Magnet richtig auslegen?

Hallo Leute,

ich bräuchte mal den Rat eines Praktikers:
Ich würde ein Teilproblem meiner Bachelor-Arbeit (Maschinenbau) gerne mit einem Neodym-Magneten lösen.
Es geht konkret um die Befestigung eines Halters - der Magnet soll nicht nur festhalten, sondern auch so ausgelegt werden, dass er eine Art Überlastsicherung übernimmt. Die Haltekraft muss nicht besonders groß sein, da der Halter mit Last nur ca. 220g schwer wird. Neodym deshalb, da der Bauraum extrem begrenzt ist.

Da es sich um eine sterile, pharmazeutische Angelegenheit handelt, wo auch schon mal aggressivere Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, muss der Magnet und das Ferrit-Gegenstück eingekapselt werden. Als Kapselwerkstoff kommen Edelstahl (am besten), oder wenn's sein muss auch geeigneter Kunststoff in Frage.

Nun meine Frage:
Wirkt der Neodym noch durch ca. 3mm Edelstahl/Kunststoff?
Wie kann ich die verbleibende Haltekraft sinnvoll berechnen, um den nötigen Luftspalt berechnen zu können, damit der Halter im Überlastfall abfällt?

Hat irgendjemand eine Idee?

Gruß
Julian
 
AW: Magnet richtig auslegen?

Praktikerrat: ausprobieren

Berechnen kann man da wenig, da die Daten für Magnete katalogmässig meist "geschönt" sind.

Da die Dinger auch nicht teuer sind, einige kaufen und testen.

Manche pappen so fest am Blech, dass man sie nicht mehr abkriegt, wenn man nix zwischengelegt hat.

Das "einkapseln" kann den Magneten unwirksam machen. Muss aber nicht - kommt drauf an wie und womit man es macht.
 
AW: Magnet richtig auslegen?

Hallo pleindespoir,

danke für deine Einschätzung - das habe ich schon befürchtet...

Die Magnete sind ziemlich günstig, das stimmt. Ich werde wohl mal ein paar Muster anfordern lassen.
Mal schauen, ob es sich lohnt, die Sache weiter zu verfolgen.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Magnet richtig auslegen?

Hi Schüssel!
Ich weiss ja nicht, ob´s nötig ist,
aber man kann die Haltekraft GEWALTIG verstärken (und so z.B. kleinere Magnet nehmen),
indem man für einen magnetischen Kreis sorgt, der möglichst kleine Luftspalte aufweist:
d.h. nur dort wo´s unerlässlich ist,
zwischen Magnet und Werkstück.

Das kann man schon auch mit nur einem Magnet machen,
aber am Einfachsten löst man das mit 2 Magneten:
Der eine streckt dem Werkstück seinen Nordpol entgegen und der andere seinen Südpol;
die dem Werkstück abgewandten Pole werden durch ein Joch aus ferromagnetischen Stoff (Blechstück) verbunden.
(Du kannst durch verschieben, verdrehen oder abheben die Haltekraft einstellen!)

Die Einbettung in Edelstahl* wird die Magnetkräfte nicht beeinträchtigen,
aber dazu müsstest du das Magnetsystem in ein Nirogehäuse einbauen.
Dessen Wandstärke zählt im magnetischen Kreis zum Luftspalt!

*) Die meisten Edelstähle sind nicht ferromagnetisch.
 
Top