Jobwechsel beurteilen

Hallo zusammen. Ich bin seit 3 Jahren SgT Elektrotechnik-Automatisierung. Arbeite bei nem kleinen Mittelständler für 43T € + 10% Jahresprämie in Nordhessen.

Suche nun einen Job als Junior Projektleiter und habe 2 Angebote allerdings an teureren Standorten ( 20min südlich Frankfurt ). Das eine Angebot ist AT ohne Überstunden Bezahlung bei 13 Monatsgehältern. Das andere Angebot sind 48T€ mit Überstunden Bezahlung. Ich schätze den ersten Job als eher arbeitsintensiv ein, aber auch mit Luft nach oben (Aufstieg). Die zweite Stelle wird wohl gelassener aber ein kleines Unternehmen und die Position wird dauerhaft gleich bleiben. Was klingt fur euch sinnvoller. Ich denke ich kann bei beiden ein bisschen nach verhandeln. Eventuell Gehaltsplus nach Probezeit oder sowas?

Danke für Eure Meinungen
 
Haltet Ihr das Gehalt grundsätzlich für gut, oder eher zu viel wegen mangelnder Projektleiter Erfahrung oder zu wenig wegen dem Standort?!
 
Ich persönlich kann mit AT nicht viel anfangen. Was heißt das in Zahlen? 70k? 80k?
Den teureren Standort bezahlt man dir nicht extra.

48k plus Überstunden ist jetzt nicht so der Hit, bedenkt man die Verantwortung, die du als Projektleiter trägst. So gesehen sind auch 70k inkl. Überstunden für einen solchen Job nicht viel.

Hängt natürlich aber auch davon ab, ob du Projekte im 6-stelligen oder 8-stelligen Bereich zu verantworten hast...
 
Die AT Stelle beläuft sich lediglich auf 50k. Projektgröße ist eher klein bis mittel also eher im fünfstelligen Bereich für den Anfang. Sind aber auch sehr kurze Projekte. Die Stelle mit 48k werden auch nur mittlere Projekte allerdings Handwerk nicht Industrie. Ich bedenke immer das ich bisher keine Projektleiter Stelle hatte und "nur" Techniker bin.
 
Dann ist das kein AT, sondern schlicht ein "kein Tarif"... Außertariflich bedeutet doch, dass du oberhalb der höchsten tariflichen Entgeltgruppe entlohnt wirst. Und selbst im TVöD ist das mehr als 50k...

Klar, du hattest bisher keine PL-Stelle und bist nur Techniker...

Ich kann dir aber mal als grobe Hausnummer mitgeben, wo bei uns Ingenieure ohne jede Berufserfahrung einsteigen... als normale Programmierer ohne jegliche Personal-, Budget-, oder sonstige Verantwortung:
52.000 EUR/Jahr, ohne Leistungszulage (ca. 8%), die gibt es erst nach Ende der Probezeit. Niedersachsen, nicht Bayern...

Also... nee, ich halte das für kein gutes Gehalt...
 
Danke für die Einschätzung.

Ich schreibe AT, weil es so schriftlich in dem Arbeitsvertrag steht. Kenne das eigentlich auch so wie du es beschreibst, oder eben mit variablen Anteil / oder Bonus Zahlungen. Was die Einstellungsgehälter angeht, ist das sicherlich sehr individuell. In einem nicht Tarif gebundenen Unternehmen garantiert keine 52k als Einsteiger ohne Plan. Da sagt meine Praxis eher 42k beim Mittelständler. Das mag aber sicherlich mit Standorten und Unternehmensgröße variieren.
 
Gibt es nicht die Möglichkeit in deiner aktuellen Firma intern zu wechseln und sich da noch weiter zu entwickeln? Das Gehalt ist für ne kleine Firma doch ganz gut?!
Zu deinem Post:
Hast du einen Gehaltswunsch in deiner Bewerbung abgegeben? Wenn ja, wie hoch? Darüber signalisierst du ja, dass du in etwa deinen Marktwert kennst. In Hessen würde ich als Techniker für eine Junior PL Stelle ohne eigene Erfahrung EG 7 (3509 € x 13,25 Monate = 46.5 k€ / 7 x 8 (= 40 h) = 53 k) ansetzen. Somit etwa 54 k OHNE Sonderzahlungen angeben, weil das ja freiwillige Zusatzleistungen sind und im Gespräch etwas Verhandlungsspielraum haben. Wenn du Erfahrung mitbringst, die der Firma weiter hilft, eine kürzere Einarbeitungszeit erfordert, etc. (deinen Lebenslauf kennen wir hier nicht), dann würde ich mit EG 8 ins Rennen gehen: 3940 € X 13,25 Monate = 52.2 k€ / 7 x 8 = 59.7 k€ (Era Einstufung beziehen sich auf Hessen). Ich denke für eine JUNIOR Stelle ist nicht mehr drin. Nicht eingerechnet hier ist die Leistungszulage. Die kommt nach der Probezeit noch drauf.
Informiere dich im Internet / Bekanntenkreis / Kununu, ob die Firma X nach Tarif zahlt. Wenn nicht, du aber trotzdem zu dieser einen Firma willst, dann vielleicht ein wenig am Gehaltswunsch abziehen.
Wenn du schon an dem Punkt bist, dass du Bewerbungen verschickt hast und dich aktiv auf Jobsuche begibst (innerlich ein wenig von deiner Firma verabschiedet), dann kann ich dir nur raten dies nicht zu überstürzen. Beide Angebote finde ich finanziell nicht sonderlich attraktiv. Unbezahlte Überstunden? Warum machen Firmen das? Vielleicht kannst du noch deine private Handynummer weiter geben, damit sich die Firma ein Firmenhandy für dich spart...
Ich kenne das vom alten AG auch. Spesen abrechnen? Wofür? Du durftest doch für die Firma unterwegs sein... Abends mal ausstempeln um nicht über die 10h zu kommen- klar, kein Problem. Aber am Freitag die Kernzeit verletzen und 10 Minuten vor dem großen Ansturm den Laden verlassen? Nur mit Antrag.
Trotzdem wurde über Fluktuation und Fachkräftemangel gemeckert ;)
Nicht falsch verstehen. Ist lustig, kann man alles ein paar Jahre mitmachen. Man wird dankbarer, wenn Dinge anders laufen. Geld ist nicht alles. Will die Zeit nicht missen!
Meine Erfahrung ist, dass man besser nach Firmen sucht, die nach Tarif zahlen. Dort sind viele Dinge geregelt (Überstunden, Arbeitszeit, Freizeit, Kreditkarte für Fahrtkosten&Hotelkosten (wenn du mal weg musst und nicht immer vorlegen und dann wochenlang dem Geld hinterherrennen musst), etc.). Außerdem hast du mehrere Jahre Berufserfahrung- sieh zu, dass du dies bei einem Stellenwechsel nutzen kannst und strebe eine Gehaltserhöhung von 20-25 % an. Viel Erfolg!
 
Danke Leo für den ausführlichen Text. Allerdings bin ich bisher bei sogut wie keinem Unternehmen gelandet das Tarif zahlt. Ich habe leider bei meinem jetzigen Arbeitgeber keine Entwicklungsmöglichkeiten und habe auch schon innerlich abgeschlossen seit Monaten. Mein Fehler war wohl auch schon mal Gehaltsregionen von 50k angedeutet zu haben, mündlich am Telefon. Daher wird es jetzt sicher schwer nach oben zu argumentieren. Habe auch noch 2-3 Gespräche in nächster Zeit, bin aber auch schon bei vermeintlich sicheren Stellen abgeblitzt. Kann das angemessene Gehalt schwer einschätzung, gehe aber eher davon aus das Tarif über dem Durchschnitt liegt. Korrigiert mich gerne. Was ich nicht möchte sind unbezahlte Überstunden in Verbindung mit einem 50k Gehalt. Das denke ich haut im Verhältnis zum Arbeitsaufwand bei meinem jetzigen Job nicht hin.
 
Nur mal so aus Interesse, was sind deine Aufgaben in der jetzigen Stelle
und welche Tätigkeiten werden auf den Junior PL Stellen von dir erwartet?

Meist geht auf PL Stellen die fachliche Tätigkeit zurück und die
organisatorische sowie menschliche gewinnt Oberhand.

Das du bereits zwei Angebote mit Vertrag hast, ist doch ganz gut.
Immerhin bist du in den Augen der Unternehmen die geeignetse Person für die Stelle.

Ich bedenke immer das ich bisher keine Projektleiter Stelle hatte und "nur" Techniker bin.
Anscheinend haben die meisten Junior-Projektleiter keine Projektleiter Stelle inne gehabt.
Es ist auch nicht so, dass ein FH od. Uni Absolvent per se der bessere Projektleiter wäre.
PL bei uns (250 MA, 50 Mio € Umsatz) liegen irgendwo bei 52 k. Wir haben auch keinen Tarif.
 
Hallo Hakufu, meine Aufgaben z. Z.:

Elektrokonstruktion
( Schaltpläne, Schaltschränke in 3D )
Abnahme nach der Fertigung
Vorinbetriebnahme und IBN auch international.
Automatisierung von Industrieanlagen
SPS Programmierung mit SCL
Sicherheitstechnik, Antriebstechnik einbinden.

Unterstütze F&E bei Testanlagen.

Habe schon kleinere Projekte von Planung bis IBN gemacht, war aber meistens auch gleichzeitig Teil des ausführenden Personals. Zulieferer Gespräche habe ich bereits geführt und Unterauftragnehmer Arbeiten bei der IBN überwacht.

Mache viel aber nix richtig

Hatte heute wieder ein Gespräch. Als ich 55k € ( Bayern ) in den Raum geworfen habe, haben die mich angeguckt wie Autos... Soviel zum Thema Tarif.

Auf den Junior Projektleiter Stellen werden teilweise kaum Technische Fachkenntnisse verlangt sondern viel mehr erste Projekterfahrung, Führungserfahrung und natürlich auch BWL Kenntnisse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kleines Update meinerseits. Die AT Stelle als Projektleiter habe ich mir in ein Tarif Angebot umwandeln lassen.

Tarif nach FEHR ( Fachverband Elektro- Informationstechnik Hessen )

= 3650€ bei 37h
+ Urlaubsgeld 50%
+ Jahreszulage 50%
+ Firmenwagen nach Probezeit

Während 47k / Jahr bei 37h + Wagen
oder 51k bei 40h.

Klingt schon deutlich besser aber immernoch weit entfernt von dem was sich hier einige vorstellen.
 
So ich habe meine Entscheidung getroffen. Gehe zu einem Mittelständler bei Darmstadt, 52K + 3K Leistungszulagen.
Ich hatte dem Betrieb schon abgesagt, der Chef ist nochmal auf mich zugegangen und hat das Angebot um 4K + die Leistungszulage verbessert.
Leider nur 27 Tage Urlaub, aber ich habe mich direkt wohl gefühlt, und das hatte ich bisher selten.

Sind viele Techniker im Betrieb, bin als Junior Projektleiter angestellt mit 40h. Ich denke da kann ich noch viel lernen und gleichzeitig schon produktiv sein.
 
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