Leistung beim Anlauf der Asynchronmaschine

Hallo zusammen!

Ich habe eine Verständnisfrage zum Anlaufverhalten einer Asynchronmaschine.
Wenn ich diese anfahren lasse, dann nimmt die Maschine fast nur Blindleistung für die Magnetisierung der Statorwicklungen auf. Hierdurch ist der Leistungsfaktor beim Start der Maschine sehr gering. Läuft die Maschine hoch, so steigt die Wirkleistungsaufnahme immer weiter wobei der Magnetisierungsstrom konstant bleibt und damit auch die bezogene Blindleistung. Hierdurch steigt der Leistungsfaktor bis das ganze den Leerlaufpunkt erreicht.
Mich würde interessieren ob ich das ganze richtig verstanden habe und wieso die Wirkleistungsaufnahme ansteigt.
Danke im voraus!
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Eine stehende Asynchronmaschine ist doch bloß eine Drossel
(genau: ein sekundär kurzgeschlossener Trafo mit L und ein bissl R),
weshalb die einen sehr hohen Blindstrom aufnimmt.

Eine laufende Asynchronmaschine hat ihren Rotor so aufmagnetisiert,
dass im Luftspalt mit Synchrondrehzahl ein Magnetfeld umläuft;
die Stromaufnahme verhält sich also ähnlich einer Synchronmaschine,
nur muss man auch die Rotormagnetisierung bezahlen.

Bei genau Synchrondrehzahl gibt´s keinen Strom im Rotor,
weshalb das einer Synchronmaschine im Leerlauf gleichkommt:
Die nimmt keinen Strom auf und gibt keinen ab.

Unter Synchrondrehzahl wird eine Spannung in den Rotor induziert,
die proportional zur Schlupffrequenz ist
und durch die (kurzgeschlossenen) Wicklungen des Rotors
fließt ein entsprechend großer Strom.
Mit zunehmender Belastung des Motors sinkt die Drehzahl,
wodurch die Schlupffrequenz, die induzierte Spannung und der Rotorstrom steigt;
das Magnetfeld des Rotors hinkt um den Lastwinkel hinter dem Statorfeld nach.
Den Rotorstrom muss man über den Statorstrom zuführen.
(Bei Leerlaufdrehzahl muss der Motor bloß die eigene Reibung überwinden,
weshalb die Drehzahl knapp unter Synchrondrehzahl liegt
und der Rotorstrom sehr klein ist.)
Schau dir das mal am Osannakreis an!
 
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