Maschinenbau oder Elektronik Studium

Guten Abend,
ich bin gelernter Kfz Mechatroniker und habe vor kurzem meine Meister in Kraftfahrzeugtechnik absolviert. Nun würde ich gerne einen Schritt weiter gehen und ein Studium beginnen. Nur kann ich mich nicht richtig entscheiden, ob ein Elektrotechnik-Studium oder ein Maschinenbau-Studium geeigneter für mich ist. Ich liebe es zu verstehen wie die Mechanik und die Elektronik zusammen etwas Wundervolles erschaffen. Die Frage, die ich mir stelle ist, wie sieht es später bei einem Personaler aus wenn ich Maschinenbau oder Elektrotechnik studiere. Wertet eines der beiden Richtungen meine berufliche Ausbildung herab und wird deshalb nicht gerne gesehen? Für mich ist klar, das ich weiter im Automobilem Umfeld arbeiten möchte, nur nicht mehr jeden Tag in der Werkstatt. Wenn ich mich weit aus dem Fenster lege, bin ich der Meinung das der Verbrennungsmotor in naher Zukunft Geschichte sein wird, in der Automobil Industrie. Das wiederum bestärkt mich in der Annahme, das ein Elektrotechnik-Studium die bessere Wahl wäre, da mit dem Verbrennungsmotor diverse Teile wegfallen. Dazu kommt noch das es immer mehr Sensoren Aktoren Steuergeräte Bussysteme usw im KFZ geben wird. Es macht mir auch sehr großen Spaß die elektronischen Fehler zu finden, zu verstehen und zu beheben. Enormes Mathe Aufkommen werden beide Studiengänge haben. Wird das Maschinenbau Studium in Zukunft noch gefragt sein? Auch wenn ihr nicht in die Zukunft schauen könnt, habt ihr vielleicht doch schon eine Vorahnung. Bei dem Maschinenbau Studium an der FH meiner Wahl werde zwar auch Informatik und Elektrotechnik in diesem Studium gelehrt nur weiß ich nicht, ob es für die Zukunft ausreichend ist. Welche Erfahrung habt ihr mit Mathe bei Maschinenbau oder Elektrotechnik gemacht? Ist es sehr schwer? Wird ein Maschinenbau oder Elektrotechnik Studium mehr Sinn machen für einen Kraftfahrzeugtechnikermeister?

MfG
 
Steuerungstechnik, Sensorik, Aktorik, Bussysteme kommt sowohl im Maschinenbau als auch im Elektrotechnik Studium vor.
Elektromotoren haben auch einen guten Anteil an Mechanik.
Wie wäre es mit Mechatronik
Mehr oder weniger Sinn aufgrund den Meisters macht nichts von beidem, auch wird keines von beidem deine Ausbildung herrabsetzen.
 
B

Benutzer74741

Gast
Steuerungstechnik, Sensorik, Aktorik, Bussysteme kommt sowohl im Maschinenbau als auch im Elektrotechnik Studium vor.

Richtig, allerdings in der Regel nur rudimentär. Weder hat der Maschinenbauer anschließend wirklich Ahnung von Feldbussen, noch hat der Elektrotechniker was von Maschinenelementen oder Thermodynamik gehört...

Elektromotoren haben auch einen guten Anteil an Mechanik.
Wie wäre es mit Mechatronik
Mehr oder weniger Sinn aufgrund den Meisters macht nichts von beidem, auch wird keines von beidem deine Ausbildung herrabsetzen.

Klar haben Elektromotoren was mechanisches, aber das interessiert in der Regel den Elektrotechniker überhaupt nicht. Ich wähle Motoren nach der Kennlinie aus, die gibt mir der Hersteller, genauso wie die Achshöhe. Mehr muss ich im Grunde nicht wissen.
Das Problem bei der Mechatronik ist, dass du zwar einige Grundlagen aus beiden Bereichen mit bekommst, aber eben nichts so richtig vertieft wird. Später im Job spezialisierst du dich dann ohnehin wieder Richtung Mechanik oder Elektrotechnik, ich kenne keinen, der wirklich von der mechanischen Konstruktion des Unterbaus, über den E-Motor bis hin zum Umrichter und der Regelung alles alleine macht. Wer elektrische Wicklungen rechnet, kümmert sich nicht auch noch die Dimensionierung der Lager und umgekehrt ;)

Ich bin gelernter Mechatroniker und hab mich danach für Elektrotechnik entschieden. Bereut habe ich das nicht, im Gegenteil... ohnehin liegt den wenigsten Maschinenbau und Elektrotechnik gleichermaßen. Das hab ich erst gemerkt, als ich mich mit 1 Semester mit Mechanik befassen musste, fürchterlich war das...
 
Die Entscheidung fällt mir wirklich schwer. Wäre es denn möglich in den ersten zwei Semestern auf das jeweils andere Studium zu wechseln, mit Anerkennung der erbrachten Leistung, falls man sich doch falsch entschieden hat? Oder ist das von FH zu FH unterschiedlich? Bei meiner wunsch FH wird nämlich kein Studium für Elektrotechnik angeboten.

@rotH
Landen denn viele von den Elektrotechnik-Ingenieuren bei einem Dienstleister? Bei den Maschinenbauern ist es wohl mittlerweile normal, wenn man sich dazu Beiträge durchliest.
 
@rotH zum Mechatronik Studium, da hast du vollkommen falsche Vorstellungen. Es ist kein Mix aus Maschinenbau und Elektrotechnik jedenfalls nicht so wie du es beschreibst. Jedenfalls nicht Überall, es gibt solche mix Studiengänge die auch Mechatronik heißen aber es ist nicht die Regel.
Ich würde eher sagen es ist ein Elektrotechnik Studium mit Vertiefung in Steuerungstechnik, Antriebstechnik(E-Motoren), Leistungselektronik, Regelungstechnik, Sensorik oder ... Im Prinzip kannst du so ziemlich in jede Richtung gehen.

Das es bei den Maschinenbauern normal ist stimmt so nicht, unabhängig von Maschinenbau oder E-Technik die Dienstleister zählen mitlerweile zu den größten Arbeitgebern.
Aber die Arbeit dort muss ja nicht unbedingt schlechter sein

Anerkennen ist immer so eine Sache, im Grundstudium 1-4 Semester wirst du wenn du Maschinenbau Studierst und zu e-Technik wechselst eventuell Mathe anerkannt bekommen oder auch technische Mechanik.
Wenn du aber an eine andere Hochschule wechselst ist es nicht immer so einfach etwas anerkannt zu bekommen.
 
B

Benutzer74741

Gast
Warum soll man Mechatronik studieren, wenn es, wie du sagst, im Grunde ein Elektrotechnikstudium ist? Wenn ich BMW fahren will, will ich BMW fahren und nicht etwas, dass im Grunde so wie ein BMW ist ;)

Ich hab Energietechnik studiert und mir fällt nix ein, was man da hätte weglassen können. Man muss aber einiges weglassen, wenn man auch Bestandteile des Maschinenbau mit reinnehmen will, denn das macht die MECHAtronik ja aus. Letztlich wird also immer irgendwo gespart. Ich halte das nicht für sinnvoll, denn sie schon gesagt... am Ende spezialisiert sich der Mechatroniker auch wieder in Richtung Maschbau oder Elektro. Geht gar nicht anders...

Ich halte davon nix...
 
Energietechnik gibt es bei uns auch.
Hier ist Energietechnik eine viel größere Mischung aus Maschinenbau und E-Technik als es Mechatronik ist.

"weglassen, wenn man auch Bestandteile des Maschinenbau mit reinnehmen will, denn das macht die MECHAtronik ja aus"
Nein denn darum geht es nicht, eigentlicher Zweck ist es Spezialisten auf den Zwischengebieten zu haben sowie Personen die bei großen Projekten beide beide Bereiche überblicken können.
Es geht um die Vernetzung von MECHAanik elekTROnik und InformationstechnIK (Automatisierungstechnik) nicht darum sowohl die mechanische Konstruktion als auch die Elektrik einer Maschine auslegen zu können. Davon halte ich auch nichts, gibt auch wohl seit 50 Jahren keine Firma mehr wo das eine Person macht.


Dennoch steht es dir als Mechatroniker frei dich auf ein anderes Gebiet zu spezialliesieren
Je nach Größe der Hochschule (in den tech. Fachbereichen) kann man das Studium relativ frei Interpretieren. Es gibt auch Elektrotechnik Studenten die sich auf Computersimulationen spezialisieren und mit der reinen E-Technik wenig zu tun haben.
Deren Studium unterscheidet sich dann wenig von denen der Informatik die sich auf anwendungsbezogene Themen spezialiesiert haben.
Sowie Mechatroniker die sich auf integrierte Schaltungespezialisieren oder die Berechnung von EMF im Elektromotor ink. EMV.
Viele Sachen kann man auch Heutzutage keinem Fachgebit mehr zuordnen.

Menn nennt diese Studengänge hat nicht Elematiker, Infotroniker etc.


Ich halte sehr viel von Interdisziplinären Studiengängen, da du sowiso über den Tellerrand hinausschauen musst.
Im Prinzip ist egal was die Studierst, du wirst kein Wissen vermittelt bekommen was du unter keinen Umständen brauchst, lernst aber in jedem Fall Methoden dir selber Wissen anzueignen
 
B

Benutzer74741

Gast
Das was du als Beispiele anführst, Berechnung von Elektromotoren bzw. EMV, Wicklung usw, integrierte Schaltungen, Computersimulation (von elektromagn. Feldern)... das ist alles klassische Elektrotechnik und hat mit Mechatronik nix zu tun...

Für sowas braucht man diesen Mechatronikquark nicht, da kann man ganz klassisch Elektrotechnik oder angewandte Informatik studieren, von mir aus auch Mathe oder Physik...
 
Wirklich leicht macht ihr es mir nicht. Wird im Studium der Elektrotechnik viel programmiert oder beschäftigt man sich mehr mit den Berechnungen der Schaltung?
 
B

Benutzer74741

Gast
Kommt drauf die Richtung an, in die man nach dem Grundstudium geht. Klar in der Regel wirst du dich mit 2 Programmiersprachen (bei mir wars C und JAVA) und den Grundlagen der elektrischen Bauelemente, sowie Grundschaltungen beschäftigen.
Wählst du dann Informationstechnik oder Prozessautomation, wirst du noch deutlich mehr Informatik machen, gehst du in die Nachrichtentechnik, wirst du noch wesentlich mehr zur Schaltungstechnik abkriegen und gehst du in die Energietechnik, erwarten dich elektrische Antriebe und Netze, Hochspannungstechnik sowie Leistungselektronik...

Keines dieser 3 Felder wird morgen einfach verschwinden, im Gegenteil, alles hat seine Daseinsberechtigung...
 
Das was du als Beispiele anführst, Berechnung von Elektromotoren bzw. EMV, Wicklung usw, integrierte Schaltungen, Computersimulation (von elektromagn. Feldern)... das ist alles klassische Elektrotechnik und hat mit Mechatronik nix zu tun...

Ist halt falsch, aber egal.
Sehr viele Mechatronik Studenten schreiben die Masterarbeit über die Berechnung von Elektromotoren oder promovieren in diesem Bereich. Ob es zur klassischen Elektrotechnik zählt oder ist ist vollkommen irrelevant, die Elektrotechnische Grundausbildung von E-Technikern und Mechatronikern ist an vielen Unis komplett identisch. Es gibt dann unterschiedliche Vertiefungen.
Aber niemand hindert dich daran, dich als Mechatroniker auf ein Thema der Elektrotechnik zu spezialisieren, du kannst ja auch nach dem Bachelor den Master in Elektrotechnik machen wenn dir danach ist.

Es gibt auch E-techniker die an der Maschbau Fakultät promovieren, oder Ihre Masterarbeit über Kühlkörper schreiben.

Für sowas braucht man diesen Mechatronikquark nicht, da kann man ganz klassisch Elektrotechnik oder angewandte Informatik studieren, von mir aus auch Mathe oder Physik...

ähhm, ja oder altafrikanische Literatur. Macht überhaupt keinen Sinn diese Aussage....


Wirklich leicht macht ihr es mir nicht. Wird im Studium der Elektrotechnik viel programmiert oder beschäftigt man sich mehr mit den Berechnungen der Schaltung?

Kann man so pauschal gar nicht sagen, wenn es eine große technisch geprägte Hochschule ist stehen dir alle Wege offen eine Richtung zu wählen.
An kleineren HS ist es von HS zu HS verschieden wo die Schwerpunkte gesetzt werden ich würde mir mal die Musterstudienpläne anschauen von den Hochschulen und den Studiengängen die in Frage kommen und schauen was dir am ehesten zusagt, so wirklich Beurteilen was einen dann wirklich zusagt kann man eh erst nach ein paar Semestern.
 
B

Benutzer74741

Gast
Bezweifle ich nach wie vor. Wenn die elektrotechnische Grundausbildung der Mechatroniker identisch zu der von Elektrotechnikern ist... dann ist Mechatronik sinnlos...

Wenn Mechatronik aber eine Mischung aus Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik ist, was sie per Definition ist, dann KANN die elektrotechnische Grundausbildung nicht identisch zu denen der Elektrotechniker sein ;)

Wie auch immer, du bist von der Mechatronik überzeugt, ich nicht. Seis drum...
 
Bezweifle ich nach wie vor. Wenn die elektrotechnische Grundausbildung der Mechatroniker identisch zu der von Elektrotechnikern ist... dann ist Mechatronik sinnlos...
Braucht man unbedingt Mechatroniker?
Nein, sicher nicht.Warum deswegen sinnlos ist erschließt sich mir nicht.
Nach der Logik sind Tenomathematik, Biochemie, Nanotechnologie, Technische Physik, Optische Technologien, Physikal. Ingenieurswissenschaften, Computer Sicence, Automatisierungstechnik, Medizintechnik, Robotik, technische Informatik, Energietechnik alle sinnlos weil der Großteil des Studium in einem anderen Studiengang ebenfalls enthalten ist.

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Wenn Mechatronik aber eine Mischung aus Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik ist, was sie per Definition ist, dann KANN die elektrotechnische Grundausbildung nicht identisch zu denen der Elektrotechniker sein ;)
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Ist sie nicht. Meisten ist es entweder ein E-Technik oder Maschbau Studium mit Fachrichtung. Auch ein E-Technik Studium besteht nicht zu mehr als 60-70% als elektrotechn. Grundlagen.

Übrigens auch per Definition nicht
Es geht um das synergetische zusammenwirken in Systemen.

Wie auch immer, du bist von der Mechatronik überzeugt, ich nicht. Seis drum...

Ja, was wir davon halten oder nicht ist irrelevant, dennoch hast du ein falschen (veraltetes) Bild von dem Studiengang
 
B

Benutzer74741

Gast
Ich glaube du willst es nicht verstehen, da liegt der Kern des Problems...

Mechatronik macht nur dann wirklich "Sinn" (in meinen Augen zwar nicht, aber man kann es so hinnehmen), wenn es tatsächlich eine Mischung aus Elektrotechnik und Maschinenbau ist, ich im Grundstudium also beide Grundlagen zu etwa gleichen Teilen kennenlerne...

Wenn Mechatronik heutzutage, je nach Hochschule, zu 90% aus Elektrotechnik oder zu 90% aus Maschinenbau besteht, dann hat sie keine Daseinberechtigung mehr. Denn dann kann ich auch gleich das "richtige" Fach studieren, die 10% aus dem anderen Bereich, naja... darauf kann man dann auch noch verzichten...

Für mich hört sich das so an, als nähme man einfach ein Elektrotechnikstudium, fügt da 2 Vorlesungen technische Mechanik ein und nennt das Ganze dann "Mechatronik". Das halte ich für Quark und bleibe daher dabei:

Entscheidet euch für eine Richtung und studiert entweder Maschinenbau oder Elektrotechnik. Diese ganzen Mischmasch-Studiengänge sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Das braucht auch im 21. Jahrhundert kein Mensch...
 
Ist ja auch egal, du bist sowiso unbelehrbar.

Die Elektrotechnik Studenten müssen ebenfalls einen großen Bereich interdisziplinärer oder keiner Richtung zuortenbarer Dinge lernen.
Warum dich der bloße Name stört weiß ich nicht.

Wäre es besser oder schlechter würde man Mechatronik abschaffen und je nach Richtung den Studiengang umbenennen in

Elektrotechnik Fachrichtung Automatisierungstechnik, Regelungstechnik, elektrische Antriebstechnik, Sensorik etc oder
Maschinenbau Richtung Regelungstechnik, Steuerungstechnik,
Würde aufs gleiche hinauslaufen nur mit anderem Name.

Es kam der Wunsch der Industrie nach interdisziplinär ausgebildeten Ingenieuren neben hoch spezialisierten die man natürlich auch weiterhin braucht. Ob die nun E-Technik oder Mechatronik studiert haben oder was auch immer ist vollkommen irrelevant.
 
B

Benutzer74741

Gast
Es kam der Wunsch der Industrie nach interdisziplinär ausgebildeten Ingenieuren neben hoch spezialisierten die man natürlich auch weiterhin braucht. Ob die nun E-Technik oder Mechatronik studiert haben oder was auch immer ist vollkommen irrelevant.

Ich würde das nicht allzu ernst nehmen, was die Industrie sich wünscht. Letztlich steht dahinter auch das Kalkül, dass man einem Generalisten, der zwar alles ein bißchen kann, aber nichts so richtig, auch weniger Gehalt zahlen muss. Denn wenn es drauf ankommt, muss er doch den Spezialisten holen. Und den Generalisten kann ich wesentlich leichter austauschen...

Im Grunde läuft es dann so, dass der Generalist die (einfachen) Vorarbeiten macht, für die der Spezialist zu teuer ist. Da bin ich ehrlich gesagt lieber Spezialist...
 

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