INFOS ZUM: Aufbaustudium zum B.eng. in Wrexham/ Wales

Da es ja im letzten Thread nicht mehr um Infos ging und er geschlossen wurde. Möchte ich es nochmal hier versuchen.
Und zwar wäre es interessant wen jemand der den Kurs dort bereits besucht hat etwas dazu erzählen würde.
Wo findet der Kurs statt? Ansprechpersonen?
Kosten?

... Bitte keine Meinung dazu kundtun es geht nur um Infos zu diesem Studium ... :)
 
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Hallo Alex08,

ich habe dieses verkürzte Studium zwar nicht gemacht, hatte es mir aber auch überlegt. Allerdings solltest du darauf achten, dass als Abschluss nur der Bachelor of engineering (Ordinary Degree) erreicht werden kann.
Besser wäre ein Honours Degree.

In Deutschland gibt es diesen Unterschied nicht.
Soweit ich weiß entspricht der Bachelor in Deutschland immer den Honours Degree.

Ich weiß nicht ob das für dich relevant ist.
Aber ich dachte ich weise dich lieber mal darauf hin.
Keine Ahnung wie das Ordinary Degree bei den Personalchefs in Deutschland ankommt!???
 
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Hallo Alex08,

Ich interessiere mich auch dafür, da ich in 2 Jahren da hin gehen will.

Hier ein paar Informationen:

http://212.28.97.5/F87D9554E1D14AA5B2DDBEE9DC10931C_F98AFE770FB340C1866BD4AE493B68A8.htm


"Informationsveranstaltung zum Studium in Wrexham am Freitag, den 23.10.2009
Am Freitag, den 23. Oktober 2009, findet in der Aula der Technikakademie der Stadt Braunschweig (Raum B023) um 14:00Uhr eine Informationsveranstaltung zum Studium (Bachelor of Engineering) an der Glyndwr University in Wrexham / Wales statt. Für Rückfragen steht Ihnen Herr R. Weihe zur Verfügung. In den Fachrichtungen Maschinentechnik und Elektrotechnik kann innerhalb eines Jahres der Bachelor of Engineering erlangt werden, wobei die Technikerausbildung vollständig auf das Studium angerechnet wird. Voraussetzung zum Studium ist neben einem qualifizierten Techniker-Abschluss die Teilnahme an einem Englischkurs mit Zertifikatsabschluss. Weiterführende Informationen finden Sie im Download-Bereich."


Leider hab ich am Freitag keine Zeit, es mir anzuschauen.
 
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Wenn man auf Download-Bereich klickt und dann die Datei Inhaltsvereinbarungen öffnet, steht da etwas von

Students are ready and capable to
Math1
Math2
Math3
Math4
Math5

Wird dies dort beigebracht oder muss man dies schon können?
 
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frei übersetzt mußt du das können und Englisch auch :rolleyes:
 
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Das dacht ich mir schon. :LOL:


Hier ein bißchen genauer, was man in Mathe alles können muss:

MATH1
Mathematical fundamental ideas and methods
- acquire the knowledge of fundamental mathematical ideas and methods.
- acquire the knowledge of mathematical connections and methods, which promote the learning readiness and adaptability.
MATH2
Equations and functions
- get the knowledge of equations and functions .
- intensify functional problem definitions.
MATH3
Trigonometry and complex calculation
- acquire the knowledge of trigonometry and complex calculations.
- promote the knowledge of trigonometry and complex calculations by ways of thinking and model conceptions.
- use and compute complex calculations with the help of a pocket calculator.
MATH4
Trigonometry and Goniometry
- apply the knowledge of trigonometric functions
MATH5
Introduction to the differential and integral calculus
- use the knowledge of mathematical bases of differential and integral calculus on technical processes.
 
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hallo,

sagt mal hat jetzt schon einer von euch an diesem aufbaustudium zum bachelor of engineering in wrexham teilgenommen oder habt ihr es doch gelassen, und seit auf deutsche fh´s oder uni´s gegangen?

wäre mal interresant zu wissen, ( auch erfahrungen mit der evtl. dortigen ausbildung )
 
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-Push-

Mich würde das auch interessieren.
Hat irgendjemand dort seine Erfahrungen gemacht?
 
S

Subway

Gast
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Stimmt, das wäre mal interessant.
:)
 
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Ich hatte gestern mal bei meiner Technikerschule in München nachgefragt und diese Antwort bekommen:
Tatsächlich bestand auch für Schüler unserer Technikerschule die Möglichkeit in Wrexham den Bachelor zu machen. Die Uni in Wrexham hat Ihr Angebot aber momentan leider zurück gezogen und wir wissen noch nicht, ob und wie es weiter geht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kooperation so nicht bestehen bleiben kann.

Ob es sich nun aber nur darauf bezieht, dass wir aus München dort nicht mehr angenommen werden oder ob es gar nicht mehr geht, das weiß ich leider noch nicht.
Ich bleib da mal dran und wenn ich etwas erfahre, dann poste ich es hier.

Gibt ja doch immer wieder ein paar Interessente.
 
S

Subway

Gast
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Ja das wäre toll. :thumbsup:
 
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Alex08:
Der genannte Kurs findet in Wrexham statt. Das ist eine Kleinstadt, die liegt in Wales, Großbritannien. Die diskutierte Offerte richtet sich an Schüler der deutschen Technikerschulen, welche an dieser Kooperation teilnehmen. Direkt im Anschluss an den Technikerabschluss geht es dann Ende September in Großbritannien los. Binnen zweier Semester erwirbt man dort die Lizenz, zusätzlich zum Staatlich geprüften Techniker noch einen akademischen Titel führen zu dürfen. Und weil freilich alles auf Englisch stattfindet, vertieft man dieses noch ein wenig und dokumentiert, dass man sich auch mal ins Ausland traut. Gegenwärtig werden für deutsche Techniker drei verschiedene Fachrichtungen angeboten: Electric & Electronic, Sound & Broadcast sowie Aeronautical Engineering (für Mechatronik- und Maschinenbautechniker). Neben dem Technikerabschluss weitere Zulassungsvoraussetzungen sind die sog. FH-Reife-Prüfung, sowie eine weitere Prüfung, welche ausreichende Englischkenntnisse nachweist. Wenn Du diese Prüfung normalerweise nicht ablegen wolltest, ist es wichtig, dass Du frühzeitig einen Lehrer darauf ansprichst und diesen mit Deinem Wunsche konfrontierst.
 
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Hallo Techniker und Technikerschüler, Wrexham-Interessente und Studienaspiranten,



GRUND MEINES BEITRAGES

Nachdem sich in einem anderen Thread vor allem persönliche Meinungen und Vermutungen für und wider der „Option Wrexham“ häuften, habe ich mir reiflich überlegt, ob ich noch meinen „eigenen Senf“ dazugeben soll.

Nun, ich mache es trotzdem. Zum Einen, weil es so scheint, als ob hinsichtlich dieses Themas immer noch ein gewisses Interesse besteht. Zum Anderen habe ich einen persönlichen Einblick; Gegenwärtig wähne ich mich selbst in Wrexham, nachdem ich im Sommer dieses Jahres die Technikerschule abgeschlossen habe.



WARUM ALSO NACH WREXHAM?

Auch durchlief ich selbst einen Entscheidungsprozess, welcher weit vor dem Abschluss der Technikerschule seinen Lauf nahm. Anhand mir bekannter, ehemaliger Technikerschüler, und ebenso der propagierten Offerten wegen, wurde recht bald ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass der Abschluss zum staatl. gepr. Techniker mitnichten eine Sackgasse ist. Stattdessen tun sich verschiedenste Möglichkeiten der Weiterbildung auf. Wie beispielsweise ein Nachholen von Teilen der Meisterprüfung, das Erlangen von Zusatzqualifizierungen im kaufmännischen Bereich oder gar eine Hochschulausbildung.

Meine ehrlichen Beweggründe für Wrexham: Mit der englischen Sprache verband mich immer schon eine gewisse Art Freundschaft. Und: Ich liebäugelte mit dem Gedanken, noch eine weitere Fortbildung zu machen, welche etwa binnen sechs Monaten oder einem Jahr erlangbar wäre. Hingegen war ich, auch aufgrund persönlicher Gründe, nicht mehr epicht, längere Etappe in die Fortbildung zu investieren.
Auf meine individuelle Situation abgestimmt, ergab sich so die Weichenstellung in Richtung Wrexham. Wrexham war auch eine einmalige Chance, welche nur im direkten Anschluss an die Technikerschule wahrgenommen werden konnte. Während beispielsweise ein Kurs zum technischen Betriebswirt nicht einen solchen zeitlichen Zwang hat und immer wieder Angebote dazu wahrgenommen werden könnten.

Meine ehrliche Meinung: Wer nach dem Techniker noch etwas Zeit, Lust und Geld hat, kann ein Wrexham-Kandidat sein. Wer allerdings wirklich nach einer profunden Ingenieursausbildung mit hohem Grad an Aktualität trachtet und das nötige Stehvermögen dazu mitbringt: Deutsche Hochschule (über welche ebenso ein Auslandssemester absolviert werden kann).
Bei all den obigen Erwägungen ist es natürlich auch richtig, nach der erlangten Qualifikation des Technikers zurück ins Berufsleben zu gehen.



WAS DAS SCHULISCHE BETRIFFT

Nun gebe ich einfach mal zum Besten, was ich bislang sagen kann. Wohl wissend, dass dies noch nicht erschöpfend sei. Der erste Monat Oktober ist vornehmlich der Revision des bisherigen Wissens gewidmet, auch um den Kenntnisstand unterschiedlicher Studenten möglichst gut abzugleichen, ehedem wirklich Neues vermittelt wird.

Als grobe Marke dessen, was man als wöchentliches Stundenpensum an der Universität hat: Etwa 25 echte, 60minütige Stunden. Unter Berücksichtigung dessen, dass auf eine Stunde Universität etwa die gleiche Zeit an Nachbereitung zu Hause kommt, ist man durchaus ausgelastet. Mein angestrebtes Ziel ist der „Bachelor of Electrical and Electronical Engineering, Ordinary Degree“. Dieser setzt sich zusammen aus den Inhalten Mathematik (los ging es mit der Revision von Integral- und Differenzialrechnung), Elektronik (analoge Elektronik, zu Beginn mit dem Transistor im Gleich- und Wechselstromkreis), Elektrik (Elektromagnetismus, elektrische Maschinen), Mikroprozessor (Aufbau, Programmierung und Anwendung von Mikroprozessoren der PIC-Reihe), und industrielle Steuerung (zunächst viel an Wiederholung, Bezugnahme auf SIEMENS S7-300). Daneben gibt es Englischunterricht. Merkliches Ziel dessen ist es nicht mehr alleinig, sich bloß zu verständigen. Sondern, wir werden auch dem akademischen Englisch nahegebracht, welches wiederum in vielen selbst auszufertigenden, schriftlichen Arbeiten der anderen Fächer zum Tragen kommt. Gut, und alle deutschen Teilnehmer mussten bereits im Zuge der Wrexham-Anmeldung den Nachweis ausreichender Sprachkompetenz erbringen mussten. Fakt ist, dass im technischen Bereich ohnehin viele Fachbegriffe auf lateinischem Ursprung basieren, somit verändern sich Worte wie „Tangente“ oder „Impedanz“ nur unwesentlich. Folglich ist die restliche Verständigung auf Englisch nicht unbedingt mehr als enorme Herausforderung anzusehen.

Auch spielt bei uns – entgegen manch anderer Erwartung – die Anwesenheit in der Uni eine wesentliche Rolle. Konkret kontrolliert wird das, indem wir zu Vorlesungsbeginn unsere Studentenausweise einscannen, was wiederum nur zu Beginn möglich ist. Wir wurden darauf hingewiesen, dass merklich zu spät erscheinende Studenten, als nicht anwesend gelten können und unter Umständen gar keinen Einlass mehr fänden. Wer im selben Fach dreimal unentschuldigt fehlt, bekommt ernste Schwierigkeiten, welche sich auf die Note auswirken.

Viele Fächer setzen sich neben den „Lectures“ genannten Vorlesungen auch aus Übungseinheiten zusammen, welche hier „Tutorials“ heißen. Daneben gibt es noch Laboreinheiten, in denen Versuche dokumentiert werden müssen. In Sachen Notenbildung gibt es neben den Abschlussprüfungen an beiden Semester-Enden auch noch „Assignments“ genannte, häusliche Ausarbeitungen, welche bewertet werden. Dank dessen „hängt“ nicht alles an einer einzelnen Abschlussprüfung.

Zusammenfassend lässt sich resümieren: Sich nicht von einzelnen, inhaltlichen Details verrückt machen lassen, verliert Euch nicht in voreiliger „Erbsenzählerei“: Das ist der Stress nicht wert. Lieber zusehen, dass die in der Technikerschule vermittelten Inhalte einigermaßen sitzen, dann sollte es auch in Wrexham gut klappen.
 
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LEBEN IN WREXHAM AN SICH

Wrexham selber ist relativ beschaulich, ein insgesamt kleines Städtchen. Es kann zwar nicht konkurrieren mit den Angeboten, welche ein Ballungsraum wie London bereithält. Dafür aber muss man die Vorteile sehen und annehmen: Es ist hier relativ sicher, man kann des Abends ohne Bedenken ausgehen. Die Wege sind kurz, und viele Orte sind auch ohne PKW gut erreichbar. Das ganze Umfeld hier begünstigt, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Für diejenigen, welche hin und wieder etwas mehr an Agitation wünschen, sind Städte wie Chester, Liverpool und Manchester in Reichweite. Und sogar per Bahn währe man binnen weniger Stunden in London. Für den Empfang von Besuch und gelegentliche Heimreisen ist der internationale Flughafen von Manchester günstig gelegen. Doch, zum Leben selbst; Gewisse Klischees, wie eine nach wie vor bestehende Ablehnung seitens der britischen Provinzbevölkerung gegenüber Deutschen kann ich nicht bestätigen. Eher das Gegenteil ist der Fall, Deutsche sind eigentlich recht gut angesehen. Über das Großbritannien dieser Tage an sich: Im Rahmen einer zunehmenden Globalisierung und der gegenseitigen Angleichung vieler europäischer Länder ist vieles nicht mehr so „britisch“, „englisch“ oder „walisisch“, wie man vielleicht vermutet. Gleich, ob nun Nivea oder Nutella, ob Marlboro oder Coca-Cola, ob Nescafe oder irgendwelche Suppenwürfel von Maggi oder Knorr; Man muss auf fast nichts verzichten. Es sind zudem viele deutsche Einzelhandelsketten präsentiert, die in ihrem Portfolio viel Liebgewonnenes aus Deutschland haben. Sicher, nicht jedermann kocht unbedingt viel und gerne selbst. Wir tun es, weil das Mensaessen nicht unbedingt mit unseren Vorstellungen korrespondiert, ab einer gewissen Gruppe ist es auch einfach günstiger, selbst den Kochlöffel zu schwingen. Und so typisch britisch kocht die Mensa nun auch nicht, als dass einem dabei in kulinarischer Hinsicht der eigene Horizont erweitert werden würde. Obwohl wir hier, grenznah zu England, schon in Wales sind, hat man mit der walisischen Sprache insoweit kein Problem. Vieles ist zwar zweisprachig angeschrieben, aber in Wrexham dominiert ganz klar Englisch und Walisisch hat eher geringe Relevanz. Das Englisch der Leute hier ist allgemein sehr gut verständlich.

Gut, und was wirklich den Unterschied zu Deutschland ausmacht: Es sind eher Details, die kurzfristig vielleicht spektakulär wirken, aber auf lange Sicht unerheblich sind. Sicher, die Fenster und Türen unterscheiden sich von dem, was in Deutschland gängig ist, die Steckdosen sehen anders aus. Da sei der Linksverkehr samt rechts gelenkter Fahrzeuge. Doch selbst das ist lediglich eine Frage der Gewöhnung, und nach geraumer Zeit nichts Besonderes mehr.

Auch wenn insbesondere Englisch-Lehrer und Auslandsaufenthalt-Befürworter oftmalig eine ganz andere Meinung vertreten: Als Deutscher lebe ich mit Deutschen zusammen. Wir als Gruppe trafen diese Entscheidung bewusst. Aufgrund persönlicher Erfahrungen unserer Vorgänger kamen wir zu diesem Entschluss. Und gerade dieser Tage hört man immer wieder, dass vor allem in gemixten Wohngemeinschaften mit arg konträren, kulturellen Gegensätzen der Hausfrieden mitunter auf der Kippe steht – Weil einfach in mehreren Aspekten bisweilen sehr unterschiedliche Ansichten herrschen: Hygiene in Küchen- und Sanitärbereichen, Raumpflege, Ordnung überhaupt, Krach&Ruhe, etc. Hierbei merkt man, dass viele von uns Deutschen einfach gewisse Vorstellung hinsichtlich mancher Dinge haben, von welchen wir nur ungern ablassen. Natürlich ist alles eine Frage der Perspektive; Es gibt nicht „die besseren Menschen“, man kann keine wahrhafte Gut-Schlecht-Unterscheidung treffen. Vieles, was manche als „schlampig“ erachten, ist für andere wiederum „nur normal“. Ebenso ist das, was wir vielleicht als „normaler Standard“ betrachten, im Sinne anderer bereits „kleinkariert und minutiös“ – Es gilt anzuerkennen, dass jegliche Menschen jahrelang durch ihr bisheriges Umfeld geprägt wurden. Und klar, wenn dann zu unterschiedliche Vorstellungen aufeinanderprallen, kann das durchaus Konfliktpotential bergen. Da ist es kein Leichtes, kurzfristige die gefestigten Verhaltensstandards ändern zu wollen, im Interesse dessen, auf dass sich im Zusammenleben eine Art Harmonie einstellen möge.

Okay, und scheinbar nähmen wir [als rein deutschte Wohngruppe] in Kauf, dann „nur unter Deutschen“ im Privaten keinen so großen Zugewinn an angewandtem Englisch haben. Auch diesen Punkt kann man widerlegen: Das liegt viel an einen selbst, was man mit seiner Zeit hier anstellt und wie man Angebote nutzt. Dass man nur unter Gleichsprachigen wohnt, bedeutet nicht automatisch, keine anderen Kontakte einzugehen. Weiter ist es so, dass man im tagtäglichen Leben genug mit englischer Sprache zu tun hat - sobald man die Haustüre hinter sich verschlossen hat. Und weiter ist die Frage, wieweit man davon profitierte, mit Nicht-Englisch-Muttersprachlern zusammenzuleben. Denn, in Sachen Englischkenntnissen müssen sich die Deutschen nicht unbedingt verstecken, dies als nüchterne Feststellung aus dem multinationalen Englischunterricht an der Universität. Viele andere Ausländer sprechen nicht so gutes Englisch, um davon wirklich lernen und profitieren zu können.



DIE ZUKUNFT DES WREXHAM-MODELLES

Mein Jahrgang mit inbegriffen, endet die dreijährige Pilotphase dieses europäischen Versuches. Damit einhergehend, steht noch die Entscheidung aus, wie es sich im Falle der Fortsetzung mit den Studiengebühren verhält. Wir Deutsche zahlen momentan rund 1.200,- Euro Studiengebühren, der Rest der insgesamt 3.600,- Euro wird zumindest bislang noch von anderer Seite getragen. Ob dieses Angebot für deutsche Techniker beibehalten wird, kann ich nicht sagen. Zumindest an positiver deutscher Resonanz mangelt es nicht; Der Großteil derer, die den einjährigen Weg in Wrexham wählten, ist mittlerweile deutsch, vereinzelt sieht man Leute aus Frankreich und Spanien. Der Informationstag in Braunschweig ist für Schüler eigentlich unbedeutend. Leute, welche diese Veranstaltung aufgesucht haben, berichteten, dass dort lediglich das kommuniziert werden würde, was die Technikerschulen ebenso als Information erhielten. Und im Anmeldeverfahren ist die Technikerschule eben ein Knotenpunkt in Sachen Koordination. Wichtiger ist es als Schüler, mit den jeweils zuständigen Lehrkräften an der eigenen Technikerschule frühzeitig in Kontakt zu treten und erforderliche Schriftstücke zeitgereicht einzureichen.



ZU BAFÖG UND GELD IM ALLGEMEINEN

Welche Person welche Maßnahme gefördert bekommt, ist zu verschieden und deswegen nicht einfach zu beantworten. Solches richtet sich nach Alter, sowie nach vielen Facetten des eigenen Vermögens und des familiären Hintergrunds. Aus genannten Gründen kann ich auch keine Fragen beantworteten, welche da lauteten „Bekomme ich dann 277,23€ oder doch 318,50 € Bafög im Monat?“ Als Erfahrungswert eine runde Zahl, welche man auf der hohen Kante haben sollte, wären 10.000,- €. Auch, weil selbst bei der Bafög-Bewilligung die Auszahlung eher im Nachhinein anstatt als Vorschuss erfolgt. Weil man urplötzlich eine „Stange Geld“ braucht, wenn die ersten Rechungen beglichen werden müssen: Mieten werden beispielsweise vierteljährlich im Voraus kassiert, und gleichzeitig fällt die Entrichtung der Studiengebühren an. Darüber hinaus werden in Vorlesungen kaum Papiere ausgeteilt, vieles wird mittlerweile online als Word- oder PDF-Dokument zur Verfügung gestellt, das Drucken, Kopieren und Abheften obliegt den Studenten selbst. Analog dazu muss man sich das eine oder andere Buch anschaffen. Kurzum: Die ganze Sache kostet durchaus Geld. Und auch außerhalb der Uni ist Großbritannien nicht billiger als Deutschland. Viele Dinge des täglichen Bedarfs wie auch Genussmittel sind „gefühlt“ etwas teurer. Als Referenz hierzu genannt sei eine Schachtel Zigaretten, die mit etwa umgerechneten 7,50 € zu Buche schlägt. Und ein großer Bierdurst oder das permanente Konsumieren erlesener Getränke kann mitunter etwas kostspielig werden. Durch gezieltes Einkaufen lassen sich Kosten aber erträglich gestalten. So kaufen wir beispielsweise Kartoffeln nicht stückweise, sondern eben 20-kg-weise, und Milch ersteht man anhand 2,5-Liter-Kanisterchen, anstatt in 0,25-Liter-Packs. Überhaupt, Fortbildung kostet immer Geld. Wer in Berlin, Hamburg oder München studiert, hat ebenso gewisse Mindestkosten für den Lebensunterhalt. Ein Mietpreis: Untergebracht im kleinen Reihenhaus, die Universität zu Fuß erreichbar, kostet die Zeit von September bis in den Juni des darauffolgenden Jahres beispielsweise 4000,- € pro Person. Das ist freilich wiederum eine relative Zahl, je nachdem, wo und wie man lebt. Nun, gewisse Preise haben sich hier einfach etabliert und sind nur bedingt verhandelbar. Wer merklich billiger wohnen will, macht eben Abstriche bei der Ausstattung eines Hauses oder bekommt Müll/Strom/Wasser/Gas extra abgerechnet. Für diejenigen, welche mit einem eigenen Fahrzeug anreisen, finden sich zum gleichen Preis bessere Unterkünfte im Bereich um die Stadt Wrexham. Aber, man muss sich das gut überlegen, wie viel Fahrtminuten man tagtäglich wirklich auf sich nehmen will. Gerade in Anbetracht dessen, dass man quasi jeden Tag so gut wie keinen zusammenhängenden Unterricht/Vorlesungen hat. Wer nur fünf Minuten zu Fuß hat, kann seinen Tag flexibler gestalten, als jemand, der trotz Auto einfach 25 Minuten unterwegs ist.
 
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DIE WERTIGKEIT DES HIESIGEN ABSCHLUSSES

Ein vieldiskutiertes, ja „heißes“ Thema, welches ich versuchen möchte, nüchtern zu bewerten. In meinem eigenen nahen Umfeld finden sind deutsche Ingenieure, FH- wie Uni-Absolventen, und solche, die noch auf dem Weg zum heutigen deutschen Bachelor oder Master sind. Deswegen, meine ich, eine halbwegs vernünftige Idee davon zu haben, was diese Leute leisten und können müssen. Und ich lernte einige deutsche Hochschulen auch von innen kennen, weiß also durchaus um die Gegebenheiten Deutschlands. Ja, und ganz ehrlich, da ist Wrexham außen vor. Wenn man sich viele süddeutsche Landschaften einmal betrachtet, so sticht im Vergleich mit Großbritannien die enorme Zahl deutscher Hi-Tec-Unternehmen ins Auge. Begonnen vom innovativ-agilen Kleinbetrieb, über den sich international behauptenden Mittelständler, bis hin zu großen Namen, die mit ihren Produktspektrum wirklich weltweit Akzente setzen und auch Trends vorgeben. Auf der ganzen Welt assoziiert alleinig die Nennung eines einzelnen Firmennamens, z.B. PORSCHE gewisse Attribute wie Präzision, Schnelligkeit, vollkommenes Design gepaart mit technischer Raffinesse. Und sehr viele Ausländer kennen KUKA, VOITH, MAN, und verschiedene andere Namen. Anbei: Nicht zuletzt die Briten mögen deutsche Autos gern, lieber wie ihre eigenen Marken, was man unschwer auf den Straßen erkennen kann. Unter vielen deutschen und einigen japanischen Fahrzeugen sieht man nur noch vereinzelt wirklich britische Fahrzeuge, wie z.B. Rover.

Und viele deutsche Universitäten wie Hochschulen stehen mit Unternehmen in direktem Austausch, haben deswegen interessante Praktikumsmöglichkeiten und Forschungsprojekte, sowie hochkarätige Dozenten, welche absolut am Puls der Zeit sind. All das ist in ganz Großbritannien bei Weitem nicht in dem Maße vorhanden. Und selbst bei den Eliteuniversitäten wie Cambrigde oder Oxford ist es nicht ein technischer Sektor, von welchem deren Renommee herrührt.

An alle diejenigen also, welche fürchten, dass der ordentliche Deutsche Ingenieur untergraben wird: Es gibt absolut keinen Anlass zur Sorge, weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht. Es sind einmal insgesamt gesehen nicht viele Leute, die nach Wrexham gehen. Die Konkurrenz aus Wales, falls man von einer solchen überhaupt sprechen kann, ist anteilsmäßig unbedeutend. Ferner ist es ohnehin so, dass sich das bisherige konventionelle Hochschulmodell in Deutschland auch vielen anderen Mitbewerbern stellen muss, viele BA-Studenten, privaten Schulen, welche ebenso irgendwelche akkreditierten Titel vergeben dürfen, usw. Meiner Auffassung nach braucht man sich in diesem Falle wirklich keinen verbalen Schlagabtausch liefern, denn: Jeder ist seines Glückes Schmied, und der Markt regelt sich. Niemand, der scheinbar einen Titel „geschenkt“ bekommt, kann je eine berufliche Position innehaben, welche profundes Wissen bedingt, oder?? Und wenn ein „kleiner Ingenieur“, beispielsweise aus Wrexham, doch je einmal mehr verdienen sollte, dann hat eben dieser doch alles richtig gemacht. Dann war es entweder Glück, oder der Abschluss hat, in Verbindung mit Berufsausbildung, Berufserfahrung, Technikerschule und darauffolgender beruflicher Weichenstellung eine gewisse Anerkennung erfahren. Unverkennbar ist freilich auch, dass bei manchen Jobs, wie beispielsweise einer Vertriebstätigkeit, die Persönlichkeit - Ausstrahlung – Überzeugskraft –Rhetorik neben der fachlichen Kompetenz einen starken Anteil ausmachen. Da Deutschland eben auch Exportnation ist, besteht auch ein gewisser Bedarf an Fachkräften, welche ihre Technikkompetenz mit Sprachkenntnissen vervollständigen – um wiederum einem bestimmten Anforderungsprofil gerecht zu werden. Wer sich einmal ein wenig umschaut auf der Welt, wird fast überall deutsche Monteure treffen, egal ob in Sibirien, Katar, oder Chile. Und, im technischen Bereich überhaupt: Der bloße Vergleich irgendwelcher Gehaltszettel oder Lohnabrechnungen ist doch relativ. Mann muss immer die Gesamtsituation betrachten. Irgendwelche Anfangsgehälter sind doch auf lange Sicht ohnehin nicht repräsentativ. Es liegt ganz stark daran, wie sehr ein Mann (oder eine Frau) seine (ihre) Trümpfe und bisherige Erfahrungen und auch Kontakte (sofern vorhanden!) ausspielen kann, wie schnell man sich in seinem neuen (oder alten) Umfeld zurechtfindet, wie sehr man sich einzubringen vermag, zu welcher Verantwortung man fähig ist. Auch von Belang ist, wie man in der Gunst von neuen Kollegen und Vorgesetzen rangiert, welche positive Resonanz man ggf. kundenseitig erfährt („bitte senden sie uns diesen Mitarbeiter wieder“), wie sehr man einen Bezug zum neuen Arbeitgeber aufbaut, wie sehr jemand sich mit seinem Job identifizieren kann, wie sehr sich jemand überhaupt bewährt. Daneben ist heutzutage freilich schon so, dass Titeln zusehends mehr Bedeutung beigemessen wird, als vielleicht vor 30 oder 40 Jahren.

Okay, und zurück zum Sinn und Nutzen des Wrexham-Abschlusses: Das hängt meiner Meinung nach stark von der Person und ihrem Profil selbst ab. Und dann kommt es auf den konkreten Job an, welches Gewicht in der Waagschale die zwei Semester in Wales haben mögen. Wer nie ins Ausland will, wer keine Chance hat, den britischen Abschluss als internationale Referenz einzusetzen, und wer den Englisch-Bonus nicht direkt ausspielen kann, für denjenigen war es eben eine Lebenserfahrung, mal in Wales gewesen zu sein.
Fakt sein dürfte ebenfalls, dass man aus einer erfolgreich absolvierten Schule gewiss nicht dümmer herausgeht, als man es beim Antritt derselbigen gewesen ist. Und als Techniker kann sich immer noch beworben werden. Nicht zuletzt: Ehemalige Wrexham-Absolventen bekamen durchaus interessante Jobs.
 
S

Subway

Gast
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Guter Beitrag, dankeschön.

An alle diejenigen also, welche fürchten, dass der ordentliche Deutsche Ingenieur untergraben wird: Es gibt absolut keinen Anlass zur Sorge, weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht. Es sind einmal insgesamt gesehen nicht viele Leute, die nach Wrexham gehen. Die Konkurrenz aus Wales, falls man von einer solchen überhaupt sprechen kann, ist anteilsmäßig unbedeutend. Ferner ist es ohnehin so, dass sich das bisherige konventionelle Hochschulmodell in Deutschland auch vielen anderen Mitbewerbern stellen muss, viele BA-Studenten, privaten Schulen, welche ebenso irgendwelche akkreditierten Titel vergeben dürfen, usw. Meiner Auffassung nach braucht man sich in diesem Falle wirklich keinen verbalen Schlagabtausch liefern, denn: Jeder ist seines Glückes Schmied, und der Markt regelt sich. Niemand, der scheinbar einen Titel „geschenkt“ bekommt, kann je eine berufliche Position innehaben, welche profundes Wissen bedingt, oder?? Und wenn ein „kleiner Ingenieur“, beispielsweise aus Wrexham, doch je einmal mehr verdienen sollte, dann hat eben dieser doch alles richtig gemacht. Dann war es entweder Glück, oder der Abschluss hat, in Verbindung mit Berufsausbildung, Berufserfahrung, Technikerschule und darauffolgender beruflicher Weichenstellung eine gewisse Anerkennung erfahren. Unverkennbar ist freilich auch, dass bei manchen Jobs, wie beispielsweise einer Vertriebstätigkeit, die Persönlichkeit - Ausstrahlung – Überzeugskraft –Rhetorik neben der fachlichen Kompetenz einen starken Anteil ausmachen.
Sehe ich ähnlich.
Die Sorge ist unbegründet.
Ob ich jetzt komplett im Ausland studiere und mit der dort erworbenen Qualifikation wieder zurück gehe oder ein solches Modell absolviere was dem dortigen Qualitätsstandard entspricht, kommt letztlich aufs gleiche heraus.

Wer wohl eine intensivere Ausbildung haben möchte ist dann an einer anderen Ausbildungsstätte besser bedient.

Fakt sein dürfte ebenfalls, dass man aus einer erfolgreich absolvierten Schule gewiss nicht dümmer herausgeht, als man es beim Antritt derselbigen gewesen ist. Und als Techniker kann sich immer noch beworben werden. Nicht zuletzt: Ehemalige Wrexham-Absolventen bekamen durchaus interessante Jobs.
Da hast du recht.:)
 
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3467, Gratulation, klasse Beitrag. Auch sehr sachlich und fern von "Lobbyismus"

PS.: Du hättest Poet werden sollen bei Deinem Satzbau. Ehrlich gemeint.
 
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Super Beitrag und Klasse geschrieben. Vielen Dank für die Zeit, die du dir dafür genommen hast.
Da nun ein jeder die Informationen aus aller erster Hand nachlesen kann, müßten ja nun endlich die endlosen Diskussionen und Spekulationen vorbei sein.
Nun kann sich jeder sein eigenes, persönliches Urteil bilden und wir brauchen uns nichtmehr Seitenweise "Gefechte" liefern ;);)
 
D

Didof

Gast
AW: INFOS ZUM: Aufbaustudium zum B.eng. in Wrexham/ Wales

Hallo 3467,

vielen Dank für deinen klasse Beitrag!!!
War sehr interessant zu lesen!

Es ist ja mittlerweile ein Jahr her...wie siehts denn momentan bei dir aus?
Hast du das Studium schon erfolgreich abgeschlossen?

Ich spiele auch gerade mit dem Gedanken ab Oktober 2012 für ein Jahr nach Wales zu gehen. Allerdings hab ich in Deutschland bereits schon ein Elektrotechnik Studium nach einem Semester abgebrochen und hab etwas bange, dass es in einer anderen Sprache eher schlechter als besser läuft...

Wär echt super wenn du uns ein kleines Update gibst! ;)

Danke

MfG Didof
 
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