Möglichkeiten nach einer technischen Ausbildung

Erstmal danke, dass Sie sich in meinen Thread verirrt haben. Vorweg, dieser Beitrag wird etwas länger werden weil ich viele Fragezeichen über meinem Kopf in Puncto Zukunft habe und ich hoffe hier ein paar dieser Fragezeichen dezimieren zu können.

kurz zu mir: ich bin 27 Jahre alt und fast mit der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker fertig. Nun mache ich mir langsam Gedanken wie es nach der Ausbildung weiter geht. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und setzte alles daran die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren, dies ist mein oberstes Ziel und habe an danach nicht gedacht.

Natürlich war mein erster Gedanke einfach Arbeiten und Berufserfahrung sammeln aber obwohl ich den Beruf liebe, habe ich das Bedürfnis noch einen drauf zu setzten. Die Wahl zwischen Industriemeister und Techniker kommt auf. Da der Techniker meines Wissens nach überwiegend in der Konstruktion tätig ist und ich mir darunter nichts vorstellen kann bzw ich nicht mal weiß ob es mir liegt oder Spaß macht tendiere Ich eher zum Industriemeister. Dieser arbeitet in der Regel noch in der Produktion, optimiert, leitet an und macht auch Bürokram. da er auch nicht ganz so theoretisch („Schwieriger“ ) wie der Techniker ist und daher eher machbar ist, tendierte ich zuerst zu diesen. Da ich aber um ehrlich zu sein keine Führungspersöhnlichkeit besitze wäre dieser wohl unangebracht zumal dieser zum einen kostet, Überlaufen ist und ich mir von mehreren Stellen sagen lassen habe, dass man diesen nur machen sollte wenn man schon eine Stelle für diesen hat (zb im eigenen Betrieb).

Da ich mich auch sehr für die wirtschaftliche Seite, wie Einkauf und Prozessoptimierung interessiere bin ich auf den technischen Fachwirt gestoßen welcher mir schon sehr zusagt. Wobei ich nicht weiß wie anerkannt dieser in der Praxis ist bzw. gibt es in der klassischen Hierarchie eines Unternehmens keinen technischen Fachwirten ergo keine solche Stellenausschreibungen.

Neben den Weiterbildungen gäbe es natürlich die Möglichkeit zu studieren. Entweder nach 3 Jahren Berufserfahrung (Fachgebunden) oder eben nach einer dieser Weiterbildung (Jeder Studiengang). Da dachte ich an Wirtschaftsingenieurwese oder Produktions bzw Fertigungstechnik (Maschinenbau wäre glaub ich doch zu schwer😅) wenn es Fachgebunden werden soll (da ich generell viele Interessen habe kämen evtl auch andere in Frage)

Nun was es letztendlich wird wenn überhaupt hängt von den Kommentaren ab und ist momentan auch nicht so relevant. Mich interessiert noch eine andere Sache:

Alle genannten Weiterbildungen haben im deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) neben den Bachelor die Stufe 6, sind demnach „Vergleichbar“ mit dem Akademische. Abschluss, den Bachelor. Ob diese nun das gleiche Niveau halten wie ein Studium sei mal dahin gestellt. Kann mir nicht vorstellen, das man mit einer Weiterbildung nur ansatzweise an die im Studium vermittelten Kompetenzen heranreichen.

Aber wie sieht das in der Praxis aus? Zwar ist es möglich mit einer abgeschlossenen Weiterbildung jegliches Studium anzugehen aber ist dies überhaupt sinnvoll? Schließlich besitzt man laut dem DQR das „gleiche“ Niveau. Wie etabliert ist der DQR auf dem freien Markt?

zu guter letzt wollte ich nebenbei noch fragen was noch für Möglichkeiten existieren welche man nach der Ausbildung tätigen kann, neben der üblichen Karriereleiter aufzusteigen oder eben im gewohnten Beruf zu bleiben. zb fallen mir nur noch Beamter oder Bundeswehr ein😂 interessiert mich einfach mal.

vielen Dank, dass Sie den langen Beitrag durchgelesen haben und würde mich über anregende Kommentare sehr freuen.
 
was noch für Möglichkeiten existieren welche man nach der Ausbildung tätigen kann
Du könntest heiraten und Kinder großziehen, während Deine Gattin ein sattes Gehalt heimbringt.
Dann ziehst du aus, lässt dich scheiden und verklagst sie auf Unterhalt für Dich und Deine Kinder.
Selbstverständlich holst du noch die Hälfte ihres Vermögens ab und denkst auch an die Rentenansprüche, die sie erarbeit hat und nun hälftig auf Dich übertragen werden.
 
Selbstverständlich holst du noch die Hälfte ihres Vermögens ab und denkst auch an die Rentenansprüche, die sie erarbeit hat und nun hälftig auf Dich übertragen werden.
Was soll das denn? Ein anregender Kommentar sieht anders aus.

@Proty92 Ich habe selbst eine Ausbildung gemacht und bin jetzt an meinem Techniker (E-technik) über Fernstudium dran. Den Weg habe ich gewählt, da ich gerne während der Weiterbildung auch noch arbeiten möchte und so auch Arbeitserfahrung sammeln kann. Für mich kam die Variante Bachelor und Master nicht in Frage, da das Lernmaterial im Techniker sehr breit aufgestellt ist. So ist beim DAA auch Mitarbeiterführung, Qualitätsmanagement usw. dabei.
Meine Erfahrung auf dem reellen Arbeitsmarkt ist, dass es relativ egal ist, wie du dich weiterbildest. Nachher ist es ein Blatt Papier, dass sagt, welchen Titel du hast. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Techniker/Meister/Bachelor/Master meistens besser bei Kollegen ankommen, wenn sie vorher eine Ausbildung gemacht haben. Egal, was du gemacht hast. Du bist nachher nicht nur DER Theoretiker, sondern du weißt was du da tust.

Ich hoffe, dass dir meine Beweggründe für den Techniker weiterhelfen konnten. Wenn noch was ist, dann melde dich!
 
Für mich kam die Variante Bachelor und Master nicht in Frage, da das Lernmaterial im Techniker sehr breit aufgestellt ist. So ist beim DAA auch Mitarbeiterführung, Qualitätsmanagement usw. dabei.
Genau.
Warum dann noch studieren, ist doch Alles bereits im Techniker schon gemacht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Techniker/Meister/Bachelor/Master meistens besser bei Kollegen ankommen, wenn sie vorher eine Ausbildung gemacht haben.
Weil es ja soviele Meister/Techniker gibt, die vorher keine Lehre gemacht haben.:thumbsup:

Du bist nachher nicht nur DER Theoretiker, sondern du weißt was du da tust.
Bösewillig könnte ich als besagter Theoretiker jetzt in gleicher Tonart zurückschnauzen, dass du nachher einer bist, der glaubt irgendwas theoretisches zu können aber eigentlich nicht weiss, was er da macht.
Wie man reinruft, so schallts wieder raus.
Dich möchte ich nicht als "Berater" haben.
 
Alle genannten Weiterbildungen haben im deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) neben den Bachelor die Stufe 6, sind demnach „Vergleichbar“ mit dem Akademische. Abschluss, den Bachelor. Ob diese nun das gleiche Niveau halten wie ein Studium sei mal dahin gestellt. Kann mir nicht vorstellen, das man mit einer Weiterbildung nur ansatzweise an die im Studium vermittelten Kompetenzen heranreichen.
Da hast du eine korrekte Vorstellung.

Aber wie sieht das in der Praxis aus? Zwar ist es möglich mit einer abgeschlossenen Weiterbildung jegliches Studium anzugehen aber ist dies überhaupt sinnvoll? Schließlich besitzt man laut dem DQR das „gleiche“ Niveau. Wie etabliert ist der DQR auf dem freien Markt?
Ich kenne keine Firma, die den DQR heran zieht. Für was auch? Sie kennen den Wert der jeweiligen Abschlüsse.
Der EQR soll dazu dienen, Abschlüsse vergleichbar zu machen um z.B. zu sehen was ein sgT in Österreich am ähnlichsten ist. Das heißt aber noch lange nicht, dass man dann genau die selben Ansprüche hat und enstprechend eingestellt wird.

Lange Rede, kurzer Sinn: Vergiss den DQR.
 
Subjektive Einschätzung:

Für ein Studium müsstest du dir erhebliches Vorwissen in Mathe aneignen. Auch die meisten daraus resultierenden Berufsmöglichkeiten sind eher Praxisferner als du es dir vielleicht wünschst.

Als Technik sind die Verwendungen vielseitig. Eine Art Schnittstellen Position wird es für dich aber warscheinlich eher in größeren Betrieben geben, da die kleinen weiterhin auf Meister setzen.

Wenn du wirklich im praktischen Metier bleiben möchtest aber gleichzeitig Personalverantwortung begrüßt, spricht eigentlcih alles für einen Meister.
Für diesen ist die Stellenauswahl jedoch deutlich geringer,das sollte dir bewusst sein.
 
Da ich mich auch sehr für die wirtschaftliche Seite, wie Einkauf und Prozessoptimierung interessiere bin ich auf den technischen Fachwirt gestoßen welcher mir schon sehr zusagt. Wobei ich nicht weiß wie anerkannt dieser in der Praxis ist bzw. gibt es in der klassischen Hierarchie eines Unternehmens keinen technischen Fachwirten
Den Fachwirt bzw. technischer Betriebswirt würde ich eher nach dem Techniker dran hängen, aber eben auch nur wenn man die Chancen sieht in leitende Funktionen wie Abteilungsleiter oder Bereichsleiter vorzustoßen. Dies erhöht die Chancen, ist aber nicht zwingend notwendig.

Von Meister rate ich ab, mach gleich den Techniker. An sich sind das die gleichen Tätigkeiten aber du hast mitunter ein besseres Ansehen (& Gehalt).
Dir ist überlassen ob du als Techniker eher Stellen mit Mitarbeiterführung annimmst oder doch Projektmanagement, Process Manager, Konstrukteur oder sonst was machst.

Bei mir z.B. Sind es 50% Mitarbeiterführung, 20% KVP und 30% strategische Planung.
 
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