Kompensation Grundsatzfrage

Hallo an alle,

Ich hätte mal eine Grundsatzfrage da ich in Aufgabe in einer Anlage einen Motor kompensieren soll.

Je nach dem welche Formeln ich aus meinem tollen Mathe Hilfsbuch nehme bzw.je nach dem was ich zuerst berechne ist die Scheinleistung nach der Kompensation mal kleiner und mal gleich.

Ich bin der Meinung das die Scheinleistung nach der kompensation gleich sein muss, ich verändere ja nur das Verhältnis Wirkleistung/Blindleistung (also Blindleistung wird bei Kompensation kleiner und Wirkleistung größer), und wenn ich mir den Einheitskreis anschaue passt das auch weil egal wie ich P/Q änder S ist immer gleich.

Mein Mathebuch ist aber teilweise anderer Meinung.
Was ist nun richtig? Scheinleistung nach Kompensation kleiner oder gleich groß?

Grüße Madlin
4quadr_darstellung.png
 
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AW: Kompensation Grundsatzfrage

Deine Annahme ist richtig. Durch die Kompensation wird die Scheinleistung nicht verändert.
Mit S = U x I ist die Scheinleistung nicht vom Phasenverschiebungswinkel abhängig.
Mit P = U x I x cos[tex]\varphi [/tex] wird die Wirkleistung vergrößert wenn [tex]\varphi [/tex] kompensiert, also kleiner, und damit der cos[tex]\varphi [/tex] vergrößert wird.
 
AW: Kompensation Grundsatzfrage

Hallo,

das ist nicht korrekt.
Du kannst auch mit geziehlter Kompensation bei gleichbleibender Wirkleistung die Blindleistung reduzieren.

Dementsprechend verringert sich natürlich auch dein Phasenwinkel und die Scheinleistung.


Grüße
 
AW: Kompensation Grundsatzfrage

Hi an euch,

Ja die Antworten sind jetzt genau die zwei Unterschiedlichen Meinungen die meine verschiedenen Bücher und quellen auch wieder geben.
Ich bin auch der Meinung die Scheinleistung bleibt gleich (wenn ich nach dem Zeigerdiagramm im Kreis gehe).

Aber die andere Theorie das die Wirkleistung gleich bleibt hört sich auch irgendwie logisch an.

Die Videos muss ich mir gleich nochmal anschauen, ein Teil hatte ich glaub schon mal gesehen aber da es nicht so ganz zu meiner Aufgabenstellung passt habe ichs nur überflogen.

Ich glaube ja es kommt darauf an was man für Angaben hat.
Bei mir sind es mehrere Motoren, ich erklär meine Idee mal an einem Motor der mit folgenden Daten angegeben ist.
Von dem Motor sind folgende Nenndaten bekannt:
I = 3A
cos phi= 0,75
U=230V

Da es sich um die Nenndaten handelt gehe ich davon aus der Motor eine
Scheinleistung von 690 VA hat
Wirkleistung von 517,5 W hat
Blindleistung von 456,69 var hat.

und hier liegt glaub schon der knackpunkt. Ist die Stromangabe in den Nenndaten bereits auf einen cos phi von 0,75 bezogen oder nicht?
Ich meine nicht und daher rechne ich erstmal aus U*I die Scheinleistung und aus U*I*cos phi die Wirkleistung.

Wenn ich nun auf z.B. auf 0,85 kompensiere wird ja S immer noch aus U*I berechnet also bleibt bei 690VA
und es ändert sich die Wirkleistung auf 586,5W und die Blindleistung auf 363,48 var.

Dies würde auch zu meiner Theorie mit dem einheitskreis passen.

Aber ob das auch wirklich so ist weiß ich nicht.

Grüße Madlin
 
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derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Kompensation Grundsatzfrage

Hi Madlin,
da gibt´s vielleicht zwei unterschiedliche Meinungen,
aber es kann nur EINE davon richtig sein
und das ist die, die rucki und TTutorials vertreten:
Bei gegebener Wirkleistung (die wird ja durch die Kompensation nicht verändert!)
ergibt sich die Scheinleistung durch rechtwinkelige Addition mit der Blindleistung
und wenn du die ganz kompensierst, erreicht die Schainleistung ihr Minimum:
Sie ist dann genau so groß (oder klein) wie die Wirkleistung.

Insofern passt dein Einheitskreis also nicht:
Da wäre die Wirkleistung vom Winkel abhängig.
(Kompliment übrigends für die schöne Zeichnung:
Zuerst hab ich´s FAST für einer Verletzung des Urheberrechts gehalten,
was Strafpunkte und ZEitsperre nach sich ziehen würde!)

Die Stromangabe in den Nenndaten ist auf den angegebenen cos phi bezogen;
nach dieser wird ja z.B. der Motorschutz oder die Zuleitung dimensioniert!
Würdest du den Motor GANZ kompensieren, würde der Strom auf 2,25 A sinken.
(... was jedoch eine eher theoretische Geschichte ist,
da so ein Wechselstrommotor lastabhängig mit dem Phasenwinkel runrodelt.)
 
AW: Kompensation Grundsatzfrage

Hi,

So jetzt habe die letzten Tage ganz verschlafen rein zu schauen.
Das ist jetzt endlich mal eine Erklärung die auch ich verstehe.

Dann werde ich bei mir jetzt alles nochmal durchrechnen müssen

Gruß Madlin
 

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