Meinungen zu Einstiegsgehalt Projektleiter Elektrotechnik

Hallo zusammen.

Ich arbeite in einem 65-Personen Betrieb. Wir planen, verkaufen und montieren Beleuchtungsanlagen und Installationstechnik im Objekt- und Ladenbau. Wir arbeiten in ganz DE und CH und S.
2012 habe ich (in diesem Betrieb) eine Ausbildung als Technischer Systemplaner für elektrotechnische Systeme angefangen und diese auch im Januar 2016 erfolgreich abgeschlossen. Seit dem bin ich als Angesteller in der hauseigenen Planung tätig. Nebenbei leite ich alleine kleinere Projekte oder Umbauarbeiten, Programmiere viel (KNX, DALI, etc. etc.) und bin auch fast jede Woche mindestens einen Tag unterwegs auf Baustelle.

Nun werde ich kommenden Monat zum "richtigen Projektleiter" befördert. D.h. ich werde die Planung verlassen und ins Projektleiterbüro umziehen. Ich werde immer noch CAD-Pläne und Stromlaufpläne etc. erstellen, nur eben noch die Projektleitung dazu machen.

Nun weiß ich so überhaupt nicht, was ich nun für diesen neuen Posten mit extrem viel Verantwortung und Arbeit als Einstiegsgehalt festlegen kann.
Meinen Elektrotechniker werde ich demnänchst so schnell wie möglich anfangen (Dual). Allerdings "kann die Firma nicht warten" und werde schon vorher auf der neuen Stelle arbeiten.

Derzeit verdiene ich 2400,-€ Brutto / 39h die Woche - wobei ich oft bei 200h im Monat liege. 10üh sind vereinbart, d.h. erst die 11. im Monat wird mir auch angerechnet. Ansonsten gibt es neben "Dienst-Smartphone" und "Arbeitskleidung" keine weiteren Leistungen. (kein Urlaubsgeld, 13. Monatsgehalt etc.)

Wie hoch läge ein geeignetes Einstiegsgehalt? Erfahrung bringe ich schon viel mit. Die Sache mit dem Programmieren ist ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem bin ich Netzwerktechnisch ganz fit.

Ich hoffe Ihr könnte mir weiterhelfen. Vielen Dank und viele Grüße!
 
Unternehmensstandort wäre relevant.
 
Aufgrund der Erfahrung, Unternehmenszugehörigkeit und der absehbaren Verantwortung würde ich im oberen 30er Bereich Jahresgehalt handeln, jenachdem wie die bei euch eingestellt sind springt ja auch noch nen 13tes raus. Das wäre ja schonmal ne enorme Steigerung im Vergleich zu den 28,8.

Solltest du den Techniker machen, kannst du auch schon mal ne Erhöhung pro Fortschritt einschreiben lassen, sodass du dann spätestens mit Abschluss über die 40k kommst..

Aber vielleicht haben andere da andere Ansichten?!
 
Aber vielleicht haben andere da andere Ansichten?!
In der Tat und zwar extrem anders...

Bezahlt wird die Tätigkeit bzw. die Erfahrung evtl. auch die Leistung und NICHT der Abschluss...

Heißt... wenn man dich als "richtigen" Projektleiter will, dann soll man dich auch ab der ersten Minute als "richtigen" Projektleiter bezahlen und nicht erst in 4 Jahren, wenn du eine Urkunde vorzeigst...
In Moneten würde das heißen... 40.000 EUR aufwärts, Minimum...Man muss sich überlegen, dass dies in BaWü ungefähr das Einstiegsgehalt für einen staatl. gepr, Techniker ist, ohne jegliche Budgetverantwortung oder sowas...

Ich befürchte aber auch, dass du keine großen Sprünge machen wirst. Du sagst es ja selbst, im Endeffekt leitest du schon "kleine" Projekte...
Was man jetzt tut:
Man holt dich quasi aus der Holzhütte vor dem Burggraben, setzt dich in die Burg zu den "hohen Herren" und kippt dir noch mehr Arbeit obendrauf. Denn deine alten Tätigkeiten gibst du ja nicht ab, du machst sie weiterhin...
Genau das macht mich sehr stutzig... kein "richtiger" Projektleiter malt Stromlaufpläne oder sowas... da hätte der gar keine Zeit für und sein Stundensatz wäre außerdem viel zu hoch...

Ich wünsche dir, dass ich total falsch liege...
 
Hallo!

Vielen Dank für Eure Meinungen. Mit meiner jetzigen "Projektleitung" habe ich eventuell ein wenig übertrieben. Ich schreibe keine Angebote und Rechnungen etc. ich kümmere mich nur um spezielle technische Aufgaben. z.B. spezielle Steuerungen um die eigentlichen Projektleiter zu entlasten. Oder wenn es um etwas Medientechnisches wie LED-Walls oder Projektionen geht. Also so ne richtige Projektleitung ist das auch nicht. Eben nur Teilaufgaben. Natürlich gebe ich den Monteuren dabei auch dementsprechend Anweisungen.

Ich sehe es ehrlich gesagt auch nicht ein ... als richtiger vollwertiger Projektleiter zu arbeiten, der Nebenbei auch noch kleine Zeichnungen etc. erstellt und dann weniger verdient als ein "normaler" Projektleiter. Natürlich habe ich (derzeit) noch nicht die Qualifikation eines anderen Projektleiters, wobei die meisten hier auch nur "Meister" sind. Aber genau deswegen will ich ja unbedingt meinen Techniker machen. Das Interesse ist bei mir schon sehr groß. Klar wird es hart. Die anderen Projektleiter stehen mir (jetzt schon) immer zur Hilfe bereit.

Meine Gehaltsvorstellung liegt eigentlich schon bei 3900-4200 ... ein 13. Monatsgehalt gibt es bei unserer Firma nicht.
In die Verhandlung wollte ich schon mit 4100 starten.
Zumal ich noch sagen muss: als ich mit dem Chef über die Fortbildung geredet habe ... also prinzipiell ist der GF schon seit Ausbildungsbeginn bekannt, dass ich den Techniker machen möchte.
Auf jeden Fall fragt ich dann nach einem entgegenkommen bezüglich dem Techniker, was mir während der Ausbildung zugesagt wurde. Der Chef lachte und meinte, Zitat "du wirst ja bestimmt nicht nur einen Tausender mehr wollen - von dem her reden wir hier nicht über 100€" ...
Ich möchte mich nicht weiter auf diese Aussage versteifen ... aber das bedeutet doch schon das ich nicht für 2800 Brutto an die Stelle gehe.
Ich habe meiner Meinung nach teilweise schon ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal was Medientechnik und Steuerungen betrifft. Und darauf wir auch (unter anderem) abgezielt.

Vielen Dank fürs Lesen! Viele Grüße!
 
Nunja... Das mit Tausender mehr war sicher aufs Bruttojahresgehalt bezogen und nicht auf auf einen Monat...

Hast du einen Vergleich was deine Projektleiterkollegen verdienen?
 
bei mir liegen "echte" Projektleiter bei 56-65K mit 12 Gehältern plus Erfolgsprämie von ca. einem Gehalt. Alle sind Techniker, Bachelor oder Ings wobei das nicht am Gehalt zu erkennen ist. Eher eine Frage von "gut verkauft und dringend gebraucht" bei Anstellung.

Teilprojektleiter liegen darunter und das teils deutlich. Alle sind zwischen 27 und 36 Jahren alt. Angaben beziehen sich auf Hersteller von Gebäude-Elektronik im Hamburger Raum.

Fakt ist aber auch: echte Gehaltssprünge gibt´s eigentlich immer nur beim Firmenwechsel...

Gruß
Jerenekasi
 
bei mir liegen "echte" Projektleiter bei 56-65K mit 12 Gehältern plus Erfolgsprämie von ca. einem Gehalt. Alle sind Techniker, Bachelor oder Ings wobei das nicht am Gehalt zu erkennen ist. Eher eine Frage von "gut verkauft und dringend gebraucht" bei Anstellung.
Ich möchte dir das nicht madig reden, aber 56-65k als "echter" Projektleiter der "dringend gebraucht wird und sich gut verkauft hat" mit Budgetverantwortung, in der Regel einer realen 40 bis 50h-Woche, in und um Hamburg... das ist ein Scherz oder?

Ganz ehrlich, geh zu Shell, zu Blohm+Voss, zu ner Chemiebude oder Raffinerie, zum Siemens, zu Airbus, usw... da verdienst du 60 bis 70k als normaler Ingenieur ohne diese riesige Verantwortung ganz problemlos...

Wenn ich einen Projektleiter ernst nehmen soll, dann ist der AT und das heißt bei IGM-Tarif ein Mindestgehalt von ca. 6.500 EUR pro Monat...
 
Nö, madig machst du mir das nicht, blohm&voss mit der super auftragslage, lufthansa technik mit den internen unruhen und Kündigungswellen als Beispiel sind sicher spitzen-arbeitgeber, von denen bewerben sich nicht wenige bei mir im Unternehmen... von Airbus kommen auch immet mehr, die lagern fast alles in die Zulieferer aus und die zahlen ernsthaft wenig...

Ich komme aus einem Konzern bei dem man sich in hundert jahre alten und langen Prozessen durchhangeln musste um dann festzustellen das irgendwie doch ein anderer Bereich zuständig ist oder man plötzlich zu einem anderen gehört. Das in Kombination mit der IGM die nun wirklich beim unternehmerischen denken eine 6- auf dem Zeugnis hat waren für mich mehr als Grund genug in ein kleineres Unternehmen VOR den Toren Hamburgs zu wechseln.

Sicher gibts welche die mehr bekommen/verdienen aber witzigerweise bleiben die Projektleiter bei mir extrem lange, headhunter rufen genug an.

Jedem das.seine, wer nur viel Geld verdienen will darf das gerne tun, Wer viel haben möchte ist in unserer Sparte allerdings falsch, einige Aussendienstler bei mir haben mit allen zulagen 250K im jahr, das schafft kein ingenieur und erst recht kein Techniker wenn er denn als solcher angestellt ist.

Ein Blick in den gehaltsthreat bestätigt die These.

Schöne Pfingsttage!
 
Wenn ich einen Projektleiter ernst nehmen soll, dann ist der AT und das heißt bei IGM-Tarif ein Mindestgehalt von ca. 6.500 EUR pro Monat...
Kein Ahnung wie du das machst aber ich neige dazu Leute dann ernst zu nehmen wenn sie wissen wovon sie reden und nicht dann wenn sie AT bezahlt werden?

Leider bilden Gehälter das fachliche und menschliche Können nur allzuoft falsch ab.
 
Schon toll... 250.000 EUR im Jahr durch Außendienst... bei nem Grundgehalt von 100.000 EUR pro Jahr, wären das 410 EUR Zulagen pro Tag bzw. 681 EUR pro Arbeitstag (220 pro Jahr)...

Warum verdienen Projektleiter bei euch so wenig, während ihr euren Außendienstlern pro Jahr ne 1/4-Million bezahlt? ;)

Gehälter bilden selbstverständlich das Können nicht uneingeschränkt ab. Sie tun es allerdings in gewissen Grenzen. Erzähl mir was du willst, aber von Jemandem, der 3/4 deines Verdienstes hat, lässt du dir keine Anweisungen geben, sondern bestenfalls Empfehlungen... entscheiden tust du...

Insofern... ich höre mir natürlich die Meinung von Leuten durchaus an... aber entscheiden tue am Ende ich, sofern ich es verantworten muss, dadurch ist meine Bezahlung gerechtfertigt...
Deswegen verdienen Ingenieure mehr als Monteure... weil sie mehr verantworten...
 
Nicht alle der knapp 60 ADs verdienen soviel, die Zulagen die ich meinte sind keine gesetzlichen Zulagen sondern deren Beteiligung an deren Umsatz, das ist wie überall im Vertrieb mal wenig mal sehr viel.

Wer bei mir entscheidet hat rein garnichts mit dem Gehalt zu tun sondern im Zweifel
mit der hierachischen Einstufung, innerhalb des Projektes. Da kann man mutmassen das der Ranghöhere auch ein höheres Gehalt hat, wissen tue ich das im Einzelfall nicht, ist mir aber auch bei inhalten völlig egal.
Ich wüsste aber momentan auch nicht was beim Projektleiter so kompliziert ist, stressresistenz und ein hoher Organisationsgrad machen gute 60% aus, Die meisten Projektleiter haben über sich noch einige Bereichsleiter und parallel zu denen die Abteilungsleiter der jeweiligen Teammitglieder die "sein" Team disziplinarisch führen... Das rechtfertigt eben keine riesen Gehälter. Budgetverantwortung ist meist die einzige messbare Verantwortung des Projektleiters. Neben Terminen und qualität natürlich, aber das Thema haben alle Bereiche.
 
Nicht alle der knapp 60 ADs verdienen soviel, die Zulagen die ich meinte sind keine gesetzlichen Zulagen sondern deren Beteiligung an deren Umsatz, das ist wie überall im Vertrieb mal wenig mal sehr viel.
Ok... dann war deine Aussage viel zu pauschal... vielmehr kann man mal Glück haben und ein Projekt läuft bombig, dann gibt es eine fette Prämie oder eben nicht...
Als Außendienstler mit übergeordnetem Projektleiter ist dein Einfluss auf den Erfolg eines Projektes nämlich in der Regel sehr bescheiden, ist Glückssache wie beim Wetten auf ein Fußballspiel... 50 zu 50...


Ich wüsste aber momentan auch nicht was beim Projektleiter so kompliziert ist, stressresistenz und ein hoher Organisationsgrad machen gute 60% aus,
Das ist klar... der eigene Job, den man Tag ein Tag aus macht, ist immer einfach und man redet sich stets ein, dass man ihn gut macht...

Ich kenne viele Typen von Projektleitern... stressresistent, hoher Organisationsgrad...
wenig stressrestistent, geringer Organisationsgrad... und unzählige Mischformen...

Stress ist gesund... Organisation ist Geschmackssache... mit den chaotischen Typen, die nach 10 Jahren ohne Familie usw. ausgebrannt sind, fahren wir besser, als mit den stressresistenten Organisatoren, die jeden Scheiß aussitzen, bis der Kunde am Ende entnervt woanders neu beauftragt...

Und Schätzelein... ich bin seit 7 Jahren immer an vorderster Linie beim Kunden vor Ort... ich weiß wies läuft ;)
 
... bei mir ist immer noch alles offen.

Mittlerweile bin ich sehr unsicher was meine Gehaltsvorstellung angeht. Ich habe viel Angst mich unter Wert zu verkaufen. bzw. das alles "klein" anfängt - ich aber nach einem Jahr extrem viel Verantwortung habe.

Ich habe echt die Vermutung, dass wenn ich 4.000,- Brutto vorschlage, ich ausgelacht werde und es nachher heißt "wir haben da eher an 2.500,- gedacht"
 
Ich habe echt die Vermutung, dass wenn ich 4.000,- Brutto vorschlage, ich ausgelacht werde und es nachher heißt "wir haben da eher an 2.500,- gedacht"
Eventuell trifft man sich dann in der Mitte. Letztlich ist es aber so:
Du musst mit dem Ergebnis gut leben können.

Evtl. kann es auch ganz sinnvoll sein zunächst für, mal angenommen, 2.800 EUR diesen Job zu machen um Erfahrung zu sammeln und sich woanders zu bewerben. Wenn du ein Angebot von einer anderen Firma auf dem Tisch liegen hast, die dir deutlich mehr zahlen, hast du auch ggü. deinem jetzigen Arbeitgeber eine starke Verhandlungsposition...

Evtl. könnt ihr auch einen Fahrplan vereinbaren (natürlich schriftlich mit Unterschriften!), wie du in den nächsten Jahren stufenweise auf den Wunschgehalt kommst.

Wenn die Reaktion aber tatsächlich in Lachen und "wir hatten da mittelfristig eher an 3.000 EUR gedacht", dann passen die Vorstellungen einfach nicht zusammen und man muss das akzeptieren.

Langfristig hast weder du was davon dich für 3.000 EUR/Monat ausbeuten zu lassen, noch dein Arbeitgeber. Denn wer sich unterbezahlt oder nicht wertgeschätzt fühlt und darüber hinaus noch viel arbeiten muss, ist Musterkandidat für Depressionen, Nervenzusammenbrüche, Erschöpfungszustände... neudeutsch Burnout...
 
Vielen herzlichen Dank rotH für Meinung.

Zu einer anderen Firma möchte ich ungern - zumal es meines Wissens auch nichts ähnliches in der Umgebung gibt. Dann sind wir schon eher beim Großraum Heilbronn/Würzburg.

Naja mal schauen wie es so wird. Einen Termin habe ich leider noch nicht.
 
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