Maschinenbau Studium Ja oder Nein? Entscheidungshilfen gesucht!

Hallo,

mein erster Beitrag in diesem Forum, ich hoffe ich habe nicht versäumt mich irgendwo vorzustellen, falls doch hole ich das gerne nach?!

Ja, ich bin 27, Industriemechaniker und gerade fertig mit dem Maschinen- und ein bisschen Automatisierungstechniker (y) und bin nun am Überlegen noch ein Studium zu absolvieren, hatte mich öfter für ein duales Studium beworben, aber leider sind da jüngere Leute mit Abi und Leistungskurs Mathe mehr gefragt, sodass ich da nur noch wenig Hoffnung habe.

So kommt natürlich langsam die Überlegung doch noch ein Vollzeit Studium an den Techniker zu hängen, meine Leistungen sind in Mathe (FHR) 1 und sonst im Schnitt 1,5 im Abschlusszeugnis, zusätzlich bin ich noch Ausbilder und QMB.

Ich gehöre aber nicht zu denen die sagen: "Die Leistungen hab ich mit Links gebracht!" Ich habe dafür schon einiges getan, jedoch besonders die Fächer Mathe, Konstruktion (CAD) und Maschinenelemente haben mir aber richtig Spaß gemacht und das obwohl ich früher an der Realschule Mathe überhaupt nicht mochte. Also wieso da nicht noch weiter gehen? Jobmäßig würde ich am Liebsten in die Entwicklung, Konstruktion und / oder ins Projektmanagement. Ich muss dazu aber sagen das diese Stellen meist für Ingenieure ausgeschrieben sind und auch relativ rar gesät sind, jedenfalls bei uns in der Gegend. (Mittelhessen)

Klar wenn ich Studieren würde wäre ich 30 und gerade mit dem Bachelor fertig, in der Zeit könnte ich auch schon ein schönes Sümmchen bei einer passenden Stelle verdienen, muss aber sagen, mir geht es nicht um Geld sondern primär den Beruf auszuüben der mir Spaß macht, jedoch will ich nicht jetzt in ein Studium gehen und festellen, hoppla das passt nicht, ist total praxisfremd, etc. um dann meinen bis dato lückenlosen Lebenslauf zu verhunzen und viel Geld in den Sand gesetzt zu haben, evtl. sogar einen Studienkredit in Anspruch genommen. Nicht zuletzt gibt es auch immer wieder Leute die sagen: "Bachelor bringt dir nichts, dann musst du auch noch den Master machen!" Das ist vielleicht etwas salopp formuliert aber gleichgestellt ist es jetzt ja nunmal.....

Gibt es hier vielleicht Maschinebautechniker die diesen Weg eingeschlagen haben und über ihre Erfahrungen berichten? Natürlich soll sich auch Jeder andere ermutigt fühlen etwas produktives beizutragen.

Danke :cool:

Dominik
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dominik,

du bringst auf jeden Fall schon einmal die richtige Einstellung mit. Finanziell wird sich das nicht unbedingt lohnen, scheint für dich aber auch nicht im Vordergrund zu stehen. Ich habe auch für die Noten bei meiner FHR Reife arbeiten müssen, jeder der was anderes erzählt lügt. Von dem was ich lese glaube ich, dass du auf jeden Fall das Zeug dazu hast, du scheinst motiviert und schlau zu sein, das passt doch schon mal super.
Ich kenne Studenten die sind mit 30 gerade am Anfang ihres Studiums, das sollte nicht das Problem sein, man sollte auch die restlichen Berufsjahre bedenken.
Ich weiß nicht wie es finanziell bei dir ausschaut, aber du kannst, vorausgesetzt du hast nicht zu viel Kapital und verdienst nicht zu viel im Jahr, elternunabhängiges BAföG beantragen. Des Weiteren gibt es, gerade für dich, die Möglichkeit, dass du ein Stipendium abstaubst. Es gibt für Leute mit Berufserfahrung extra Stipendien, da solltest du recht gute Chancen haben. Für mich war das leider nichts, da ich zu kurz nach der Ausbildung gearbeitet habe, also solltest du dich eventuell vorher genauer damit beschäftigen.

Was die Anerkennung von Bachelor und Techniker an geht. Diese wird hier im Forum stündlich heiß diskutiert ... Wie du ja schon in der Praxis festgestellt hast existiert diese Gleichstellung lediglich auf dem Papier, in der Praxis wird dennoch unterschieden, ansonsten würdest du ja nicht über diese Weiterbildung nachdenken, oder?

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen, falls weitere Fragen existieren kannst du jederzeit fragen.
 
Danke, hat mir schon sehr geholfen, Bafög würde ich wahrscheinlich weiterhin bekommen (elternunabhängig) und tatsächlich stehen die Chancen auf so ein Stipendium gar nicht so schlecht, hab mich jetzt mal dafür beworben, würde ich denn dazu trotzdem noch Bafög bekommen? Das wäre natürlich Weltklasse!

Natürlich habe ich just im Moment aber auch ein Angebot für eine Stelle als Konstrukteur erhalten, zu sehr guten Konditionen, jetzt ist die große Frage was machen? :giggle:
 
Danke, hat mir schon sehr geholfen, Bafög würde ich wahrscheinlich weiterhin bekommen (elternunabhängig) und tatsächlich stehen die Chancen auf so ein Stipendium gar nicht so schlecht, hab mich jetzt mal dafür beworben, würde ich denn dazu trotzdem noch Bafög bekommen? Das wäre natürlich Weltklasse!

Natürlich habe ich just im Moment aber auch ein Angebot für eine Stelle als Konstrukteur erhalten, zu sehr guten Konditionen, jetzt ist die große Frage was machen? :giggle:

Doofe Situation natürlich :D. Ich persönlich halte nicht so viel von Fernstudium, denke, dass durchaus einiges an Wissen dabei verloren geht, außerdem ist das Studentenleben auch schön :D. Wenn du sowieso als Konstrukteur arbeiten wolltest, dann nehm die Stelle auf jeden Fall an. Wenn du allerdings studieren willst um des Wissens willen, dann solltest du es vielleicht doch Vollzeit machen, sonst ärgerst du dich ein Leben lang.
Du würdest zu deinem Stipendium auch BAföG bekommen. Wie das alles genau geregelt ist und dann auch noch mit zusätzlichem Nebenjob musst du mal recherchieren.
Da kann man dir leider nur bedingt helfen ... Ein Studium Teilzeit ist natürlich auch echt anstrengend und kostet viel Selbstdisziplin.
Ich stand damals vor einer ähnlichen Entscheidung wie und habe mich für das Studium in Vollzeit entschieden und habe das ganze bis jetzt auch noch nicht bereut. Allerdings wirst du dein fettes Gehalt vermissen ... :)
 
B

Benutzer74741

Gast
Sich in eine komplett neue Umgebung als Konstrukteur einarbeiten und nebenbei studieren, halte ich für den idealen Weg in den Burnout. Das kann man machen, wenn man seinen Job schon beherrscht und nicht täglich allein im Job 10 Sachen dazulernen muss...

Wenn das Präsenzstudium finanziell möglich ist, dann mach das. Es bietet dir gegenüber einem Fernstudium viele Vorteile...
Und 30 ist für einen Absolventen auch nicht sonderlich alt. Ich war knapp 28 und damit längst nicht der älteste Absolvent des Semesters...
 
B

Benutzer74741

Gast
Achso Thema Bafög und Stiftung. Zumindest die Studienstiftung des deutschen Volkes stockt nur bis zur Baföggrenze auf. Du hast dann den Vorteil das Geld nicht zurückzahlen zu müssen und zusätzlich kriegst du ein wenig Büchergeld. Für dich wäre das also durchaus attraktiv, mehr als mit dem Baföghöchstsatz kannst du allerdings nicht rechnen...
 
Ob das gleich zum Burnout führt lasse ich mal so stehen, das Problem ist jetzt ein sicher Job gegen eine unsicher Zukunft oder eben die Alternative Job und die Zukunft (Studium) , man sollte das auf jeden Fall mal durch denken.
 
B

Benutzer74741

Gast
Du stellst das so hin, als gäbe es beim Fernstudium neben einem anspruchsvollen Job überhaupt keine Risiken...

Es giht dort durchaus das große Risiko, sich zu überfordern und im Job schlechte Leistung zu bringen oder das Studium abbrechen zu müssen. Und wer das Fernstudium hinschmeisst, der probiert es in der Regel nicht mehr an einer staatlichen Präsenzhochschule...

Bei mir sind die ersten 2 Berufsjahre noch sehr präsent. Ich hätte da keine Zeit oder Lust gehabt nach Feierabend noch täglich 3 Stunden zu lernen. Dazu hat mich die Einarbeitung viel zu sehr beansprucht.
Jetzt nach fast 4 Jahren wäre es durchaus möglich, weil mich nicht mehr jede neue Auftrag vor komplett neue Probleme stellt, vieles kennt man nun schon. Das bringt einen unschätzbaren Zeitvorteil, man sitzt nicht mehr abends im Hotel und programmiert weiter, weil man mangels Erfahrung das Programm falsch aufgebaut hat usw...

Ich halte es für nicht gut, sich in den ersten Monaten, je nach Job auch Jahren ein Fernstudium aufzuhalsen...
 
Ich zeige nur Alternativen auf dafuer ist ein Forum da. Desweiteren sind die Belastungsgrenzen unterschiedlich nur weil es fuer such nichts waere heist es nicht ed passt fuer alle nicht, fuer mich war es gangbar. Der Kollege muss selbst entscheiden welchen Weg er geht.
 
Schöne Diskussion :D

Grundsätzlich bin ich nicht dafür irgendwas in Teilzeit oder Nebenbei zu machen, eins bleibt dabei auf der Strecke, den Techniker hab ich auch in 2 Jahren Vollzeit durchgerattert, war gut schaffbar, Noten sind gut und ich hatte noch ein Leben.

Respekt vor Jedem der das mit einem Fernstudium durchhaut, bei mir würde da wahrscheinlich was auf der Strecke bleiben und so stellt sich für mich eigentlich nur die Frage ob ich nun 3,5 Jahre dem guten Gehalt und einer interessanten Tätigkeit hinterhertrauere oder vielleicht ab und zu denke hätte wäre wenn und dann in ein paar Jahren mit evtl. Familie mache ich auch kein Studium mehr. :rolleyes: Eieiei, gar nicht so leicht, aber super was mir der Techniker alles ermöglicht hat, beste Entscheidung die ich im Berufsleben getroffen habe! (y)
 
B

Benutzer74741

Gast
Du rätst jedem zum Fernstudium, weil du das für den besten Weg hälst.
Ich rate zum Präsenzstudium, weil ich es fur den besten Weg halte und gerade die ersten Jahre in verantwortungsvollen Jobs sehr hart sein können...

Ich sehe da keine Notwendigkeit für deine Zurechtweisung, da ich dasselbe tue wie du. Ich zeige die meines Erachtens beste Alternative auf ;)

Die große Gefahr liegt darin, dass das Studium schnell zur verhassten Belastung wird, wenn der Job anfangs zuviel von einem fordert und man hinschmeisst, obwohl man das Studium in Präsenzform locker geschafft hätte...
Das wäre schade, zumal in dem Alter und ohne Familie/Kinder absolut keine Notwendigkeit besteht für ein Fernstudium. Nicht wegeb den paar Kröten vermeintlichem Verdienstvorsprung...
 
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