Ich bitte um eure Einschätzung (Techniker in Vollzeit?)

Liebes Techniker Forum,

ich bin Jan, 27 Jahre alt und komme zu keiner Entscheidung...
Ich habe vor ca. 7 Jahren eine Ausbildung zum Mechatroniker gemacht und im Anschluss ca. 2 Jahre im Bereich Forschung u. Entwicklung (Maschinenbau) gearbeitet. Im Anschluss ist meine Firma auf mich zugekommen und hat mir ein Trainee-Programm, also eine Art Praktikum/Job im Bereich Service, das parallel zu einem Studium (Hochschule) absolviert wird (um Kosten für Wohnen u. Co. zu decken) angeboten. Ich habe vor der Ausbildung mein Fachabitur im Bereich Automatisierungstechnik gemacht, konnte also direkt studieren. Ich habe darauf hin 4 Semester Elektrotechnik studiert, jedoch während der Corona-Pandemie abgebrochen. In dieser Zeit fand ich das Lernen während der Isolation extremst belastend und ich habe mich dabei Mental zu sehr unter Druck gesetzt, bin quasi in eine Depression gerutzscht. Ich kam zu dem Punkt, wo ich entschied, lieber wieder arbeiten zu gehen und das Studium abzubrechen!

Im Anschluss, habe ich als PLTer bei einer Instandhaltungsfirma angefanten. Dort fand ich jedoch sehr chaotische Arbeitszustände vor (Organisation war sehr schlecht, Betriebsklima war im Keller, die Firma läuft allg. nicht gut!), weshalt ich mich noch während der Probezeit bei einem bekannten Maschinenbaukonzern beworben habe.
Nach ca. 6 Monaten habe ich dann die Zusage erhalten und als Instandhalter/Elektrik im Bereich Fertigung angefante. Jetzt arbeite ich ca. 4 Monate bei der Firma und bin wieder extrem unzfrieden!
Das Team ist sehr nett und hat mich offen aufgenommen. Das Problem ist nur, dass es mir so vorkommt, als würde ich dort eingehen! Ich muss sehr früh anfangen und 90% der Arbeitszeit habe ich nichts zu tun!
Ich weiß das Fachewissen der Kollegen zu schätzen, weiß jedoch auch, dass dies nur durch jahrelange Erfahrung zustande kommt und dass mich die Tätigkeit viel zu wenig interessiert, als dass ich die nächsten 10 Jahre dort arbeiten will! Hierbei ist das Geld auch kein Argument für mich.
Ich versuche zwar mir so viel Wissen wie möglich anzueignen, aber allg. gibt es extremst wenig zu tun (und wenn dann nur wizige Fehlersuchen u. Montagearbeiten).

Ich überlege nun, den Techniker in vollzeit zu machen und als Quereinsteiger um ein Jahr zu verkürzen. Ich würde höchstwahrscheinlich schnell an eine Technikerarbeit in meiner alten Firma kommen. D.h. ich könnte diesen September mit dem Techniker beginnen! Finanziell wäre es auch möglich...
Ich habe jedoch ein ungutes Gefühl, da mein ständiger Firmenwechsel seit dem Studium negativ ankommen könnte. Andererseits will ich nicht mehr zu lange warten mit dem Techniker und ich will einfach anspuchsvollere Arbeiten erledigen, bzw. mich in Themen reinfuchsen und Projekte verfolgen können. Dabei kann ein Abschluss wie der Techniker evtl. hilfreich sein. Wenn ich keine Techniker Stelle bekäme, könnte ich natürlich normal als Facharbeiter weiterarbeiten, jedoch hätte man den Abschluss in der Hinterhand! Teilzeit ist übrigens keine Option, da ich in Schicht arbeiten muss.
Allg. würde ich dem jetzigen Job nicht nachhäulen, bin mir jedoch ziemlich unsicher, ob ich das dieses Jahr machen soll oder erst nächstes jahr, wobei dann die Aufendhaltsdauer bei meiner jetzigen Firma nicht ganz so kurz wäre...

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn Ihr mir da mal eure Sichtweise mitteilen könnte.

Vielen Dank und Grüße

Jan
 
Ich überlege nun, den Techniker in vollzeit zu machen und als Quereinsteiger um ein Jahr zu verkürzen.
Das ist aber ein sportliches Ziel, wenn du durch zu viel Druck dein Studium geschmissen hast.

Vorher mit der Erwartung eher fertig zu machen einzusteigen finde ich sowieso falsch. Man merkt dann von allein, wenn es flutscht und kann dann im Laufe der Zeit abwägen und entscheiden.

Das ganze drumherum kannst nur du am besten bewerten
 
Das ist aber ein sportliches Ziel, wenn du durch zu viel Druck dein Studium geschmissen hast.

Vorher mit der Erwartung eher fertig zu machen einzusteigen finde ich sowieso falsch. Man merkt dann von allein, wenn es flutscht und kann dann im Laufe der Zeit abwägen und entscheiden.

Das ganze drumherum kannst nur du am besten bewerten
Danke für den Tipp 👍
Das Problem beim studium war eher auch die isolation und zugegebenermaßen mathe:). Hab immerhin das Grundstudium bestanden und könnte auch weiterstudieren. Sehe mich eben mehr im praktischen bereich.
 
B

Benutzer262508

Gast
Also ich kann dir den Techniker Quereinstieg in die Fachstufe in Vollzeit nur empfehlen. Und entgegen der Meinung von Feinblechner19 denke ich nicht dass es ein besonders sportliches Ziel ist. Unterschätzen sollte man natürlich trotzdem nichts.
Für dieses Jahr wird es aber - denke ich - knapp, da die meisten Anmeldefristen doch relativ früh im Jahr rum sind.

Und danach kannst du dann immernoch studieren wenn du möchtest..
 
Bei einem bestandenen Grundstudium hast du schon gezeigt, dass der Techniker für dich kein Problem sein sollte.
Im Anschluss, habe ich als PLTer bei einer Instandhaltungsfirma angefanten. Dort fand ich jedoch sehr chaotische Arbeitszustände vor (Organisation war sehr schlecht, Betriebsklima war im Keller, die Firma läuft allg. nicht gut!), weshalt ich mich noch während der Probezeit bei einem bekannten Maschinenbaukonzern beworben habe.
Kann vorkommen und wäre für mich als Entscheider kein Beinbruch, wenn mir das jemand sinnhaft darlegen kann.
Nach ca. 6 Monaten habe ich dann die Zusage erhalten und als Instandhalter/Elektrik im Bereich Fertigung angefante. Jetzt arbeite ich ca. 4 Monate bei der Firma und bin wieder extrem unzfrieden!
Das Team ist sehr nett und hat mich offen aufgenommen. Das Problem ist nur, dass es mir so vorkommt, als würde ich dort eingehen! Ich muss sehr früh anfangen und 90% der Arbeitszeit habe ich nichts zu tun!
Liegt die Unzufriedenheit nur an der fehlenden Arbeit oder auch bzw. vor Allem daran, dass du dir die Tätigkeit anders vorgestellt hast?
Da würde ich im Gespräch dann schon genauer nachfragen.
Extrem wenig zu tun kann ich pauschal fast nicht glauben, denn die Firma/Abteilung stellt dich ja nicht ein, damit du Zeit gegen Geld tauschen kannst, sondern möchte von dir auch was sehen.
Ansonsten wärst du blos ein Kostenfaktor, den es nicht weiter braucht.
Ich überlege nun, den Techniker in vollzeit zu machen und als Quereinsteiger um ein Jahr zu verkürzen. Ich würde höchstwahrscheinlich schnell an eine Technikerarbeit in meiner alten Firma kommen.
Bist du dir mit der Möglichkeit für die Projektarbeit sicher ist das blos deine Annahme?
Bei sowas wäre ich sehr vorsichtig.
Schriftlich wirst du keine Zusage dafür bekommen und ein Handschlag ist im Zweifel nie passiert.
Ziemlich wacklig, eine solche Entscheidung vielleicht von einem ungelegten Ei abhängig zu machen.
Wo ist das Problem jetzt mit einem bestandenen Grundstudium weiterzumachen?
Durch Corona kann man sicher was begründen bezüglich eigenmotiviertem Abbruch.
Natürlich ist das die schwerere und aufwändigere Variante aber höchst wahrscheinlich auch die wertvollere.
Zumal die Aussichten mit einem Hochschulabschluss in Elektrotechnik wie gehabt 1A sind.
Wie würde ich vorgehen?
So schnell wie es geht wieder das Studium aufnehmen, bei der alten Firma anfragen, ob was Richtung Werkstudent geht oder bei irgendeiner anderen Firma, die sowas macht.
Erste Anwendungserfahrung als HiWi/Prakti mit entsprechender Abschlussarbeit ist das Beste, was du als Absolvent bieten kannst.
 
Ich sag’s mal so. Verkürz doch einfach und mach den Techniker in Teilzeit in 2,5 Jahren. Das 1. Jahr ist reine Verschwendung. Die Frage ist halt nur, ob sie auch Plätze frei haben. Bei mir wurde es leider abgelehnt, wegen Platzmangel :/
Ich hab selbst für die staatlichen Prüfungen nur den Tag vor der jeweiligen Prüfung gelernt. Ging relativ problemlos, insofern man nicht mit nem 1er Schnitt rausgehen möchte. Du kannst dir so gut wie ALLES in die Formelsammlungen schreiben und die Prüfungen laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Es ist eigentlich wirklich schwer das nicht zu packen, besonders wenn man schon das Abi und ne Zeit lang studiert hat.
Arbeite doch einfach in deinem jetzigen Betrieb weiter, ist doch top, dass du da früh anfangen musst und nichts zu tun hast. Kannst ja dann nebenbei etwas lernen ;)
So umgehst du dann auch die nächste frühe Kündigung.
 
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