechanisch verstellen
    und so durch "Gas geben" oder nachlassen die Frequenz beeinflussen bzw. konstant halten.
     
  7. 2peter4

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    Ich nehme einen Messumformer Frequenz-Spannung. Der kann je nach Frequenz (45-55Hz) auf Spannung 4-20mA bzw. 0-10V umsetzen. Dann einen normalen PID Regler dazu und einen Servo fürs Gas. Das stell ich mir relativ einfach vor. Ich glaub das ich elektronisch da am Besten bedient bin. Eine mechanische Ausregelung mit Fliehkraftgeler oder so erscheint mir zu aufwändig.
     
  8. derschwarzepeter

    Mitarbeiter

    AW: Notstromaggregat mit Synchrongenerator

    It depends on ...
    Ich hab schon SEHR schön genaue fliehkraftgeregelte Anlagen gesehen;
    braucht keine Hilfsspannung und ist u.U. sogar verstellbar!
    Wo du jedoch sicher recht hast:
    Zum Selberbasteln ist das eher nix.
     

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