Hilfe zur Planung zum schalten, verteilen und sichern - CNC Fräse

Hallo aus Hannover,
ich bin ganz neu hier und suche jemanden der vertraut ist mit der Elektroinstallation von Schaltschränken für meine kleine Portal-Fräse. Den mechanischen Teil der Neuaufarbeitung konnte ich großteils fertigstellen. Meine größte Herausforderung stellt allerdings die komplett neue Steuerung da, das ist einfach nicht mein Gebiet. Hier brauche ich dringend Hilfe, erstmal mir ist wichtig das Thema mehr und mehr zu verstehen. Gelesen habe ich schon sehr viel, schwierig ist für mich den richtigen Mittelweg zu finden, denn im Netz findet man alle Meinungen dazu. Mir ist jedoch eine gewisse Sicherheit wichtig und ich habe kein Interesse einfach auf gut Glück was zusammen zu basteln. In meinem Umfeld habe ich alles abgeklappert und die Elektriker welche ich angefragt habe würden nur den möglichen Tausch des FIs an der Hausleitung übernehmen. Also versuche ich es jetzt mal hier.

Was möchte ich:
Die Maschine soll über den normalen 230V Hausanschluss per Stecker betrieben werde können.

Wo liegen meine Herausforderungen:
Das planen über die Verteilung von Motorschutzschalter, Schütze/Relais über Reihenklemmen sowie die Sicherung innerhalb der Steuerung

Meine Fragen nach euren Empfehlungen:
  • nach welchen Kriterien bestimme ich den Motorschutzschalter vor dem FU (1-phasig)?
  • nach welchen Kriterien bestimme ich die Schaltung vom Relais o. Schütz z.b. zum Schalten des FUs?
  • reicht für die zusätzliche Sicherung der Hausleitung im Schaltschrank ein Sicherungsautomat?
  • sollte der 48V und der 24V Stromkreis zusätzlich mit je einen Leitungsschutzschalter gesichert werden?
Ich hoffe auf einen gemeinsamen Austausch um mehr über dieses Thema zu lernen, jede Hilfe ist erwünscht, gern auch persönlich vor Ort.

Beste Grüße
Patrick

Welche Teile werden verbaut:
1x Schaltnetzteil: MeanWell SP-320-48 (48V, 6,7A)
1x Schaltnetzteil: MeanWell MDR-20-24 (24V, 1A)
1x Steuerung: Triple Beast f. Beamicon2 (Schrittmotorenendstuffen und BOB)
3x Schrittmotoren: Nanotec SCA5618L4202-A (4,2A)
1x Frequenzumrichter: Omron MX2 (1-phasig) 3G3MX2-AB015-E
1x EMV-Filter: Omron/Schaffner (1-phasig) AX-FIM-1024-SE-LL
1x Bremswiderstand (70 Ohm, 0,2KW)
1x Spindel: HFS-AC m. 1,5KW (230V, 5A)
3x induktive Näherungssensoren
1x induktiver Werkzeuglängentaster
1x Absaugung (später ggf. MMS)
 

Anhänge

  • Steuerungs_Layout_Zeichnung_v.pdf
    1,4 MB · Aufrufe: 12
Hut ab vor dem Vorhaben ohne jegliche Kenntnisse! Genau aber das ist der Knackpunkt. Du als Laie darfst solche Arbeiten nicht ausführen. Nun wird dich mit blosen Worten eh niemand davon abbringen es doch zu versuchen.

Ich kann dir aber nur dringend raten die fertige Anlage von einem Fachmann abnehmen zu lassen. Diese Abnahme sollte dann aber nicht nur die reine elektrische Seite betrachten, sondern auch die Maschinenrichtlinien enthalten. Also auch die ordnungsgemäße Funktion und das Vorhandensein von Schutzeinrichtungen. Am besten also mit der fertigen Anlage zum TÜV oder DEKRA. Schließlich willst du mit der Anlage ja nicht deine Gesundheit aufs Spiel setzen!

Grundsätzlich zu deinem Vorhaben.
Wichtig ist für die Auswahl der Schutzeinrichtungen eine allpolige Absicherung, also immer L und N, da der ortsveränderliche Anschluß über Stecker, L oder N innerhalb der Anlage nicht klar definieren läßt.
Da alle Verbraucher die an der Fräse verbaut sind mit 230V~ auskommen und die Gesamtlast das Vermögen einer 230V~ Schukosteckdose nicht übersteigt, kommst du mit einem normalen Wechselstromanschluß aus. In der Anlage selbst solltest du die einzelnen Verbraucher aber separat entsprechend ihrem Leistungsbedarf absichern. Das schützt die Geräte und erleichter im Fehlerfall die Suche. Motorschutzschalter werden nach dem Nennstrom des Verbrauchers ausgelegt. In deinem Fall würde vor dem FU aber eine passend dimensionierte Elektroniksicherung reichen. Den eigentlichen Motorschutz übernimmt der FU.
 
Wer die gposteten Fragen auf Grund seiner Ausbildung/Qualifikation nicht selbst zu beantworten in der Lage ist, braucht einen "Schaltschrankbauer", also einen Betrieb, der kundenspezifische Schalt- Verteil- und Steuerungsanlagen plant, baut, nach Anforderungen (siehe motmonti´s Beitrag) prüft, anschließt und in Betrieb nimmt.
Das leisten herkömmlichen "Elektriker" nicht (die legen die Zuleitung und die Kabel zu den Feld-Geräten), sondern spezialisierte Fachbetriebe die mit solchen Begriffen, wie "Schaltanlagen, Regelungstechnik, Steuerungstechnik usw. " zu finden sind.
 
Moin Motmonti Moin Läutewerk,
vielen Dank, auch für eure Hinweise - ich bin mir dessen Bewusst, sonst würde ich mir hier keine Hilfe suchen sondern mich wie in vielen YouTube Videos oftmals gesehen auf die Schaltnetzteile und den FU verlassen. Wenn man vom Fach ist verstehe ich aber durchaus das man diese Punkte nochmal extra hervorhebt. Natürlich würde ich auch gern fachliche Hilfe vor Ort in Anspruch nehmen, allerdings ist das leichter gesagt als getan. Zum einen habe ich schon anfragen gestellt, zum anderen liegt mir es einfach fern einen Auftrag zu vergeben für viel Geld um eine steckerfertige Lösung zu erhalten ohne das Prinzip zu verstehen. Wenn ich mir diesbezüglich was wünschen könnten, meldet sich natürlich jemand vom Fach der Interesse daran hat und stellt mit mir in einer Art Workshop die Steuerung fertig - wenn das finanzierbar bleibt :unsure: In den Hausanschluss werde ich auf keinen Fall eingreifen.

Ich bin jetzt bei der Theorie und versuche erstmal zu verstehen, deshalb bin ich ja jetzt hier im Forum in der Hoffnung qualifizierte Hilfestellung oder auch Fallbeispiele zu bekommen aus denen ich lernen kann. Und ja, ich weiss das ich ganz unten starte, ich habe das Thema unterschätzt, deshalb diese Fragen 🤯

Erstmal versuche ich mir die Verteilung, das Schalten und Sichern richtig vorzustellen:
0. Die Hausverteilung erhält durch einen Fachmann den richtigen LS/Fi.
1. Der Weg vom Spannungseingang zu den Schaltnetzteilen
2. Der Weg vom 48V Schaltnetzteil zum Tripple Beast
3. Der Weg vom 24V Schaltnetzteil zum Tripple Beast
4. Der Weg vom TrippelBeast zum FU

Die anderen Wege sind relativ klar durch das TrippleBeast geregelt, bzw. Schrittmotorensteuerung, Ref-Schalter Not-Aus Funktionen usw.
Da ich in vielen ähnlichen Aufbauten solch einer Steuerungen jedoch gesehen haben das diese oftmals nicht die einzlenden Verbraucher sichern aber in dem Handbuch meines FUs immer wieder daraufhin gewiesen wird, denke ich das es durchaus sinnvoll ist auch die einzelnen Stromkreise , deren Verbraucher zu sichern und die Hausleitung zu schützen.

Liebe Grüße
Patrick

Linkliste:
TrippleBeast (NET-Version)
OMRON MX2 (3G3MX2-AB015-E)
Mechatron (HFS-AC-8015-24-ER11)
Nanotec (SCA5618L4204-A)
 
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