Karrierefrage- Vertrieb oder Handwerk?

Hallo Zusammen,

ich mache momentan den Techniker im Heizung/Lüftung/Klima Bereich und befinde mich im 2 Semester. Momentan stellen sich mir einige Fragen in Bezug auf die Berufswahl.

Kurz zu mir und zur Vorgeschichte:
- Alter: 25 Jahre
- Ausbildung: Bankkaufmann, Heizungsbauer
- Beruf: Vertriebsmanager für Energielösungen
- aktl. Jahresbrutto 63.500 Euro
- Firmenwagen zur Privatnutzung

Ich habe nach meiner ersten Ausbildung als Bankkaufmann eine zweite Ausbildung im Handwerk absolviert. Auf der Bank hat es mir Spaß gemacht und ich war auch erfolgreich unterwegs, jedoch war mir der Beruf zu trocken. Also entschied ich mich eine zweite Ausbildung im Handwerk zu machen. Aufgrund der Erstausbildung und guter Berufsschulleistungen hatte ich lediglich eine Lehrzeit von 2 Jahren. Nachdem ich ausgelernter Heizungsbauer war, blieb ich 6 Monate als Geselle im regionalen Handwerksbetrieb.

Die Ausbildung schloss ich als Innungsbester ab und ich war motiviert was zu reißen. Als Ziel hatte ich mir immer eine Leitende Position mit gutem Gehalt gesteckt. Die Aussicht ein Unternehmen zu leiten steckte ich mir als "Endziel".
Perspektivisch habe ich mich dann entschieden, mich bei einem großen Energieversorger in der Fernwärmebranche zu bewerben. Hier war ich die letzten 4 Jahre tätig und konnte eine stellvertreter Stelle besetzen. Ich war für die Instandhaltung und für das Zählerwesen zuständig. Leider ist die Arbeit doch sehr einseitig gewesen und ich wollte mehr technischen Input sammeln, damit ich weiter dazu lernen kann. Also habe ich mich für den Techniker angemeldet, um wenigstens neben dem Beruf mir fachliches Wissen anzueignen.

Mitte letzes Jahr bekam ich dann das Angebot, in den Privatkundenvertrieb für Heizung und Photovoltaik zu gehen. Aufgrund der guten Rahmenbedingungen und weil es sich gut anhörte, nahm ich die Stelle an. Hier berate ich Kunden zur Fördergeldabwicklung, dem richtigen Energieerzeuger und rund um das Thema PV. Hörte sich anfangs sehr spannend an, ist aber in der Realität absolut zäh. Jeder weiß, das gute Handwerker Mangelwahre sind. Und dieses Geschäftsmodell arbeitet in Kooperation mit dem Handwerk. Das Heißt, ich heuere Firmen an, die für mich die Arbeit ( Heizungssanierung/PV-Installation) ausführen. Auf die Invest-Summe wird dann eine Marge draufgeschlagen für die vertriebliche/beratende Tätigkeit mit dem Kunden.

Um es kurz zu machen, Vertrieb liegt mir zwar sehr gut, aber das Konzept beißt sich mit meinen persönlichen Einstellungen. Mir ist es fast peinlich als gelernter Handwerker bei Firmen anzuheuern. Ich bin erst seit kurzem dabei und die Einarbeitung war sehr sehr dürftig. Das ganze macht mir nicht die Freude, die ich mir erhofft habe- obwohl Ehrgeiz vorhanden ist. On Top kommt, das ich dachte, dass deutlich mehr technisches Know How erforderlich ist. Jedoch übernimmt der Handwerker die komplette Planung und ich darf nur den Kontatk herstellen und verkaufen. Einen Zugewinn an Fachkenntniss gibt es also nur bedingt.


Nun zur eigentlichen Frage:
Wie würdet ihr das einschätzen: lieber einen Schritt zurück machen und zum Handwerksbetrieb in die Planung gehen, um paralell mit der Fortbildung zum Techniker in eine Position hineinwachsen? Das würde sicherlich Gehalteinbußen mit sich bringen. Erhoffe mir dadurch fundiertere technische Kenntnisse, mit denen ich später breiter aufgestellt bin und ggfs. Unternehmen übernhemen oder in die Selbstständigkeit starten könnte.

Oder lieber Zähne zusammen beißen bis der Techniker vorbei ist, Berufserfahrung mitnehmen und danach schauen wo die Reise hingeht?

Aufrgrund des (für meine Ansprüche) guten Gehalts und der umfänglichen Sozialleistungen wäre es sicherlich eine Verschlechterung. Ich habe gemütliche 39 Stunden, Homeoffice, genug Zeit um zu lernen etc.
Aber gefühlt bekomme ich, wenn das so weiter geht, einen rückwärts Burnout :)

Wenn jmd mit viel Lebenserfahrung Tipps geben kann, bin ich mehr als dankbar 🙃
 
Hallo, das nennt sich Boreout und ich würde das nicht auf die leichte Schulter nehmen.....
Mir liegt da eindeutig der Vertrieb näher. Unterwegs, Podcasts hören, bei den Kunden meine Sachen verkaufen, Kaffee trinken..... und gutes Gehalt ... Als Planer oder Handwerker musst Du ja einen Großteil Deiner Zeit richtig arbeiten.
 
Vielen Dank für dein Feedback!

Ich bin hin und her gerissen, zumal mir wie gesagt der Vertrieb gut liegt. Bin den Rhythmus des handwerklichen Arbeitens gewohnt. Morgens um 6 hab ich immer angefangen zu arbeiten und war bis 15-16 Uhr durchgehend beschäftigt.
Jetzt starte ich frühsten um 9 beim ersten Kunden.
 
BOREOUT....WIEDER WAS DAZU GELERNT.

Ich kann mich nur immie anschließen.

Du musst bedenken mit Anfang 20 mag dir körperliche Arbeit recht einfach zu erledigen. Mit Ende 50 merkst du es in den Knochen. Und die Gesundheit bekommst du nicht wieder.

Hätte ich die Wahl, würde ich in den Vertrieb wechseln.
 

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