Hilfe! Um welchen Dioden-Typ kann es sich handeln?

Hallo liebe Community,

für die Vervollständigung einer Bauteile-Stückliste von einem Spannungsmessumformer (19-Zoll-Platine; Eingang 0-100VAC/ Ausgang 0-20mADC) habe ich mittlerweile das halbe Internet und etliche Vergleichsbücher bis zur Verzweiflung nach einer Diode durchforstet, aber leider ohne Erfolg. Deshalb möchte ich es mal in diesem Forum versuchen und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.


Es geht um folgende Diode:

1627389271594.jpeg


Ich möchte im Vorfeld erstmal auf das Dazuschreiben meiner Ergebnisse verzichten, da jeder meiner Kollegen, denen ich meine Theorien mitgeteilt habe, anschließend aufs selbe Ergebnis gekommen ist wie ich. Also auf Dioden, die nicht existieren.

Die Dioden befinden sich in einem Schaltungsteil, der für die Demodulation des Eingangssignals in einem Messgleichrichter zuständig ist. Es geht um die Dioden D1 und D2. Ich vermute, dass die Baugruppe in den 70er Jahren produziert wurde. Die gemessene Schwellspannung der Dioden liegt bei 0,569V. Leider darf ich die Dioden nicht einseitig hochlöten.

1627392971989.png


Ich bin für jeden Tipp und jede Hilfe sehr Dankbar!

Viele Grüße
rednaxelA
 
Der Farbcode lautet (wenn ich das richtig erkenne):

1. Ring - schwarz (Kathode)
2. Ring - weiß
3. Ring - gelb
4. Ring - grün

laut dieser Tabelle Farbcode Dioden ergäbe das dann "Z45", das könnte eine Zenerdiode mit 4,5V Zenerspannung sein...
Geht man nach der JEDEC-Tabelle kämen wir auf "1N945" - das ist eine temperaturkompensierte Zener-Referenzdiode mit 11,7V Zenerspannung.

Damit wäre die Verwirrung perfekt!?
 
Danke für die schnelle Antwort.

Den Farbcode habe ich genau wie du interpretiert.

Eine temperaturkompensierte Zener-Referenzdiode bzw. allgemein eine Zenerdiode macht in der Schaltung leider keinen Sinn, da man sie hier in Durchlassrichtung betreiben würde. Es muss eine "normale" Diode sein.

Auf der folgenden Internetseite gibt es unter "Step 9" einen anderen Farbcode-Schlüssel. Danach könnte es eine AAZ45 sein. Leider finde ich über diesen Typ keine Informationen. Es gibt scheinbar nur AAZ10 - AAZ18 Dioden.

Denkst du, der schwarze Kathodenring darf nicht als Farbring angesehen werden? Von der Seite habe ich das nämlich noch gar nicht betrachtet.

Farbcode Four Color Band Diodes:
https://www.instructables.com/from-resistors-to-ics-color-codes/
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Werte Kollegen,
schaut´s euch einmal den geposteten Schaltungsteil an:
Die Dioden da drin sind keine Zenerdioden,
sondern sogenannte Wischi-waschi-Dioden,
wofür man normalerweise 1N4148 nimmt,
weil´s schlicht wurscht ist, was man da einbaut.
Bastelkiste auf und einbauen, was man findet!
 
Werte Kollegen,
schaut´s euch einmal den geposteten Schaltungsteil an:
Die Dioden da drin sind keine Zenerdioden,
sondern sogenannte Wischi-waschi-Dioden,
wofür man normalerweise 1N4148 nimmt,
weil´s schlicht wurscht ist, was man da einbaut.
Bastelkiste auf und einbauen, was man findet!
Das stimmt schon, da bin ich Deiner Meinung - das war aber nicht gefragt...
Der Schaltplan-Ausschnitt könnte auch "reverse-engineered" sein und es ist noch unklar, was für Dioden da drin sind.

Sind vielleicht noch Schaltunterlagen des originalen Herstellers vorhanden. Bei Hewlett-Packard (Agilent/Keysight) zum Beispiel hätte man gute Chancen?
 
Richtig, es handelt sich um ein "reverse engineering", da es leider keinerlei Herstellerunterlagen zu der Baugruppe gibt.
Ich lasse die Typen-Bezeichnung dieser Diode vorerst offen. Vielleicht ergibt sich ja noch was.

Ich danke euch für euren Einsatz!
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Das wird kaum feststellbar sein:
Große Elektronik-Hersteller lassen sich manchmal Wischi-waschi-Bauteile ohne Bauteilaufdruck liefern,
weil´s ganz einfach billiger kommt.
Die WISSEN ja, dass die 10.000.000 Dioden von der Type 1N4148 sind.
Wozu soll man dann für den Aufdruck bezahlen?
Die Bestückungsmaschine liest´s eh nicht.

Reverse Engineering darf doch nicht DARAN scheitern, dass man den Bauteilaufdruck nicht lesen kann:
DANN kann das ja ein dressierter Affe! :X3:
Da muss man doch mit Hirn ran und nachdenken, welche Funktion und Belastung der Bauteil hat
und den im Zweifelsfall darauf basierend einfach neu dimensionieren.

P.S.: Beim Reparieren baut man ja auch nicht zwanghaft EXAKT den gleiche Bauteil wieder ein,
den man gerade durch Überlastung verkohlt ausgelötet hat!
 
Es handelt sich hier um eine Baugruppe aus einem Kernkraftwerk. Da sind die Dinge ein wenig anders. Klar, im Fehlerfall muss ein Ersatz gesucht werden, da nicht alle Bauteil im original beschaffbar sind. Diese Bauteile werden dann vor dem Einsatz durch eine Werkseingangsprüfung überprüft und müssen bestimmte Kriterien erfüllen.

Da ich die Herstellung aller erforderlichen Unterlagen zu meiner Techniker-Facharbeit gemacht habe, geht es mir ausschließlich um die Vollständigkeit der Dokumente. Dafür brauche ich den Typ. Ist dieser nicht feststellbar, muss ich einen adäquaten Ersatz finden, das ist ganz klar.
 

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