Klassische Nullung im Haus?

Liebe Experten,

ich habe mich extra hier im Forum angemeldet, um eine Einschätzung zu erhalten. Ich hoffe, es handelt sich um das richtige Forum. Ansonsten bitte ich herzlich um Nachsicht.

Wir haben ein Haus gekauft, Baujahr 1957 und wohnen dort seit einem knappen Jahr. Vor Einzug hat ein Elektrikermeister die verschiedenen Sicherungskästen neu gemacht, es handelt sich wohl um Unterverteilungen. Wände wurden damals definitiv nicht aufgemacht.

Nun wollten wir uns um Lampen kümmern und haben festgestellt, dass teilweise aber nicht immer nur zwei Adern aus der Decke kommen. Google hat mir verraten dass dies ein deutlicher Hinweis auf eine klassische Nullung sein kann, was mich angesichts der Risiken und unserer zwei kleinen Kinder sehr ängstigt.

Umgekehrt sind sämtliche der neu gemachten Sicherungskästen (und damit alle im Haus) mit FIs ausgestattet, die auch auf die test taste reagieren. Die Fi fliegen auch ansonsten im Alltag niemals raus.

Ich würde mich ja sofort an den Betrieb wenden, die haben aber gerade Urlaub. Daher hoffe ich hier auf eine erste Einschätzung. Ganz herzlichen Dank!
 
Die Vorschrift ist bei Erweiterungen der elektrischen Einrichtungen, dass die Steckdosen (bis 32 A) am FI hängen, fest angeschlossene Geräte, wie Lampen oder z.B. Elektroherd müssen nicht zwingend am FI angeschlossen sein (Bestandsschutz).
Anmerkung: Der bloße Austausch eines Betriebsmittels, beispielsweise einer Steckdose, erfordert keine Anpassung an neue Normen. Wird jedoch die Steckdose an eine andere Stelle versetzt oder ein Steckdosenstromkreis um eine weitere Steckdose erweitert, dann ist zumindest dieser Stromkreis an den aktuellen Stand der Technik (Normenlage) anzupassen.
Steckdosen für Kühl- und Gefrierschränke führt man nicht so gerne über den FI, dann müssen die Stecksosen dauerhaft mit der Aufschrift z.B. "Nur für Kühlschrank" versehen werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde - wie in der Schweiz vorgeschrieben - bei einem Umbau alle Steckdosen über RCD laufen lassen (außer Kühl-/Gefrierschrank wegen möglicher Auslösung durch Gewitter). Jedenfalls Außenstromkreise über einen separaten RCD (wichtig).
An fest angeschlossenen Leuchten halte ich es nicht für nötig (und wegen Unfallgefahr im Dunkeln auch nicht für sinnvoll).
An Heizung und Elektroherd ist m.E. ein 30 mA-RCD nicht vernünftig, da dort erfahrungsgemäß leicht Fehlerströme nahe 30 mA auftreten können, andererseits wegen des Festanschlusses die Nullung ausreichend schützt.
 
Kommt drauf an, wo die ge/gn-Adern am anderen Ende aufgeklemmt sind.
was mich angesichts der Risiken und unserer zwei kleinen Kinder sehr ängstigt
Die Risiken sind Dir nicht bekannt - Du fürchtest Sie lediglich. 2017 ist tatsächlich ein zwölftel Dutzend Menschen tödlich wegen eines Elektrounfalles verunglückt.
Hingegen sind 3180 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.
Also lass' die Kinder bei der Einkaufsfahrt besser daheim an der Steckdose spielen - da sind die Überlebenschancen deutlich besser !!!

Wenn Du Dich angesichts Deiner beiden Kinder ängstigst, solltest Du aber doch mal dringend zum Psychater ;)
 
Ich habe nun an zwei Steckdosen im Haus nachgesehen. Dort finden sich gelb grüne Adern. Das ist doch gut oder?
Aus Deinem Bericht schließe ich, dass Dein Elektriker rect lobenswert ist, nur im Erklären hat er sich noch Verbesserungsmöglichkeiten offen gehalten.
Falls Du selbst jede Steckdose prüfen willst:
Eine einfache Prüfung ist die mit dem 'Duspol' (z.B. Zweipoliger Spannungsprüfer mit FI-Schalterprüfung, Conrad.de Bestell-Nr.: 103700 - AN Hst.-Teile-Nr.: 050261 | EAN: 4014651502611 knappe 50 EUR). Nachbauten gibts deutlich günstiger, aber achte auf die Eigenschaft 'Bewusste Auslösung eines 30 mA FI-Schutzschalters'.
 
Ich dachte es ging um frage der sog „klassischen“ nullung ein PEN Leiter und ein Aussenleiter. Du schriebst an der Leuchte da wÄren mehr als zwei Adern das ist gut den für die von dir erwähnte nullung waren nur zwei nötig, der dritte wird nen pe sein. Da bei dir ja fehlerstromschutzschalter, Fi‘s verbaut sind und diese auch auslösen kann man davon ausgehen das deine Anlage sicher ist. Aber Sicherheit durch Prüfungen ausgeführt von einer elektrofachkraft sind die einzige Möglichkeit Sicherheit garantieren zu können.
 
Wenn der im Haus ankommende PEN-Leiter (TN-C Netz) gesplittet wird und in N und PE (blau, grün/gelb) aufgeteilt wird, dann lässt sich aus der "klassischen Nullung" ein heute übliches TN-S Netz im Haus aufbauen, dann finden sich an allen Verbrauchern die Adern L, N und PE. Dann lässt sich das auch über RDC (Fi) schicken und man kann sicher sein, dass dieser bei Fehlerströmen abschaltet.
Dazu gehört auch, dass die Lampendrähte erneuert werden...jetzt ist es in alten Häusern meist so gewesen, dass Steckdosen und Lichtschalter über einen Stromkreis versorgt waren - wurde das konsequent geändert? Sind die Leuchtenstromkreise noch vor der RCD abgegriffen - eventuell...dann haben wir was? Richtig, "Klassische Nullung" an der Leuchte, im Fehlerfall mit Nullleiter-Abriss gibt´s eine Körperdurchströmung, aus die Maus!
Falls nach der RCD angeschlossen...ist es etwas besser, fließt ein Fehlerstrom nach "Erde" (wenn man das unter Spannung stehende Metallgehäuse der Leuchte berührt) löst die RCD aus...aber erst dann! Der aufgetretene Fehler wird nicht grundsätzlich von der RCD abgeschaltet, da kein PE-Leiter an der Leuchte vorhanden ist. Es könnte ein Schwelbrand durch Fehlerströme entstehen, die zu klein sind, um eine Sicherung zu blasen, aber groß genug um für Hitze zu sorgen.

Es kann sein, dass Teile der Anlage, die nicht geändert wurden noch Bestandsschutz haben, wenn Du die Leuchtenstromkreise nicht sanieren willst (Wände und Decken verhunzen), könntest zumindest schutzisolierte Leuchten installieren, wo es zu keiner Gefahr durch Metall-Gehäuse kommen kann.
Frage Deinen Elektriker, oder noch besser: Lasse von einem ANDEREN Elektriker die Anlage prüfen. In so einer alten Hütte geht eine sichere, elektrische Sanierung richtig ins Geld und sollte EIN MAL RICHTIG gemacht werden.

In diesem Zusammenhang ist dieser Link interessant und vor Allem der erste Kommentar aus der Community weiter unten: https://www.elektro.net/praxisprobleme/klassische-nullung-im-anlagenbestand/
 
Kommt drauf an, wo die ge/gn-Adern am anderen Ende aufgeklemmt sind.

Die Risiken sind Dir nicht bekannt - Du fürchtest Sie lediglich. 2017 ist tatsächlich ein zwölftel Dutzend Menschen tödlich wegen eines Elektrounfalles verunglückt.
Hingegen sind 3180 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.
Also lass' die Kinder bei der Einkaufsfahrt besser daheim an der Steckdose spielen - da sind die Überlebenschancen deutlich besser !!!

Wenn Du Dich angesichts Deiner beiden Kinder ängstigst, solltest Du aber doch mal dringend zum Psychater ;)

Der Kommentar ist ja was älter, aber da dieses Problem mit der klassischen Nullung und das oft in Verbindung mit Aluleitungen (DDR Bauten) noch lange nicht aus der Welt sein wird, kann man da echt nur kotzen!
Welcher Vergleich passt denn noch? Tote von Hiroshima vs. Verkehrstoter seit dem Bombenabwurf?
Ich tippe auf Folgendes: Du verstehst das Problem überhaupt nicht!
Wenn der PEN abreißt (eher abbrennt, was in Verbindung mit genannten Aluleitungen durchaus leicht der Fall sein kann), hast Du volle Spannung auf dem Gehäuse von Geräten mit Schutzkontakt! Und dies, sobald ein Gerät in diesem Strang "ein" geschaltet wird, obwohl es nicht (oder nicht richtig) funktionieren wird.
 
Ich habe nun an zwei Steckdosen im Haus nachgesehen. Dort finden sich gelb grüne Adern. Das ist doch gut oder?

Ja und nein! :-)
Ohne Dich genauer zu kennen, sollte keine Fachkraft hier konkret drauf antworten. Das wäre wie die Ferndiagnose eines Arztes ohne genaue Untersuchung.

Im Prinzip hast Du recht. Das scheint ja dann neu zu sein.
Da wir hier aber kaum wissen können, wie das wirklich aussieht:
Dem Strom ist die Farbe der Kabel völlig egal. Das meine ich ernst, denn es gibt Menschen, die einfach Farbe auf Farbe klemmen, ohne zu verstehen, wie sie das funktionell prüfen sollten.
Weiteres Indiz wäre auf jeden Fall, dass da nicht einfach ein grün-gelber Draht zu sehen ist sondern wirklich eine 3-adrige Leitung!
Und wie ein Kollege oben beschrieben hat, besorg Dir ein Duspol/Spannungsprüfgerät.
 
Ich muss den, der kackt, nicht kennen, um seinen Auswurf als Kacke zu identifizieren.
Kannst Du kleiner Fanboy denn noch inhaltlich was zum Problem der klassichen Nullung beisteuern?
Okay, persönlich "anmachen" lassen muss ich mich hier nicht.
Meine Beiträge zum Thema habe ich bereits gepostet.
Du kannst hier gerne weiter den angestaubten Thread weiter aufwirbeln - ich bin raus.

MfG
Jürgen
 

versprochen?

An dem Thema ist übrigens gar nichts "angestaubt".
Nur weil ihr schon vor Jahren das Thema hattet, ist sachlich daran nicht verbessert worden.
D.h. jedem halbwegs verantwortungsvollen Elektriker ist absolut klar, dass die klassische Nullung Gemurkse ist.
Da aber vieles von Juristen - also Laien bzgl. Sachfragen - geregelt wird, bleibt hier die VDE0100 absolut schwammig.
Will Dein Vermieter daran nichts ändern, braucht er nur einen doofen Elektriker finden, der im das so verbastelt (und die Verantwortung übernimmt), dass der Bestandsschutz weiterhin gilt.
Dass das tödliche Konsequenzen haben kann und mit Sicherheit auch hat, interessiert kaum jemanden.
Jemand, der einen anderen Kollegen hier zum Psychiater schicken will, weil er sich Sorgen um die Sicherheit seiner Familie speziell Kinder macht, sollte einfach beruflich etwas komplett anderes machen!
Eine dritte Person, um jetzt _nicht_ persönlich zu werden ;-) , ist dann eben ein Fanboy, der jeden noch so großen Käse eines Menschen bejubelt, weil er irgendwann mal entschieden hat, seinen Humor toll zu finden.
Bei der Sicherheit anderer Leute hört der Spaß aber schlagartig auf!
 
Zuletzt bearbeitet:

Jemand, der das Hirn ausschaltet, wann immer sein Idol bzw. die Person, die er mag, irgendwas sagt - egal, was das auch sei.
Hast Du noch nie in soz. Medien gelesen, dass jemand von einer Person "k/ein Fan" sei?
Bei mir klingen da immer die Alarmglocken. Ich muss kein "Fan" von jemanden sein. Ich kann Aussagen gut oder schlecht finden.
D.h. auch wenn ich jemanden mag, ist das kein Anlass, ihm immer zuzustimmen.
 
Verstehe ich nicht. Für die sozialen Medien habe ich keine Zeit bzw. lese ich ganz nostalgisch meistens Zeitung.

Ein Forenmitglied ist doch kein Musiker oder so.

Das war nur ein Beispiel.
Bei K.Lauterbachs Beiträgen findet man solche Kommentare in letzter Zeit andauernd, um nur ein Beispiel zu nennen, was mir gerade einfällt.

Vll. kennst Du sowas dann in der Offline-Version. Also Leute, die sich ihre Meinung über dusselige Diskussionssendungen auf RTL in der Art bilden, dass sie sich einfach der Meinung des sympathischeren Diskussionsteilnehmers zu 100%(!) anschließen, die Argumente aber weder wirklich verstehen noch diese hinterher mal zu recherchieren. Dies wiederum führt dann zu so dummen Sätzen wie: "Jeder darf seine Meinung haben!" Das ist richtig. Freies Land.... Nur wird hier eine Meinung im Sinne von "Bauchgefühl" mit einer qualifizierten, weil schlüssigen Argumentation gerne gleich gesetzt.
 
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