Heizungsregelung mit Gastherme

Hello together,

ich habe an euch Experten der Heizungstechnik mal einige Fragen.
In meiner Wohnung habe ich der Räume 6 (4 Zimmer plus Küche, Bad) und eine Gastherme ohne Thermostat (im Flur oder sonstwo). Höchstwahrscheinlich habe ich auch keinen Außentemperaturfühler, weil der Vermieter ein Sparfuchs ist.

Erste Frage:
Welchen Nutzen haben überhaupt diese Thermostate, die oft im Flur hängen? Das heißt doch die Therme bollert solange bis im Flur die eingestellte Temperatur erreicht wird? Da ich die Türen im Winter alle geschlossen halte, wird das ohnehin nie erreicht, die Therme schaltet also eh niemals ab...

Zweite Frage:
Da ich keinen Außenfühler habe, läuft die Therme im Prinzip die ganze Zeit auf die eingestellte Vorlauftemperatur? Der Sinn des Außentemperaturfühlers ist es doch, die Vorlauftemperatur mit sinkender Außentemperatur sukzessive anzuheben. Das kann ich doch, natürlich viel gröber, händisch machen?

Nun habe ich 2 Jahre lang mit diesen elektrischen Thermostaten für 25 EUR rumgespielt. Fumktioniert in großen Räumen nur mäßig. An der Heizung ist bullig warm, an der anderen Wand lausig kalt...

Dritte Frage:
Es gibt ja diese Heizungssteuerungen von Honeywell, Danfoss und wie sie alle heißen, da kann man auch pro Raum ein Funkthermostat mit einbinden.
Würde das mit meiner Gastherme funktionieren? Der Vorlauf wird ja letztlich immer auf konstanter Temperatur gehalten (die stelle ich per Drehrad ein, im Herbst 60°C, im Winter gehe ich auf 75°). Ist doch im Grunde nichts Anderes, als jetzt schon mit den elektrischen Thermostaten bzw. mit den Handthermostaten, an denen man sonst alle 10 Minuten rumdreht, oder?

Wäre nett, wenn ihr mir da weiterhelfen könnt.

Achso... dass ich das Geld, welches ich für ein solches System ausgeben würde, nicht wieder reinspare, ist mir klar. Es geht mir weniger um das Einsparen von Heizkosten (wäre natürlich ein netter Nebeneffekt), sondern vielmehr um den Komfort und natürlich nicht zuletzt die schöne technische Spielerei :D
 
Hallo!

Gastherme ist nicht gleich Gastherme! Hast du eine Brennwerttherme? Fotos und Typ könnten hier Aufschluß geben. Bei einer Brennwerttherme wäre eine optimale Vorlauftemperatur so um die 60°C günstig. Bei dieser Temperatur arbeitetet die Therma nach Aussage meines Heizungsinstallateurs am besten.

Zum Außenfühler ist zu sagen das dieser im gegensatz zum Raumthermostat empfehlenswert ist, da dieser zusammen mit der eingestellten Heizkennlinie die günstigste Vorlauf liefert. Vorausgesetzt die Heizkörper sind der Raumgröße gut angepasst.

Was verstehst du unter Funktthermostaten?

Heizkörperthermostate gibt es in zig Ausführungen. Falls deine zu schnell schließen, obwohl die Raumtemperatur noch nicht erreicht ist, solltest du nach Wärmetauecken, wie Heizkörperverkleidungen und Gardienen, suchen. Diese verhintern das die Raumluft zirkuliert und somit erwärmt sich der Thermostat schneller.
Eine Alternative zu den Thermostaten am Heizkörper wären Thermostate mit Fernfühler. Hier wird der Thermostatkopf an einer günstigen Stelle montiert und das eigentliche Ventil wird über ein Kapilarrohr betätigt.
 
Danke für deine schnelle Antwort. Es ist eine Sieger HG15.

Ok 60°C. Das heißt aber auch, ohne Raumthermostat welches direkt an der Therme hängt und Außenfühler werden diese 60°C konstant gehalten? Die ganze Zeit? Das wäre ja für mein Vorhaben gut so...

Hatte mich missverständlich ausgedrückt. Beispiel Evohome von Honeywell (oder Danfoss Link, oder, oder):
Du hast ein zentrales Panel, das alles steuert. Dazu dann pro Heizkörper einen Funkregler und pro Raum hätte ich noch einen Raumtemperaturfühler auch per Funk angebunden an das Panel.
Damit wird jeder Raum separat geregelt, je nachdem was ich für einen Sollwert vorgebe...

Letztlich mache ich ja nichts anderes gerade mit meinen elektrischen Heizkörperreglern für 20 EUR das Stück. Nur dass ich da eben jeden einzeln per Hand einstellen muss und die Temperatur im Regler selbst gemessen wird.
Kapillarrohre durch jeden Raum ziehen möchte ich nicht, meine Frau rastet aus :D

Das funktioniert oder?
Ich frage, weil ich im Internet auch schon gelesen habe, dass sowas nur mit Zentralheizungen wirklich gut funktioniert, wo der Vorlauf 24h auf einer bestimmten Temperatur gehalten wird. Aber meine Gastherme macht ja im Grunde nix anderes, richtig?
 
Ok 60°C. Das heißt aber auch, ohne Raumthermostat welches direkt an der Therme hängt und Außenfühler werden diese 60°C konstant gehalten? Die ganze Zeit?

Ja!

Das Funksystem würde denke ich funktionieren! Vielleicht besitzt das System noch eine Möglichkeit die Therme abzuschalten, wenn keine Anforderung besteht. Das würde noch zusätzlich Energie sparen.

Eine Brennwerttherme ist das Gerät nicht!
 

Das wollte ich hören ;)

Das Funksystem würde denke ich funktionieren! Vielleicht besitzt das System noch eine Möglichkeit die Therme abzuschalten, wenn keine Anforderung besteht. Das würde noch zusätzlich Energie sparen.

Ja besitzt es. Es gibt einen Relaiskontakt (per Funk :D) der schaltet, wenn ein Heizkörperregler Wärme anfordert.
Das Problem ist nur... ich bin Mieter, kein Fachmann und die Therme gehört mir nicht. Da ich hier immer predige, die Finger von Dingen zu lassen, die man nicht gelernt hat, vor allem wenn es um Gas und Strom geht...

Nein Spaß beiseite, ich kann als Laie da keinen Relaiskontakt in die Therme reinfummeln... wenn da was passiert, bin ich finanziell uriniert...

Eine Brennwerttherme ist das Gerät nicht!

Das hatte ich befürchtet...

Ich bin nun erleuchtet, vielen Dank!
 
Das Gerät besitzt einen Anschluß ST10 an dem eine Brücke eingelegt ist. Diese Brücke wirdentfernt um eine Fernsteuerung anschließen zu können. Damit kann das Gerät ein/aus geschaltet werden. Nach Absprache mit dem Vermieter könntest du durch einen Fachmann den Anschluß machen lassen!
 
Erstmal vielen Dank, dass du noch weiterdenkst, obwohl ich schon rund und zufrieden auf der Couch liege ;)

Über diesen Kontakt wird dann aber die komplette Therme vom Netz getrennt, oder?

Das wäre blöd, weil wir die Therme ja auch noch für die Warmwasserbereitung brauchen...

Ansonsten wäre das ein Eingriff, den ich mir durchaus noch selbst zutrauen würde... muss ja keiner wissen :D
 
Raumtemperatur-Funkfühler in der kältesten Raumecke montiert, wo man sich auch aufhalten möchte, ergibt die höchste Wahrscheinlichkeit, dass es auch dort ausreichend warm wird.
Was mir zu denken gibt...Die Notwendigkeit, im Winter tatsächlich 75ºC fahren zu müssen, deutet auf Manches hin:
Zu klein dimensionierte Heizkörper, bei gleichzeitig zugiger Hütte, mit womöglich (k)alten Fenstern und schlechter Dämmung. Dafür wäre auch die ungleichmäßige Raumtemperatur-Verteilung typisch...

Außenfühler nachrüsten wäre kein Luxus, wenn in der Übergangszeit weniger VL- Temp. gebraucht würde.
Heizkörper sollten frei "atmen" können. Wenn dahinter keine Isolierfolie zur Nischenwand vorhanden ist, empfehle ich eine Nachrüstung - das Mauerwerk unterm Fenster zu heizen, ist komplett rausgeschmissenes Geld!
Klar, ideal wär ne Brennwert-Therme + mehr Heizfläche = niedrigere VL-Temperaturen möglich, bei mehr Komfort, da die Wärme gleichmäßiger eingebracht wird.
 

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